54  

Karlsruhe Nächstes Kapitel im Stadionstreit: Gerichtsvollzieher bei der Stadt - doch die rückt die Unterlagen an den KSC nicht raus

Die Fronten zwischen Karlsruher SC und Stadt Karlsruhe bleiben verhärtet: Der KSC beantragte am Freitag eine richterliche Durchsuchung von städtischen Räumen. Nachdem die Stadt Karlsruhe laut KSC die Unterlagen noch immer nicht herausgegeben hat, war nun der Gerichtsvollzieher im Rathaus.

Vier Wochen nach Verkündung der Urteile durch das Landgericht Karlsruhe hat der KSC weiterhin die ihm zustehenden Unterlagen durch die Stadt Karlsruhe nicht erhalten. "Trotz wiederholter Erinnerung unter Fristsetzung musste daher heute die Vollstreckung gegen die Stadt Karlsruhe durchgeführt werden", schreibt der KSC in einer Meldung an die Presse. "Bedauerlicherweise verweigerte die Stadt Karlsruhe dabei dem Gerichtsvollzieher die Herausgabe der geforderten Unterlagen!"

Heute kommt es zur Verhandlung des Rechtsstreits zwischen Stadt und Verein.
Heute kommt es zur Verhandlung des Rechtsstreits zwischen Stadt und Verein. | Bild: Melissa Betsch

Der KSC hat laut eigener Aussage beim Vollstreckungsgericht eine richterliche Durchsuchungsanordnung beantragt. Heißt: "So kann der Gerichtsvollzieher, mit Unterstützung der Polizei, die Räumlichkeiten der Stadt durchsuchen und die dem KSC zustehenden Unterlagen in Besitz nehmen."

Das KSC-Präsidium mit Ingo Wellenreuther, Günter Pilarsky und Holger Siegmund-Schultze, der Beirat der KSC Management GmbH sowie die Geschäftsführung der KSC Betriebsgesellschaft Stadion mbH erklären: "Dem KSC ist die fortgesetzte Missachtung des Urteils des Landgerichts Karlsruhe unverständlich. Denn die Unterlagen stehen dem Verein zu und sind für die weitere erfolgreiche Projektabwicklung unerlässlich. Wir sind enttäuscht, dass die Stadt Karlsruhe trotz mehrerer Gesprächsangebote weiterhin nicht zu einem kooperativen Miteinander bereit ist. Dass eine deutsche Stadt auf diesem Weg zur Einhaltung von Recht und Gesetz gezwungen werden muss und ein Urteil eines deutschen Gerichtes nicht befolgt, ist bedenklich."

Negative Auswirkungen auf Zusammenarbeit mit Totalunternehmer?

Bei der Stadt Karlsruhe versucht man auf ka-news.de-Nachfrage die Wogen, welche diese Meldungen in der öffentlichen Wahrnehmung schlagen könnten, zu glätten.  Beide Parteien nehmen ihre Rechtsmittel in Anspruch, so der Anwalt der Stadt Helmut Ebersbach, jedoch bedauere man, dass entsprechende Schlichtungsangebote von der Stadt nicht angenommen worden seien

Während man bei der Stadt Karlsruhe, die Verschlechterung eines Verhältnis zum Totalunternehmer durch den Gerichtsprozess befürchtet, heißt es vonseiten des KSC, dass zwischen der Stadt und dem KSC aufgrund der geschlossenen Verträge ein "  umfangreicher Informationsanspruch" des KSC bestehe. 

"Die Informationen unterliegen zudem nach der Übergabe an den KSC der mit der Stadt geschlossenen Geheimhaltungsvereinbarung, so dass die Weitergabe an Dritte ausgeschlossen ist. Somit besteht kein Grund zur Annahme, dass das ein angespanntes Verhältnis zur Folge hat", so der Sportclub.

Der Artikel wurde nachträglich bearbeitet.

Mehr zum Thema: 

KSC versus Stadt Karlsruhe im Live-Ticker: Urteil ist gefallen - kein Baustopp, keine neuen Kioske

KSC-Projektleiter Fabian Herrmann darüber, wie es jetzt noch eine Zusammenarbeit zwischen Stadt und KSC geben kann

Erneut Zoff um neues Stadion: Jetzt zieht die Stadt Karlsruhe vor Gericht

Mehr zum Thema
KSC-Stadion: Aktuelle Nachrichten zum KSC-Stadion und dem geplanten Um- und Neubau im Wildpark. Alle Informationen zu Fläche, Miete und Größe und alle Neuigkeiten zum städtischen Eigenbetrieb und dem Vergabeverfahren.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (54)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   jojo
    (735 Beiträge)

    25.10.2019 14:08 Uhr
    Beugehaft
    Vielleicht muss der OB wirklich mal in Beugehaft genommen werden damit er begreift das Urteile auch für die Stadt und damit für ihn in seiner Funktion gelten.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   jojo
    (735 Beiträge)

    25.10.2019 14:12 Uhr
    Zusatz
    Ich bekomme immer mehr das Gefühl, das hier was gewaltig stinkt. Allein das Verhalten der Stadt ist derart unkooperativ, dass man sich das bis zu den nächsten Wahlen merken sollte. Und das Bild von Herrn Mentrup ,wie er in die Riefstahlstraße einrückt, wäre für die Presse ein Oberhammer.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   lynx1984
    (3336 Beiträge)

    25.10.2019 14:38 Uhr
    ES STINKT GEWALTIG
    Die Fassade, dass Mentrup und Welli sich nicht ausstehen können ist das eine. Das ist wohl aber noch mehr...

    Der Verdacht geht mittlerweile sehr viel tiefer. Dass die Unterlagen nicht rausgerückt wurden lässt tief blicken. Ich würde mich nicht wundern, wenn der tatsächliche Anteil der Sanierung des Adenauerrings (den die Stadt zu bezahlen hat) und der tatsächliche Anteil Stadionkörper (den der KSC über die Pacht abbezahlt) gar nicht so dem entspricht was der KSC an Zahlungen der Stadt leistet. Gerade in Anbetracht dessen, dass ein großer Generalunternehmer alles zu einem (Vorteils-) Preis erledigt. Vielleicht wurden da Rabatte gewährt und dem KSC nicht weiter gereicht? Ist ja schön bequem für die Stadt, denn die Pachtzahlungen stehen ja bereits fest bzw. sind an den Höchstbetrag gekoppelt. Wenn dieser aber unterschritten wird müsste sich ja EIGENTLICH die Pachtzahlung reduzieren. Aber will das die Stadt? Dran bleiben ka-news!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   silberahorn
    (10531 Beiträge)

    25.10.2019 14:01 Uhr
    Lieber KSC,
    im Karlsruher Rathaus gelten eigene Gesetze.
    Ich stelle mir das lustig vor, wenn ein Gerichtsvollzieher kommt und in einem Vorzimmer hört: "Woher soll ich wissen ob das stimmt." (= ein dort beliebter Satz, wenn etwas nicht ins Konzept eines Vorgesetzten passt).
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 5 6 (6 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.