Kultur in Karlsruhe | Badisches Landesmuseum Kaiser und Sultan im Schloss Karlsruhe

PARTNER DER WOCHE - Das Badische Landesmuseum präsentiert die Große Landesausstellung "Kaiser und Sultan - Nachbarn in Europas Mitte 1600-1700"

Das Badische Landesmuseum feiert 2019 sein 100-jähriges Gründungsjubiläum mit einer Großen Landesausstellung. Im Zentrum steht die weltbekannte "Karlsruher Türkenbeute" - eine badische Trophäensammlung aus den sog. Türkenkriegen im 17. Jahrhundert. Ab 19. Oktober ist "Kaiser und Sultan - Nachbarn in Europas Mitte 1600-1700" im Schloss Karlsruhe zu sehen.

- Erstmals widmet sich die Große Landesausstellung "Kaiser und Sultan"  den historischen und kulturellen Verflechtungen in Ostmittel- und Südosteuropa. Das im Herzen Europas gelegene Gebiet war im 17. Jahrhundert Schauplatz von Kriegen und Konflikten. Im Spannungsfeld der Großmächte wurden das dreigeteilte Ungarn und die Balkanhalbinsel zu Transit- und Grenzräumen. Gerade dieser Korridor bildete sich auf dem europäischen Kontinent zu einem bislang kaum bekannten Tor des Wissenstransfers heraus. Die Ausstellung rückt die zivilisatorischen Neuerungen in den Mittelpunkt, die im Schatten von Machtpolitik und Glaubenskonflikten entstanden: Innovationen in Architektur, Kunst und Mode oder die Einführung neuer technischer Verfahren. Hochkarätige Exponate von osmanischen oder osmanisch beeinflussten Artefakten dokumentieren den gegenseitigen fruchtbaren Austausch.

Bild: Badisches Landesmuseum


Die gewählte Zeitspanne umfasst rund 100 Jahre vom "Langen Türkenkrieg" (1593-1606) bis zum Ende des "Großen Türkenkrieges" (1683-1699). Mit seinen politischen, wirtschaftlichen und religiösen Konflikten, die breite Flucht- und Migrationsströme zur Folge hatten, ist das 17. Jahrhundert ein Spiegel unserer Zeit: Es bietet Anknüpfungspunkte zur gegenwärtigen Globalisierung mit ihren zunehmend interkulturellen Gesellschaften. Die Ausstellung hinterfragt aktuelle Stereotype über den Islam und verabschiedet sich von der Eindimensionalität eines ausschließlichen Konfrontationsgedankens zwischen Orient und Okzident. Der Mehrwert plurikultureller Gesellschaften wird deutlich - er macht damals wie heute die Stärke Europas aus.

In Karlsruhe werden erstmals Exponate der "Karlsruher Türkenbeute" mit einer Vielzahl an Leihgaben aus der "Türckischen Cammer" der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zusammengeführt. Beide Sammlungen zählen zu den größten osmanischen Museumsbeständen Deutschlands. Zusammen mit weiteren hochkarätigen Exponaten internationaler Leihgeber beleuchtet die Ausstellung mit insgesamt rund 350 Objekten eine vielschichtige Epoche. Zu den Leihgebern gehören Museen, Bibliotheken, Stiftungen und Privatpersonen aus Deutschland, Österreich, Polen, Ungarn, der Schweiz und Slowenien, die für die Große Landesausstellung berühmte oder zum Teil nie ausgestellte Objekte einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Ein Highlight stellt das im Rahmen des Großen Türkenkrieges erbeutete "Blaue Zelt" aus Krakau dar. Das monumentale Zelt füllt einen gesamten Raum und betört ob seines paradiesisch anmutenden Dekors. Ergänzendes Material kommt aus England und aus der Türkei hinzu.

Drei Kooperationen wurden im Zuge der Ausstellung mit Partnern der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden sowie der Universitäten Graz und Zagreb geschlossen. Ein wissenschaftlicher Beirat mit Vertreter*innen von Universitäten und Museen aus Deutschland, Kroatien, Österreich, Polen und Ungarn begleitet das Projekt.

Weitere Informationen gibt es unter http://www.landesmuseum.de

 

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Kultur in Karlsruhe (Partnerangebot): Karlsruhe besitzt eine lebendige Kulturlandschaft, die Geschichte und Gegenwart, Kunst und Technik verbindet. Die Stadt besticht mit erstklassigen Ausstellungen, einer großen Bandbreite in der Hochkultur von Oper bis Ballett, bedeutenden Galerien, zahlreichen Museen sowie einer aktiven Kleinkunst- und Alternativszene. Ob für Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder Senioren – die Kultur in Karlsruhe bietet Unterhaltung und Bildung für Jedermann und fördert das Wir-Gefühl der Menschen in unserer Stadt.
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