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Karlsruhe Analyse zum Spiel: Hofmanns Durchschlagskraft reicht nicht zu lang ersehntem KSC-Sieg

Nach fünf Niederlagen in Serie kann der Karlsruher SC wieder einen Punkt verbuchen. Es bleibt jedoch mehr oder weniger die einzig gute Nachricht des Nachmittags aus KSC-Sicht. Das 1:1 gegen Osnabrück ist am Ende eine einzige Enttäuschung für die Badener, die eine Großzahl der Spielzeit in Überzahl absolvierten.

Betretende Mienen nach dem Spiel bei den KSC-Akteuren, fast schon ein gewohntes Bild aus den letzten Wochen bei den Badenern. Allerdings konnte der KSC im Heimspiel gegen Osnabrück mal wieder einen Punktgewinn verbuchen.

Dirk Carlson (KSC 23) liegt verletzt mit verdacht auf eine Gehirnerschütterung am Boden, wird per Trage vom Feld gebracht und im Krankenhaus behandelt.
Dirk Carlson (KSC 23) liegt verletzt mit verdacht auf eine Gehirnerschütterung am Boden, wird per Trage vom Feld gebracht und im Krankenhaus behandelt. | Bild: Tim Carmele

Als solcher fühlt sich das 1:1 aber für keinen in Blau-Weiß an, denn erst in der dritten Minute der Nachspielzeit gelang Osnabrück doch noch der Ausgleich in Person von Marco Alvarez. Ein Gegentor, dem der KSC mit seinem passiven Verhalten zuvor nur mit viel Glück entgangen war.

Überzahl als Offensiv-Indikator

Ab der 30. Minute spielte der KSC eine komplette Stunde in Überzahl, nachdem Osnabrücks Assan Ceesay durch ein grobes Foulspiel den Arbeitstag von KSC-Profi Dirk Carlson vorzeitig beendete. Der Luxemburger musste mit einer Kopfverletzung vom Platz getragen werden, dem “Rotsünder“ war der Schock ins Gesicht geschrieben.

Philipp Hofmann (KSC 33) reagiert gereizt nach einem Faulspiel.
Philipp Hofmann (KSC 33) reagiert gereizt nach einem Faulspiel. | Bild: Tim Carmele

Der Platzverweis sollte sich für den KSC in der Folge als Dosenöffner erweisen, auch wenn Spielmacher Marvin Wanitzek den anschließenden Elfmeter zunächst verschossen hatte. Der in Überzahl agierende KSC wurde zunehmend zwingender und hatte für seine Offensiv-Aktionen mehr Räume, wie noch zu Beginn der Partie gegen die kompakt und tief stehende Osnabrücker Defensiv-Reihe.

Marvin Wanitzek (KSC 10) im Zweikampf gegen David Blacha (VfL Osnabrück 23) an der Auslinie.
Marvin Wanitzek (KSC 10) im Zweikampf gegen David Blacha (VfL Osnabrück 23) an der Auslinie. | Bild: Tim Carmele

Torhüter Philipp Kühn parierte in der 37. Minute gegen Karlsruhes neuen Offensivspieler Babacar Gueye, der ein starkes Spiel machte und sich durch seine Schnelligkeit gut mit Sturmpartner Philipp Hofmann ergänzte.

“Lebensversicherung“ Hofmann zum Elften

Top-Torjäger Hofmann erzielte mit dem Pausenpfiff sein 11. Saisontor und die ersehnte Karlsruher Führung. Dabei machte sich der Recke seine starke Physis zum Vorteil, schüttelte seine Gegenspieler ab und traf nach einem Eckball per Rechtsschuss ins rechte untere Eck.

Dirk Carlson (KSC 23) liegt verletzt am Boden, den dem Faul von Assan Ceesay (VfL Osnabrück 11) und muss von den Sanitätern mit der Trage vom Platz getragen werden.
Dirk Carlson (KSC 23) liegt verletzt am Boden, den dem Faul von Assan Ceesay (VfL Osnabrück 11) und muss von den Sanitätern mit der Trage vom Platz getragen werden. | Bild: Tim Carmele

Doch in Halbzeit zwei war durch die Passivität der Karlsruher kaum noch etwas von der Überzahl zu sehen. Das personell geschwächte Team von Trainer Daniel Thioune hatte seine Hintermannschaft tief eingestellt, so dass der KSC wenig Raum fand um gefährlich vor das Tor der Gäste zu kommen.

Osnabrück mutig, KSC verunsichert

Das sorgte scheinbar für Verunsicherung bei den Gastgebern. "Wir müssen uns ankreiden, dass wir in der zweiten Halbzeit einfach ein bisschen zu wenig investiert haben. Wir haben es probiert, wir waren sehr engagiert, haben uns dann aber keine zwingenden Torchancen herausgespielt“, analysierte Kapitän David Pisot nach dem Spiel.

Philipp Kühn (Torwart VfL Osnabrück 22) hölt den Ball.
Philipp Kühn (Torwart VfL Osnabrück 22) hölt den Ball. | Bild: Tim Carmele

Tatsächlich brachte der KSC nach dem Seitenwechsel kaum etwas gefährliches zu Stande, während die Osnabrücker immer mutiger wurden und sich immer besser Chancen herausspielten.

Abseitsstellung verhindert Ausgleich

Eine schnelle und toll heraus gespielte Offensiv-Kombination des VfL blieb nach genau einer Stunde folgenlos. Heider schob nach Steilpass von Schmidt aus kurzer Distanz die Kugel an Uphoff vorbei, doch das Unparteiischen-Gespann bewies ein gutes Auge und entschied ohne Hilfe des Videoassistenten auf Abseits. Wenig später verpasste Schmidt aus kurzer Distanz den Kopfball (69).

Im Sturm ersetzte Anton Fink für die letzten gut 20 Minuten Gueye, der sich über weite Strecken der Partie als gute Ergänzung zu Philipp Hofmann erwies, jedoch verletzungsbedingt vom Platz musste.

Slapstick zwischen Fink und Kobald sinnbildlich

Die Angst vor dem Ausgleich der Niedersachsen, die einem Treffer immer näher kamen, schien beim KSC mit dem Ende der Partie immer größer zu werden. Vor dem Osnabrücker Tor wirkten die Gastgeber wie gelähmt. In vielen Situation fehlt dem KSC die Ruhe und Übersicht, wie eine vielversprechende Angriffsituation rund zehn Minuten vor dem Ende zeigt.

Gelb für Jerome Gondorf (KSC 26) nach dem Faulspiel an Ulrich Taffertshofer (VfL Osnabrück 8).
Gelb für Jerome Gondorf (KSC 26) nach dem Faulspiel an Ulrich Taffertshofer (VfL Osnabrück 8). | Bild: Tim Carmele

Kobald und Fink liefen auf halb rechts aufs Tor der Gäste zu, doch statt die Situation mit einem sauberen Kombinationsspiel gefährlich zu Ende zu spielen, kommt es zum Missverständnis und Kobald schiebt den Ball gerade aus über die Seitenauslinie.

Verdienter Ausgleich in der Schlussminute

So belohnten sich die zehn verbliebenen Osnabrücker in aller letzter Minute mit dem verdienten Ausgleichstreffer. “Der Zeitpunkt zu dem wir das Tor bekommen, gefühlt in der letzten Aktion, ist natürlich extrem bitter“, sprach Pisot den blau-weißen Anhängern aus den Herzen.

Dirk Carlson (KSC 23) im Zweikampf um den Ball.
Dirk Carlson (KSC 23) im Zweikampf um den Ball. | Bild: Tim Carmele

“Ich glaube wir haben vieles gut gemacht gerade in der ersten Halbzeit, aber so ehrlich müssen wir sein, in der zweiten Halbzeit haben wir das Ding her geschenkt“, kommentierte Daniel Gordon den Karlsruher Spielverlauf.

Auf die ersten 45 Minuten kann man im Wildpark tatsächlich aufbauen, allerdings reichen gute 45 Minuten nicht um in der zweiten Liga dauerhaft zu punkten und so die Klasse zu halten.

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Kommentare (23)
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  •   Heisenberg
    (109 Beiträge)

    18.02.2020 11:39 Uhr
    Toni Fink
    Was der Fink läuferisch/ kämpferisch nach seiner Einwechselung abgeliefert hat, war unter aller Sau!
    Nicht Zweitliga würdig...
    Hätte er lieber mal den Ben Hatira gebracht der kann zumindest sprinten und sich in einen Zweikampf reinhauen!
    Wer mal Bein Training des KSC zugeschaut hat, weiß dass unser Toni der größte Schoner im gesamten Team ist. Bitte nur noch Spieler spielen lassen die den Abstiegskampf angenommen haben und sich ihren Allerwertesten dafür aufreißen!!!
    Wie Eichner sagte wir spielen wie wir trainieren...
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  •   Ebes
    (63 Beiträge)

    17.02.2020 21:41 Uhr
    Klassisches Eigentor
    mit der Aussage, dass auch ein Trainer X keine Besserung garantieren kann. Wer hat diesen Kader und diese Gurkentruppe zusammen gestellt Herr Kreutzer, waren doch Sie oder, oh wie peinlich.
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  •   teflon
    (2923 Beiträge)

    17.02.2020 12:54 Uhr
    Jede C-Jugend
    hat mehr Sicherheit in der Ballbehandlung , mehr Kondition für 90 Minuten und mehr taktisches Verständnis fürs Spiel als der abgehalfterte Haufen . Was da in Liga 2 auf dem Platz herumsteht, spottet allem, was man bisher gesehen hat. Ich bin immer noch der Meinung, dass da mit der richtigen Ansprache & den richtige Trainingsmethoden 8-10 Spieler dabei sind, die man zum Laufen bringt. Der Rest ist nur Füllmasse und wahrscheinlich auch für Liga 3 zu schlecht. Eichner muss sich da was überlegen - ich würde 50% der Herren ohne Rücksicht auf Namen in eine Trainingsgruppe 2 verbannen - nur so geht's. Warum ein Gondorf beim SCF nicht mehr zum Zuge kam, hat er eindrucksvoll bewiesen..warum ein Wanitzek sofort den weiterführenden Vertrag unterschrieben hat, auch - den will nämlich keiner. Den Kreuzer Saustall richtig & gründlich ausmisten- Kreuzer ASAP freistellen und den Neuen , der für die Talente von 1860 kam , in die Verantwortung nehmen
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  •   melotronix
    (3115 Beiträge)

    17.02.2020 11:49 Uhr
    ich hatte mich auf das Spiel gefreut..
    ...und bin wieder so maßlos enttäuscht worden. Wenn ich an den KSC denke wird mir nur noch schlecht.
    Wanitzeck ist für eine Pause wirklich überfällig. Dieser Junge ist dem Druck nicht gewachsen.
    Ich trauere Batmatz nach.
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  •   sauerbraten
    (1996 Beiträge)

    17.02.2020 10:23 Uhr
    Also mich hat das Spiel gestern
    noch einen Ticken mehr geschlaucht, als das 1:5 gegen Fürth. Wenn Du eine volle Stunde lang Überzahl hast und führst, dann darf es schlicht und einfach nicht sein, dass Du Dir hinten raus noch den Ausgleich einfängst und das dann auch noch voll mit Ansage. Wenn ich daran denke, was der Carlson da gestern BEWUSST auf sich genommen hat, um zurecht den Elfer & die rote Karte für den Gegner herauszuholen, und wie dann mit diesen Vorteilen umgegangen wurde, dann muss sich das für den Jungen wie ein Zweitschlag in die Fresse angefühlt haben. Vor dem Spiel wurde Euro-Eddy, der die sportliche Kompetenz beim KSC in Frage gestellt hatte, noch von Welle als Nestbeschmutzer abgetan und mit einer verbalen roten Karte versehen - tja und unser Wintertransfer, der zuvor durchaus Ansätze erkennen ließ, musste nach 60 Minuten wegen KRÄMPFEN raus. Klar, Kreuzer hatte ja keine Zeit, diesen & andere Transfers so rechtzeitig einzutüten, dass sie das Trainingslager mitmachen konnten........
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  •   sauerbraten
    (1996 Beiträge)

    17.02.2020 10:33 Uhr
    Warum auch? Urlaub ist halt wichtiger,
    wenn das Transferfenster öffnet und es reicht ja auch noch, wenn die Neuen dann vielleicht im Mai, oder Juni auf den körperlichen Stand kommen, auf dem sie vielleicht helfen können. Und ein Wort noch zu Eichner - gestern hätte er die ideale Gelegenheit gehabt, die IV zu verjüngen, indem er den Kobald einfach in der Mannschaft lässt - er hat sich aber für die erfahrenere Variante entschieden und die hat sich beim Ausgleich dann wie ein Anfänger abkochen lassen. Man weiss langsam gar nicht mehr, wo man beim KSC überhaupt noch ansetzen kann, um die Dinge doch noch in die richtige Richtung zu bewegen.
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  •   sodbrenner59
    (660 Beiträge)

    18.02.2020 19:30 Uhr
    Joooooo.....
    ...und außer Andi, hat da keiner ein Foul gesehen! Der Gordon ist einfach ne Pflaume! Geht auf Foul und so fangen sie sich den Ausgleich ein! Alderle...
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  •   Hoggemer
    (97 Beiträge)

    17.02.2020 08:51 Uhr
    Es war
    nicht alles schlecht in diesem Spiel. Jetzt die lange Woche bis Sonntag mit intensivem Training nutzen. Am Sonntag dann 90 Minuten auf den Platz bringen, dann wird das was. Und bitte Gordon auf die Bank.
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  •   haustier
    (1327 Beiträge)

    17.02.2020 08:32 Uhr
    ...
    ... eigentlich stellen sich mir nach diesem Spiel nur 2 Fragen:

    Welche Sielberechtigung hat der Wanitzek ? Von ihm geht keinerlei Torgefahr aus, setzt keinerlei spielerische Impulse oder Offensivaktionen, von ihm sieht man seit Wochen nichts !

    Und ich würde gern in Erfahrung bringen, was der Trainer den Spielern in der Halbzeit gesagt hat, dass diese trotz Überzahl den Spielbetrieb komplett eingestellt haben.
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  •   Senfdazu
    (301 Beiträge)

    17.02.2020 10:55 Uhr
    😎
    richtig, Wanitzek hat immens nachgelassen, keine Ideen mehr, die Freistöße und Ecken kommen nicht mehr an. Aber es liegt nicht nur an diesem jungen Spieler, sondern eher daran, dass die Mannschaft momentan nicht funktioniert, in der Abwehr hakt es und im Sturm ist der KSC mittelmäßig bis unterirdisch. Es gibt keine richtig auf den speziellen Gegner eingeübten Spielzüge, es wird immer das Gleiche runtergespielt. Oder versucht der KSC seine Spielweise bei den anderen Mannschaften durchzusetzen, obwohl dies ja scheinbar nicht erfolgreich ist. Lieber KSC, stellt Euch endlich mal auf jeden Gegner mal individuell ein, da euer offenbaren Spielaufbau für jeden Gegner ein gefundenes Fressen ist. Aber dennoch: auch bei einem Abstieg, die Dauerkarten sind schon "gebucht".
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