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Karlsruhe Stimmen zum Spiel: "Ohne Normalform auf dem Platz holt man schwer Punkte"

Der Karlsruher SC zeigte eine enttäuschende und eine weitestgehend träge Heimvorstellung gegen Kellerkind VfL Osnabrück und ging entsprechend als verdienter Verlierer vom Feld. Vor allem die Harmlosigkeit vor dem Tor des Gegners in Heimspielen verfolgt den KSC nun bereits seit Wochen.

Enttäuschung pur beim KSC nach der Niederlage am Karsamstag gegen Osnabrück. "Das war eine Nicht-Leistung von uns heute, das muss man ganz klar sagen", wurde Kapitän Jerome Gondorf nach dem Spiel deutlich. "Wir sind von Anfang an nicht ins Spiel gekommen. Bezeichnend war der Elfmeter in der zweiten Minute. Das war das ganze Spiel über so, ob mit oder ohne Ball. Von dem her sind wir heute extrem enttäuscht und wissen, dass die kommende Woche eine sehr intensive wird, um das Ganze hier aufzuarbeiten", so Gondorf weiter.

Dem stimmte auch Teamkollege Philipp Hofmann zu: "Osnabrück war einfach frischer und giftiger als wir. Man muss ehrlich sagen, dass sie den Sieg auch mehr wollten. So kam das zusammen. Bei uns waren die Pässe und Abschlüsse zu ungenau. Wir haben vieles relativ planlos gemacht. So haben wir heute verdient verloren."

Keine Ausreden wegen Corona

Den Corona-Wirbel unter der Woche mit ausgefallenen Trainingseinheiten wollten Gondorf als auch Hofmann nicht als Ausrede zählen lassen: "Man kann es als Alibi nutzen, aber da bin ich nicht der Typ für. Da müssen wir Profi genug sein, um sowas nicht in unsere Köpfe reinkommen zu lassen. Deswegen lasse ich das nicht als Ausrede gelten, auch für mich nicht. Wir haben heute auf dem Platz nicht stattgefunden, darüber müssen wir uns intensiv Gedanken machen", mahnte Gondorf.

Jerome Gondorf (KSC 8) am Ball.
Jerome Gondorf (KSC 8) am Ball. | Bild: Carmele|TMC-Fotografie

Und auch Hofmann sieht die unruhige Trainingswoche und die Länderspielpause nicht als Hauptgrund für die schwache Leistung: "Das als Ausrede zu nehmen wäre zu einfach. Klar war es keine perfekte Woche mit den ausgefallenen Trainingseinheiten. Man hat aber schon etwas gesehen, dass der Rhythmus nicht so da war. Auch mit der Länderspielpause. Das hat schon bisschen was damit zu tun, aber trotzdem muss Jeder Gas geben und 90 Minuten auf dem Platz voll da sein."

Harmlosigkeit in der Offensive bereitet Sorgen

Was gegen Osnabrück aber auch schon in den Wochen davor etwas Sorgen bereitet, ist die Harmlosigkeit in der Offensive.  Wieder einmal erzielte der KSC zuhause keinen eigenen Treffer. "Osnabrück hat sich nach dem 0:1 natürlich etwas tiefer gestellt, da war es dann noch schwerer sich durchzukombinieren. Aber wie gesagt, wir haben mit zu wenig Überzeugung zuviel außenherum gespielt. Das hat sich heute das ganze Spiel über durchgezogen. Die Osnabrücker waren einfach wacher als wir“, äußerte sich Karlsruhes bester Torschütze der aktuellen Spielzeit zur aktuellen Offensivschwäche in Heimspielen.

Philipp Hofmann (KSC 33) im Kopfballduell
Philipp Hofmann (KSC 33) im Kopfballduell | Bild: Carmele|TMC-Fotografie

Für Trainer Christian Eichner war die Niederlage der Tiefpunkt einer gebrauchten Woche: "Wir hatten eine turbulente Woche. Das hatte allerdings nichts mit dem Ausgang des Spiels zu tun, aber wenn man den Sport kennt, war es wahrscheinlich das I-Tüpfelchen auf dieser Woche." Am verdienten Sieg der Gäste ließ auch der Cheftrainer keinen Zweifel. "Wir haben über lange Zeit nicht stattgefunden und keine Attribute gezeigt, solch ein Spiel zu gewinnen. Ich hatte nach dem Elfmeter auf einen Wachrüttler für die Mannschaft gehofft. Das war leider nicht der Fall."

Beispielhaft für den gebrauchten Tag des KSC war für Christian Eichner das Gegentor: "Wir legen den Ball bei einer hundertprozentigen Torchance für eine Zweitliga-Mannschaft nicht entschlossen ab und laufen dann in den Konter. Uns unterscheidet zu den Mannschaften unten drin nicht allzu viel, die Teams sind aus meiner Sicht alle relativ auf Augenhöhe. Und wenn beim KSC nicht alle Spieler ihre Normalform auf den Platz bringen können, dann haben wir es nach wie vor schwer Punkte zu holen“, wurde Eichner deutlich. "So lange wir so ehrlich zueinander sind, kann ich das gut einschätzen", ergänzte er. Gleichzeitig richtete Eichner den Blick auch zuversichtlich auf die kommende Aufgabe. "Wir versuchen jetzt gegen Düsseldorf wieder vernünftig in die Spur zu kommen."

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Kommentare (11)
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  •   KSC-Hokey
    (15 Beiträge)

    06.04.2021 10:17 Uhr
    die aktuelle Manschaft...
    ist vom Können her fast dieselbe wie letztes Jahr. Nur mit einem ganz grossen Unterschied dass wir einen Gersbeck im Tor haben. Ohne Ihn würden wir genauso im unteren Tabellenkeller um den Abstieg kämpfen.
    Ansonsten total Plan bzw. Ideenlos. Ein Choi macht wieder nur Begleitschutz...Rennt zwar viel aber kommt nichts dabei rum.Seine Tore gehen zu min. 80% an Hofmann. Ein Gondorf macht auf einmal Freisstösse oder Ecken..
    Und wenn die Führungsetage/Trainer meinenen wir sind die nächsten Jahre noch nicht Reif für die erste Liga, dann sollten die Ihre Hausaufgaben mal machen und die Verträge mit Stadt Karlsruhe nochmal schauen.. 2022-2031 sind da nämlich 7 Jahre 1 Liga eingeplannt.
    Und was macht OK.. verpflichtet drittliga Spieler.. Dannn wissen wir wohin die Reise geht.
    Und wir Fans können uns dann auf neue Scheine/Fandarleihen/Aktien einstellen.
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  •   ka76199
    (134 Beiträge)

    06.04.2021 15:47 Uhr
    Und wo soll
    die Kohle herkommen für die tollen Spieler?
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  •   Rundbau-Gespenst
    (12253 Beiträge)

    05.04.2021 10:05 Uhr
    die Luft
    ist raus!
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  •   Rundbau-Gespenst
    (12253 Beiträge)

    05.04.2021 10:05 Uhr
    könnte auch
    "Lust" heißen...
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  •   Mitsch
    (307 Beiträge)

    05.04.2021 02:42 Uhr
    Top Speed der Spieler reicht nicht
    Gerade beim Gegentor fiel mal wieder auf, dass der KSC sehr wenige Spieler mit Top Speed 2.Liga Niveau besitzt. Da muss man sich nur mal die Statistiken anschauen. Osnabrück mit und ohne Ball in der Antrittsgeschwindigkeit viel schneller, Thiede kommt nicht hinterher, Gondorf lässt die Mitte nicht zum ersten Mal auf. In der Gesamtstatistik über die Saison schneiden wir im Mittelfeld da ganz schlecht ab. Das heißt wir brauchen Spieler mit mehr Top Speed! Auch in der Jugend und in den Auswahlen der Verbände wird da viel zu wenig drauf geschaut. Hauptsache dort ist dribbeln, dribbeln, dribbeln bis zum Geht nicht mehr und 100 mal den Ball jonglieren. Das sind aber Werte, die in keiner Statistik auftauchen. Hinten mit Geschwindigkeit ablaufen und vorne mit Geschwindigkeit in die Box, das fehlt beim KSC, um eine Spitzenmannschaft zu sein.
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  •   Schmarow
    (967 Beiträge)

    04.04.2021 17:42 Uhr
    Volle Zustimmung zu Gondorf
    Ihm hat man im Spiel angesehen, dass er und ein paar andere (bezeichnenderweise ältere Spieler) wollten, aber nicht alle die Motivation hatten für einen Sieg auch an die Schmerzgrenze zu gehen. Wie er Amaechi nach einer verpatzten Situation angeraunt hat, fand ich sehr gut. Leider haben wir keine gute Bank, so dass CE nur unerfahrene Spieler bringen kann, die eigentlich noch nicht so weit sind, da auch der Konkurrenzkampf fehlt (siehe Kother und Batmaz).
    Wenn man dann noch Spieler wie Amaechi neben sich hat, bei denen jeder Ball weg ist und die jede eigene Offensivaktion ersticken, kann ich Gondorf und andere willige Spieler um so mehr verstehen. Ob die Kaderplanung nächste Saison besser wird, bezweifle ich, angesichts der Verlängerung mit OK und dessen Erfolgsrate.
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  •   4everksc
    (1196 Beiträge)

    05.04.2021 10:05 Uhr
    Das sehe ich aber mal anders...
    ausgerechnet der Obermotzer Gondorf- keinen Ball über 5m an den Mann bringen, den Gegenspieler beim Gegentor bis in den Strafraum zu begleiten, selbst bei schlechten Aktionen von ihm selbst andere anzuraunzen - das macht all sein Einsatz nicht wett- so verunsichert man junge Spieler wie Amaechi oder Kother....das gilt auch am Samstag für Hofmann nach der Kother-Chance - anstatt ihn weiter zu pushen staucht er ihn zusammen !
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  •   schwarzvoraugen
    (3888 Beiträge)

    04.04.2021 20:30 Uhr
    Wie siehst Du denn
    Gondorf's Verteidigungsverhalten (weiss nicht mal ob das divenhafte Getrabe diese Bezeichnung verdient) beim Gegentor?
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  •   Schmarow
    (967 Beiträge)

    04.04.2021 21:23 Uhr
    Einstellung
    Mir geht es nicht darum, wer welchen Fehler macht oder wer in welcher Szene Schuld trägt, sondern wie die Einstellung ist. Ob man sich wehrt und etwas für den Erfolg zu geben bereit ist oder ob man für sich oder die Gallerie spielt.
    Gondorf ist sicherlich einer der Spieler, die sich rein hauen. Bei einigen anderen Kickern (gerade unseren geliehenen Stars wie Amaechi und Wimmer) habe ich nicht das Gefühl, dass sie sich verausgabt haben. Die spielen nur, weil andere ausfallen und dann hat CE nur die am Samstag eingewechselten Spieler für die Offensive (neben Gueye). Wer braucht schon Fink und Pourié?
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  •   schwarzvoraugen
    (3888 Beiträge)

    05.04.2021 10:33 Uhr
    Lautsprechen ist das eine
    junge Kollegen Führen das andere.

    Und daran hapert es. Sicherlich ist Gondorf´s Trikot am Ende eines Spiels verdreckt und verschwitzt. Kein Zweifel. Auch gut, dass er mal auf dem Platz seine Kollegen bei fehlendem Einsatz direkt anspricht. Nur sollte er dies nicht dann immer wieder tun, wenn eigenes Fehlverhalten vorangeht.

    Gegen Osnabrück war nun bereits das dritte Gegentor in diesem Jahr, wo er den ballführenden Gegenspieler nicht entschlossen angeht, divenhaft mitläuft und so das entscheidende Tor mitverschuldet.

    Lautsprechen alleine reicht eben nicht.
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