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Karlsruhe Von wegen Gegner und Derby: Stuttgart ist fest in badischer Hand - fast ein Heimspiel für den KSC

Das "B" im Namen des VfB Stuttgart steht nicht für "Badener" - allerdings könnte es aufgrund der momentanen Faktenlage durchaus so sein. Aber: Ob die Schwaben die Realität akzeptieren und eine Namensänderung beantragen, ist bisher nicht bekannt.

Der schwäbische Verein wird von Badenern beherrscht, sportlich dirigiert. Das Sagen im sportlichen Bereich haben die Badener. Da ist der Cheftrainer: Tim Walter, gebürtiger Bruchsaler und der beste Freund von Ex-KSC-Profi Thomas Kies. Walter erlernte sein Trainerhandwerk im Wildpark in der Jugendabteilung des KSC, ehe er über Bayern München II und Holstein Kiel als Chefcoach beim VfB landete.

KSC U19-Coach Tim Walter
Tim Walter, aktueller Trainer des VfB Stuttgart - hier noch als Jugendtrainer der U19 des KSC. | Bild: M. Ripberger

Sein Co-Trainer ist Rainer Ulrich, ein KSC-Urgestein. Ulrich war Profi bei den Blau-Weißen, KSC-Amateurcoach, Assistent von Winni Schäfer und auch Cheftrainer des badischen Renommierclubs. Jetzt assistiert er Tim Walter. "Rainer macht mich jeden Tag besser", schwärmt Walter von seinem sehr erfahrenen, 70 Jahre alten Co-Trainer, mit dem er schon sowohl bei Bayern II wie in Kiel zusammenarbeitete. Dennoch: Eigentlich ist es unvorstellbar, dass sich Rainer Ulrich über einen Misserfolg des KSC freuen kann. 

Winnie Schäfer wurde beim VfB nie glücklich

Auch der VfB-Teammanager und Fanbeauftragte der Stuttgarter, Peter Reichert, hat KSC-Erfahrung. Der gebürtige Brettener absolvierte als Stürmer 36 Spiele für den KSC, erzielte dabei sechs Treffer. Nach Meinungsverschiedenheiten mit dem damaligen Trainer Winnie Schäfer verließ er den KSC Ende der Saison 1991/92. Danach spielte er kurz für den einstigen Verbandsligisten ASV Durlach.

Apropos Winnie Schäfer: Der KSC-Kult-Trainer wechselte einst zum VfB Stuttgart, wurde aber von den Fans abgelehnt und im Schwäbischen nie richtig glücklich - und ziemlich schnell entlassen.

Winfried Schäfer
Der ehemalige Trainer des Karlsruher SC, Winfried Schaefer, gestikuliert. | Bild: Jeon Heon-Kyun/Archiv

Wie Peter Reichert ist auch Philipp Förster in Bretten geboren - also: waschechter Badener. Förster ist Stammspieler, soll das VfB-Spiel in der Offensive ordnen. Der 24-Jährige war einst in der KSC-Jugend aktiv, aus dieser Zeit kennt ihn Chefcoach Walter.

Bilanz spricht deutlich für den VfB

Die Schwaben hinken, trotz teurem Kader, den Erwartungen hinterher. Lautstark schimpften die mitgereisten Fans auf die Fußballprofis nach der vierten Niederlage aus den vergangenen fünf Spielen in der 2. Fußball-Bundesliga - beim Aufsteiger Osnabrück. Die "Spätzle-Profis" schwächeln gegen Aufsteiger. Zuerst kassierte der VfB eine Heimklatsche gegen Wehen Wiesbaden, hat dann in Osnabrück das Nachsehen gehabt. Ein gutes Omen für den Aufsteiger Karlsruher SC.

VfB Stuttgart - Karlsruher SC
Bild: Deniz Calagan (dpa)

Die Bilanzen zeigen den VfB eindeutig vorne. Heimbilanz: Der VfB Stuttgart gewann von 31 Spielen in der "Spätzle-Metropole" 23. Die Badener lediglich fünf. Der letzte Punktgewinn bei den Schwaben? Im Oktober 1990, der letzte Sieg beim VfB liegt gar 54 Jahre zurück. Die Gesamtbilanz: Von 61 Spielen konnte der KSC nur 17 gewinnen. Das letzte badische Erfolgserlebnis? Am 2. September 2007: Der Wildparkclub gewann mit 1:0. Torschütze: Tamas Hajnal. Torhüter damals: Markus Miller, heute Coach der KSC-Keeper.

Jüngerer Kader, weniger Fans

Beim KSC haben die Feldspieler Marvin Wanitzek - wie Tim Walter gebürtiger Bruchsaler - und Alexander Groiß eine VfB-Vergangenheit. Auch Torhüter Benjamin Uphoff, gebürtiger Bayer, stand bei den VfB-Amateuren zwischen den Pfosten. Die VfB'ler haben die namhafteren Spieler unter Vertrag. Zum Beispiel zwei Ex-Nationalspieler: Mario Gomez, der seine Karriere nach dieser Saison beendet, und Holger Badstuber. Trotz der erfahrenen Spieler, der Kader des VfB ist im Schnitt 24,8 Jahre alt, die Wildparkakteure sind um einiges älter: Durchschnittsalter des KSC: 26,2 Jahre.

VfB Stuttgart - Karlsruher SC
Bild: Deniz Calagan (dpa)

Bei der Partie am Sonntag haben die Fans das Nachsehen: Die KSC-Fans erhielten nur magere 3.750 Tickets für das Derby. Normalerweise gibt es in Stuttgart rund 6.000 Karten für Gästefans. Aber aufgrund des Fehlverhaltens einiger Karlsruhe-Anhänger bleibt beim Derby ein Gästeblock leer.

Mehr zum Thema:

Phönix versus Karlsruher FV: Warum das älteste Derby Deutschlands in der Fächerstadt angepfiffen wurde - und nix mit dem VfB zu tun hat

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Kommentare (20)
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  •   schmidmi
    (2090 Beiträge)

    25.11.2019 13:36 Uhr
    Prima
    dann haben ja beide gewonnen grinsen
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  •   karlsruher1955
    (1195 Beiträge)

    24.11.2019 15:37 Uhr
    Super
    Die Karlsruher Sprücheklopfer.
    Karlsruhe viel vor, aber nix dahinter
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  •   Hoggemer
    (85 Beiträge)

    24.11.2019 14:31 Uhr
    Wird schon seine Gründe
    haben warum manchen"Fans" der Zutritt verwehrt wurde. Und das ist auch gut so.
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  •   Waterman
    (6390 Beiträge)

    24.11.2019 14:17 Uhr
    Doch vorbildlich...
    Mittlerweile sind die Anhänger, die das Stadion betreten durften, wieder zurückgekehrt und unterstützen ihre Mannschaft mit blau-weißen Mützen.

    Gut so!
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  •   Waterman
    (6390 Beiträge)

    24.11.2019 14:14 Uhr
    Das war ein Traum...
    35. Minute
    Mittlerweile ist auch klar, warum die KSC-Fans den Block verlassen haben: Von der Polizei kontrollierte Karlsruher Fans hatten einen Platzverweis für den Stadionbereich erhalten. Aus Solidarität verließen auch die anderen Anhänger das Stadion.


    Die Solidarität gehört nicht dem Club, sondern den Provokateuren.

    Vorbildlich? Eher nicht.
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  •   Waterman
    (6390 Beiträge)

    24.11.2019 12:34 Uhr
    I have a dream...
    Die VfB-Ultras und ie KSC-Ultras beschließen heute kurz vor dem Spiel sich die Hand zu reichen und die Zukunft ohne Schlägereien, Farbschmierereien, Beleidigungen etc. zu gestalten, um ihren Kindern und allen Jugendlichen zu zeigen, wie vernünftige Menschen miteinander umgehen.
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  •   Maverick
    (77 Beiträge)

    23.11.2019 21:47 Uhr
    Ich geh uff's Klo
    und heb den Deckel, es stellt sich vor der Schwobeseckel. grinsen
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  •   sodbrenner59
    (298 Beiträge)

    24.11.2019 10:54 Uhr
    Alderle....
    ...ganz schön primitiv Dein Spruch! Findest Du nicht auch? traurig
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  •   Avatar
    (260 Beiträge)

    24.11.2019 13:35 Uhr
    Jeder
    wie schreibt im Rahmen seiner Möglichkeiten 😉
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  •   DerSpinner
    (2040 Beiträge)

    24.11.2019 03:11 Uhr
    WOW
    Das war ja eine intellektuelle, sowie literarische Höchstleistung. Hierfür meine Anerkennung.
    Ich wünsche uns allen ein tolles und spannendes Derby. OHNE RANDALE!
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