Aus bescheidensten Anfängen hat sich das Max-Reger-Institut zum Zentrum der internationalen Reger-Forschung entwickelt, zu einer Begegnungsstätte von Musikwissenschaftlern und Künstlern sowie einem Standort für innovative Kulturvermittlung. Darüber hinaus konnte, nicht zuletzt durch vielfachen (auch ehrenamtlichen) Einsatz, die mittlerweile wohl weltweit größte Reger-Sammlung aufgebaut werden: Über 200 Notenautographe, zahllose originale Briefe und Dokumente Regers bzw. aus dessen Umfeld, Kunstwerke und Devotionalien sowie ein reichhaltiges Notendruck- und Tonträgerarchiv dokumentieren umfassend Leben, Wirken und Werke des Komponisten und laden alle an der Musik Regers Interessierten zu Forschungsaufenthalten ein.

2023 steht ein besonderes Highlight in Sachen Max Reger bevor: der 150. Geburtstag des Komponisten (1873–1916), der ein reiches Oeuvre nicht nur im Bereich der Orgelmusik geschaffen hat, sondern auch in den Bereichen der Kammermusik, der Lieder, der Chor- und der Orchesterkomposition Bedeutendes geleistet hat. Nachdem das Jubiläumsjahr 2016 mit zahlreichen CD-Großprojekten gewürdigt wurde, wird 2023 nach vielen Jahrzehnten erstmals wieder eine Reger-Sonderbriefmarke veröffentlicht werden.

Seit 2010 entsteht am Max-Reger-Institut, gefördert durch die Union der Akademien der Wissenschaften, die Reger-Werkausgabe – nicht ‚bloß‘ eine gedruckte wissenschaftliche Neuausgabe einiger Werkgenres: ein umfangreicher digitaler Anteil, der im Internet frei verfügbar ist, erschließt umfassend die edierten Werke.

Außerdem bietet das Max-Reger-Institut im Internet unterschiedlichste Materialien zu Max Reger – für die Forschung ebenso wie für den musikalischen Laien; darunter nicht zuletzt eine Klanggalerie mit mehr als 7 Stunden Musik von Reger in lizenzierten Einspielungen unterschiedlicher Labels und eine Bildgalerie mit Impressionen aus Biografie und Umfeld des Komponisten.

Pianist Markus Becker bei der Jubiläumsfeier
Pianist Markus Becker bei der Jubiläumsfeier | Bild: Max-Reger-Institut

Fast vierzig Jahre stand Susanne Popp an der Spitze des Max-Reger-Instituts und wurde für ihre Verdienste mit dem Bundesverdienstkreuz, einer Honorarprofessur der Hochschule für Musik Karlsruhe und jüngst der Max-Reger-Medaille der Reger-Stadt Weiden ausgezeichnet. Als Krönung ihres Schaffens erschien 2008 das von ihr herausgegebene Reger-Werk-Verzeichnis, und 2015 folgte mit Max Reger. Werk statt Leben. Biographie die erste wissenschaftlich fundierte Reger-Biografie seit vielen Jahrzehnten.

Die Forschungs- und Vermittlungstätigkeit des Max-Reger-Instituts umfasst auch die Ausrichtung des Europäischen Kammermusikwettbewerbs Karlsruhe, die Wiederentdeckung lange verschollener Notenhandschriften und die Veröffentlichung unterschiedlichster Forschungsarbeiten analog und digital sowie auch weiterer Notenausgaben.

 
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