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Karlsruhe KSC reicht Klagen gegen Stadt wegen Stadionneubau ein: "Der Verein bedauert diesen Schritt, aber wir waren dazu gezwungen"

Nach jahrelanger Diskussion um ein neues Stadion für den Karlsruher SC dachte man, dass mit der endgültigen Zusage der Stadt und der Gemeinderäte nun endlich Gras über die Sache wachsen könne und der Neubau in Ruhe läuft. Nach dem Zoff um die Tribünendächer nun der nächste Schock: Der KSC hat einstweilige Verfügungen gegen die Stadt eingereicht.

Laut Medienberichten sieht der KSC ein vertragswidriges Verhalten der Stadt, das "gravierende Nachteile für den KSC und eine künftige Nutzbarkeit des Stadions brächten", so ein Bericht der BNN. 

Die Klagen wurden demnach bereits Mitte August am Landgericht Karlsruhe eingereicht, zwei Verhandlungen seien schon vor einem Güterichter verhandelt worden. 

Neues KSC-Stadion
Geplantes KSC-Stadion aus der Vogelperspektive (Animation). | Bild: agn/BAM Sports GmbH

In den eingereichten Verfügungen fordert der Karlsruher SC wohl von der Stadt Karlsruhe über den Vertrag mit dem Totalunternehmeer BAM Sports GmbH informiert zu werden. 

Ein weiterer Knackpunkt seien die Sonderleistungen beim Neubau des Stadions für die der KSC laut Vertrag zwischen dem Verein und der Stadt Karlsruhe zu zahlen hat. Wie die BNN weiter schreiben, argumentiert der KSC, "dass dies für den Verein nicht funktionieren könne, wenn der KSC nicht die entsprechenden vertraglichen Regelungen kenne, was Sonderwünsche sind und was nicht". Daher gebe es Streitigkeiten über zahlreiche Details der Planung, so die BNN weiter. 

Ob der Streit vor Gericht den Bauablauf gefährdet, ist noch unklar. Denn eigentlich sollten in den kommenden Wochen erste Baugenehmigungen erteilt werden, damit die Bauarbeiten für das Stadion im Wildpark planmäßig im Dezember beginnen können. 

+++ Aktualisierung 10.45 Uhr +++

Wie der Karlsruher SC nun in einer Pressemeldung bestätigt, hat der der Verein "um gerichtliche Hilfe gebeten". "Der KSC sah sich am 12. August veranlasst, beim Landgericht Karlsruhe den Erlass von vier einstweiligen Verfügungen zu beantragen. Mit diesen Anträgen auf vorläufigen Rechtsschutz soll verhindert werden, dass durch vertragswidriges Verhalten der Stadt Karlsruhe beim Stadion-Neubau Fakten geschaffen werden, die zu gravierenden Nachteilen sowohl für die Zuschauer und Kunden als auch für den KSC führen würden und unumkehrbar wären", schreibt der Club in seiner Mitteilung an die Presse. 

Die vier Anträge im Wortlaut: 

 

  1. Der KSC hat auf Grundlage der geschlossenen Verträge einen "umfassenden Informationsanspruch" sowie einen Anspruch auf Übergabe von Terminplänen gegen die Stadt Karlsruhe. Auf dieser Basis verlangt der KSC die Herausgabe des sogenannten "Totalunternehmervertrags", der zwischen der Stadt Karlsruhe und der ausführenden Baufirma geschlossen wurde, der Terminpläne mit der Baufirma und des eingereichten Bauantrags.
    Weiter wird die Herausgabe der Nachtragsunterlagen verlangt, die zur Prüfung der Nachtragsangebote des Totalunternehmers, die vom KSC bezahlt werden sollen, erforderlich sind.
    Diese Informationen sind für die Vertragsabwicklung essentiell, auch damit der KSC seinerseits seine vertraglichen Mitwirkungspflichten gegenüber der Stadt erfüllen kann. Trotz mehrfacher und seit Monaten geäußerter mündlicher und schriftlicher Bitten unter Fristsetzungen legt die Stadt Karlsruhe dem KSC wesentliche Vertragsdokumente nicht vor und ignoriert den vertraglich bestehenden Informationsanspruch des KSC.
     
  2. Der KSC hat auf Grundlage des Pachtvertrages einen Rechtsanspruch, Sonderleistungen beim Stadion-Neubau planen und ausführen zu lassen, die der KSC dann selbst finanziert. Beispiele dafür sind die Festverkabelung der Kamerapositionen, die Erweiterung der sanitären Anlagen der Heimkabine oder die Klimatisierung des Fanshops und der Clubgaststätte.
    Im sogenannten Entwicklungsvertrag ist genau geregelt, wie bei der Umsetzung dieser Sonderleistungen vorzugehen ist. Den Abschluss der dazu notwendigen Ergänzungsvereinbarungen verhindert die Stadt Karlsruhe dadurch, dass sie diese von unzulässigen Bedingungen abhängig macht. Damit verhindert sie, dass notwendige Bauleistungen geplant und ausgeführt werden. Diese vertragswidrige Vorgehensweise muss der Stadt gerichtlich untersagt werden.
     
  3. Der KSC hat mit der Stadt Karlsruhe in einer sogenannten Funktionalen Leistungsbeschreibung zum Pachtvertrag die wesentlichen technischen und funktionalen Merkmale für den Stadionneubau vereinbart. Unter anderem ist dort festgelegt, dass der Bühnenbereich des Business-Raums insbesondere bei größeren Veranstaltungen frei einsehbar sein muss.
    Die bisherige Planung wird dem nicht gerecht. Die Stadt Karlsruhe hat als Bauherrin einen Bauantrag eingereicht, in dem der gesamte Business-Bereich mit einem durchgängigen Raster von Betonstützen überzogen ist. Um die Nutzbarkeit des Business-Bereiches für Veranstaltungen sicherzustellen, muss die vorliegende Planung geändert werden.
     
  4. Nach den geschlossenen Verträgen hat der KSC die Planung für alle 21 Kioske in der neuen Stadionpromenade beizustellen. Diese Zuarbeit des KSC durch Vorlage eines Betriebskonzeptes für diese Gastronomie ist festgelegt und erforderlich.
    Nachdem die Stadt es zunächst versäumt hat, dieses Gastronomiekonzept rechtzeitig vom KSC abzufragen, weigert sie sich, das inzwischen vorliegende Konzept des KSC umzusetzen und macht dies von der Übernahme zusätzlicher Kosten abhängig, worauf nach den Verträgen kein Anspruch besteht. Es besteht somit die Gefahr, dass das Betriebskonzept des KSC nicht umgesetzt wird und damit eine angemessene gastronomische Versorgung von über 90 Prozent der Stadionbesucher nicht funktioniert.

 

Auch das Präsidium um Präsident Ingo Wellenreuther äußert sich zum Vorgehen des Vereins: "Der KSC bedauert es außerordentlich, dass der Verein aufgrund des vertragswidrigen Verhaltens der Stadt Karlsruhe gezwungen ist, gerichtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, um sowohl seine vertraglichen Rechte durchzusetzen als auch um ein funktional taugliches und zeitgemäßes Stadion zu realisieren", so das KSC-Präsidium um Ingo Wellenreuther, Günter Pilarsky und Holger Siegmund-Schultze sowie die Geschäftsführung der KSC Betriebsgesellschaft Stadion mbH.

Bild: Thomas Riedel

"Im Übrigen sind wir aus rechtlichen Gründen gezwungen, um vorläufigen Rechtsschutz bei Gericht zu bitten, um uns nicht regresspflichtig zu machen und die Rechte der Mitglieder zu wahren. In den beiden bisher vor dem Landgericht Karlsruhe geführten Güteverhandlungen mit der Stadt konnte leider noch keine Einigung erzielt werden", so die Verantwortlichen des KSC in der Pressemeldung am Freitagvormittag. 

Da es sich um schwebende Verfahren handelt, so geht aus der Mitteilung weiter hervor, kann sich der Karlsruher SC zum weiteren Verlauf nicht äußern. 

+++ Aktualisierung 11.45 Uhr +++

Mittlerweile hat sich auch die Stadt in einer schriftlichen Pressemeldung zum Sachstand geäußert. Am 23. September wird vor dem Landgericht Karlsruhe das Verfahren verhandelt, daher "kann sich die Stadt Karlsruhe zu den Vorgängen um den Bau des neuen Fußballstadions im Wildpark nur sehr zurückhaltend äußern", heißt es in der Pressemitteilung. 

Allerdings bestätigt die Stadt, dass der KSC am 12. August vier einstweilige Verfügungen beantragt hat. "Derzeit bemühen sich die Parteien darum, gütliche Lösungen im Verhandlungswege abzustimmen", so die Stadt Karlsruhe.

Inhaltlich geht es um vier Themenbereiche:

 

  1. Herausgabe bestimmter Unterlagen
     
  2. Unterschiedliche Interpretationen von vertraglichen Vereinbarungen
     
  3. Kioskplanung
     
  4. Wegfall von Stützen im Businessbereich

 

Laut Stadt wurden sowohl die Mitglieder des Betriebsausschusses Eigenbetrieb "Fußballstadion im Wildpark" (Eibs) als auch die Fraktionen des Gemeinderats über den Sachstand der Angelegenheit schriftlich informiert.

 


Mehr zum Thema: 

Der lange Weg zum Stadionneubau - was bisher geschah: Die Chronik zum Nachlesen. 

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KSC-Stadion: Aktuelle Nachrichten zum KSC-Stadion und dem geplanten Um- und Neubau im Wildpark. Alle Informationen zu Fläche, Miete und Größe und alle Neuigkeiten zum städtischen Eigenbetrieb und dem Vergabeverfahren.
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  •   jojo
    (662 Beiträge)

    15.09.2019 13:22 Uhr
    Beide,
    sowohl die Stadt, als auch der Verein, geben ein Bild der Jämmerlichkeit ab, das nicht zu überbieten ist. Oder handelt es sich etwa um die persönlichen Zwistigkeiten zweier Protagonisten, die sich eh spinnefeind sind und ihren Dissens zu Lasten aller anderen ausfechten? Dann bleibt nur zu hoffen, das beide Alphatiere von den Gremien oder den Wählern dahin geschickt werden, wo sie hingehören: In die Wüste!
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  •   Consigliere
    (345 Beiträge)

    15.09.2019 09:27 Uhr
    Der Frosch und der Skorpion
    Ein Skorpion wollte einen Fluss überqueren. Da traf er am Ufer einen Frosch und bat diesen:
    „Lieber Frosch, nimm mich bitte auf deinem Rücken mit zum anderen Ufer!“
    „Ich bin doch nicht lebensmüde. Wenn wir dann auf dem Wasser sind und du mich stichst, dann muss ich sterben“, entgegnete ihm der Frosch.
    „Wie könnt ich dich stechen, dann gehen wir ja beide unter und müssen beide sterben“, antwortete der Skorpion.
    Der Frosch überlegte und sagte: „Ja, da hast du wohl recht. Steig auf meinen Rücken.“
    Kaum sind sie einige Meter geschwommen, spürte der Frosch einen stechenden Schmerz und er schrie: „Jetzt hast du mich doch gestochen. Wir müssen beide sterben!“
    Der Skorpion: „Ja, tut mir leid. Aber ich bin ein Skorpion und Skorpione stechen nun mal!“
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  •   Consigliere
    (345 Beiträge)

    15.09.2019 09:31 Uhr
    Man beißt nicht in die Hand, die einen füttert
    Hr. Mentrup aus solchen Geschichten kann man viel lernen wenn man mit einem I.W. verhandelt....
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  •   Weichei
    (407 Beiträge)

    14.09.2019 20:09 Uhr
    Immer nur Klagen
    Dabei waere doch Alles so einfach. Die KSC fans sollten ein Konzert geben. Mit den Eintritsgeldern koennte ein Stadion gebaut werden, dass alle anderen Vereine vor Neid erblassen wuerden.
    Diese Lieder wuerden die Nr. 1 auf allen Hitparaden sein
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  •   Weichei
    (407 Beiträge)

    14.09.2019 20:26 Uhr
    Um nicht zu eintoenig zu wirken
    Dieses Lied
    Passt zum KSC eigentlich besser.
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  •   max
    (202 Beiträge)

    14.09.2019 14:42 Uhr
    Man sollte sich die Frage stellen,
    wer eigentlich das Stadion baut und wer Mieter ist. Der klamme Mieter sollte sich schon einmal nicht abheben, denn die Stadt Karlsruhe und wir Bürger bezahlen doch alles. Wer Mio`s an die Spieler zahlen kann, der sollte sich nicht so aufplustern wie es mal wieder I.W. tut. Der KSC kann Vorschläge einbringen, das ist sein gutes Recht, wenn alles dem finanziellen Rahmen entspricht. Aber, das wars. So wie ich weiss, liegt ja nochmals ein Verfahren bei den Gerichten. Na ja, der KSC, bzw. die Vereinsführung muss es ja haben.
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  •   melotronix
    (2917 Beiträge)

    14.09.2019 12:48 Uhr
    ich kann es nicht glauben..
    ..das die Stadt ein Stadion ineffizient und und ohne wirtschaftlichen Weitblick baut.
    Was passiert denn, wenn der KSC nach Einsicht in die Pläne feststellt, dass bestimmt Inhalte
    nicht nach dem eigenen Gusto festgeschrieben sind. Dann verzögert sich das ganze. Baustop, im schlimmsten Falle möglicherweise Straf.- bzw. Konventionalstrafen. Warum soll die Stadt wie heute in den BNN geschrieben die Hospitalityräume so gestalten, dass Veranstaltungen nicht möglich sind, wegen zu vielen Stützträgern? Anordnungen von Kiosken die angeblich zu geballt gestellt wären und bei Spielen mit grossem Andrang zu unnötigen Wartezeiten führen würden.
    Leute....Leute.... das sind Punkte, die sind bei anderen Stadionplanungen schon lange eingetütet bevor der erste Bagger anrückt. Was ist das bloss wieder für ein Theater? Warum haben wir nicht vernünftige Menschen, die sich an den Tisch setzen, aushandeln und dann aber auch dafür grade stehen was sie unterschrieben haben.
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  •   Garrincha
    (500 Beiträge)

    14.09.2019 07:41 Uhr
    nur noch ekelhaft was hier die KSC-Vereinsführung wieder abliefert
    und wie oft wurde unser OB Frank Mentrup vor einer Zusammenarbeit mit I. Wellenreuther gewarnt!
    Der Steuerzahler muss letzendlich für diesen ganzen unverschämten Zirkus aufkommen, das ist doch eine Schande.
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  •   Robert1959
    (1952 Beiträge)

    13.09.2019 23:49 Uhr
    Nicht nur die Stadt und den KSC!
    Auch wir Steuerzahler haben ein Recht darauf, was gebaut wird! Man sollte das neue Stadion so planen, dass es bezugsfertig ist und nicht gleich noch einmal umgebaut werden muss, und dann wieder auf Kosten des Steuerzahlers!
    Ich erwarte von der Stadt, dass sie mit dem KSC zusammen arbeitet ohne wenn und aber.
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  •   Bimbo
    (190 Beiträge)

    13.09.2019 15:39 Uhr
    Fordern, Fordern, Fordern
    nur das kann der KSC!
    KSC trägt den Baukosten so gut wie nichts bei!
    KSC war und ist nicht in der Lage Parkhausbau selbst zu finazieren!
    KSC wird zu 100% mit ca. 150 Millionen Euro aus STEUERGELDERN Subentioniert!

    Ein Verein, der Finanziell sich diese Pachtvertäge nicht leisten kann!
    Ein Verein, der in Vergangenheit immer wieder duch schlechte Zahlungsmoral aufgefallen ist!
    Ein Verein, der durch mangelhafte Sportliche Leistungen glänzt ABER
    dafür mit tollen Gewaltexcesen,
    dafür mit massenhaften Zerstörung des allgemein/privat Eigentums (bemalte Brücken, Verteilerkästen usw.)
    dafür als Problem Verein in der Fußballiga und Polizei gilt!

    Ich fordere sofortige beendigung der Finanzierung des Stadions aus Steuergeldern!
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