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Karlsruhe Nach dem peinlichen KSC-Abgang: "Große Stille, große Leere "

Das langsame Dahinsiechen hat ein Ende. Nach dem 1:3 im Südwestderby gegen den 1. FC Kaiserslautern ist der KSC abgestiegen. Zum zweiten Mal in den letzten fünf Jahren. Und: Nur zwei Jahre, nachdem der KSC mit einem Bein in Liga eins stand, in der Relegation nur durch eine Fehlentscheidung am Hamburger SV scheiterte. Überraschend kam der Absturz des KSC nicht. Dennoch: Es ist sehr schmerzhaft für alle in Karlsruhe, die den Fußball und den KSC lieben.

"Wir haben einen hohen Preis für eine schlechte Saison bezahlt", so ein völlig konsterniertet Coach Marc Patrick Meister. Der Trainer Nummer vier des KSC in dieser Chaossaison empfand eine "große Stille, große Leere – große Ernüchterung und Enttäuschung." Denn der Coach hoffte wohl irgendwie noch immer, mit dem KSC die Liga zu halten.

Meister trifft am wenigsten Schuld am peinlichen KSC-Abgang und daran dass der Wildparkclub schon drei Spieltage vor Saisonschluss raus ist. Von den aktuell Verantwortlichen – da übernimmt keiner Verantwortung für das Desaster. Die schieben alles weit weg von sich, schieben die Schuld einem in die Schuhe, der nicht mehr da ist: Ex-Sportdirektor. Zu einfach. Und vor allem: Nicht ganz richtig!

Zweikampfbilanzen blieben schwach

Meister setzte in der Partie gegen den FCK vorwiegend auf Akteure, die wohl auch in der kommenden Saison das Trikot des KSC tragen werden. Und diese Spieler waren durch den frühen Rückstand in der vierten Minuten - Lauterns Marcel Gaus flankte, Kacper Przybylko köpfte ins Tor – schnell völlig verunsichert. Der Beweis für diese These? Ballbesitz nach 15 Minuten: Nur beschämende 27,8 Prozent.

Von den Zweikämpfen gewannen die Badener bis dahin nur 35,8 Prozent gegen die Pfälzer. Die Gäste brachten Ruhe in ihr Spiel, der KSC trabte ruhig hinterher. Die Werte steigerten sich im Laufe des Spiels, über 46,5 Prozent Ballbesitz zur Halbzeit. Am Ende waren es immerhin 53,2 Prozent, was die Steigerung der KSC-Elf auf diesem Gebiet belegt. Die Zweikampfbilanzen blieben jedoch schwach. Beim Pausenpfiff konnten die Schützlinge von Trainer Meister noch mäßige 43,9 Prozent der direkte Duelle für sich verbuchen.

Beim Abpfiff waren es nur schwache 41,7 Prozent. Mit solchen Zweikampfwerten ist es schier unmöglich, in der zweiten Liga Spiele für sich zu entscheiden. Einer von vielen Gründen, warum der KSC nach vier ungeschlagenen Partien in Folge, erstmal wieder gegen die Roten Teufel verlor. Bitter auch für den KSC: Bisher holten die Pfälzer in der kompletten Saison auswärts nur neun Punkte – das war Vereins-Negativrekord im Unterhaus.

Die Gäste zielten besser

Bisher schafften die Lauterer nur einen Saisonsieg auf gegnerischem Gelände, beim KSC gelang Nummer zwei. Bei der Torschussbilanz hatten die Karlsruher die Nase vorn: 15 Schüsse zu sieben pro Wildparkakteur. Doch die Gäste zielten besser. Schussgenauigkeit FCK: 51,7 Prozent. Bei KSC waren es 26,7 Prozent. Sprich: Vier von 15 Versuchen trafen das Gästegehäuse. Die KSC Passgenauigkeit war mit 75,9 Prozent gut. Beim altbekannten Übel, den langen Pässen, da reichte es zu 11,4 Prozent.

Eine Verbesserung im Vergleich zu den vorherigen Partien gab es bei den Flanken. Diesmal erreichten 56,3 Prozent der Flanken den Mitspieler. Bei den Fouls waren die Fächerstädter wesentlich aktiver. 23 KSC Fouls standen 14 des FCK entgegen. Der agile Fabian Reese schoss am häufigsten: Vier Mal. Aber vergeblich, im Tor landet keiner der Schüsse. Die meisten Torschussvorlagen gab Yann Rolim: Vier. Der gegen Ende der Partie am Oberschenkel verletzte Dennis Kempe hatte die meisten Ballaktionen. 74. Oskar Zawada spielte bei seinem Startelfdebüt am meisten Foul: Sechs Mal.

Schwache Laufwerte

Schwach, die KSC Laufwerte: Den nur 107,24 Kilometern der KSC´ler standen 109,46 Kilometer der Roten Teufel gegenüber. Einen total misslungenen Auftritt lieferte der eingewechselte Stefan Mugosa ab. Der von 1860 München ausgeliehene Angreifer hatte eine katastrophale Passquote: Nicht ein einziger der von ihm gespielten Pässe landete beim Mitspieler. Es waren immerhin 13 Versuche.

Die beste Passquote hatte Routinier Martin Stoll mit 91,8 Prozent. Matthias Bader, insgesamt schwach, sprintete am häufigsten: 24 Mal. David Kinsombi, der per Freistoß mit seinem ersten Saisontreffer den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1 markiert, war schnellster bei den Blau-Weißen mit 32,52 km/h. Franck Kom legte die größte Strecke zurück: 11,22 Kilometer. Eckballverhältnis: Sechs zu zwei pro KSC.

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Kommentare (25)
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  •   citizentm
    (1240 Beiträge)

    01.05.2017 04:37 Uhr
    Auch Meister hat seinen Teil beigetragen
    Meister aus der Verantwortung zu nehmen, wie es der Autor tut, ist leider auch nicht richtig. Er hat die Verantwortung für 8 Spieltage übernommen und sogar noch weniger Punkte eingefahren, als die Vorgänger. Nämlich keine.
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  •   cargo
    (1 Beiträge)

    01.05.2017 00:12 Uhr
    Hannover96
    schönen Dank auch, daß ihr uns mit eurem Sieg Hangover vom Hals gehalten habt und uns somit den Aufstieg ermöglicht habt. Diese Schmach sollte doch für euch schwerer zu ertragen sein als der Abstieg. Gruß von weißrot und auf Nimmerwiedersehen!
    P.S.: haha KSC 2000
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  •   Kraichgau1894
    (23 Beiträge)

    30.04.2017 21:48 Uhr
    Der Kopf ....
    ... stinkt von oben. Punkt.
    Wir waren immer ein Verein zwischen erster und zweiter Liga. Ausnahme der Absturz 2000 (KSC 2000 *LOL*).
    Aber jetzt? Es tut einfach nur weh.
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  •   Urbadener
    (71 Beiträge)

    30.04.2017 22:30 Uhr
    Mief
    Der Kopf stinkt von oben und unten die Füße.
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  •   Pilsi57
    (226 Beiträge)

    30.04.2017 17:32 Uhr
    Es ist eine Kette von Fehlentscheidungen
    die damit began, dass man Spieler wie Gordon, Klingmann, Peitz, Narzarov, Köpcke hat ohne Not ziehen lassen. Man sieht, wie diese in anderen Vereinen aufspielen. Wer dafür verantwortlich war, ob Oral, Todt oder Welle läßt sich nicht mehr nachvollziehen. Jedenfalls waren die Sommertransfer schon eine Katastrophe. Da schon vorher Yabo und Hennings nicht gleichwertig ersetzt wurden nahm das Unglück sehen Lauf. Kreutzer machte es mit seinen Wintertransfer um keinen deut besser. Warten bis kurz vor Transferschluss, und nur Perpektivspieler, Leihdrüsen und Bankdrücker verpflichtet. Qualität gleich null. Nach dem "Rentenvertrag" mit Oral über 3 Jahre mit Meister den selben Fehler nochmal, obwohl man sieht, dass dieser Mann mit dieser Aufgabe total überfordert ist. B-Jugend ist keine Profimannschaft, und Nagelsmänner wachsen nicht auf Bäumen. Wenn ein Unternehmen schlecht geführt wird, geht es Pleite und verschwindet vom Markt. Dasselbe wird mit dem KSC geschehen, aus dem selben Grund.
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  •   Abadu
    (461 Beiträge)

    01.05.2017 18:14 Uhr
    Alle Transfers waren ein Zeichen der Hilflosigkeit
    Ohne finanzielle Mittel, Sinn und Verstand hat man das eingekauft, was andere nicht wollten und was "billig" zu haben war: gefängnisbedrohte Spielmanipulierer, Spieler aus der tunesischen Liga ohne Erfahrung im erupäischen Fußball etc. Alles in der Hoffnung, dass es schon irgendwie funktionieren wird und in der völlig irren Meinung, mit diesem Kader können man in den Aufstiegskampf eingreifen. ALLE drei Ziele von Herrn Wellenreuther (Erstens soll der KSC einen attraktiven Fußball spielen, damit viele Zuschauer ins Stadion kommen. Zweitens soll am Ende der Saison kein Verein vor uns stehen, der einen kleineren Lizenzspieleretat hat als der KSC. Drittens wollen wir alle baden-württembergischen Duelle gewinnen. ) wurden meilenweit verfehlt. Nun hat man dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt und sich ausgerechnet von Lautern in die 3. Liga bomben lassen - etwas, das die KSC-Fans noch in Jahren aufs Brot geschmiert bekommen. Mir wird wirklich Angst vor der nächsten Saison....
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  •   RainerBu
    (487 Beiträge)

    01.05.2017 14:47 Uhr
    Zustimmung
    weitgehend Zustimmung .Nur die Anmerkung dass man im Winter und als KSC auch evtl keine besseren Transfers machen konnte. Meister wird wieder in die zweite Reihe versetzt wenn es nicht laufen wird. Vertrag hin oder her. Allerdings wird man in einer laufenden Saison schwerlich nen neuen Coach verpflichten können.
    Mit direktem Wiederaufstieg kann man eigentlich nicht planen.
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  •   Schlappedengler
    (246 Beiträge)

    30.04.2017 18:25 Uhr
    Wahre Worte!
    Hoffen tue ich auf ein paar Transfer-Glückstreffer. Kreuzer hat uns 2012 eine gute Elf zusammengestellt, die hat uns bis in die Buli-Relegation getragen. Die zweite Hoffnung liegt auf dem Stadionbau, das kann einen Verein reseten.
    Falls das Sportliche aber nächste Runde nicht passt oder das Stadion nicht durchgezogen wird, sehe ich das wie Du. Dann ist der KSC der Insolvenz sehr nahe!
    Hohes Risiko für die nächsten 12 Monate und trotz allem Pessimismus hilft wohl nur zusammenrücken, unterstützen und Daumen drücken, damit der Verein das überlebt!
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  •   Mozzer
    (1631 Beiträge)

    30.04.2017 21:14 Uhr
    Letzte Saison....
    ....in der Dritten Liga hatten wir einen Calhanoglu. Der hatte uns mit seiner Ausnahmeleistung und seiner jugendlichen Unbeschwertheit in die Zweite Liga zurückkatapultiert. Ich habe riesige Bedenken, dass wir da ganz locker wieder rauskommen und aufsteigen. Meister ist wirklich die ärmste S.., der muss die Karre aus dem Dreck ziehen, die die Verantwortlichen im Präsidium, Vorstand und im Management mit Ihren desaströsen Entscheidungen dort reingefahren haben.
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  •   citizentm
    (1240 Beiträge)

    01.05.2017 04:52 Uhr
    Kein Hakan, kein Aufstieg
    Leider haben wir keinen Hakan in unseren Reihen und werden auch keinen mehr haben in Zukunft. Zu viele bessere Vereine locken. Warum soll ein 16-17 jähriges Supertalent nach KA wenn in Hoppenheim, Freiburg u.ä. sportlich viel mehr drin ist und auch besser Trainer agieren?

    Die 2. Liga wird dieses Jahr finanziell aufgewertet und wir damit der dritten Liga weiter enteilen. Genau in diesem Moment steigen wir ab. Ähnlich wie 1998 - als die Bundesliga sich gerade anfing zu professionalisieren und wir uns den ersten Abstieg seit einer Dekade leisteten.

    Wir werden nicht schnell oder überhaupt nicht zurück kommen.
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