Kultur in Karlsruhe | Städtische Galerie Paris, Paris! Karlsruher Künstler an der Seine

PARTNER DER WOCHE - Seit Mitte des 19. Jahrhunderts galt Paris als führende Kunstmetropole Europas. Ab dem 23. Februar präsentiert die Städtische Galerie in einem thematischen Rundgang "Paris, Paris! Karlsruher Künstler an der Seine 1850-1930".

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts galt Paris als führende Kunstmetropole Europas. Mit ihren reichen Kunstschätzen und Sehenswürdigkeiten, mit den Cafés und Boulevards, den Weltausstellungen und den Salons strahlte die französische Hauptstadt eine unwiderstehliche Faszination aus. Mehr und mehr entwickelte sie sich im Lauf der Jahrzehnte zu einem Schmelztiegel der Moderne, der auf junge Künstler und Künstlerinnen aus ganz Europa eine geradezu magnetische Anziehungskraft ausübte. Besonders stark war das Interesse der deutschen Maler, Grafiker und Bildhauer. Trotz aller Geringschätzung durch die offizielle Kunstpolitik des deutschen Kaiserreichs fand die französische Kunst vor allem in Deutschland große Anerkennung und eine ständig wachsende Anhängerschaft. Auch aus Karlsruhe machten sich Maler und Bildhauer auf den Weg in das Zentrum der Avantgarde, nachdem sie zuvor eine Ausbildung in der badischen Hauptstadt erhalten hatten. Manche mieteten sich für einige Monate eine Unterkunft und besuchten eine der zahlreichen Privatakademien, andere ließen sich dauerhaft in Paris nieder und verbrachten dort mehrere Jahre. Von Franz Xaver Winterhalter über Anselm Feuerbach bis zu Hans Thoma, von Karl Albiker über Karl Hubbuch und Otto Laible bis zu Wilhelm Schnarrenberger reicht das Spektrum der mit der Fächerstadt verbundenen Künstler, die sich in und von Paris inspirieren ließen. Mit rund 200 Exponaten beleuchtet die chronologisch und nach Themengebieten gegliederte Ausstellung erstmals die facettenreichen Spuren, die der Kunsttransfer Paris – Karlsruhe hinterlassen hat.

Otto Laible, Straßencafé in Paris, 1932, Dieter Lechner
Otto Laible, Straßencafé in Paris, 1932, Dieter Lechner | Bild: Heinz Pelz Karlsruhe

„Nicht genug danken kann ich dem Meister, welcher mich von der deutschen Spitzpinselei zu breiter, pastoser Behandlung, von der akademischen Schablonencomposition zu großer Anschauung und Auffassung führte.“ Mit diesen Worten fasste Anselm Feuerbach seine künstlerische Ausbildung im Atelier von Thomas Couture um 1852/53 zusammen. Wie er wollten die Studierenden aus Deutschland den erstarrten heimischen Akademiebetrieb hinter sich lassen und an den privaten Akademien in Paris ihren eigenen künstlerischen Weg finden. Während im Wilhelminischen Deutschland noch historistische Strömungen und ein trockener akademischer Naturalismus vorherrschten, wurden in Frankreich die entscheidenden Weichen für die Entwicklung der modernen Kunst gestellt. In der französischen Hauptstadt löste im raschen Wechsel eine neue Kunstrichtung die nächste ab – vom Realismus über Impressionismus und Symbolismus bis hin zu den „Vätern der Moderne“, darunter Vincent van Gogh, Paul Cézanne oder Auguste Rodin. Alle avantgardistischen Strömungen, die in Deutschland – wenn überhaupt – nur vereinzelt zugänglich waren, ließen sich in Paris ohne Probleme im Original studieren.

 

Öffnungszeiten:

Mittwoch bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 18 Uhr,

Montag und Dienstag geschlossen

 

Eintritt

8 Euro / 6 Euro ermäßigt

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Kultur in Karlsruhe (Partnerangebot): Karlsruhe besitzt eine lebendige Kulturlandschaft, die Geschichte und Gegenwart, Kunst und Technik verbindet. Die Stadt besticht mit erstklassigen Ausstellungen, einer großen Bandbreite in der Hochkultur von Oper bis Ballett, bedeutenden Galerien, zahlreichen Museen sowie einer aktiven Kleinkunst- und Alternativszene. Ob für Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder Senioren – die Kultur in Karlsruhe bietet Unterhaltung und Bildung für Jedermann und fördert das Wir-Gefühl der Menschen in unserer Stadt.
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