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Karlsruhe Neues KSC-Stadion: Bauprojekt wird zwischen 15 und 30 Millionen Euro teurer - Verantwortliche äußern sich nicht

Der Neubau des Wildparkstadions könnte teurer werden als geplant. Die steigenden Kosten sollen sowohl den Bau des eigentlichen Stadionkörpers als auch die Infrastrukturmaßnahmen betreffen. Darüber berichten die Badischen Neuesten Nachrichten (BNN). Auf ka-news.de-Nachfrage äußerten sich weder die Stadt Karlsruhe noch der Totalunternehmer BAM Sports zu dem Thema.

123 Millionen Euro - so viel sollte das Stadion laut Gemeinderatsbeschluss vom April 2018 insgesamt kosten. Nun könnte das Bauprojekt noch einmal zwischen 15 und 30 Millionen Euro teurer werden. Verantwortlich dafür sollen laut BNN steigende Baupreise, höhere Ansprüche an den Brandschutz und steigende Infrastrukturkosten sein.

Fehleinschätzung bei Entwässerung

Besonders bei der Planung der Entwässerung soll es eine Fehleinschätzung gegeben haben, das Auffangbecken für Regenwasser sei zu klein dimensioniert.

Auch die Kosten für den Bau des Stadionkörpers sollen dadurch steigen. Ursprünglich wurden sie mit zirka 77 Millionen Euro veranschlagt. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 wurde für das Gesamtprojekt Wildparkstadion noch mit Ausgaben in Höhe von zirka 88 Millionen Euro gerechnet.

Auf Nachfrage von ka-news.de wollten sich weder die Stadt Karlsruhe, noch der Totalunternehmer Bam Sports dazu äußern. Allerdings: "Wir wollen noch in dieser Woche informieren", so die Stadt gegenüber ka-news.de. 

ka-news-Hintergrund

Die Planungen zu einem neuen Fussballstadion in Karlsruhe gibt es seit 2000, wurde jedoch erstmals in den Jahren 2005 und 2006 konkret. Im Jahr 2014 liegen erste Bebauungspläne vor und im Oktober entscheidet sich der Gemeinderat für einen Neubau im Wildpark für etwas mehr als 88 Millionen Euro. 

Im Sommer 2015 werden dann die ersten planerischen Hürden genommen. Stadt und KSC einigen sich auf die Rahmenbedingungen der Refinanzierung. 

Im Juli 2016 stimmt der Karlsruher Gemeinderat für ein neues KSC-Stadion, wenige Monate später auch die Mitglieder des Karlsruher SC. Die Kosten für das Stadion liegen mittlerweile bei etwa 113 Millionen Euro.

2017 wird der EIBS gegründet, der Eigenbetrieb "Fußballstadion im Wildpark". Im März 2017 ist klar: Baubeginn ist 2018. Im Juni dann beginnen die ersten Bauarbeiten für die Umstrukturierung. Doch die Suche nach einem Anbieter und die Vergabe geraten ins Stocken. Der Grund: Alle Angebote liegen über dem Kostenrahmen von 113 Millionen Euro. 

Die Kosten erhöhen sich auf 123 Millionen Euro. Der KSC erklärt sich dafür bereit, die Finanzierung des Parkhauses zu übernehmen, die Stadt stimmt den Mehrkosten zu. Auch der Ablaufplan ändert sich: Der Beginn des Vollumbaus ist auf November 2019 verlegt worden. Im Oktober 2018 werden dann auch die angepassten Verträge zwischen Stadt und KSC unterschrieben. Wenige Tage später, am 5. November, starten die Bauarbeiten im alten Wildpark.

Ende November ist dann auch das größte Karlsruher Geheimnis gelüftet - das Aussehen des neuen Fußballstadions wird enthüllt. Mit der geplanten Eröffnung im Mai 2022 soll das Stadion Platz für 34.000 Zuschauer bieten.

Eine umlaufende Fassade aus drei Grundelementen soll die Kernoptik des Stadions bilden. Das Tragwerk aus Y-Stützen soll dem Ein-Rang-Stadion ein markantes, unverwechselbares Äußeres verleihen und durch einen umlaufenden Stadion-Boulevard soll man das Stadion ohne zusätzliche Ticketkontrollen umrunden können.

Bis es aber so weit ist, müssen zunächst die Vorabmaßnahmen zum Bau des eigentlichen Stadions abgeschlossen werden. Dabei werden unter anderem das Erdreich der neun Meter hohen Wälle der alten Tribünen abgetragen, auf Schadstoffe geprüft, sortiert und wieder neu in den künftig drei Meter hohen Wällen verbaut.

Zudem müssen nach und nach die Tribünen durch provisorische Ersatztribünen ausgetauscht werden, sodass der Spielbetrieb auch während der Baumaßnahmen aufrecht erhalten werden kann. Zuerst mussten die Nord- und die Südtribüne dem Neubau weichen, im Vorfeld durften sich die Fans die dortigen Sitzschalen als Souvenir sichern. Der Rückbau der Gegengerade im Herbst 2019 soll dann den Abschluss der Vorabmaßnahmen des Stadionumbaus bilden. Im Anschluss daran startet der Neubau des eigentlichen Stadionkörpers. 

Im März 2020 entstehen im Norden und Süden des Stadions die beiden provisorischen Tribünen. Im Osten, auf dem Platz der alten Gegengerade, entsteht der erste Neubau.
Mehr zum Thema
KSC-Stadion: Aktuelle Nachrichten zum KSC-Stadion und dem geplanten Um- und Neubau im Wildpark. Alle Informationen zu Fläche, Miete und Größe und alle Neuigkeiten zum städtischen Eigenbetrieb und dem Vergabeverfahren.
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  •   ImZeichendesPhoenix
    (188 Beiträge)

    03.03.2020 12:22 Uhr
    😂
    😂😂
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  •   blaumann
    (833 Beiträge)

    03.03.2020 10:22 Uhr
    XXX
    Baustopp jetzt sofort !!!!! Soll sich der Verein selbst darum kümmern wie die Kohle aufgetrieben wird. Können ja Pilarsky fragen.
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  •   Micha
    (105 Beiträge)

    03.03.2020 12:46 Uhr
    Depp
    der Fehler liegt doch bei der Stadt
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  •   hajmo
    (4230 Beiträge)

    03.03.2020 13:11 Uhr
    der Fehler liegt doch bei der Stadt
    Richtig! Und deshalb kann die Stadt den Fehler ausbügeln indem sie den Weiterbau stoppt.
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  •   OtusLocus
    (91 Beiträge)

    03.03.2020 13:33 Uhr
    Stimmt, das kann sie.
    Im Gegenzug muß sie dann immense Summen an Schadensersatz leisten. Das ist vertraglich vereinbart.
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  •   ImZeichendesPhoenix
    (188 Beiträge)

    03.03.2020 12:21 Uhr
    Baustopp
    Wenn jetzt bei jedem Bauvorhaben Stopp geschrieen wird sobald sich die Kosten erhöhen, gibt‘s keine U-Strab, keinen Flughafen in Berlin, keinen Bahnhof in unserer geliebten Landeshauptstadt, keine Elbphilharmonie und wird’s auch kein Staatstheater geben. Liste beliebig fortsetzbar. Also Beruhigungspillen nehmen und wieder hinlegen.
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  •   sodbrenner59
    (660 Beiträge)

    03.03.2020 16:37 Uhr
    Joooooo.....
    ...es gibt KEINEN Flughafen Berlin!!! grinsen
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  •   jojo
    (744 Beiträge)

    03.03.2020 09:44 Uhr
    Die Mehrkosten
    müssen durch Einsparungen zwingend egalisiert werden. Mehr ist dem Steuerzahler nicht zuzumuten. Alternativ kann sich ja der Verein um die Finanzierung der Mehrkosten kümmern.
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  •   Micha
    (105 Beiträge)

    03.03.2020 12:47 Uhr
    Und wieder so einer
    FÜR DIESEN FEHLER KANN DER KSC NIX. DAS HAT DIE STADT VERBOCKT. MASL DEN ARTIKEL LESEN NICHT NUR DIE ÜBERSCHRIFT.
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  •   jojo
    (744 Beiträge)

    03.03.2020 12:59 Uhr
    Es geht nicht darum
    wer es verbockt hat. Vielleicht sollten sie mal weiterdenken auch wenn es schwer fällt. Der ksc sagt selbst, er wird mit derpacht die kosten über viele Jahre tilgen. Das ist jetzt schon wenig real. Wie soll das bei noch höheren Kosten funktionieren? Macht es jetzt klick bei ihnen?
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