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Karlsruhe Stadion-Neubau trotz 3. Liga: Stadt hält weiter an Planung fest

Mit dem Abpfiff des letzten KSC-Spiels am kommenden Sonntag gegen Braunschweig endet die laufende Saison. Doch nicht erst jetzt - sondern schon seit Ende April - ist der Abstieg in die dritte Liga bittere Gewissheit. Seitdem steht für die Grünen fest: Die Planungen für den Neubau des Wildpark-Stadions müssen angepasst werden. Die Stadt Karlsruhe ist jedoch anderer Meinung.

Dass der KSC in der kommenden Saison Drittligist sein wird, ist schon lange klar. Auch die bevorstehenden Konsequenzen und Veränderungen - zum Beispiel in finanzieller Hinsicht - sind weitestgehend bekannt. So wird es in der Saison 2017/18 unter Leitung von Trainer Marc-Patrick Meister beispielsweise weniger Einnahmen aus den Fernsehrechten geben. Des Weiteren werden auch beim Ticketverkauf oder bei den Sponsorengeldern Einbußen erwartet.

Für die Grünen-Gemeinderatsfraktion sind all diese Veränderungen Grund genug, die Pläne für den Neubau des Wildpark-Stadions anzupassen und dadurch auf das Notwendigste zu reduzieren.

"Zunächst soll nur die Gegentribüne gebaut werden"

Bedenklich findet die Fraktion jedoch nicht nur die zukünftige finanzielle Situation des KSC. Ein Problem sieht diese vor allem in der sportlichen Leistung der Mannschaft auf dem Platz. Nach Ansicht der Grünen ist ein direkter Aufstieg eher unwahrscheinlich: "Deshalb ist eine Reaktion auf den aktuellen sportlichen Zustand des einzigen möglichen Nutzers des Wildpark-Stadions unausweichlich."

Konkret heißt das: Nur der notwendige Neubau der Gegentribüne solle angegangen werden. Weiter solle der Neubau der Haupttribüne erst dann begonnen werden, wenn er angesichts der sportlichen Situation wirtschaftlich darstellbar sei. Falls die Mannschaft länger in der dritten Liga bleibe, würde dann ein wirtschaftliches Desaster verhindert werden können.

Neues Fußballstadion ist "äußerst komplexes Infrastrukturvorhaben"

Die Stadt ist da jedoch anderer Meinung: Beim Projekt "Neues Fußballstadion im Wildpark" handle es sich nach den Angaben der Verwaltung um ein "äußerst komplexes Infrastrukturvorhaben". Bei einer solchen Verfahrensdauer sei es beinahe unmöglich auf kurzfristige Entwicklungen wie einen Abstieg in die 3. Liga zu reagieren.

"Sollte man das Verfahren jetzt zum Stillstand bringen und zu einem späteren Zeitpunkt erneut anstoßen, sobald der KSC wieder in die zweite oder gar erste Liga aufsteigt, würde es sich noch einmal über mehrere Jahre in die Länge ziehen", erklärt die Stadt.

Die Option der Erhaltung der Haupttribüne sei bereits geprüft und im Gemeinderatsbeschluss vom Oktober 2014 dargestellt worden. Sicherheitsmängel innerhalb der Haupttribüne und bauliche und technische Mängel am Gebäude seien zwei von insgesamt fünf Defiziten, die schon damals gegen diese Möglichkeit gesprochen hätten.

Hinzu kämen nach den Angaben der Stadt auch Probleme auf juristischer Ebene: "Bei einer Modifizierung des Projektes zu diesem Zeitpunkt, an dem das "Gesamtpaket" in Form der funktionalen Leistungsbeschreibung (FLB) bereits ausgeschrieben ist, ist mit Klagen zu rechnen." Die FLB regelt welche Elemente bei der Ausschreibung des Stadion-Neubaus unverzichtbar sind.

Hinterfragungen der Pläne teilweise möglich

Der Ausbau der Infrastruktur hingegen bringt den Grünen jedoch ein wenig Zuversicht. Zentrale Frage ist dabei, ob geplante Maßnahmen im aktuellen Zeitrahmen nötig seien. Die Stadt beschreibt die Situation zunächst ähnlich: Da es sich auch hier um längerfristige Projekte handelt, könne nicht kurzzeitig reagiert werden. Doch hier wären Änderungen teilweise denkbar, denn "die Maßnahmen des Infrastrukturpakets unterliegen dem Kostenkontrollverfahren der Stadt Karlsruhe und werden damit im Einzelnen noch einmal in den zuständigen gemeinderätlichen Gremien behandelt und zur Abstimmung gestellt", beschreibt die Stadt.

So wäre es beispielsweise hinsichtlich des Verkehrskonzeptes "Motorisierter Individualverkehr" möglich, "die vorgesehene Anzahl der Stellplätze bei einem dauerhaften Verbleib des Vereins in Liga 3 noch einmal zu hinterfragen", so die Stadt. Gleiches gälte auch für den Punkt "Standort und Sicherheit": Hier wären Einsparungen - zum Beispiel im Bereich der Gästeaufstellfläche - denkbar. Diese könnte aufgrund der Ligazugehörigkeit kleiner als zunächst vorgesehen angelegt werden.

All dies wird von der Stadt derzeit jedoch nicht empfohlen. Konkrete Entscheidungen fallen erst in der nächsten öffentlichen Sitzung am Dienstag, 23. Mai. Der Gemeinderat wird sich dann erneut mit dem Thema auseinandersetzen. ka-news berichtet wie immer live.

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  •   Rundbau-Gespenst
    (12814 Beiträge)

    16.05.2017 17:28 Uhr
    ach,
    nööööö!

    grinsen
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  •   wwwiesel
    (48 Beiträge)

    16.05.2017 13:25 Uhr
    ... ...
    Ein Verein spiegelt immer die Menschen einer Gemeinde wieder zwinkern Nur so mal als Denkansatz...
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  •   wwwiesel
    (48 Beiträge)

    16.05.2017 11:03 Uhr
    Das ist halt Karlsruhe...
    Part 2:
    Die BG hat keine Halle und bekommt keine Lizenz, stimmt da müsste ja der Steuerzahler für zahlen. Ich frage mich wer damals die bereits stehenden Bauwerke finanziert hatte. Richtig, der Steuerzahler. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben, auch wenn ein paar Grüne (die demnächst eh in der Versenkung verschwinden) und die Linken die mitlerweile hinter der AfD liegen, also auch im politischen Nirvana, versuchen zu meutern und zu stänkern.
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  •   wwwiesel
    (48 Beiträge)

    16.05.2017 11:02 Uhr
    Das ist halt Karlsruhe...
    Part 1:
    ... mal im Ernst, für was ist denn Karlsruhe bekannt? Fächerstadt und das schöne Schloß und dieses wurde auch vor langer Zeit gebaut. Im Negativen Sinne nun auch der Oststadtkreisel. Mehr hat die Stadt aber auch nicht zu bieten. Es ist einfach traurig und lässt schon an der Kompetenz so mancher zweifeln. Wo fangen wir denn an? IKEA... vor Jahren angefragt, verneint und kommt nun doch. Eine "Kombilösung" die erst im 3ten Volksentscheid beschlossen wurde in dem man auch diejenigen fragt die eigentlich nichts damit zu tun haben. Ich bin immer noch der Meinung ein S-Bahn Ring um Karlsruhe macht mehr Sinn, aber egal. Ach ja... die Europahalle, die Modernisierung total verschlafen, wieder eine Ruine mehr. Dann... ein Busbahnhof ist auch von Nöten und wurde jetzt gegen ein Büro Gebäude getauscht, direkt am Bahnhof, ist ja nicht so das die Südtangente morgens eh schon zu ist zwinkern
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  •   IchKA
    (1176 Beiträge)

    16.05.2017 13:47 Uhr
    Kriegen Sie das alles mit im Umland wo Sie wohnen wiesel
    denn diejenigen "die nichts zu tun haben damit" durften über die U-Strab abstimmen. Warum dann Sie über den Klepperlesverein schwadronieren erschließt sich nicht.
    Faktencheck: es gab nur 2 Bürgerbefragungen. Karlsruhe ist bekannt wegen der höchsten Gerichte und der Gneralbundesanwaltschaft, wegen der Bedeutung von IT und Kunst. Auch wegen der Negativschlagzeilen der
    Fußballhooligans. Im Übrigen gibt es nirgendwo in BW soviel rechtes Gesindel und Reichsbürger wie im Stadt- und Landkreis Karlsruhe
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  •   Ozeiger
    (1459 Beiträge)

    17.05.2017 14:04 Uhr
    Lieber
    Eltern in Stammheim als Söhne in Mannheim. zwinkern
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  •   wwwiesel
    (48 Beiträge)

    16.05.2017 14:20 Uhr
    ich wohne nicht weit weg, aber...
    ,das hat ja nicht lange gedauert. Irgendwann kommt die Nazikeule ja immer. Aber mittlerweile ist das so ausgelutscht wie das KSC Stadion selbst. Bestimmt kommt auch gleich noch die "Rcehtschriebf3hlersuche" zwinkern
    Ich schwadroniere nicht über den "Klepperlesverein", sondern habe bewusst den Sport INSGESAMT in Karlsruhe im allgemeinen bezogen. Ich selbst bin ab und zu im Stadion und befürworte ein neues Stadion, eigentlich hätte man gleich einen kompletten Sportpark bauen sollen, eben für andere Sportarten gleich mit. Nennt sich auch Sportförderung, aber das ist zu weit gedacht für Karlsruher Verhältnisse. Gerade jemand der mit der rechten "Keule" kommt, müsste auch wissen das nicht alle KSC Fans Hooligans sind. Nicht mit zweierlei Maße messen, oder sind alle Flüchtlinge kriminell?
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  •   Gelbsocke
    (3960 Beiträge)

    16.05.2017 16:11 Uhr
    Danke "wwwiesel "
    das hier noch jemand überparteilich und vernünftig schreibt.
    Symbadisch grinsen
    Karlsruher können so herrlich Engstirnig sein, naja nicht nur Karlsruher...
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  •   Robert1959
    (2168 Beiträge)

    16.05.2017 12:10 Uhr
    Leider hast du recht
    -da wäre ja noch der 800.000 Euro K Pavillon vor dem Staatstheater zu erwähnen, ebenso die Nancyhalle. Das einzigste was sich verbessert hat ist der Stadtgarten/Zoo. Fast vergessen, das Stadtmarketing mit ihren sinnlosen Ausgaben.
    Ein anderes Problem ist, dass dafür ohne Kontrolle des Stadtparlaments, in die Töpfe der Tochtergesellschaften gegriffen wurde.
    Aber auch im Parlament sitzen die falschen Leute, viele Schüler, Studenten und Beamte, keine Arbeiter!
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  •   wwwiesel
    (48 Beiträge)

    16.05.2017 14:22 Uhr
    achgott, ...
    ... die Sachen habe ich ja schon fast verdrängt. Oder zum Stadtgeburtstag das Teil im "Schlo", oder der "Durlach" Schriftzug der an Hollywood erinnern soll und von niemanden gesehen werden konnte, es sei den man wohnt in "Aue". zwinkern
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