Es sollte ein Duell der Tabellennachbarn zwischen Erzgebirge Aue und dem Karlsruher SC werden. Vor Beginn des Spieltags hatte der KSC Rang neun inne, Aue Position zehn. Nach der Niederlage des 1.FC Nürnberg am Mittwoch verbesserte sich der KSC aber auf Platz acht. Trotzdem: Die Teams sind punktgleich, beide haben 16 Zähler auf dem Konto. 

Änderungen wahrscheinlich

Um den angestrebten Auswärtssieg einzufahren, wird Cheftrainer Christian Eichner wohl sicher Umstellungen in der Startelf vornehmen.

"Bei einer so kurzen Regenerationszeit zwischen den Spielen, bei einer so langen Anreise müssen und werden wir genau hinschauen: Wer ist fit? Wer müde? Wir werden mit den Spielern reden, um dann die besten Entscheidungen zu treffen. Natürlich werden wir unser medizinisches Team mit einbeziehen. Mal schauen ob und wie oft wir wechseln. Aber wir werden nicht alles durcheinander wirbeln."

Christian Eichner (KSC Trainer) betritt das Spielfeld des Stadions.
Christian Eichner (KSC Trainer) betritt das Spielfeld des Stadions. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Trotz hoher Belastung verbreitet der defensive Mittelfeldspieler Lukas Fröde Zuversicht: "Unser Tank ist voll. Wir haben gar keine Zeit dran zu denken, dass wir müde sind. Wir nehmen es an und ziehen es durch."

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Da Dominik Kother auf der rechten Außenbahn gegen Düsseldorf nicht überzeugen konnte, wird er wohl dem anderen Talent für die offensive Bahn, Leihspieler Benjamin Goller, weichen müssen. Im Erzgebirge gegen Aue ist Kapitän Jérôme Gondorf wieder spielberechtigt. "Ersatzmann" Alexander Groiß muss wohl wieder auf der Bank Platz nehmen.

Gondorf trifft seinen Förderer

Apropos Gondorf: Der KSC Kapitän trifft auf seinen großen Förderer Dirk Schuster. Der ist seit dem 26. August 2019 Cheftrainer in Aue. Gondorf machte unter Schuster die ersten Schritte als Profi.

Fürchtet, dass ein Graben entstehen kann, zwischen Profifußball und Fans: Aues Trainer Dirk Schuster.
Fürchtet, dass ein Graben entstehen kann, zwischen Profifußball und Fans: Aues Trainer Dirk Schuster. | Bild: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Schuster war zum Beispiel bei den Stuttgarter Kickers und Darmstadt 98 Trainer von "JeGo". "Ich habe ihm viel zu verdanken," sagt Gondorf. Der erfolgsorientierte KSC-Dauerläufer muss nicht erwähnen, dass er dennoch alles geben wird, um gegen den Ex-Coach zu gewinnen.

Testroet ist Aues Hofmann

Die "Veilchen", wie die Auer genannt werden, sind bisher nicht so heimstark wie die Jahre zuvor. Nur zwei von fünf Heimspielen im Hexenkessel "Erzgebirgestadion", in das im Normalfall fast 17.000 Fans pilgern, wurden gewonnen. Pascal Testroet ist Aues bester Torschütze, hat sechs Treffer erzielt, genau so viele wie "Hoffi" - die KSC Tormaschine Philip Hofmann.

Philipp Hofmann (KSC 33) im Angriff auf das Tor im Duell gegen Rouwen Hennings (Düsseldorf 28)
Philipp Hofmann (KSC 33) im Angriff auf das Tor im Duell gegen Rouwen Hennings (Düsseldorf 28) | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

"Veilchen"-Profi Florian Krüger brachte es schon auf vier Torvorbereitungen. Laufstärkster Auer ist Philipp Ries mit 123,15 zurückgelegten Kilometern.

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Dimitrij Nazarov hat KSC-Erfahrung. Er stand drei Jahre in der Fächerstadt unter Vertrag, absolvierte 83 Spiele für die Blau-Weißen, erzielte dabei zehn Treffer und wurde zweimal des Feldes verwiesen.

Zweikampf zwischen Marco Thiede (KSC 21) und Dimitrij Nazarov (Erzgebirge Aue 10) am Ball.
Zweikampf zwischen Marco Thiede (KSC 21) und Ex-KSC´ler Dimitrij Nazarov (Erzgebirge Aue 10). | Bild: Tim Carmele

In der laufenden Spielrunde schaffte es der Offensivallrounder in elf Zweitligabegegnungen zweimal in die Startelf, wurde in sechs Spielen eingewechselt. Letztmals stand „Dimi“ Ende September beim Anpfiff auf dem Rasen.

Die Zahlen

Im Schnitt erzielte der KSC Gegner 1,5 Tore pro Partie, musste 1,2 Gegentore hinnehmen. Drei Spiele überstand die Schuster Elf ohne Gegentreffer. 16 Tore gelangen bisher - alle wurden innerhalb des Strafraums erzielt. Fernschusstreffer? Null! Kopfballtreffer? Vier. 15 Verwarnungen kassierten die Sachsen, zudem einen Platzverweis. Bisher wurden schon fünf Elfmeter verschuldet. Also KSC Profis: Zweikämpfe in der Box suchen - die Veilchen gehen da oft ungestüm zu werke.

44 Prozent Ballbesitz und 72 Prozent Passgenauigkeit sind gängige Werte. KSC-Trainer Eichner wird einen ehemaligen Teamkollegen begrüßen können: Daniel Haas.

Der Ex-Torhüter stand einst gemeinsam mit "Eiche" im Kader der TSG Hoffenheim, inzwischen ist Haas Torwarttrainer in Aue. Wie aus Aue zu erfahren war, wollen die Gastgeber besonders aufmerksam sein, wenn Philip Heise zur Ausführung eines Eckballs antritt. Denn: Linksfuß Heise schlug ligaweit die meisten Ecken mit anschließendem Torerfolg.

Philip Heise (KSC 16) hebt den Arm und kündigt den Eckball an.
Philip Heise (KSC 16) hebt den Arm und kündigt den Eckball an. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Der Direktvergleich der beiden Teams: Von 20 Spielen in der 2. Bundesliga gewann der Club aus der Fächerstadt fünf, sechs Begegnungen endeten unentschieden.

Fünf Niederlagen am Stück

Die letzten fünf Spiele in Aue verlor der KSC allerdings alle. Logisch, dass der letzte Sieg des KSC im Erzgebirge lange, lange her ist. Im August 2011 gewannen die Badener mit 2:0. Die Tore markierten Alexander Iashvili und Gaetan Krebs.

Sebastian Freis, inzwischen als Scout für den KSC unterwegs, ist der treffsicherste aller KSC Profis gegen die "Veilchen". In sechs Spielen gegen die Sachsen erzielte „Basti“ drei Treffer. Die meisten Auftritte im KSC Dress gegen Aue absolvierte sein alter Kumpel Timo Staffeldt: Acht.