Der Januar 2021 wird allen, die es mit den Karlsruhern halten, noch lange in Erinnerung bleiben. Auch gegen Aufstiegskandidat Bochum setzte sich der KSC am Ende nicht als die bessere, aber als die deutlich effektivere und somit cleverere Mannschaft durch und holte den nächsten Dreier, was die Eichner-Elf vorerst auf den fünften Rang befördert - sogar die Aufstiegsplätze sind in Reichweite.

Im Duell gegen den Tabellen-Zweiten konnte Christian Eichner wieder auf seinen aktuellen Torjäger vom Dienst zurückgreifen. Das ist derzeit Abwehrmann Robin Bormuth, der in beiden Spielen zuvor entscheidend getroffen hatte. Und auch gegen den Revierklub sorgte der Innenverteidiger im gegnerischen Strafraum für Furore, als er den KSC nach einer Viertelstunde mit seinem Kopfballtreffer in Führung brachte.

Karlsruhe veredelt erneut nach ruhendem Ball durch "Torjäger Bortmuth"

Etwas überraschend zu diesem Zeitpunkt, die Karlsruher Führung, da der VfL Bochum in der Anfangsphase die spielbestimmende Mannschaft war und den KSC über deren linken Seite immer wieder unter Druck setzte. Doch die Führung ging an Karlsruhe. Wie schon in der Woche zuvor gelang den Badenern das Break mit der Führung in einer Drangphase des Gegners. Und wie schon so häufig in dieser Saison war es wieder eine Standardsituation, die der KSC veredelte.

Es war bereits der 14. Treffer nach ruhendem Ball, allein neun davon, konnten die Karlsruher nach einer Ecke erzielen. Bereits unter der Woche hatten die Badener durch ein Eigentor Hannovers nach einer Ecke profitiert und drei Punkte eingefahren. Da war Bormuth noch gelb gesperrt, dieses mal war der Innenverteidiger wieder zur Stelle. Bereits in seinen vorherigen beiden Einsätzen hatte Bormuth entscheidend für den KSC getroffen.

Robin Bormuth (2.v.l) brachte den KSC beim Auswärtssieg in Bochum in Führung.
Robin Bormuth (2.v.l) brachte den KSC beim Auswärtssieg in Bochum in Führung. | Bild: Guido Kirchner/dpa

Insgesamt bot die erste Halbzeit ein munteres Spiel mit durchaus hohem Tempo. Elf Torschüsse nach zwanzig Minuten konnten sich durchaus sehen lassen. Der KSC spielte nach dem Führungstreffer munterer nach vorne, Lorenz hatte bei einem Pfostenschuss Pech. Ansonsten verteidigte der KSC die Bochumer Angriffsbemühungen gut, in den entscheidenden Momenten fehlte bei den Gastgebern aber auch immer wieder der letzte Pass im Offensiv-Drittel.

Karlsruher Lucky Punch krönt Fabelmonat Januar

Nach dem Seitenwechsel erwischten die Bochumer wieder den besseren Start in die Partie, hatten nach 47 Minuten die große Chance zum Ausgleich. Den besorgte knapp zehn Minuten später Losilla, nachdem der VfL weiter auf den Ausgleich drängte. Lorenz hatte seinen Gegenspieler aus den Augen verloren, Gersbeck konnte den Ball nicht mehr von der Linie kratzen. Der Ausgleich war durchaus verdient, da Bochum mehr für die Offensive getan hatte.

Christoph Kobald vom Karlsruher SC (l) und Bochums Silvère Ganvoula kämpfen um den Ball.
Christoph Kobald vom Karlsruher SC (l) und Bochums Silvère Ganvoula kämpfen um den Ball. | Bild: Guido Kirchner/dpa

Nach dem Ausgleich gab es nur noch wenige Torraumszenen, der Großteil der Partie spielte sich im Mittelfeld ab. Erst in der Schlussphase kam das Duell wieder etwas mehr in Schwung. In der zeigte sich das Team von Christian Eichner clever und effektiv: Nach einem Eckball wurde Wanitzek nicht entscheidend gestört und konnte Kapitän Gondorf bedienen, der mit der einzigen Großchance für den KSC im zweiten Abschnitt wuchtig zum 2:1 traf.

Dann hatten die Blau-Weißen in der Nachspielzeit noch einen Schreckmoment zu überstehen: Ganvoula scheiterte im Eins gegen Eins an Gersbeck, besser gesagt an dessen Kopf. Somit stellte sich der Schlussmann wieder entscheidend für den KSC-Erfolg in den Weg.

Torwart Marius Gersbeck (KSC 35)
Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Entscheidende Faktoren für den Auswärtssieg im Revier: Die Standardstärke, Effektivität und ein glänzender Schlussmann. "Diese Mannschaft beeindruckt mich jede Woche ums Neue", lobte Christian Eichner auf der anschließenden Pressekonferenz. Ein Sonderlob sprach Eichner noch für seinen Kapitän Jerome Gondorf aus: "Er ist die letzten Wochen richtig aufgeblüht und ein echter Anführer für diese Mannschaft geworden. Das Quäntchen ist im Moment auf unserer Seite, wir werden für unsere tolle Moral belohnt."