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Karlsruhe Analyse zum Spiel: Zwischen Unzufriedenheit und Akzeptanz - KSC-Remis bei Herbstmeister Armina Bielefeld

Nach dem über weite Strecken überzeugenden 4:1-Heimerfolg gegen Jahn Regensburg schaffte es der Karlsruher SC auch Tabellenführer Bielefeld im Freitagsspiel der 2. Bundesliga über weite Strecken zu ärgern. Die Punkteteilung am Ende sorgte aber für unterschiedliche Gemüter.

Alois Schwartz vertraute auf der "Bielefelder Alm" der Elf aus der Vorwoche. In einer verhaltenen Anfangsphase fanden beide Teams nicht so richtig Mittel, um ihre Offensiven in Bewegung zusetzen. Die KSC-Hintermannschaft bekam es an diesem Abend mit dem besten Torschützen der 2. Liga zu tun: Fabian Klos, der von seinen Mitspielern aber in der Anfangsphase nicht recht in Szene gesetzt werden konnte.

Und die Ostwestfalen nahmen im Stile eines Tabellenführers das Heft des Handelns in die Hand. In Person von Marcel Hartel (17.) und Andreas Vogelsammer (21.), die die Arminia-Führung auf dem Fuß hatten.

Die Badener aus dem Nichts

Für die erste Bewegung auf der Anzeigetafel sorgte schließlich aber der Gast aus Karlsruhe: Marc Lorenz brachte den KSC mit einem sehenswerten und technisch anspruchsvollen Außenristschuss nach 25 Minuten in Führung. Mit links in den linken Knick, Arminia-Keeper Stefan Ortega blieb dabei ohne Abwehrchance.

Bielefelds Torwart Stefan Ortega (r) schnappt sich den Ball vor KSC-Spieler Manuel Stiefler.
Bielefelds Torwart Stefan Ortega (r) schnappt sich den Ball vor KSC-Spieler Manuel Stiefler. | Bild: David Inderlied/dpa

Großen Anteil am Treffer hatte aber auch Stürmer Philipp Hofmann, der den Ball dank seiner starken Physis gegen mehrere Gegenspieler behaupten und dann maßgerecht für Lorenz auflegen konnte. Die zu diesem Zeitpunkt schmeichelhafte Führung verschaffte den Blau-Weißen aber neues Selbstbewusstsein. Und war dem zweiten Treffer durch Wanitzek (29.) sowie die beiden Abwehrchefs Pisot und Gordon nach über einer halben Stunde sogar näher.

In Halbzeit zwei blieb das Spiel lange Zeit ohne Höhepunkte, Bielefeld kontrollierte das Spiel schon wie zuvor, fand aber kaum Mittel, um die kompakte KSC-Hintermannschaft zu knacken. Hinzu kam eine ungewohnte Ungenauigkeit im Abschluss.

Umstrittener Elfmeter als Knackpunkt

Es sollte sich schließlich eine ereignisreiche Schlussphase anbahnen. Den Auftakt dazu lieferte ein umstrittener Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Martin Petersen. Der Unparteiische entschied nach einem Ellenbogenkontakt zwischen KSC-Angreifer Hofmann an Bielefeld-Profi Amos Pieper auf Strafstoß. Und so traf Klos vom Punkt in der 81. Minute zum Ausgleich.

"Philipp Hofmann geht in dieser Situation ganz normal zum Ball. Selbst die Arminia und die Zuschauer im Stadion waren verwundert, dass der Schiedsrichter da auf den Punkt zeigt", haderte KSC-Trainer Alois Schwartz nach dem Spiel mit der strittigen Situation, die zum ersten Ausgleichstreffer führte.

Joakim Nilsson wiederum lieferte mit einem kapitalen Aussetzer eine Steilvorlage für KSC-Spielmacher Marvin Wanitzek, der zum 2:1 einnetzte. Doch dem vermeintlichen Last Minute-Treffer in der 91. Minute versetzte Bielefelds Einwechselspieler Joan Edmundsson einen Dämpfer. Sein Schuss fand mit Ablauf der Nachspielzeit den Weg an Uphoff vorbei zum Unentschieden ins Netz.

Marvin Wanitzek (KSC 10).
Marvin Wanitzek (KSC 10). | Bild: Tim Carmele

Unterschiedliche Gemütslagen

Last-Minute Punktverlust oder doch ein Gewinn, beim Tabellenführer etwas mitzunehmen? Die Spieler waren da unterschiedlicher Auffassung: "Gerade ist es eine brutale Enttäuschung, ich denke, wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht. Wir haben relativ wenig zugelassen und dann selbst eiskalt zugeschlagen. Deswegen sind es im Moment für mich zwei verlorene Punkte", zeigte sich Lorenz direkt nach dem Spiel hardernd.

Zufriedener zeigte sich der Schütze zum 2:1, Marvin Wanitzek: "Wir wussten, dass Bielefeld eine spielstarke Mannschaft ist und das hat man heute auch wieder gesehen. Sie haben das Spiel dominiert und um hier was zu holen, muss man viel verteidigen in der Box. Das haben wir größtenteils geschafft. Wir müssen jetzt das Spiel analysieren und dann schauen, was wir gegen Greuther Fürth besser machen können. Jetzt haben wir eine lange Heimreise vor uns und sind dann im Endeffekt doch froh, einen Punkt mitgenommen zu haben."

Fußball: 2. Bundesliga, Arminia Bielefeld - Karlsruher SC, 16. Spieltag, in der Schüco-Arena. Karlsruhes Trainer Alois Schwartz gibt Anweisungen.
Fußball: 2. Bundesliga, Arminia Bielefeld - Karlsruher SC, 16. Spieltag, in der Schüco-Arena. Karlsruhes Trainer Alois Schwartz gibt Anweisungen. | Bild: David Inderlied/dpa

Letzlich brachte Trainer Alois Schwartz die zweigeteilte Gefühlswelt des KSC auf den Punkt: "Für uns ist es schade, denn wenn wir das 2:1 in der Nachspielzeit machen, müssen wir eigentlich als Sieger vom Platz gehen. Trotzdem hätte ich ein Unentschieden vor dem Spiel unterschrieben", so Schwartz nach dem Spiel. Für die Arminia bedeute der Punktgewinn zugleich die Herbstmeisterschaft für die Ostwestfalen, da der HSV sein Freitagsspiel gegen Heidenheim verloren hatte.

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Kommentare (4)
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  •   Micha
    (76 Beiträge)

    09.12.2019 12:46 Uhr
    Mal wieder...
    ein blinder VAR. Wie die meisten Anhänger aller Vereine sage ich: Schafft den Sch.... endlich wieder ab - das bracht kein Mensch und macht den Fußball kaputt.
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  •   Maverick
    (209 Beiträge)

    08.12.2019 17:42 Uhr
    Wenn man vor dem Spiel
    einen Punkt sofort unterschrieben hätte, jedoch nach dem Spiel mit diesem Punkt unzufrieden ist.

    Welch kognitive Dissonanz. grinsen
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  •   zahlenbeutler
    (1528 Beiträge)

    08.12.2019 15:16 Uhr
    Hofmann
    ist doch kein Tor oder Narr, das Tor habe ich allerdings schon gewählt
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  •   andi-b7
    (3161 Beiträge)

    07.12.2019 18:28 Uhr
    Jungs und Mädels wählt Philip Hofmann zum Tor des Monats
    Im Internet unter ARD Sportschau oder 01379369005

    Danke
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