Die Braunschweiger Löwen sind in der Liga angekommen. Nach einem Stolperstart - noch schlimmer als der des KSC - ist der Aufsteiger inzwischen auf einem guten Weg. Das Eintracht-Team begann die Saison mit vier Liganiederlagen. Aber: Von den vier letzten Begegnungen wurde nur eine verloren.

Braunschweig mit Rückenwind

Am vergangenen Wochenende wurde beim haushohen Favoriten Hannover 96 im Derby ein absolut verdientes Remis eingefahren. Dennoch, Coach Michael Schiele bleibt zurückhaltend: "Wir hoffen, dass wir jetzt angekommen sind."

Braunschweigs Robin Krauße (l) versucht Hannovers Derrick Köhn vom Ball zu trennen.
Braunschweigs Robin Krauße (l) versucht Hannovers Derrick Köhn vom Ball zu trennen. | Bild: Swen Pförtner/dpa

KSC-Trainer Christian Eichner hat die Entwicklung der Braunschweiger natürlich verfolgt. "Sie haben früh die Anpassung, den Anschluss an diese Liga geschafft. Zuvor hat das etwas länger gedauert. Jetzt kam durch das Nürnbergspiel die Drehung", so der KSC Coach, der flugs mahnt: "In Braunschweig, in diesem Stadion, vor diesen Fans mit großer Euphorie etwas zu unterschätzen, das werden meine Jungs ganz sicher nicht."

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Es haben im Kader "alle kapiert, was in dieser Liga notwendig ist, um zu bestehen. Zudem: Die Löwen haben beim Top-Team in Hannover einen Punkt geholt."

Fabio Kaufmann trifft die alten Kollegen

Eichner erwähnt es: Im Team des KSC Gegners: Fabio Kaufmann. Der Offensivallrounder wechselte vor der laufenden Spielrunde vom Wildpark zur Eintracht, freut sich "enorm auf diese Partie",ist aber sicher "dass ich nicht überpacen werde."

Fabio Kaufmann (KSC 37) am Ball.
Fabio Kaufmann (KSC 37) am Ball. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Bei der Mission Klassenverbleib stehen Trainer Schiele im Wesentlichen die Aufstiegshelden zur Verfügung. Die Eintracht will endlich den Status "Fahrstuhlmannschaft" ablegen. Elf Ligenwechsel in den zurückliegenden 20 Jahren sind Rekord im deutschen Profifußball. Die aktuelle Mannschaft scheint gefestigter als das Team vor zwei Jahren,"muss aber dennoch über sich hinauswachsen", glauben Fachleute.

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Die Braunschweiger Profis betonen immer wieder den besonderen Zusammenhalt der Truppe: Der Aufsteiger: Eine kampfstarke, nie aufsteckende homogene Einheit. Die Aufstiegseuphorie puscht alle. Einer ragte zuletzt aus dem ausgeglichen besetzten Kader heraus: Anthony Ujah. Der 31-Jahre alte Angreifer erzielte im zweiten Spiel in Folge einen Treffer.

Ujah kommt in Form

In Hannover düpierte der 1,80-Meter-Mann nach einer Flanke den 96-Profi Havard Nielsen (1,87 Meter) – als er zum 1:0 einköpfte. Seine enorme Sprungkraft, sagte Ujah, sei "eine meiner Stärken." Ujah war durch eine langwierige Knieverletzung die gesamte Saison 2020/21 außer Gefecht. Jetzt ist er auf dem Weg zu alter Form.

Braunschweigs Anthony Ujah (2.v.l) erzielt das Tor zum 2:2 gegen den FC Nürnberg.
Braunschweigs Anthony Ujah (2.v.l) erzielt das Tor zum 2:2 gegen den FC Nürnberg. | Bild: Swen Pförtner/dpa

Der sympathische Stürmer: "Das war ein guter Schritt", sagte Ujah, fügt flugs hinzu: "Es geht immer mehr." Vier Zähler aus zwei Partien holte der KSC-Gegner zuletzt. "Das war sehr wichtig für uns", sagte Schiele: "Ich glaube, dass man den nächsten Schritt gesehen hat."

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Das häufigste Resultat zwischen Braunschweig und den Fächerstädtern ist: 0-0. Drei Spiele endeten so. Die Heim-Bilanz der vergangenen neun Spiele der Eintracht gegen die Badener: Drei Siege, drei Unentschieden und drei Niederlagen. Die Tordifferenz: 14-11 für die Eintracht.

Braunschweig zuletzt immer mit einem Gegentor

In den letzten 18 Duellen hat Braunschweig lediglich vier Mal den Platz als Sieger verlassen. Sieben Spiele endeten unentschieden, der KSC gewann sieben Mal. Das Torverhältnis: 26-20 aus Sicht der Badener.

Fabio Kaufmann (Braunschweig 7) im Zweikampf gegen Philip Heise (KSC 16)
Fabio Kaufmann (Braunschweig 7) im Zweikampf gegen Philip Heise (KSC 16) | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Der KSC kassierte in der laufenden Spielrunde 29 Prozent seiner Tore zwischen der 61.-75. Minute. Die Eichner-Elf hat in zwei der vier Auswärtsspiele in dieser Saison in der 2. Bundesliga nicht getroffen.

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Eintracht Braunschweig hat in den letzten zehn Spielen immer ein Gegentor kassiert. Im Schnitt erzielt Braunschweig ein Tor gegen Karlsruhe, der KSC bringt es im Schnitt auf 1,2 Treffer gegen die Löwen. Die Braunschweiger erzielen im Schnitt 1,64 Tore bei Heimspielen. Der KSC durchschnittlich 1,6 Tore bei Auswärtsspielen.