Kultur in Karlsruhe | ZKM Negativer Raum - Skulptur und Installation im 20./21. Jahrhundert

PARTNER DER WOCHE - Noch bis zum 11. August folgt das weltweit einzigartige ZKM | Zentrum für Kunst und Medien den Spuren der modernen Skulptur.

Die letzte Ausstellung, die sich umfassend mit der Frage „Was ist moderne Skulptur?“ beschäftigt hat, fand 1986 im Centre Georges Pompidou in Paris unter dem Titel „Qu'est-ce que la sculpture moderne?“ statt. Die Ausstellung "Negativer Raum" im ZKM nimmt den Speer dort auf, wo ihn das Centre Pompidou zurückließ.

Die Geschichte der westlichen Skulptur ist seit der Antike auf das Engste mit der Idee des Körpers verbunden. Ob geschnitzt, modelliert oder gegossen, Statuen wurden über Jahrhunderte als solide Monolithe entworfen – als feste und in sich geschlossene Körper, als mehr oder minder mächtige und gewichtige  Positiva im Raum. Unsere Vorstellungen und Erwartungen davon, was eine moderne oder zeitgenössische Skulptur ist, werden noch immer wesentlich von eben jenem Konzept der Körperskulptur geprägt, das formal auf den drei elementaren Kategorien Masse, Volumen und Schwerkraft gründet. Ob körperbezogen wie bei Auguste Rodin oder abstrahiert wie bei Richard Serra, Skulptur ist immer noch in erster Linie Masse, Volumen und Gravitation.

Die Ausstellung "Negativer Raum" möchte den Blick auf die moderne und zeitgenössische Skulptur ändern und eine andere Geschichte der Skulptur erzählen. Ziel der Ausstellung ist es, die Beziehungen von Skulptur und Raum dezidiert vom Raum aus zu denken. Alle Exponate thematisieren das skulpturale Phänomen in Relation zu vielfältigen Raumvorstellungen: Freiräume, Um-, Hohl- und Zwischenräume, Spiegel-, Licht- und Schattenräume, virtuelle Datenräume etc. Die Ausstellung bietet einen umfassenden Überblick zur Kunst der Skulptur, die entgegen der traditionellen Definition der Kontur, Leere und Levitation verpflichtet ist. Die Skulptur des 20. Jahrhunderts ist: hängend, nicht stehend, schwebend statt schwer, nicht voll, sondern leer, luftig und licht, diaphan statt dicht, virtuell statt real, nicht massiv, sondern schmal.

Kimchi and Chips, Mimi Son, Elliot Woods, Jungnhoon Pi. Line Segments Space, 2013
Kimchi and Chips, Mimi Son, Elliot Woods, Jungnhoon Pi, Line Segments Space, 2013 | Bild: ZKM, Foto Felix Grünschloss

Infolge der Fortschritte in den Naturwissenschaften und der Architektur, der Entwicklung neuer Werkstoffe, Konstruktionstechniken und der Orientierung von der zweidimensionalen Fläche der nicht-gegenständlichen
Malerei in den dreidimensionalen Raum vollzog sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Entwicklungssprung von der Körperplastik zur Raumplastik. Dass dabei nicht nur zeitgenössische Raumtheorien die künstlerische Imagination aktivierten, sondern ebenso mathematische Gips- und Drahtmodelle aus dem 19. und 20. Jahrhundert wird in der Ausstellung anhand von Exponaten aus den mathematischen Sammlungen der TU Darmstadt, TU Freiberg, der Georg-August-Universität Göttingen
und Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg sowie des KIT Karlsruhe zu erkunden sein.

Anhand von rund 200 wegweisenden künstlerischen Positionen, die neue Ansätze der Skulptur durch Verfahren und Modelle der Abstraktion, der Konstruktion und Nicht-Gegenständlichkeit entwickeln, werden vielfältige Bezüge im Raum herausgearbeitet und das Konzept des Negativen Raums entfaltet. Aufgezeigt werden die Entwicklungslinien der Raumskulptur ausgehend von Kubismus, Konstruktivismus, Neo-Konstruktivismus, Minimal Art hin zu installativen immersiven Environments.

Mehr Informationen unter www.zkm.de

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Kultur in Karlsruhe (Partnerangebot): Karlsruhe besitzt eine lebendige Kulturlandschaft, die Geschichte und Gegenwart, Kunst und Technik verbindet. Die Stadt besticht mit erstklassigen Ausstellungen, einer großen Bandbreite in der Hochkultur von Oper bis Ballett, bedeutenden Galerien, zahlreichen Museen sowie einer aktiven Kleinkunst- und Alternativszene. Ob für Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder Senioren – die Kultur in Karlsruhe bietet Unterhaltung und Bildung für Jedermann und fördert das Wir-Gefühl der Menschen in unserer Stadt.
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