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Karlsruhe Derby-Analyse: Im Mittelfeld lange Zeit stabil, doch offensiv kam nichts vom KSC

Im ersten Derby zwischen dem VfB Stuttgart und dem Karlsruher SC seit knapp zweieinhalb Jahren zogen die Badener den Kürzeren. Eine Mittelfeldraute sollte für die notwendige Stabilität beim KSC sorgen, doch das ging nur rund eine Stunde gut, ehe die favorisierten Stuttgarter effektiv wurden. Offensiv brachte der KSC kaum Gefährliches zustande.

Im brisanten Derby gegen Erzrivale VfB Stuttgart lag bereits vor der Partie, wie so oft, ordentlich Zündstoff in der Luft. Beschmierte Bahnen in der Fächerstadt durch Stuttgarter Chaoten und Sticheleien zwischen Alois Schwartz und VfB-Trainer Tim Walter warfen unter der Woche ihre Schatten auf das brisanteste Duell in Baden-Württemberg voraus.

VfB Stuttgart - Karlsruher SC
Stuttgarts Philipp Förster (3.v.l) wird nach seinem Tor zum 1:0 von Nicolas Gonzalez (l) und Mario Gomez (2.v.l) gefeiert. | Bild: Tom Weller/dpa

Taktisch entschied sich Alois Schwartz im Vergleich zum Aue-Spiel für eine Rautenformation im Mittelfeld, hinter den Sturmspitzen Marvin Pourié und Philipp Hofmann. Personell rückte Kyoung-Rok Choi für Marc Lorenz in die Startelf.

KSC kann Riesenpatzer nicht nutzen

Den druckvoll agierenden Stuttgartern setzte der KSC viel Kompaktheit entgegen und ließ so wenig gefährliche Torraumszenen zu. Vor dem Stuttgarter Tor brachte die Schwartz-Truppe insgesamt nur wenig Zählbares zusammen. "Sie hatten zunächst keine guten Möglichkeiten. Wir konnten die Umschaltmomente nicht nutzen", so Schwarz nach dem Spiel.

KSC-Coach
Der Karlsruher Trainer Alois Schwartz fordert mehr Respekt ein. | Bild: Uli Deck/dpa

Nach einer torlosen ersten Hälfte hatte der KSC quasi mit dem Anstoß zum zweiten Abschnitt seine beste Möglichkeit der gesamten Partie. "Wir hatten zu Beginn des zweiten Durchgangs eine Riesenmöglichkeit, die musst du einfach nutzen", trauerte Schwartz der Chance durch Manuel Stiefler hinterher.

Der Schuss gegen das Alu

Der Mittelfeldmann nutze einen Blackout von Stuttgarts Kapitän Marc-Oliver Kempf nicht. Der hatte ihm zuvor einen vermeintlich einfachen Querpass direkt in die Füße geschoben, sodass Stiefler alleine auf Torwart Gregor Kobel zugelaufen war, die Kugel allerdings an den Pfosten setzte und beim Nachschuss der Stuttgarter Schlussmann dann zur Stelle war. Marvin Wanitzek vergab kurz danach eine weitere Torchance, ehe der VfB wieder mehr und mehr an Spielkontrolle gewinnen und seine Überlegenheit diesmal auch in Zählbares ummünzen konnte.

David Pisot gegen Mario Gomez
David Pisot (l.) vom Karlsruher SC in Aktion gegen Mario Gomez vom VfB Stuttgart. | Bild: Tom Weller/dpa

Nach einer Ecke fand ein Schuss von Stuttgarts Philipp Förster, unhaltbar abgefälscht von Fröde, den Weg ins Karlsruher Tor. Eine Viertelstunde später erhöhten die Schwaben auf 2:0, nachdem der ehemalige Nationalspieler Gonzalo Castro Mangala mustergültig bedient hatte. Der KSC konnte wenig dagegensetzen, kam kaum dazu Tormöglichkeiten zu kreieren.

 

Auch Edeljoker Anton Fink konnte die Offensive nicht beleben. In der Nachspielzeit schraubte Stuttgart das Ergebnis durch Al Ghaddioui schließlich auf 3:0, trotz Unterzahl, nachdem VfB-Kapitän Kempf nach grobem Foulspiel wenige Minuten zuvor den Platz verlassen musste. Nach sieben Punkteteilungen in Folge muss der KSC im insgesamt 50. Derby wieder eine Niederlage hinnehmen.

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  •   Mozzer
    (1908 Beiträge)

    26.11.2019 06:35 Uhr
    Wir müssen....
    ....uns tatsächlich nach unten orientieren. Wo ist der drive vom Anfang der Saison geblieben? AS ist leider kein emotionaler Antreiber an der Seitenlinie und vermutlich auch nicht in der Kabine. Wir zehren echt noch von den beiden Siegen zu Saisonbeginn, sonst sähe es düster aus.... aufwachen Jungs....und Fußball mit Leidenschaft spielen
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  •   Mozzer
    (1908 Beiträge)

    26.11.2019 06:31 Uhr
    Der Gegner war in....
    ....der 1. HZ ziemlich nervös und auch verunsichert. Mit etwas mehr Kampfwillen und Agressivität hätte man das Spiel dominieren können. So kam nur ein Kopfball aufs Tor nach Eckballn und die eine gute Chance von Stiff raus....also 1,5 Chancen im ganzen Spiel...absolut lächerlich...ich frage mich auch, warum der indisponierte Choi so lange auf dem Feld bleiben dürfte. Wenn ich Fink wäre, dann wäre ich auch stinksauer. Er wurde erst gebracht als die Messe schon gelesen war.
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  •   Jan-Hannya
    (57 Beiträge)

    25.11.2019 15:32 Uhr
    Kämpferisch enttäuschtend...
    Das war gestern vor allem kämpferisch enttäuschend... Die Mannschaft wird sich schwer tun in den nächsten Wochen, ich rechne mit einem Absturz zumindest auf den Relegationsplatz
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  •   kscgrufti
    (3703 Beiträge)

    25.11.2019 22:09 Uhr
    Jetzt mal langsam
    bis Weihnachten gibts noch 3 Heimspiele, von denen mindesten 2 gewonnen werden müssen, dann siehts gleich wieder anders aus. Aber bitte keine Unentschieden mehr, bringt nix. Bis zur Winterpause wissen wir, in welche Richtung die Fahrt weitergeht. Dann kann auch reagiert werden.
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  •   Badenstolz
    (1206 Beiträge)

    25.11.2019 09:25 Uhr
    Personele & taktische Fehlentscheidung !
    Choi der zuletzt Schwierigkeiten hatte wurde dem guten Fink (der auch mal einen Ball "halten" kann) vorgezogen !?
    Entweder ich spiele mutig und presse den verunsicherten VFB von der ersten Sekunde an mit einem offensiveren Ausrichtung ODER ich spiele eben auf einen Punkt (bzw.Konter) und bringe dann Kampfspieler von Beginn an die alles in die Waagschale werfen (wie zB. Crois , Kobald , Carlson ) und opfere dafür noch einen Stürmer.
    So war das weder Fisch noch Fleisch mit einem uneingespielten System - mit Choi auf der Schlüsselposition .
    Wenn dann noch mangelnde Einstellung dazu kommt , kann man nur von Glück sprechen das Stuttgart selbst nicht auf der Höhe war und uns noch deutlicher nach Hause geschickt hat .
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