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Karlsruhe Neues KSC-Stadion: Wie geht es jetzt weiter?

Der Weg für ein neues Stadion im Wildpark ist frei: Nach der Zustimmung des Gemeinderats haben am vergangenen Sonntag auch die Mitglieder des Karlsruher SC grünes Licht gegeben. Im Oktober sollen die Unterschriften unter die Verträge gesetzt werden. Letzte, noch offene Punkte zwischen der Stadt als künftiger Eigentümerin und Bauherrin sowie dem KSC als künftigen Pächter sollen bis dahin geklärt sein.

Für Wirbel sorgten in der vergangenen Woche Unstimmigkeiten bezüglich eines Verhandlungsgesprächs zwischen der Stadt Karlsruhe und dem KSC unter der Leitung des IHK-Präsidenten Wolfgang Grenke. Es war die zweite Verhandlung der beiden Parteien unter Mediator Grenke, welcher als neutraler Vermittler in Sachen neues Stadion tätig ist.

Streit? Welcher Streit?

Am Sonntag war der Zwist schon beinahe wieder Vergangenheit - ungeklärte Punkte gibt es laut KSC-Präsident Ingo Wellenreuther nicht mehr. Nebenkosten, Beteiligungen am Verhandlungsverfahren, eine Liste von Punkten, die ohne den KSC nicht entschieden werden sollen, Parkplätze in Nähe der Haupttribüne sowie der genaue Pachtgegenstand - laut Wellenreuther alles "geklärte Punkte".

Vonseiten der Stadt klingt es ähnlich friedlich. Von Spannungen, Vorwürfen oder Uneinigkeiten keine Spur mehr. Ja, es gebe noch Punkte, die in einem letzten, anstehenden Abstimmungsgespräch geklärt werden müssen. Aber man sei zuversichtlich, den Zeitplan einhalten zu können. Dieser besagt: Notartermin mit Unterschreibung der fünf Verträge (Pacht- und Betreibervertrag, Mietvertrag über Freiflächen, Entwicklungsvertrag, Interiumspachtvertrag, Kauf- und Erbbaurechtsvertrag) soll im Oktober sein.

In einem Schreiben an den KSC-Präsidenten bekräftigte Oberbürgermeister Mentrup den ehrgeizigen Zeitplan: Er lädt die gemeinderätliche Kleine Kommission Wildparkstadion für den 14. Oktober ein. Um letzte, offene Punkte zu klären, sei man jederzeit zu Gesprächen auf der Arbeitsebene bereit, so das Stadtoberhaupt und spielte den Ball damit an den Karlsruher SC zurück. Ein erstes Treffen der beiden Parteien soll noch in dieser Woche stattfinden.

KSC übernimmt Grundsteuer

Bei der Grundsteuer wurde eine Obergrenze von 60.000 Euro im Jahr festgelegt, so Bernd Wnuck, Leiter des Presse- und Informationsamtes der Stadt Karlsruhe, im Gespräch mit ka-news.de. Diese würde - so die Aussage des KSC-Präsidenten Wellenreuther - der KSC übernehmen. Wartungs- und Versicherungskosten stehen noch zur Verhandlung.

Geklärt ist, wie der KSC im Verhandlungsverfahren beteiligt werden soll: indirekt. Als Bauherrin und Eigentümerin wird die Stadt Karlsruhe die Verhandlungen mit den künftigen Bauträgern beziehungsweise Bietern führen. Der KSC hat die Möglichkeit, über die sogenannten Lenkungsgruppe, Einfluss auf die Entscheidungen zu nehmen. Die Lenkungsgruppe besteht aus entsprechenden Fachleuten der Stadt Karlsruhe und des KSC.

KSC sitzt bei Verhandlungen nicht am Tisch

Sollten unterschiedliche Einschätzungen zustanden kommen, die Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit haben, so soll künftig eine dritte Meinung in Form eines Sachverständigen oder Gutachters hinzugezogen werden, bestätigt die Stadt im Gespräch mit ka-news.de. Weiterhin kann der KSC bei inhaltlichen Konkretisierungen, Festlegungen und Änderungen mitwirken: Aktuell wird zwischen den beiden Partnern verhandelt, wie die einzelnen Bestandteile der Funktionalen Leistungsbeschreibung (FLB) priorisiert werden sollen. 

Die FLB soll festlegen, welche Elemente bei der Ausschreibung unverzichtbar - unveränderbar - sind. Beispielsweise: Wie groß wird der Baukörper, wie ist das Fassungsvermögen und einzelne Bestandteile wie die Kabinen? Ist in gemeinsamer Absprache eine Priorisierung getroffen worden, werden die Bieterangebote  beurteilt und bewertet.

FLB statt klassischer Ausschreibung

Mit der FLB definiert der Auftraggeber - die Stadt Karlsruhe - die zu erbringende Leistung nach dem zu erreichenden Ziel und erstellt keinen detaillierten Leistungskatalog. Letzteres stellt den zentralen Unterschied zur klassischen Ausschreibung dar.

So werden sämtliche Leistungen für die Planung und Ausführung des sogenannten Vollumbau eines Fußballstadions für 35.000 Zuschauer (25.000 Sitz- und 10.000 Stehplätze) unter Spielbetrieb und der erforderlichen Verkehrs- und Freianlagen auf der Grundlage des tabellarischen Raumprogramms beschrieben. Was genau in der FLB steht, bleibt "aus vergaberechtlichen Gründen bis zur Veröffentlichung der Ausschreibung für die Öffentlichkeit unter Verschluss", so heißt es im aktuellen Sachstandsbericht.

Und was ist aus den Streitpunkten VIP-Stellplätze und Tiefgarage geworden? Beide Parteien gehen aktuell mit der Formulierung "weitere Stellplätze in, an oder unter der Haupttribüne" konform. "Man wird sich noch darüber unterhalten müssen, wie genau dieser Punkt gewichtet wird", so Wnuck auf Nachfrage. Wichtig sei, dass die vom Gemeinderat beschlossene Kostenobergrenze eingehalten werde. Weiterhin dürften definierte Grundanforderungen an das Stadion sowie der Zeitplan nicht gefährdet werden.

Aktuell gibt es noch keine genauen Termine für das finale Abstimmungsgespräch oder den Notar. Es wird sich zeigen, ob die harmonische Stimmung den kommenden Monat überdauert.

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Kommentare (31)
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  •   tomumanu
    (145 Beiträge)

    01.10.2016 15:58 Uhr
    Lächerlich
    Diese ewige Debatte da wurden vor 4000 Jahren im gleichen Zeitraum Pyramiden fertig erstellt lol )))
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  • unbekannt
    (427 Beiträge)

    01.10.2016 10:16 Uhr
    ...
    Der Bau des Stadions wird nichts daran ändern, dass es einige in der Stadt gibt die zwar mit den Adlern fliegen wollen aber auch in der Zukunft mit den Hühnern am Boden gackern werden.
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  •   Kinski
    (1 Beiträge)

    01.10.2016 09:55 Uhr
    Bei der Vergeudung
    meiner Steuergelder werde ich sonst auch nicht gefragt.
    Also dann mal los mit dem Bau. Das Geld ist ausnahmsweise mal gut angelegt.
    An wie Linke und die Grünen. Bezahlt euren sinnfreien Projektkäse demnächst mit eurer Kohle.
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  •   plokk
    (56 Beiträge)

    30.09.2016 20:43 Uhr
    jaaa, kohle raushauen!
    nach den noch ungeklärten finanzlöchern die die ustrab aufreissen wird brachen wir unbedingt ein zweites schwarzes loch in dem 3-stellige millionenbeträge verpuffen können
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  •   Kommentator2016
    (18 Beiträge)

    30.09.2016 17:57 Uhr
    Kritische Fragen zur Finanzierung
    Es ist schon erstaunlich auf welches Abenteuer sich die Stadt und der KSC hier einlassen.
    Eine angespannte Finanzlage der Stadt, Sparzwang in vielen öffentlichen Bereichen - aber der Wille sich auf ein weiteres unkalkulierbares Risiko mit dem "Leuchtturmprojekt" Neues Stadion einzulassen. Dies zeugt nicht gerade von Verantwortlichkeit gegenüber den Karlsruher Steuerzahlern. Hätte man ein neues Stadion zu Zeiten eines Winnie Schäfer und eines 1.klassigen KSC realisiert - dies wäre noch irgendwie zu vermitteln gewesen.
    Von diesen Zeiten ist der KSC heute aber doch Lichtjahre entfernt. Warum soll es für diese Leistungen noch Geschenke aus der Stadtkasse geben? Hier sollten die Pläne überprüft und den notwendigen Anforderungen angepasst werden. Oder sitzt den Entscheidern hier eine aggressive Masse von Fans im Nacken, die längst jeden Realitätssinn verloren haben?
    Ach ja, das mit dem verlorenen Realitätssinn lässt sich anhand der vielen Hasskommentare auf meinen Beitrag verifizieren!
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  •   andi79
    (2511 Beiträge)

    01.10.2016 14:22 Uhr
    und eines 1.klassigen KSC realisiert
    wurde es doch... das projekt ist jetzt noch nichtmal soweit wie es vor 20 Jahren schonmal war... damals standen wenigstens schon die Bagger im Wildpark zwinkern. So lang die Haupttribüne nicht gefallen ist glaube ich gar nichts.
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  •   Schlappedengler
    (227 Beiträge)

    30.09.2016 19:14 Uhr
    wie oft denn noch kritisch fragen...?
    Was sind die Fakten die Du nicht kennst oder verstehst?
    Das Stadion ist kein Leuchtturmprojekt, sonder ein funktionelles Stadion. Vorlage sind andere deutsche Städte, mit dem Ergebnis des besten Preis-/Leistungsverhältnis. So entstand auch die Größendimensionierung. Also nochmal, Karlsruhe hinkt vielen deutschen Städten bezüglich Stadion einige Jahre hinterher. Das Finanzierungsmodell "Stadt baut und Verein zahlt zurück" ist in Deutschland normal, nur wenige Top-Clubs können sich das selbst leisten! Da niemand die sportliche Sicherheit hat, ist Dein Argument 1. Liga ein einfaches Totschlagargument. Der eine oder andere fällt darauf rein, andere kommentieren Deine Stammtischparolen. Die jetzige Stadionplanung macht absolut Sinn, der KSC bringt sich mit Wissen und Kompetenz ein und die Stadt merkt endlich auch, dass es nur gemeinsam geht. Man bedenke mal wie alt die letzten Stadplaner sind,die den Wildparkneubau realisiert haben-sofern die noch leben.Also Erfahrung hat da aktuell keiner!
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  •   friend60
    (2530 Beiträge)

    02.10.2016 09:28 Uhr
    Schlappedengler
    Du bringst es 100% rüber, aber fürLeute, bei denen Fussball sowieso ein Dorn im Auge ist,kannst du argumentieren,wie du willst, sie wollen das einfach nicht verstehen. Aber darüber ärgere ich mich jetzt nicht mehr, denn ich freue mich, dass wir ihre Steuergelder rauswerfen, wie sie es hier alle nennen. Aprppo: Hat hier jemand erwähnt, dass der KSC 2015 über 7 Millionen Steuern bezahlt haben? Aber das ist auch unnötig,weil es die Fußballhasser sowieso nicht interessiert.
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  •   kamaraba
    (626 Beiträge)

    30.09.2016 20:12 Uhr
    Das Finanzierungsmodell "Stadt baut und Verein zahlt zurück" ist in Deutschland normal
    vollkommen falsch!
    Kommune, Verein und Sponsoren finanzieren ein Stadion.
    Karlsruhe hat wieder mal ein Alleinstellungmerkmal - Es ist das erste Stadion, dass allein aus öffentlichen Mitteln finanziert wird.
    Ende!!!!
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  •   Schlappedengler
    (227 Beiträge)

    01.10.2016 09:00 Uhr
    durch Dein "Ende!!!" Wird es auch nicht richtiger!
    Ich versuche es Dir noch einmal ganz einfach zu erklären.
    1. Kommune
    Richtig! Die Stadt Karlsruhe finanziert das Stadion vor, genauso wie wenn die Stadt modernisiert hätte. Oder hätte dann der KSC die Modernisierung für eine städtische Immobilie sofort selbst bezahlen sollen? Fakt ist, dass aus Kosten/Nutzen Sicht ein Umbau unwirtschaftlich wird!
    2. Verein
    Auch richtig erkannt - Kompliment! Der Verein bezahlt den Stadionbaukörper über das Pachtmodell zurück. Dazu besteht seit langem Einigung zwischen KSC und Stadt, sowie ein abgestimmter Businessplan.
    3. Investoren
    Wow, sogar das hast Du erkannt. Investor ist die Stadt. Bei anderen Stadionprojekten ist da teilweise ein Sponsor mit eingestiegen, im Normalfall bekommt dieser Sponsor die Namensrechte. Die behält in Karlsruhe aber die Stadt und generiert somit zusätzliche Einnahmen.

    Also Augen auf beim daherkommentieren. Das Gesamtpaket ist entscheidend und das ist für Deutschland gewöhnlich.
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