Die Clubs sind zwar in Liga zwei Tabellennachbarn, aber es gibt ein paar Unterschiede zwischen dem KSC und dem SC Paderborn. Paderborn hat - durch den Auswärtssieg beim Hamburger SV - die magische 40 Punkte-Marke erreicht. Der KSC ist da noch nicht am Ziel. Für die Badener geht am kommenden Sonntag in Westfalen die Jagd auf den 40. Saisonpunkt weiter.

Paderborn im Umbruch

Der SC Paderborn hat vor und während der laufenden Saison viele, viele Stammspieler verloren. Etliche davon gingen in die erste Bundesliga. Chris Führich nach Stuttgart, Torjäger Sven Michel zu Union Berlin, Sebastian Vasilidis nach Bielefeld, Christopher Antwi-Adjey zum VfL Bochum, dazu wechselte Kapitän Sebastian Schonlau zum Hamburger SV, Prince Osei Owusu nach Aue und Chima Okoroji nach Sandhausen. Ex-KSC-Spieler Marco Terrazzino zog es nach Polen.

Marco Terrazzino
Bild: marvinguengoer.de

Paderborn verdiente durch kluge Einkaufspolitik und Kaderplanung immer wieder - Millionen. Allein in dieser Saison sollen rund acht Millionen in der SCP Kasse geklimpert haben. Und der KSC? Der KSC verlor nicht einen Stammspieler. Was gut ist für das Teamgefüge - aber schlecht für die Kasse. Denn: Man konnte keine Transfererlöse generieren. Überhaupt: Mehrwert durch Kaderplanung? Gibt es bei den Badenern im Gegensatz zu den Westfalen aktuell nicht.

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Der KSC hat in den fünf zurückliegenden Jahren zwar weit über hundert Spieler verpflichtet - aber Mehrwert oder Gewinn gab es leider wohl keinen. Die Abfindungen für Fehleinkäufe dürften die geringen Ablöseeinnahmen um ein Vielfaches überschritten haben.

Paderborn mit Heimschwäche

Dass der SCP mitten in einem Umbruch ist, dass es dadurch in der Kombinationsmaschine knirscht und die Rädchen nicht so toll ineinandergreifen, das belegt die Heimspielbilanz der Westfalen. In der Heimtabelle belegt Paderborn Rang 15 mit mageren zwölf Punkten, die man in 14 Begegnungen verbuchen konnte. Das Torverhältnis ist mit 19 zu 22 gar negativ.

Wurde positiiv auf Corona getestet: Paderborn-Coach Lukas Kwasniok.
Wurde positiiv auf Corona getestet: Paderborn-Coach Lukas Kwasniok. | Bild: Armin Weigel/dpa

Der KSC hat in den letzten sieben Ligaspielen immer mindesten einen Treffer erzielt. Insgesamt waren es 14. Das ist Ligabestwert. Das Hinspiel gewannen die Paderborner im Wildpark. Schon nach rund einer halben Stunde lagen die Blau-Weißen mit 0:4 zurück. Philipp Hofmann und Fabian Schleusener gestalteten dann das Ergebnis mit ihren Treffern zum 2:4 etwas erträglicher.

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Jetzt, am Sonntag, hat der KSC gegenüber der Partie in der Hinrunde einen Vorteil: Dreifach Torschütze Sven Michel steht nicht mehr beim SCP unter Vertrag. Der wurde für mehr als zwei Millionen Euro an Unin Berlin verkauft.

Viele Akteure mit KSC-Vergangenheit

Der SCP ist eine Art "KSC-Außenstelle." Trainer ist Lukas Kwasniok, der arbeitete einst in der KSC-Jugend, zu Zeiten, als dort auch KSC-Cheftrainer Christian Eichner aktiv war. Zudem: Mittelfeldmann Marcel Mehlem und Kreativspieler Florent Muslija wurden im Wildpark ausgebildet - zum Teil von Kwasniok. Der hat noch immer seinen Hauptwohnsitz in Muggensturm. Der Co-Tainer von Kwasniok: Ein waschechter Karlsruher! Frank Fröhling. Der wurde in Durlach geboren.

Marcel Mehlem (m.) im Kampf um den Ball mit Marvin Pourie (r.)
Marcel Mehlem (m.) im Kampf um den Ball mit Marvin Pourie (r.) | Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Kwasniok traf zweimal auf den KSC. In der Hinrunde gewann sein Team im Wildpark 4.2. Als er Cheftrainer des damaligen Regionalligisten Saarbrücken war - warf er den KSC aus dem DFB-Pokal. Zur KSC-Fraktion bei SCP kommt bald Innenverteidiger Robin Bormuth. ka-News.de hat diesen Wechsel exklusiv gemeldet, nach der Sonntagspartie soll er auch offiziell bestätigt werden.

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Gegen Düsseldorf schaffte es Bormuth nicht in den KSC-Kader, bleibt abzuwarten, ob er in Paderborn dabei sein darf. Insgesamt gab es 19 Begegnungen zwischen den Clubs. Die Fächerstädter gewannen davon sieben, drei endeten remis. Der letzte Sieg des KSC in Paderborn? 2017 in Liga drei. Da gewannen die Badener mit 2:0. Torschütze - neben Fabian Schleusener - war Marcel Mehlem.