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Karlsruhe Weiterer Dämpfer zum Jahresabschluss: KSC verliert das Aufsteiger-Duell, Analyse zum Spiel

Für Alois Schwartz liegt einiges an Arbeit unterm Weihnachtsbaum, das offenbarte die bittere Heimniederlage zum Jahresabschluss gegen Mit-Aufsteiger Wehen Wiesbaden. Zum Auftakt der Wintervorbereitung wird Schwartz sein Team auf den Abstiegskampf einstimmen müssen.

Das 0:1 gegen Wiesbaden war die zweite bittere Niederlage vor heimischem Publikum, obwohl die Badener erneut nicht unbedingt die schlechtere Mannschaft waren. Doch erneut zeigte sich der Gast im Wildpark extrem effektiv, während der KSC wieder einmal mit seinen Chancen haderte.

"Die Mannschaft hat heute viel investiert. Wir sind gut in die Partie gekommen und hatten die Möglichkeiten. Man muss eben ein Tor machen", so Schwartz.

Karlsruher SC - Wiesbaden, 20.12.2019, Herren, Saison 2019/2020, 2.Liga, Fußball,  Heimspiel, Wildparkstadion, Karlsruhe, Germany, GER
Max Dittgen (Wehen Wiesbaden 7) schießt den Ball nach dem Zweikampf mit Burak Camoglu (KSC 2), links lauert Marco Thiede (KSC 21) | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Das angesprochene Tor machte dann aber Wiesbaden, nach einem Vorweihnachts-Geschenk von Karlsruhes Schlussmann Benjamin Uphoff, dem zumeist so souveränen Rückhalt der Badener. So darf sich Rüdiger Rehm über einen wichtigen Sieg seiner Mannschaft im Abstiegskampf freuen. Auf diesen wird man sich spätestens jetzt im Wildpark einstellen müssen, wenn es Anfang Januar mit der Vorbereitung losgeht.

Hofmann wieder als alleinige Spitze

Zum Vergleich: Wehen, Tabellen-Vorletzter, liegt durch den Sieg nur noch drei Punkte hinter den Blau-Weißen, die das Jahr 2019 auf Platz 13 beschließen. Direkt dahinter liegen mit Nürnberg und Hannover zwei Bundesliga-Absteiger, die eigentlich deutlich höhere Ambitionen und die Finanzkraft für Verstärkungen haben.

Karlsruher SC - Wiesbaden, 20.12.2019, Herren, Saison 2019/2020, 2.Liga, Fußball,  Heimspiel, Wildparkstadion, Karlsruhe, Germany, GER
Rüdiger Rehm (Wehen Wiesbaden Trainer) mit klarer Haltung. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Schwartz wechselte im Vergleich zur 1:5-Klatsche in der Vorwoche nicht nur personell zweimal durch, auch in der taktischen Formation gab es eine Änderung. Für die Mittelfeldspieler Lukas Fröde und Burak Camoglu mussten Christoph Kobald und Stürmer Anton Fink raus.

Der KSC damit mit einer Vierer-Mittelfeldreihe vor Fröde, der als Zentrumsspieler zwischen Abwehr- und Mittelfeldkette auflief. Im Sturm spielte Top-Torjäger Hofmann als alleinige Sturmspitze.

KSC nur mit "Halbchancen"

Wehen Wiesbadens stärkste Waffe, Torjäger Manuel Schäffler, konnte wegen einer Sperre nicht mitwirken. So kam es, dass die Hessen in der Anfangsphase kaum zur Entfaltung kamen. Der KSC in der Anfangsphase zwar überlegen, was die Spielanteile angeht aber nicht überzeugend.

Karlsruher SC - Wiesbaden, 20.12.2019, Herren, Saison 2019/2020, 2.Liga, Fußball,  Heimspiel, Wildparkstadion, Karlsruhe, Germany, GER
Manuel Stiefler (KSC 8) den einem Zweikampf auf den Ball fokusiert. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Bei Versuchen von Stiefler und Gordon nach rund einer halben Stunde kam immer wieder ein Bein der Gäste dazwischen. Die beste KSC-Gelegenheit, ein Kopfball von Abwehrmann Roßbach, konnte Wehens Schlussmann Lindner entschärfen.

Im zweiten Abschnitt wirkten die Hessen griffiger, während der KSC den Schwung aus der Schlussphase des ersten Durchgangs nicht mitnehmen konnte. “Wir haben in der Halbzeit nachjustiert. Dann waren wir präsenter und aktiver. Wir konnten nun Duelle für uns entscheiden", befand Wehen-Trainer Rüdiger Rehm nach der Partie.

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Paterson Chato (Wehen Wiesbaden 15) im Zweikampf mit Burak Camoglu (KSC 2) um den Ball. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Schwartz prophezeit "langen Atem und Geduld" für den Rest der Saison

Der Schockmoment für alle Blau-Weißen folgte in der 69. Minute, als Wiesbadens Gül aus 18 Metern Uphoff prüfte und dieser den Ball vor die Füße von Wehens Stürmer Törles Knöll, der nicht lange fackelte und zum 1:0 für die Gäste einschob.

Eine der großen Stärken des KSC in dieser Saison, über Standards Gefahr zu erzeugen, war an diesem Freitagabend kein Mittel und so konnten die Badener trotz 17 Torschüssen, 64 Prozent Zweikampfquote und acht Eckbällen die sechste Saisonniederlage nicht mehr abwenden.

Karlsruher SC - Wiesbaden, 20.12.2019, Herren, Saison 2019/2020, 2.Liga, Fußball,  Heimspiel, Wildparkstadion, Karlsruhe, Germany, GER
Erste Torchance für den KSC für Damian Rossbach (KSC 6) | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

"Wir sind gut in die Runde gekommen, haben zuletzt aber viel Lehrgeld bezahlt", so das Fazit von KSC-Coach Alois Schwartz nach den ersten 18 Saisonpartien. Das Spiel gab über weite Strecken das wider, was den KSC über den bisherigen und wohl auch den kommenden Saisonverlauf noch begleiten wird. “Wir brauchen in der Saison einen langen Atem und Geduld“, appellierte Schwartz.

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  •   traxdata1
    (497 Beiträge)

    22.12.2019 22:43 Uhr
    wir sind doch im soll
    laut ksc.de:
    Damit blieb es bei der 0:1-Niederlage des KSC, der mit 23 Punkten in die Winterpause geht.

    jetzt wird mir klar, dass die verantwortlichen so entspannt sind...
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  •   Baden01
    (616 Beiträge)

    22.12.2019 14:17 Uhr
    Trainerfrage?
    stellt sich schon, meiner Meinung nach.
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  •   RainerBu
    (957 Beiträge)

    22.12.2019 13:16 Uhr
    wird eng
    aber Coach hat auch schon mit zwei Spitzen spielen lassen.Nach dem 1:5 Debakel wollte er vielleicht wieder mehr Gewicht auf die Defensive legen.
    Im Nachhinein wäre Denkpause für Uphoff wohl besser gewesen.KSC mit den meisten Gegentoren in der Liga.
    In Liga zwei sind die gegnerischen Offensivkräfte eben besser.
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  •   Jan-Hannya
    (61 Beiträge)

    22.12.2019 11:08 Uhr
    Wie ein Absteiger...
    Gespielt wie ein Absteiger... Erstes Spiel im neuen Jahr beim Tabellenletzten Dresden - danach stehen wir auf dem Relegationsplatz (wäre derzeit übrigens gegen Waldhof)
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  •   Garrincha
    (547 Beiträge)

    22.12.2019 09:34 Uhr
    ein sechs Punktespiel verloren
    und als nächster Gegner lauert Dresden mit Kauz!, jeder weis doch wie das wieder ausgehen wird, der KSC landet nach dem Spiel auf den 17 Tabellenplatz.
    Aber Hauptsache die CDU-Bonzen bekommen ihre VIP-Plätze im neuen Stadion, aber in der 3 Liga!
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11721 Beiträge)

    22.12.2019 19:24 Uhr
    bla, bla,
    bla!
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  •   Kurpfalz
    (59 Beiträge)

    23.12.2019 11:41 Uhr
    Gibt
    es für Kommentaresammeln Pfand?
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  •   sauerbraten
    (1949 Beiträge)

    22.12.2019 09:05 Uhr
    Mein Heimaturlaub ist zu Ende -
    vielleicht ganz gut so, dass ich wohl so schnell kein KSC Match mehr live im Stadion miterleben koennen werde - als Gluecksbringer, hab ich ja offensichtlich nicht wirklich getaugt und so hab ich dann zwei Spiele gesehen, die so ziemlich alles vermissen liessen. Da war keine Praezision, keine Geschwindigkeit und ein Torwart, der aktuell anscheinend andere Sachen, als sein Kerngeschaeft im Kopf hat. Denke, dass es etliche Baustellen gibt, die bis Dresden angegangen und abgearbeitet werden muessen, aber so katastrophal die beiden letzten Vorstellungen auch waren - letztendlich war es derselbe KSC, der ein paar Wochen zuvor beim Tabellenfuehrer unter normalen Umstaenden gewonnen haette. Von daher wuerde ich jetzt mal noch nicht den Teufel an die Wand malen, aber es muss schon klar sein, dass es so, wie gegen Fuerth und Wehen, nicht geht. Ein Wort noch zur Baustelle und der Nordtribuene - eigentlich ist es schoen, deutlich naeher dran zu sein, als zuvor im A1, aber wenn der komplette......
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  •   sauerbraten
    (1949 Beiträge)

    22.12.2019 09:12 Uhr
    .....Strafraum von den Enthusiasten mit
    den Fahnen abgedeckt wird, dann wuenscht man sich doch irgendwie den alten A1 wieder zurueck. Also ich werde das nicht mehr mitmachen und beim naechsten mal dann eben auf die Haupttribuene gehen, denn schliesslich komm ich zum Spiel gucken und nicht zum Fahnen gucken. Ueberhaupt scheint es mir auf dieser Nordtribuene etliche Individuen zu geben, die am Spiel selbst, ganz wenig Interesse zu haben scheinen.
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  •   schwarzvoraugen
    (3297 Beiträge)

    22.12.2019 01:00 Uhr
    Zwei wichtige Kennzahlen: Passquote und Ballbesitz
    Passquote von 59% zeigt woran es krankt: Genauigkeit im Spielaufbau, einstudierte Laufwege, geplante Abläufe all dies fehlt in unserem Spiel. Wenn wir dann gegen den Tabellenvorletzten in einem entscheidenden Heimspiel nur auf 49% Ballbesitz kommen steht dies für die geistige Grundhaltung des Trainers.

    Wehen, St. Pauli und Hannover gehen mit Rückenwind in die Winterpause, Nürnberg erwarte ich am Saisonende im Mittelfeld. Der destruktive, planlose Stil bläst uns eiskalt ins Gesicht und manövriert uns völlig unnötig in Abstiegsnöte.

    Die Mannschaft hat das Potenzial in der oberen Tabellenhälfte zu spielen. Es gibt in dieser Liga kein gesichertes Mittelfeld, in jedem Spiel muss Jeder an die Grenzen gehen. Dies macht dann den Unterschied zwischen Platz 6 oder 14 aus. AS nutzt wieder einmal nicht die Breite des Kaders. Er hat mit Gersbeck, Fink, Pourie, Kobald und Carlson Alternativen auf der Bank in allen Mannschaftsteilen.
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