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Karlsruhe Nimmt der KSC Rache am HSV? So will Christian Eichner "dem besten Kader der Liga" in die Aufstiegssuppe spucken

"Der Druck liegt beim Gegner", so Christian Eichner. Während der Karlsruher SC seine Saisonziele erreicht hat und befreit aufspielen kann, geht es für den Hamburger SV um alles. Wie in den letzten beiden Saisons scheint den Hamburgern auf der Zielgeraden die Puste auszugehen. Der letzte Sieg ist vier Spiele her und sollte es dem KSC gelingen, dem HSV einen Punkt oder sogar drei abzuknöpfen, wird die Lage an der Elbe noch dramatischer. Nimmt der KSC also spät Rache für die Relegation 2015 und verdirbt den "Rothosen" den Aufstieg? Peter Putzing findet Argumente für und gegen einen KSC-Sieg - er hat die Facts zum Spiel.

Der KSC ist beim HSV krasser Außenseiter. Das sieht auch KSC-Trainer Christian Eichner so. "Der Druck und die Favoritenrolle liegen ganz klar beim HSV. Das ist der beste Kader der Liga - dieser Verein hat in dieser Liga nichts verloren. Dennoch, trotz all dieser HSV-Stärken, werden wir versuchen die drei Punkte aus Hamburg mitzubringen."

Eichner ist zuversichtlich

Er sei zuversichtlich, dass man etwas aus der Hansestadt mitnehmen wird. "Eiche" weiß, was seine Spieler umsetzen müssen, um beim Hamburger Sport Verein erfolgreich zu sein: "Im Abschluss müssen wir klarer und kaltschnäuziger sein, als das zuletzt öfters der Fall war."

Zlatan Bajramovic (KSC Co-Trainer) und Christian Eichner (KSC Trainer) kommen ins Stadion
Zlatan Bajramovic (KSC Co-Trainer) und Christian Eichner (KSC Trainer) kommen ins Stadion | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Man könnte auch sagen: Die Karlsruher müssen so agieren, wie das der 33 Jahre alte Routinier Simon Terodde bei den Norddeutschen in dieser Spielrunde schon so oft gemacht hat. Abgezockt, clever, cool. Daher ist Terodde in der Liga Torschütze Nummer eins, mit schon 20 erzielten Treffern.

Hamburgs Simon Terodde.
Hamburgs Simon Terodde. | Bild: Christian Charisius/dpa

Das Team mit Raute auf der Brust - die steht für Tradition und die Stadt Hamburg - hat die beste Chancenverwertung aller Zweitligisten. 37,1 Prozent der guten Gelegenheiten werden zu Treffern genutzt. Aber das HSV-Manko auf diesem Gebiet: Für ein Spitzenteam spielen die Hansestädter zu wenig gute Gelegenheiten heraus: 159 bisher. Zu wenig für den teuren und topbesetzten Kader. Die Badener belegen in dieser Rubrik den dritten Rang: 125 Chancen wurden kreiert, 32,8 Prozent davon in einen Treffer umgemünzt.

HSV in der Krise

Eine Statistik, die das Fachmagazin "Kicker" erstellt, macht unter anderem deutlich, warum sich der so teure Kader der „Rothosen“ nur auf Rang drei tummelt: Nicht ein Profi aus der "Millionen-Truppe" aus der Hansestadt ist unter den besten zehn Spielern der 2. Liga zu finden. Die Elf von Trainer Daniel Thioune gewann keines seiner letzten vier Partien.

Szene aus dem Hinspiel: Philipp Hofmann (KSC 33) im Kopfballduell mit Klaus Gjasula (HSV 20)
Szene aus dem Hinspiel: Philipp Hofmann (KSC 33) im Kopfballduell mit Klaus Gjasula (HSV 20) | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Aber: In Heimspielen gegen den KSC hat der HSV zuletzt immer geliefert: Neun Spiele ohne Niederlage gegen die Badener in Folge. Mut macht den Fächerstädtern: der KSC hat sechs Auswärtsspiele in Serie ohne Niederlage überstanden.

Im Schnitt erzielen die Hamburger 2,2 Tore gegen den KSC. Die Badener wiederum treffen gegen die Norddeutschen durchschnittlich ein Mal pro Partie. Bisher trafen die HSV`ler in den Heimspielen im Schnitt 2,2-Mal. Der KSC erzielte auswärts durchschnittlich 1,81 Tore. Gute Voraussetzungen für eine torreiche Begegnung.

Nur ein KSC-Sieg in den letzten zehn Gastspielen

Die HSV-Heimbilanz der vergangenen zehn Spiele gegen die Blau-Weißen: Sechs Siege, drei Unentschieden, nur eine Niederlage. Der letzte KSC Auswärtssieg in Hamburg liegt lange, lange zurück. Es war 1992, am 7. Spieltag, am Freitag, den 18. September, da waren die Badener mit 2:1 beim HSV erfolgreich. Doppeltorschütze: Mittelfeldchef Wolfgang Rolff.

Das Team des Karlsruher SC: Kahn - Wittwer - Bogdan - Metz - Nowotny - Reich - Bender - Rolff - Schütterle - Kirjakow - Krieg

Die Karlsruher Spieler (v.l.) Jan Männer, Michael Mutzel und Mario Eggimann bejubelten 2007 den vorzeitig perfekt gemachten Aufstieg.
Die Karlsruher Spieler (v.l.) Jan Männer, Michael Mutzel und Mario Eggimann bejubelten 2007 den vorzeitig perfekt gemachten Aufstieg. | Bild: Ronald Wittek (dpa)

KSC-Trainer Eichner trifft auf einen Ex-Mitspieler und guten Freund: Michael Mutzel, inzwischen Sportdirektor des HSV. Auch zu Sebastian Dirscherl hat "Eiche" guten Kontakt. Der 33-Jährige Dirscherl war beim KSC Scout und Chefanalyst, hat diesen Job nun beim HSV. Auch der Torwarttrainer der Hamburger, Kai Rabe, hat eine KSC Vergangenheit, arbeitete acht Jahre beim Wildparkclub.

Treffen mit der Vergangenheit

Mittelfeldmann David Kinsombi war schon bei den "Blau-Weißen". Kinsombi ist im Moment Ergänzungsspieler beim HSV. Der KSC wiederum hat Xavier Amaechi vom HSV bis zum Saisonende ausgeliehen. Aber aufgrund dessen Corona Erkrankung ist sein Startelfeinsatz beim HSV kein Thema.

Für Amaechi blätterten die Hamburger 2,5 Millionen Euro als Ablöse hin. Doch der Offensivspieler schaffte es auch beim KSC nicht, über den Status eines Ergänzungsspieler hinauszukommen.

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  •   Schmarow
    (1021 Beiträge)

    29.04.2021 09:59 Uhr
    Keinen Angsthasenfussball bitte
    Auch wenn der Respekt noch so groß ist, hoffe ich, wie andere schon geschrieben haben, auf einen Kampf, den unsere Jungs nicht nur annehmen, sondern auch dem Gegner aufzwingen werden. Den Kittels und Teroddes darf ruhig mal einer auf den Füßen stehen. Eine knappe Niederlage durch Beton anrühren ist kein guter Arbeitsnachweis. Die Chance ist da, etwas Historisches zu erreichen.
    Die Chancen sind jetzt sogar größer als im Hinspiel, das man nur durch einen strittigen Platzverweis verloren hatte.
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  •   master-of-comment
    (3857 Beiträge)

    29.04.2021 09:32 Uhr
    "Der letzte Sieg ist vier Spieler her."
    Seltsame Maßeinheit - aber dann ist unser letzter Sieg sogar schon sechs Spieler her ...

    Egal, heute gibt´s endlich wieder ein Auswärtsspiel, und endlich wieder gegen eine Mannschaft aus dem oberen Drittel. Das Wildpark-Gewürge gegen vermeintlich schwächere Teams war ja nur noch schwer mit anzusehen. Denke, wenn die Kraft reicht und die jungen Jungs die Nerven behalten, geht was für uns.

    Eigentlich sollte Gräfe das als Abschiedsspiel leiten. Er hätte da noch einiges wiedergutzumachen!
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  •   FinnMcCool
    (528 Beiträge)

    29.04.2021 09:30 Uhr
    Rache für 2015?
    Wie viele Spieler aus dem Kader von 2015 sind denn heute dabei?
    Ein Spieler der damals nicht für den KSC gespielt hat, hat keinerlei Grund Rache zu nehmen.
    Zudem warum sollten sich die Spieler den "Arsch aufreissen"? Nach oben geht realistisch betrachtet nichts mehr. Nach unten brauchen sich die Spieler auch nicht kümmern.
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  •   sauerbraten
    (2260 Beiträge)

    29.04.2021 09:21 Uhr
    Dass jetzt endlich mal wieder ein
    Auswaertsspiel ansteht, ist ja aus der Erfahrung heraus, zunaechst mal positiv zu bewerten, ob wir aber aktuell eine Mannschaft auf den Platz bringen koennen, die dazu in der Lage ist, die sehr gute Auswaertsbilanz, ausgerechnet beim HSV, weiter aufzuhuebschen, darf angezweifelt werden. Andererseits, dem HSV duerfte ganz schoen der Arsch auf Grundeis gehen, nach dem Ergebnis von Fuerth gestern und wenn denen irgendso ein dummes Ding hinten reinfallen sollte heute abend, dann weiss ich auch nicht, was dann bei denen in den Koepfen abgeht.
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  •   KSC1894
    (534 Beiträge)

    29.04.2021 09:03 Uhr
    Hofmann, Heise, Choi
    das sind genau die Spieler die seit Wochen, mit wenigen Ausnahmen, enttäuschen. Der HSV muß von der ersten Sekunde gejagt werden. Der Ballführende darf keine Luft zum Atmen bekommen. Leistner, Hunt sind nicht die Schnellsten. Sollte Gjasula spielen, kommt noch einer dazu. Kother, Goller und Batmaz müßen das übernehmen. Breithaupt und Rabold rein. Endlich mal wieder mutig spielen. Frühes Anlaufen. Das ist das leichteste Spiel seit Wochen. Keiner erwartet einen Sieg. Der HSV muß gewinnen. Wir werden es gewinnen.
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  •   carriacou
    (26 Beiträge)

    29.04.2021 11:06 Uhr
    Wir werden gewinnen...
    Das sind ja ganz neue Töne von Dir! Schöner Kommentar! So soll es sein...!
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  •   Mitsch
    (333 Beiträge)

    29.04.2021 07:37 Uhr
    Heute erwarte ich Kampf
    ...weil spielerisch werden wir nichts reißen können. Vielleicht tut es der jungen Mannschaft sogar gut wenn die Erwartungen heute eher auf eine Niederlage hindeuten. Eigentlich haben wir ja nach den letzten Wochen nichts mehr zu verlieren, von daher sollten die Jungen jetzt mal wirklich zeigen, was in Ihnen steckt ohne die belastende Erwartungshaltung der Fans!
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  •   schwarzvoraugen
    (4033 Beiträge)

    29.04.2021 07:24 Uhr
    Schön und gut die Zuversicht
    befürchte allerdings, dass wir dem HSV wieder auf die Beine helfen werden.

    Hofmann wird immens fehlen, es fehlt die Durchschlagskraft im Zentrum. Die Hoffnung bleibt, dass Kother, Breithaupt oder Goller für eine Überraschung sorgen können, vielleicht Wanitzek aus der Distanz. Besonders wichtig wird auch die Verteidigungsarbeit werden. Terodde eng angehen.

    Es kann der Blitzaufstieg eines Nobody‘s werden. Mit der Verfassung aus den letzten beiden Spielen aber werden wir eher Sparringspartner für einen angeknockten Schwergewichtsboxer.

    Heute wäre auch ich mit einem Punkt zufrieden. Freue mich aufs Spiel.
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  •   steely
    (301 Beiträge)

    29.04.2021 09:00 Uhr
    Gebe dir Recht
    Was die Schützenhilfe betrifft, wenn der Trainer in den BNN schon wieder vom Aussenseiter spricht. Das die Hamburger zu schlagen sind haben ja andere auch bewiesen. Im Kopf der Spieler wird aber immer der Gedanke eingepflanzt wir sind " nur der KSC" .ich wünsche mir auch bei den Karlsruher Spielern Birne frei und Brust breit....das sie es können haben sie ja bewiesen. Und die jungen müssten eigentlich brennen vor Ehrgeiz. Freu mich auch auf den Fight...
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  •   schwarzvoraugen
    (4033 Beiträge)

    29.04.2021 10:36 Uhr
    Ich sehe einfach nicht
    dass CE das Team heiss machen kann. Er ist einfach kein Motivator. Seine Ansagen taugen so überhaupt nichts im "Männerfussball".

    Der Vergleich mit 2015 bringt nichts, kein Spieler war dabei. Und die Negativbotschaft "dem Gegner in die Suppe zu spucken" ist auch denkbar ungeeignet.

    Bleibt die Hoffnung auf eine Leistungsexplosion bei einem der Jungen.
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