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Karlsruhe Die Stimmen zu Spiel: Nach Nullnummer im Wildpark - KSC-Profis hadern mit der Offensive und bangen um Hofmann und Choi

Der Karlsruher SC kommt nach der zweiwöchigen quarantänebedingten Pause nicht so recht in Tritt, trotz engagierter Leistung kam die Elf von Christian Eichner gegen Erzgebirge Aue nicht über ein torloses Unentschieden hinaus. Was zudem schmerzt, sind die verletzungsbedingten Ausfälle von Kyoung-Rok Choi und Philipp Hofmann.

Das zweite von insgesamt drei Nachholspielen innerhalb einer Woche: Der Karlsruher SC muss nach der Quarantäne wieder Boden im Liga-Spielplan gutmachen und war deshalb am Montagabend nur drei Tage nach dem Last-Minute-Remis gegen Schlusslicht Würzburg erneut gefordert. Diesmal war Erzgebirge Aue mit Ex-KSC-Profi Dirk Schuster zu Gast.

Jung das erste Mal von Anfang an

Ex-Nationalspieler Sebastian Jung feierte auf der rechten Abwehrseite gegen die "Veilchen" sein Startelf-Debüt für den KSC. Bisher war der ehemalige Frankfurter und Wolfsburger nur Ergänzungsspieler: "Ich, bin zufrieden, dass ich 90 Minuten spielen und endlich wieder auf dem Platz stehen konnte. Mit der Leistung kann ich ganz zufrieden sein, ich glaube, wenn ich noch ein bisschen mehr Rhythmus habe und noch fitter werde, dann kann das noch viel besser werden."

Enttäuschunf bei der Karlsruhern, Sebastian Jung (KSC 2).
Enttäuschunf bei der Karlsruhern, Sebastian Jung (KSC 2). | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Über die Seite des 30-Jährigen versuchte der KSC vor allem in der zweiten Halbzeit immer wieder Gefahrensituationen zu erzeugen, die Schuster-Elf hielt aber gut dagegen und hatte sich den Punkt verdient. "Das war ein harter Kampf heute. Am Ende hatten sie zwei, drei etwas bessere Torchancen als wir. Da hatten wir ein bisschen Glück", so der Verteidiger.

Erneutes Remis und keine Tore

Und weiter: "Am Ende können wir schon zufrieden sein, zumindest mit dem Punkt. Es ist auch nicht ganz einfach mit der Quarantäne und dem Spiel am Freitag. Das darf man auch nicht vergessen. Aber trotzdem beschweren wir uns nicht und machen weiter. Man sieht es ja, der eine kommt rein, der andere kommt raus und jeder gibt sein Bestes."

Philip Heise (KSC 16) in der Abwehr.
Philip Heise (KSC 16) in der Abwehr. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Die Blau-Weißen, sie stagnieren etwas im Endspurt der Saison: Gegen Würzburg haperte es defensiv, gegen Aue fehlte in der Offensive die Durchschlagskraft. "Es ist etwas der Wurm drin. Vor drei Tagen haben wir noch zwei Tore geschossen, aber auch Unentschieden gespielt. Vielleicht läuft es ja in Hamburg. Ich habe aber auch kein Rezept dafür, woran es liegt. Wir kommen zu selten zum Abschluss. Philipp Hofmann kann nicht allein die Tore schießen, da gehören noch ein paar andere dazu", äußerte sich Philip Heise nach der Partie.

Schmerzend dazu kommt, dass sich jener Hofmann auch noch verletzt hatte und zur Pause ausgewechselt werden musste. Ob er bis zum Duell am Donnerstag gegen den HSV wieder fit sein wird, ist offen. "Das, wird nicht einfacher ohne die Beiden. Es sind zwei ganz wichtige Jungs für unser Spiel. Man merkt es einfach, wenn die Zwei wegbrechen“, beklagte Heise die prominenten Ausfälle.

"Besser und zielstrebiger"

Die Probleme im letzten Drittel, eine Schwäche die den KSC schon seit einigen Wochen verfolgt. Auch gegen Aue waren die Probleme klar erkennbar, wie auch Kapitän Jerôme Gondorf feststellen musste: "Unser Trainer hat es schon gesagt, wir müssen im letzten Drittel besser und zielstrebiger werden. Schon bevor man den Ball bekommt muss man wissen, wo man hin will oder wen man anspielen will.

Jerome Gondorf (KSC 8) am Ball.
Jerome Gondorf (KSC 8) am Ball. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Das Umfeld muss gescannt werden. Aber man muss den Jungs auch noch ein bisschen was verzeihen. Wir haben gerade in der Offensive viele junge Spieler, die in ihrem erstes oder zweites Profi-Jahr sind. Die haben alle noch einen Schritt nach vorne übrig. Von Leidenschaft, Einsatz und Wille kann man niemandem etwas vorwerfen, keinem auf dem Platz. Ich bin hochzufrieden mit den Jungs, wie wir jetzt rausgekommen sind aus der Quarantäne-Zeit", lobte der wortstarke Kapitän die Einstellung seiner Teamkollegen.

Herausforderung HSV schon am Donnerstag

Das zweite Spiel innerhalb von drei Tagen – gerade für einen Zweitligisten keine alltägliche Belastung, wie Gondorf auch bestätigt: "Ich kann für mich sprechen. Ich habe das erste Spiel schon deutlich in den Knochen gespürt. Ich glaube das hat jeder von uns mitgetragen. Heute ging es dann wieder. Man hat es auch aber gesehen. Wir sind ordentlich marschiert und haben keinen Meter weniger gemacht als sonst", zum Rauskommen aus der Quarantäne.

Schon am Donnerstag wartet das nächste Ligaspiel auf die Eichner-Elf. "Jetzt gilt es wieder denselben Rhythmus beizubehalten. Jetzt heißt es essen, schlafen, schlafen, schlafen. Morgen kommt dann die Regeneration, ich glaube übermorgen auch noch einmal Regeneration und vielleicht ein bisschen den Kreislauf ankurbeln. Und dann sind wir schon wieder in Hamburg. Dort wartet dann eine Mammutaufgabe auf uns, aber auch da bin ich guter Dinge, dass wir was mitnehmen", umschrieb der Kapitän die kommenden Tage bis zum Gastspiel beim derzeitig kriselnden Hamburger SV, dem der KSC wohl nur allzu gerne in die Aufstiegssuppe spucken würde.

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  •   ka76199
    (182 Beiträge)

    28.04.2021 09:45 Uhr
    Scheinbar hat man die Parole : "Hinten muss die Null stehen"
    etwas missverstanden und auch auf vorne bezogen....
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  •   Schmarow
    (986 Beiträge)

    27.04.2021 17:51 Uhr
    Wenigstens nicht verloren
    Wenn man den ganzen Unentschieden etwas Positives abgewinnen will, kann man sagen, dass der KSC nur 2 Spiele in der Rückrunde verloren hat. Insgesamt sind es 9 Niederlagen und damit so viele wie beim designierten Aufsteiger Bochum. Das zeigt aber auch den entscheidenden Unterschied. Bochum kennt nur Sieg oder Niederlage und so spielen sie auch. Gestern gegen Aue hat man eher die Einstellung gesehen: "wenn wir nicht verlieren, kann uns keiner etwas vorwerfen".
    Ich hoffe, dass Kiel direkt aufsteigt, vor allem, wenn ich sehe, wie jetzt Heidenheim und Düsseldorf vorbei ziehen, mit denen keiner mehr gerechnet hätte, weil sie hinter uns waren.
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  •   schwarzvoraugen
    (3973 Beiträge)

    27.04.2021 20:17 Uhr
    Auch mit AS
    hatten wir eine lange Serie ungeschlagener Spiele...

    Wir sollten ganz sicher nicht diesen Weg einschlagen.
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  •   sauerbraten
    (2252 Beiträge)

    27.04.2021 17:29 Uhr
    Nachdem der Choi bei seiner "Robben-Nummer"
    einfach nur Pech hatte, war's dann in der Folge aber so, dass man eigentlich immer das Gefuehl haben musste, dass, wenn ueberhaupt jemand ein Tor macht, es die Auer sein werden. Das Bemuehen war wohl erkennbar, aber irgendetwas hat immer nicht gepasst und so wurde es dann wieder mal zu einer recht zaehen Veranstaltung. Dass sich an unserer Statik eher nichts verbessert, wenn Choi & Hofmann fehlen, ist wohl auch irgendwo klar, aber umso mehr waeren dann halt mal andere gestandene Profis, wie z.B. Gondorf, oder Wanitzek, gefragt, als Unterschiedspieler in Erscheinung zu treten, aber, naja, wir haben's ja gesehen. Schon alles sehr seltsam - auswaerts sind wir direkte Aufsteiger, zuhause pendeln wir uns auf 16 ein - niemand scheint's zu wundern, keiner hinterfragt und alles ist zufrieden, weil wir 44 Punkte haben und nicht mehr absteigen koennen. Nach Graefe haben wir 5 Jahre gebraucht, um mal wieder an der 1 Liga zu schnuppern und wer weiss wann die naechste Chance daher kommt.
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  •   schwarzvoraugen
    (3973 Beiträge)

    27.04.2021 14:37 Uhr
    So, so der Trainer hat gesagt...
    Herr Gondorf als Führungsspieler steht es Ihnen zu Ihre eigene Meinung zu äussern und gerade nicht immer alles nachzuplappern was der Trainer so sagt. Sonst kommen Sie aus dem Reden vom "Männerfussball", "ICE Zügen" und "Wir wissen wo wir herkommen" nicht mehr heraus.

    Wenn der Trainer schon nicht bereit ist, sich bietende Gelegenheiten wahrzunehmen, so würde ich in einer intakten Mannschaft erwarten, dass die ambitionierten Profis sich einmal zu Wort melden. Sie haben ein paar wenige davon.

    Noch.

    Denn früher oder später werden genau die sich Vereinen anschliessen, wo Ambitionen nicht per Traineranordnung verboten sind, wo durchgezogen wird bis zum letzten Spieltag und wo man sich nicht schämt sich zum weiteren Kreis der Aufstiegsanwärter zu zählen.

    Eine Mannschaft wächst an ambitionierten Zielsetzungen. Dies erfordert Führungsspieler, die bereit sind Risiko zu gehen und o.g. einfordern und mittragen.

    Sie gehören nicht dazu. Hat SVA schon immer gesagt...
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