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Karlsruhe Die Analyse zum Spiel: Trotz Unterzahl holt KSC einen Punkt in Bochum - mehr Moral geht nicht!

Spektakulär meldeten sich der Karlsruher SC und der VfL Bochum nach der Länderspielpause zurück im Ligaalltag, alleine fünf Tore fielen in der ersten Halbzeit. Zweimal führte der KSC, doch dem VfL gelang ein Treffer mehr. Mit einem Last-Minute Treffer zahlte sich Karlsruhes Breite in der Offensive aus – und das, obwohl die Badener fast 75 Minuten in Unterzahl spielen mussten , da Lukas Fröde bereits nach 17 Minuten nach einem Missverständnis die gelb-rote Karte gesehen hatte.

Nach dem 1:1 in Darmstadt veränderte Alois Schwartz seine Elf auf drei Positionen: Roßbach kam nach überstandenem Bänderriss zurück, auch Choi und Fröde kamen neu ins Team. Für letzteren blieb das Gastspiel in Bochum ein Kurzauftritt. In der 4-5-1 Formation erhielt im Sturmzentrum erneut Toptorjäger Philipp Hofmann das Vertrauen vor Marvin Pourie und zeigte schnell warum.

Nach acht Minuten krönte Hofmann die Karlsruher Anfangsphase. Wieder einmal machte sich der 26-Jährige seine 1,96 Meter zu Nutze, indem er per Kopf traf. Gerade diese physische Präsenz macht ihn für Trainer Schwartz so wertvoll.

"Wir haben vor allem physisch gearbeitet"

Doch auf der Gegenseite zeigte sich der Aufsteiger fahrlässig. Denn keine zwei Minuten später nutzt der VfL ebenfalls eine Standardsituation per Kopf zum Ausgleich, Roßbach und Thiede kamen zu spät. Doch der KSC war weiter um Offensivdrang bemüht, der Pfosten verhinderte ein weiteres Kopfballtor von Hofmann.

"Wir haben die Länderspielpause genutzt und vor allem physisch gearbeitet", hatte Alois Schwartz vor der Partie gesagt. 102,3 Kilometer lief seine Elf in Bochum, etwas weniger als die Gastgeber.

Durch eine fahrlässige Aktion geriet der KSC nach etwas mehr als einer Viertelstunde in eine personelle Bredouille. Nach einem Foul sah Fröde die gelbe Karte, wollte dann dem Schiedsrichter zeigen, dass es sich um eine Fuß gegen Fuß-Aktion gehandelt habe, dieses Klatschen in die Hände werteten die Unparteiischen als höhnischen Beifall. Die Folge: Gelb-rote Karte für Lukas Fröde und damit fast 75 Minuten Unterzahl für die Blau-Weißen.

Lukas Fröde (KSC 4) in der Ballannahme.
Lukas Fröde (KSC 4) in der Ballannahme. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Insgesamt machten die Schiedsrichter in Bochum nicht die allerbeste Figur. Beim Elfmeter zum 2:2 für Bochum, übersah das Gespann inklusive Video-Schiedsrichtern eine Abseits-Stellung bevor Gordon Bochums Janelt auf den Fuß gestiegen war. Danny Blum ließ Uphoff beim fälligen Strafstoß keine Chance. Zuvor bewies der KSC trotz Unterzahl Moral und ging durch Choi, der eine Hereingabe von Roßbach veredelte, erneut in Führung.

Nach dem Ausgleichstreffer von Blum konnte Gamboa nur zwei Minuten später einen Pfostenabpraller nutzen, bei dem die gesamte KSC-Defensive zuvor etwas zu passiv wirkte. Trotz Rückstand zeigte der KSC weiter Moral, spielte mutig nach vorne sollte aber noch nicht mit einem Tor belohnt werden. Vor den Badenern lag also eine gesamte Halbzeit mit einem Mann weniger - und das mit Rückstand.

Lorenz scheitert vom Punkt

Mit Beginn der Halbzeit holt Wanitzek clever einen Elfmeter raus, nachdem ihn Bochums Schlussmann Riemann im Strafraum zu Fall brachte. Doch Lorenz konnte dieses "Geschenk" zum denkbar einfachsten Ausgleich nicht nutzen, er scheiterte am Schlussmann des VfL. Nachdem Groiß zum Seitenwechsel für Torschütze Choi gekommen war, signalisierte Alois Schwartz in der Schlussphase mit seinen anderen beiden Wechsel, dass der KSC hier trotz Unterzahl alles für einen Punktgewinn geben würde.

So kam Drittliga-Torschützenkönig Pourie für Linksverteidiger Roßbach und mit Toni Fink in den Schlussminuten ersetzte ein weiterer Offensiv-Akteur einen Mittelfeldmann, er kam für Marco Thiede. Und Fink entpuppte sich als Schwartz Edeljoker, indem er erstmals seit 2010 wieder ein Tor in Liga zwei erzielte und dem KSC den Punktgewinn bescherte. Mehr Moral geht nicht!

Die Mannschaft des Karlsruher SC jubelt.
Die Mannschaft des Karlsruher SC jubelt. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Es war der passende Schlusspunkt dieser spektakulären Begegnung, an deren Ende die Punkteteilung im Pott vollends in Ordnung geht. Somit endet auch die zehnte der letzten zwölf Partien ohne einen Sieger.  "Für den normalen Zuschauer war es ein tolles Spiel, als Beteiligter bekommt man mehr graue Haar nach so einer Partie", sagte Alois Schwartz nach der Partie für den die Leistung mit zehn Mann mehr als nur einen Punkte hätte nach sich ziehen müssen.

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Kommentare (33)
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  •   heiDA44dei
    (219 Beiträge)

    23.10.2019 09:30 Uhr
    Das
    finde ich auch .
    Und in der „Ruhe“ liegt die „Kraft“.
    Kein Rumpelstilzchen während des Spiels.
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  •   Wildpark85
    (272 Beiträge)

    21.10.2019 13:58 Uhr
    Ganz einfach, weil..
    ...wir in diesem Jahr neben einem Pourie auch einen Hofmann haben, der Super-stark spielt und zudem noch trifft. AS hat gesagt, dass Fink wichtig für das Team ist und das hat er gestern bewiesen. Ich denke, dass er genau solche Situationen gemeint hat. Und, ich schätze Fink läuferisch schwächer als Pourie und Hofmann ein und in Liga2 geht es halt auch über die körperliche Präsenz.
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  •   Dobermann
    (181 Beiträge)

    21.10.2019 12:39 Uhr
    Respekt und Gratulation
    Ich war gestern in Bochum und hatte trotz Dauerregen einen tollen Tag Danke an unseren KSC.
    Geführt, Ausgleich , gelb-rot, wieder geführt , Elfermeter durch Videobeweis , dann Rückschlag zum 3:2, dann verschossener Elfer, und dann Anton Fink in der Nachspielzeit zum 3:3 ! Fußballhertz was willst du mehr .
    Das war gestern die beste Leistung , die beste Moral seit Jahren !!! Einfach genial, wie unser KSC gestern gekämpft hat. Jeder für Jeden absolut klasse. Ich habe mich wahnsinnig gefreut und bin mit einem breiten Lächeln zurück nach Karlsruhe gefahren. Mit dieser Leistung gehören wir unter die ersten 5 !! Wir können es, wir zeigen es, wir leben !! Danke KSC für einen tollen Tag.
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  •   heiDA44dei
    (219 Beiträge)

    23.10.2019 09:39 Uhr
    Das
    Spiel war einfach genial.
    Leider gab es auch 5 blinde Schiedsrichter!!!
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  •   Wildpark85
    (272 Beiträge)

    21.10.2019 12:27 Uhr
    Beste Saisonleistung
    Spielerisch und kämpferisch die beste Leistung in dieser Saison. So musst Du erst mal nach all den Nackenschlägen zurück kommen. Dass AS den Choi so hinbekommt hätte ich nicht unbedingt erwartet. Aber auch der Rest der Mannschaft: Bärenstark (auch Lorenz, aber 11er....bitte nicht mehr! Der Block hatte dieses Ergebnis fast erwartet grinsen
    Mit dieser Leistung muss uns vor der Zukunft nicht bange werden. Ich war gestern in Bochum richtig stolz auf unseren KSC!
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  •   kaehler
    (88 Beiträge)

    21.10.2019 12:14 Uhr
    indem er per Kopf einköpfte....
    geiles Wortspiel KA-NEWS zwinkern
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  •   redaktion
    (1289 Beiträge)

    21.10.2019 14:51 Uhr
    Danke für den Hinweis.
    Wir haben die etwas unglückliche Wortwahl korrigiert.
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  •   zahlenbeutler
    (1577 Beiträge)

    21.10.2019 12:33 Uhr
    glücklicherweise
    hat er dabei kein Handspiel mit der Hand gemacht, sonst hätte der Schiedsrichter mit einer Pfeiffe pfeiffen müssen, wenn er es mit den Augen gesehen hätte
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  •   sauerbraten
    (2122 Beiträge)

    21.10.2019 10:30 Uhr
    Es ist nicht ganz leicht, nach so einem
    Spiel die richtigen Worte zu finden. Die Offiziellen haben da in einigen Situationen keine gute Figur abgegeben,- nichtsdestotrotz sollte ein Profi wissen, dass es nicht ungefährlich ist, nach Erhalt einer Karte, in die Hände zu klatschen und klar, man kann sich natürlich auch drüber aufregen, wenn sich die VAR's einschalten und ein Foul melden, aber die vorangegangene Abseitsstellung dabei übersehen. Ich hab mich gestern auch aufgeregt, aber in erster Linie wegen der Auswechlsung von Choi, denn der hat mich in Bochum zum ersten mal so richtig überzeugt und er war aus meiner Sicht auch der Unterschiedsspieler, der mitentscheidend dafür war, dass der KSC gestern in der 1 HZ offensiv so stark war, wie schon lange nicht mehr. Denke, dass wir in Bochum auch in Unterzahl gewinnen hätten können, aber leider hat sich AS dazu entschieden in der HZ die Offensive abzutöten, um den Rückstand zu verteidigen. Das hat mich mehr genervt als alles andere. So hat der KSC sich dann hinten raus noch....
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  •   sauerbraten
    (2122 Beiträge)

    21.10.2019 10:33 Uhr
    ....das Unentschieden erduselt,
    wobei ich nicht glaube, dass dieses Tor bei einem normalen Spielablauf durchgewunken worden wäre - dass die VAR's die Abseitsstellung von Pourie ignoriert haben, war aus meiner Sicht eine klare Konzessionsentscheidung.
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