Kultur in Karlsruhe Die 24. Europäischen Kulturtage sind eröffnet!

PARTNER DER WOCHE - Ein Dreiklang in Schloss, Rathaus und Staatstheater eröffnete das große Kulturfestival.

Die 24. Europäischen Kulturtage sind am Freitag mit einem Dreiklang im Badischen Landesmuseum, Karlsruher Rathaus und Staatstheater gestartet. Eröffnet wurde das Festival von Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, Bundesverfassungsrichterin Prof. Dr. Susanne Baer, Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche und Generalintendant Peter Spuhler. Das Thema Umbrüche, Aufbrüche: Gleiche Rechte für alle bestimmt das Programm der 15 Festivaltage bis zum 5. Mai.

 

Den Auftakt bildete die Eröffnung der Ausstellung "Revolution! Für Anfänger*innen" im Karlsruher Schloss. 100 Jahre, nachdem die Novemberrevolutionäre auf dem Dach des Karlsruher Schlosses eine rote Fahne hissten und die großherzogliche Familie fluchtartig ihre Residenz verlassen musste, kehren Fahne und Revolution dorthin zurück. Doch nicht nur die revolutionären Ereignisse der Jahre 1918/19 werden in der Ausstellung wieder lebendig: Von 1848/49 bis zur Wende in der ehemaligen DDR, von der Französischen Revolution bis zum Arabischen Frühling erleben die Besucher, was zu Revolutionen führt, wie sie ausbrechen – und ob Sie selbst eher zu den Revolutionären oder den Bewahrern gehören.

 

Ein Gemeinschaftswerk der Karlsruher Kulturschaffenden

Im Rathaus, dem zweiten Veranstaltungsort, begrüßte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup zahlreiche Gäste aus Stadt und Land: „Dass die 24. EKT ein Gemeinschaftswerk der Karlsruher Kulturschaffenden sind, ist eine Besonderheit, die wir schon lange kennen. Aber selten wird das so deutlich wie mit der heutigen Eröffnung.“ Ministerin Theresia Bauer betonte die Aktualität des Festivalmottos: „Wir stehen mitten in einem Komplex von Debatten über Rechtegleichheit für alle und ich bin sehr froh, dass die diesjährigen Kulturtage diesen einen künstlerischen und wissenschaftlichen Raum ermöglichen. Ich gratuliere den Künstlern und Organisatoren schon jetzt zum vielfältigen, herausfordernden und zugleich sinnlichen Programm. Gleichberechtigung ist kein Zustand, sondern ein zivilisatorischer Prozess.“

 

Die Europäischen Kulturtage präsentieren den Rechtsstaat nicht, sondern legen Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern, das Recht in die eigenen Hände

Wie wichtig die Auseinandersetzung der Europäischen Kulturtage mit dem Thema "Umbrüche, Aufbrüche: Gleiche Rechte für alle" ist, darüber sprach Bundesverfassungsrichterin Prof. Susanne Baer in ihrer Festrede: "Diese Europäischen Kulturtage präsentieren den Rechtsstaat nicht, sondern legen Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern, das Recht in die eigenen Hände". Sie führt weiter aus: "Gleiche Rechte für alle sind weder selbstverständlich noch jetzt einfach für immer geklärt" und warnt "Der Populismus, der sich oft sogar als Verteidiger des Rechtsstaats präsentiert und 'den Politikern' vorwirft, 'dauernd das Recht zu brechen', ist ein Schlag ins Gesicht der Aufklärung, der Revolutionen, der Emanzipationsbewegungen, der Grund- und Menschenrechte. Je weiter das um sich greift, desto mehr erodiert ein Grundkonsens in Europa, an dem wir alle hängen." "Deshalb sind diese Europäischen Kulturtage in der Mischung aus Recht und Kultur und grenzüberschreitender Verortung nicht nur besonders. Sie setzen auch genau am richtigen Punkt an: #takeyourrights. Da gibt es nichts auszustellen, sondern da gilt es, etwas selbst in die Hand zu nehmen. Es gilt zu diskutieren, zu erklären und zu klären, wie wir miteinander leben wollen, denn Sie alle entscheiden, in Ihrem Alltag, ob auch künftig gleiche Rechte für alle gelten" betont Prof. Susanne Baer.

 

Im dritten Teil der Eröffnung waren schließlich Bürgerinnen der Stadt Karlsruhe selbst auf der Bühne zu erleben. Nachdem die Performance "Wir brechen auf" in den Foyers des Staatstheaters Utopien der Selbstbestimmung aufzeigte, wie zum Beispiel genderfreie Toiletten, entstand in der Uraufführung "Radikale Akte" im Kleinen Haus des Staatstheaters aus Momenten der Frauengeschichte und persönlichen Erfahrungen von 18 Frauen eine bildstarke Inszenierung des Karlsruher Volkstheaters. Parallel dazu bot das Schauspiel das gefeierte 68-er Musical "Hair" und das dokumentarische Stück "Die Ehen unserer Eltern". Mit der abschließenden Party im Theater endete der Eröffnungstag.

 

Das Ringen um gleiche Rechte für alle steht im Mittelpunkt – zahlreiche Veranstaltungen noch bis zum 5. Mai

Die 24. Ausgabe des Kulturfestivals, das federführend vom Kulturamt der Stadt Karlsruhe und dem Badischen Staatstheater veranstaltet und von der Stadt Karlsruhe sowie dem Land Baden-Württemberg finanziert wird, wirft in über 80 Veranstaltungen gemeinsam mit 34 Partnern aus der örtlichen Kulturszene einen weit gespannten und vielfältigen künstlerischen Blick auf das Ringen um gleiche Rechte für alle und die damit verbundenen Um- und Aufbrüche in Europa.

Alle Programmbeiträge der diesjährigen Europäischen Kulturtage zentrieren sich um zwei Ansatzpunkte, mit denen sich die Frage nach der Offenheit, Freiheit und Rechtssicherheit der Gesellschaft in Europa beantworten lässt: Es geht um die Freiheit der Kunst und um die Stellung der Frauen, beide sind Gradmesser für den Zustand Europas: In diesem Sinne sind die diesjährigen Europäischen Kulturtage, sind alle Beiträge und Veranstaltungen ein Statement für die Freiheit der Kunst, für das Wagnis, etwas Neues zu schaffen, für die Lust an der Begegnung mit anderen Kulturen und Sichtweisen, für den Dialog und für die Gleichstellung der Geschlechter. Dieses Statement wird zum Abschluss des Festivals im Tollhaus noch einmal zusammengefasst, am Europatag dem 5. Mai. Nach der Premiere des Films #takeyourrights und einer Führung durch die Ausstellung "Gleiches Recht auf Glück. Inklusion leben" enden die Europäischen Kulturtage mit einem Abend der Aufbrüche in dessen Mittelpunkt das Konzert der "Dakh Daughters", dem "All girls freak cabaret" aus der Ukraine steht.

Das komplette Programm ist abrufbar unter  www.europaeische-kulturtage.de .

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Kultur in Karlsruhe (Partnerangebot): Karlsruhe besitzt eine lebendige Kulturlandschaft, die Geschichte und Gegenwart, Kunst und Technik verbindet. Die Stadt besticht mit erstklassigen Ausstellungen, einer großen Bandbreite in der Hochkultur von Oper bis Ballett, bedeutenden Galerien, zahlreichen Museen sowie einer aktiven Kleinkunst- und Alternativszene. Ob für Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder Senioren – die Kultur in Karlsruhe bietet Unterhaltung und Bildung für Jedermann und fördert das Wir-Gefühl der Menschen in unserer Stadt.
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