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Karlsruhe Polizei rüstet sich für Derby gegen Waldhof: 2018 wurde mit Signalrakete auf Polizeihubschrauber geschossen - das soll nicht nochmal vorkommen

Zum allerletzten Spiel in dieser Saison trifft der KSC auf den SV Waldhof Mannheim. Ein Derby, und zwar vom Feinsten - mit allem was dazu gehört. Böller, Ausschreitungen und viel Polizei. Auch vor dem bfv-Pokalfinale am Sonntag (Anpfiff 14 Uhr) gleicht der Wildpark wieder einem Hochsicherheitsareal. Vorkommnisse wie beim Halbfinale 2018, als mit einer Signalrakete einen Polizei-Hubschrauber geschossen wurde, sollen diesmal vermieden werden.

Aus gutem Grund: Beim Halbfinale 2018 gegen Waldhof flogen nicht nur Böller in Richtung Beamte, es wurde auch auf den Hubschrauber der Polizei eine Leuchtsignalrakete abgefeuert. So eine Attacke auf die Einsatzkräfte war auch der Karlsruher Polizei neu.

"Das war gezielt vorbereitet", hieß es vergangenes Jahr auf Nachfrage von ka-news. Damit das am Sonntag nicht erneut passiert, werden aufwendige Vorbereitungen getroffen. Auch diesmal werden wieder mehrere Hundertschaften der Polizei im Einsatz sein, aus ermittlungstaktischen Gründen nennt die Polizei keine konkreten Zahlen. 

Fangruppen sollen getrennt werden

"Wir haben unsere Anti-Konflikt-Teams immer dabei, die deeskalierend wirken sollen", sagt Frank Otruba, Pressesprecher der Polizei Karlsruhe im Gespräch mit ka-news. Zusätzlich, so Otruba, würden Beamte an allen wichtigen Punkten eingesetzt werden, an denen die Fans gerne unterwegs sind. So soll verhindert werden, dass es im Schutz der Bäume beispielsweise zu Ausschreitungen kommt.

Bild: Thomas Riedel

Weiterhin setzt die Polizei auf eine strikte Trennung beider Fanlager. "Das ist unsere oberste Prämisse und das bekommen wir auch gut hin", sagt Frank Otruba. Absperrgitter sollen die Waldhof-Anhänger und Karlsruhe-Fans voneinander fernhalten.

Bild: Thomas Riedel

"Durch alle diese Maßnahmen hoffen wir, trotz aller Emotionen, dass die Fans das sportliche Ereignis sehen, das hier im Vordergrund steht. Daher appellieren wir an die Vernunft der beider Fangruppen!"

Polizei hat sich mit Fanbrief an beide Lager gewandt

Konkret hat dies die Polizei Karlsruhe in einem Fanbrief an die beiden Lager formuliert: "Zu einem Endspiel mit der Begegnung zweier Traditionsmannschaften gehört eine emotionale Atmosphäre mit lautstarken Fangesängen, Choreografien und Farbenbekenntnissen zum eigenen Verein unbedingt dazu."

Bild: Tim Carmele

"Das macht das Fußballspiel zu einem Erlebnis! Definitiv nicht dazu gehören aber Gewalt, Diffamierungen und Straftaten", heißt es in dem Schreiben an die beiden Vereine. "Gewalttätiges Verhalten wird von der Polizei konsequent unterbunden!" Auch solle kein Fan provozieren oder sich provozieren lassen. 

 

 

Pyrotechnik ist nicht zu verhindern

Trotz aller Maßnahmen, die vor dem Spiel eingeleitet werden: Ganz verhindern lassen sich Pyrotechnik und Bengalos nicht: Das hat auch das letzte Saisonspiel gegen den Halleschen FC gezeigt, als im Gästeblock mehrere Nebeltöpfe gezündet wurden. 

Bild: Thomas Riedel

"Wir suchen im Vorfeld alles mit Spürhunden ab, aber eine 100-prozentige Sicherheit, dass nichts in Stadion kommt, gibt es nicht", sagt Frank Otruba. Denn die Security-Mitarbeiter an den Eingängen können keine körperliche Durchsuchung durchführen. "Wenn sie einen Verdacht haben, rufen sie die Kollegen der Polizei dazu, diese müssen das dann übernehmen", so Otruba weiter.

Bild: Thomas Riedel

Auch wenn gute Vorbereitung bekanntlich alles ist - für die Beamten ist ein Hochrisikospiel immer ein enormer Kraftakt. "Das ist eine hohe Belastung und es fallen viele Überstunden an", sagt Frank Otruba. "Wenn wir die Fans trennen können, dann haben wir erreicht, was wir wollten!"

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Kommentare (14)
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  •   nurdiewahrheit
    (220 Beiträge)

    25.05.2019 20:09 Uhr
    Eigentlich
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere AGB und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   Waterman
    (6288 Beiträge)

    25.05.2019 16:59 Uhr
    Die Fans
    haben sich in dieser Saison eigentlich nicht schlecht benommen, was man direkt am niedrigen Betrag für Strafzahlungen sehen kann. Sie könnten diese Saison ehrenvoll beenden, indem sie sich zurückhalten.

    So könnten sie sogar einen guten Eindruck hinterlassen: Versöhnt euch öffentlich mit den Mannheimern und setzt Zeichen für die deutsche Fanszene.

    Es gibt nicht wenige Clubs, deren Fans gar keine Strafzahlungen verursacht haben. Das muss das Ziel für die nächste Saison sein: Superfans werden!
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  •   runner
    (426 Beiträge)

    25.05.2019 16:41 Uhr
    Mal mitten hinein ...
    Zitat von ka-news Ein Derby, und zwar vom Feinsten - mit allem was dazu gehört. Böller, Ausschreitungen und viel Polizei.

    Wenn u.a. Böller und Ausschreitungen dazu gehören und nach Ihrer Meinung sogar vom Feinsten sind, sind Sie doch bestimmt mitten drin statt nur dabei oder täusche ich mich und Sie finden das doch nicht so toll?
    Ich hätte jedenfalls keinen Bock, mich unter lauter so Vollpfosten wiederzufinden und meine Gesundheit aufs Spiel zu setzen.
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  •   Der_Sprayer
    (290 Beiträge)

    25.05.2019 17:58 Uhr
    Nirgendwo findet man Dummheit
    +++ Das Posting enthält beleidigende Inhalte und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   Nico1966
    (242 Beiträge)

    26.05.2019 08:54 Uhr
    Dummheit
    Doch,1.Mai Ausschreitungen,G20 Gipfel (und zwar nicht nur in Deutschland),sog.friedliche Gegendemonstrationen gegen „rechts“(Antifa).Sind wohl manche hier auf dem „linken Auge“blind.Auch darf mal an die „Vorfälle“mit Pyrotechnik an Silvester (Schloss)erinnert werden!Nur das daß nicht ins Schema von verblödeten Fußball-Fans paßt .Wurde ja auch ein KSC Fan von einem „Normalen“ totgeschlagen (Schlosspark),aber das fällt wohl hier unter kollektiven Alzheimer.Nicht daß ich die Auss chreitungen zwischen rivalisierenden Fußball-Chaoten gut finde,aber diese Scheinheiligkeit mancher Kommentatoren....
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  •   HerrNilson
    (1006 Beiträge)

    25.05.2019 20:42 Uhr
    Da
    haben Sie Recht.
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  •   Route66
    (1740 Beiträge)

    25.05.2019 17:19 Uhr
    ...
    👍
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  •   Samoht500
    (675 Beiträge)

    25.05.2019 14:00 Uhr
    So, so....
    Laut Herrn Otruba sind Polizeibeamte also Kollegen von Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes.

    Zitat:"Denn die Security-Mitarbeiter an den Eingängen können keine körperliche Durchsuchung durchführen. "Wenn sie einen Verdacht haben, rufen sie die Kollegen der Polizei dazu, diese müssen das dann übernehmen", so Otruba weiter.

    Definition Kollege: "Jemand der mit einem anderen im gleichen Beruf tätig ist."

    Security Gewerbe und Polizei also lt. Otruba gleicher Beruf?!
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11134 Beiträge)

    25.05.2019 21:39 Uhr
    laut bayrischer Definition für "Kollege"
    sehen die dortigen Polizisten/Innen die hiesigen nicht als Kollegen an, weil die nicht beim Sepplstaat in Dienst stehen. Das mußte ich mit Verwunderung zur Kenntnis nehmen.
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  •   Samoht500
    (675 Beiträge)

    25.05.2019 14:00 Uhr
    So, so....
    Laut Herrn Otruba sind Polizeibeamte also Kollegen von Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes.

    Zitat:"Denn die Security-Mitarbeiter an den Eingängen können keine körperliche Durchsuchung durchführen. "Wenn sie einen Verdacht haben, rufen sie die Kollegen der Polizei dazu, diese müssen das dann übernehmen", so Otruba weiter.

    Definition Kollege: "Jemand der mit einem anderen im gleichen Beruf tätig ist."

    Security Gewerbe und Polizei also lt. Otruba gleicher Beruf?!
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