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Kultur in Karlsruhe | Landesmuseum Mykene – Die sagenhafte Welt des Agamemnon

PARTNER DER WOCHE - Ab dem 1. Dezember präsentiert das Badische Landesmuseum im Karlsruher Schloss die hochkarätige neue Sonderausstellung über die früheste Hochkultur auf dem europäischen Festland. So viele griechische Leihgaben wie noch nie kommen hierfür ins Barockschloss.

Griechenland, lange vor unserer Zeit, ein imposantes Löwentor inmitten kyklopischer Mauern und Agamemnon, der düstere Anführer der Griechen im Kampf gegen Troja – dies alles ist Mykene. Mächtige Fürsten herrschten hier in der späten Bronzezeit. Doch die Burg von Mykene stellte in der Zeit zwischen 1600 und 1200 v. Chr. nicht das einzige Machtzentrum dar, sondern war nur eines von vielen. Das Gebiet des mykenischen Kulturkreises erstreckte sich über die griechische Halbinsel Peloponnes und Mittelgriechenland. Imposante Trutzburgen aus Kyklopenmauern finden sich auch in Tiryns, Pylos, Athen und Theben.

Dieser ersten Hochkultur auf dem europäischen Festland widmet das Badische Landesmuseum eine große Sonderausstellung mit dem Titel „Mykene – Die sagenhafte Welt des Agamemnon“. Sie gibt ab dem 30. November im Schloss Karlsruhe auf rund 1000 qm einen umfassenden Einblick in das Zeitalter der griechischen Heroen.

Mehr als 400 hochkarätige Leihgaben aus verschiedenen griechischen Museen sind in Karlsruhe zu sehen, darunter zahlreiche, die das geschichtsträchtige Land noch nie verlassen haben. Zu den Highlights gehören Fundstücke aus dem sogenannten Grab des Greifen-Kriegers, einem ungestörten Schachtgrab, das im Mai 2015 in der Nähe des „Palasts des Nestor“ in Pylos gefunden wurde. Es zählt zu den bedeutendsten archäologischen Funden Griechenlands der letzten 65 Jahre. Vier goldene Siegelringe und ein Achat mit der außergewöhnlich detaillierten Darstellung eines Kriegers aus dem 15. Jahrhundert v. Chr. finden ihren Weg direkt aus den athenischen Restaurierungswerkstätten in die Karlsruher Ausstellung und zeugen mit ihren
kunstfertigen Darstellungen von dem starken kulturellen Einfluss des minoischen Kreta auf das frühe Mykene.

Unter den Ausstellungsobjekten von großem historischem Wert befindet sich auch „Altbekanntes“ wie die Beigaben aus dem legendären Schachtgrab Nr. 5 des mykenischen Gräberrunds A. Dieses bezeichnete bereits der deutsche Kaufmann und Archäologie-Pionier Heinrich Schliemann aufgrund seines
außergewöhnlichen Reichtums euphorisch als „Grab des Agamemnon“. Den Besucherinnen und Besuchern bietet sich die einzigartige Möglichkeit, eine der berühmten Goldmasken, aber auch kostbare Gewand-Aufsätze aus Goldblech, kunstfertige Trinkgefäße und imposante Bronzeschwerter aus der Nähe zu bewundern.

Allerlei Kunst und Kultur: ein Tonmodell eines Streitwagens, 13. Jh. v. Chr.
Allerlei Kunst und Kultur: ein Tonmodell eines Streitwagens, 13. Jh. v. Chr. | Bild: (c) Hellenic Ministry of Culture and Sports / Badisches Landesmuseum; Foto: Peter Gaul

Schliemann und weitere Wegbereiter der mykenischen Archäologie, wie sein Kollege Wilhelm Dörpfeld oder der Ausgräber von Pylos, Carl Blegen, werden in Karlsruhe lebendig und erzählen in einer  humorvollen Animation selbst von ihren Entdeckungen. Interviews mit Forschungsleitern aktueller Ausgrabungen, etwa Professor Joseph Maran von der Universität Heidelberg, bringen den Besucherinnen und Besuchern neueste Forschungsergebnisse näher. Das jüngere Publikum kann derweil einen Grabräuber jagen. Der spannende Kinderkrimi, der sich über mehrere interaktive Stationen durch die Ausstellung zieht, lädt zum Miträtseln ein und vermittelt in spielerischer Form die mykenische Lebenswelt.

Ermöglicht wird die große Ausstellung durch eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Griechischen Ministerium für Kultur und Sport und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Da das Badische Landesmuseum die Anstrengungen des Partnerlandes im Kampf gegen den illegalen Raub und Handel mit Antiken unterstützt, stammen alle Exponate ausschließlich aus griechischen Museen und Denkmalämtern sowie gesicherten Grabungen. Für diese Unterstützung bedankt sich der griechische Staat wiederum, indem er kostbarste Exponate zur Ausfuhr nach Deutschland freigibt.


„Mykene – Die sagenhafte Welt des Agamemnon“
1.12.2018 – 2.6.2019, Schloss Karlsruhe
Di–So, Feiertage 10–18 Uhr
12 Euro / erm. 9 Euro
www.landesmuseum.de

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