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Karlsruhe Analyse zum Spiel: Geduldiger KSC dreht Partie und baut seine Siegesserie aus

Der Karlsruher SC kann auch gegen den VfL Osnabrück seinen Lauf fortsetzen und gewinnt bei den Niedersachsen nach langem Rückstand mit 2:1. Damit bauen die Badener ihre Siegesserie auf vier Spiele aus, dabei sah es lange nach einer Enttäuschung im Norden aus.

Christian Eichner vertraute auf die gleiche Elf wie aus der Vorwoche. Lorenz gehörte die erste gute Chance in der Partie, sein Kopfball nach Gondorf-Flanke verfehlte das Tor nur knapp. Viele Fehler in Form von Ballverlusten und Ungenauigkeiten prägten eine hektische Anfangsphase.

Gersbeck und Kobald verhindern frühen Rückstand

Gersbeck und Innenverteidiger Kobald verhinderten mit ihren Rettungsaktionen innerhalb kürzester Zeit einen frühen Rückstand. Die Gastgeber traten vor allem im Mittelfeld taktisch sehr variabel auf. Dadurch verschaffte sich der VfL leichte Vorteile und erzeugte Überzahlsituationen im Mittelfeld, was den KSC zu viel "Nachlaufen" zwang.

Jerome Gondorf (KSC 8) im Zweikampf mit David Pisot (KSC 5)
Jerome Gondorf (KSC 8) im Zweikampf mit David Pisot (KSC 5) | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Die Führung brachte dem VfL dann jedoch eine eigentliche Stärke des KSC ein: Ein Standard war es, der den Niedersachsen die Führung bescherte. Die Defensivordnung beim KSC im Zentrum stimmte in dieser Situation überhaupt nicht, so dass Gegenspieler Beermann keine Mühe hatte und zur Führung einköpfen konnte. Eine knappe halbe Stunde war zu diesem Zeitpunkt gespielt.

Ballverluste im Spielaufbau

Nur wenige Minuten später wurde Karlsruhes Schlussmann Gersbeck zu einer Glanzparade gezwungen, als er einen abgefälschten Distanzschuss der Gastgeber stark klären konnte. Der Rückstand war zu diesem Zeitpunkt verdient, denn zu einfache Ballverluste im Team von Christian Eichner brachten den Spielaufbau immer wieder ins Stocken.

In der zweiten Hälfte waren die Badener zwar zunächst ballsicherer, allerdings spielte Osnabrück sehr konzentriert gegen den Ball, so dass die Badener kaum in Tornähe kamen und mehr oder weniger zu Distanzschüssen gezwungen waren. Osnabrück konzentrierte sich nahezu konsequent auf sein Defensivspiel und ließ einen relativ kreativlosen KSC anlaufen.

Eingewechselter Kother sorgt für den Ausgleich

Das senkte den Unterhaltungswert der Partie was Torszenen anging. Wie so oft waren es ruhende Bälle, die der KSC benötigte, um wirklich torgefährlich zu werden. Nach einer Ecke verlängerte Joker Gueye per Kopf auf den ebenfalls eingewechselten Kother, der am zweiten Pfosten einschussbereit war und den Ball zum Ausgleich über die Linie grätschte. “Ich glaube der Torwart war beim Treffer noch leicht dran, aber drin ist drin“, so Kother später im Interview.

Dominik Kother (KSC19)
Dominik Kother (KSC19) | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Defensiv wurde dann auch Gersbeck nochmals alles abverlangt, als der kurz vor dem Schlusspfiff wieder zur Stelle war und den zwischenzeitlichen Ausgleich festhalten konnte. Bei der nachfolgenden Ecke schaltete der Karlsruher Schlussmann dann blitzschnell, indem er mit einem weiten Abwurf Joker Kother über Rechts in Szene setzte. Der bediente von der Straftraumkante schließlich Torjäger Hofmann, der die Kugel mit Hilfe des Nachschusses zum 2:1-Siegtreffer über die Linie drückte.

"Von Spiel zu Spiel denken"

Glücklicher aber letztlich nicht unverdienter Sieg des KSC, der den längeren Atem bewies und sich auf einen ausgezeichneten Schlussmann verlassen konnte. "Dass wir Spiele drehen können, haben wir schon oft bewiesen. Das zeigt einfach den Charakter der Mannschaft. Wir wollen das jetzt heute genießen, aber nächste Woche geht es schon weiter und von Spiel zu Spiel denken ist sowieso immer das Beste", sagte Siegtorschütze Hofmann nach der Partie.

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  •   Jossele
    (101 Beiträge)

    07.12.2020 09:34 Uhr
    Ich hätte nichts dagegen...
    ... wenn diese Saison ein Spiegelbild der letzten mit umgekehrtem Vorzeichen wird... Nach den ersten Spielen am einen Ende der Tabelle, zum Schluss dann am anderen knapp in der Liga geblieben. zwinkern
    Nicht sehr realistisch, aber träumen ist ja erlaubt, dass es so weitergeht.
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  •   Robert1959
    (2126 Beiträge)

    06.12.2020 15:01 Uhr
    Der sichere Rückpass
    Können wir das? Mir ist lieber, man spielt nach vorne und bindet die Spieler in der anderen Hälfte. Noch besser sie schießen den Ball gleich ins Tor, das Problem ist nur, sie würden nicht einmal ein leeres Tor treffen.
    Ich stimme überein, es muss noch viel trainiert werden und vielleicht schaut sich unser Sportdirektor nach echten Verstärkungen um, bzw. das Scouting Team.
    Es ist schade, dass ich noch kein Spiel live im Stadion sehen konnte!
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  •   ka76199
    (134 Beiträge)

    07.12.2020 14:50 Uhr
    Trotzdem sie in den ersten Spielen
    kein Tor erzielt haben, sind mittlerweile nur 5 Mannschaften besser. Wer trifft also das leere Tor nicht ???
    ⚽⚽⚽⚽⚽⚽⚽⚽⚽⚽⚽⚽⚽⚽⚽⚽
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  •   schwarzvoraugen
    (3888 Beiträge)

    06.12.2020 09:37 Uhr
    Geduldig trifft nicht zu - eher effizient
    es stellt den Spielverlauf dar als hätten wir dieses Spiel dominiert und es wäre nur eine Frage der Zeit gewesen bevor wir den Siegtreffer erzielten.

    In der richtigen Einordnung des Spiels sowie unserer aktuellen Situation ist es genau hier wichtig zu differenzieren. Wir haben diese Spiel nicht kontrolliert, am Wenigsten dominiert. Dinge sind "geschehen".

    Ein guter Eckball und ein klasse herausgespielter Konter haben die Wende gebracht. Einzelne Spielsituationen, die wir konsequent abgeschlossen haben. Keinesfalls aber haben wir das Spiel kontrolliert, mit überlegten Aktionen Chancen forciert. Vieles war dem Zufall überlassen, von überlegtem Spielaufbau war wieder nichts zu sehen.
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  •   schwarzvoraugen
    (3888 Beiträge)

    06.12.2020 09:45 Uhr
    Offensives Mittelfeld bleibt das Problem
    Hieran gilt es zu arbeiten. Es fehlt das Bindeglied zwischen Abwehr und Angriff, wir verstehen gut Chancen des Gegners zu unterbinden, wenig zuzulassen, den Ball zu erobern. Wir haben Probleme damit bei eigenem Ballbesitz gezielte Angriffe einzuleiten, verlieren den Ball leichtfertig, der sichere Rückpass wird dem überraschenden Ball nach vorn vorgezogen.

    Choi ist wieder komplett untergetaucht, Wanitzek - wie wir wissen - ist überfordert, kann nicht über 90 Minuten ordnen und vorbereiten.

    Hofmann tut mir manchmal fast schon leid, eine Tormaschine, die nicht gefüttert wird. Wanitzek zeigte gute Ansätze wenn er sich zurückfallen lies, aber es blieb Stückwerk, Einzelaktionen, keine einstudierten Abläufe.

    Daran müssen das Trainerteam und die Mannschaft unbedingt arbeiten. Wenn es gelingt diese Brücke zu bauen, dann können wir am Ende der Saison ganz oben mit dabei sein. Gute Ansätze sind da, diese müssen zu selbstverständlichen Dauerabläufen gefestigt werden. Dann wird das was.
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  •   RainerBu
    (1376 Beiträge)

    07.12.2020 11:45 Uhr
    und
    Gordons Langsamkeit und Hüftsteifheit hätte auch mal fast den Rückstand gebracht.
    Man sollte ihn nicht ganz hinten spielen lassen.
    Er hat seine Qualitäten aber das ist zu riskant.
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  •   schwarzvoraugen
    (3888 Beiträge)

    07.12.2020 19:20 Uhr
    Gordon lebt von der Erfahrung und vom Stellungsspiel
    er war auch vor 5 Jahren kein Sprinter und wir haben hier ein gewisses Risiko.

    Leider ist auch Kobald nicht fehlerfrei, immer wieder leichtfertige Ballverluste und entscheidende Zweikampfverluste. In Liga 2 wird geht dies bisher noch gut, gegen spielstarke Mannschaften kann dies schon ins Auge gehen.

    Die kommenden Spiele gegen Düsseldorf, HSV und Kiel werden für mich die wahren Gradmesser. Daraus 5 Punkte oder mehr und wir sind auch am Ende des Jahres im oberen Tabellendrittel.
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