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Karlsruhe Ausverkauf im Stadion? Was der KSC alles veräußert und wofür das Geld verwendet wird

Beim KSC scheint Ausverkauf zu herrschen - zumindest hatte der gemeine Fußballfan noch nie mehr Auswahl, seinem Lieblingsverein näher zu kommen als in den vergangenen Monaten. Allein drei Sitzschalen-Aktionen hat der Verein angeboten - Fans konnten die Plastiksitze in der Nord- und Südkurve und in der Gegengerade abschrauben. Seit 2007 versorgt außerdem ein KSC-Auktionshaus den geneigten Fan mit getragener Kleidung des Lieblingsspielers. Doch wofür das alles?

Es gibt den klassischen Fanshop im Stadion, dann gab es vor Beginn der Abrissarbeiten die Aktion mit den Sitzschalen und wer sich im Internet ein wenig umschaut, der findet vom KSC weitere Auktionen. Trikots und andere Fanartikel werden verkauft - doch wofür ist das ganze Geld?

Sitzschalen-Erlöse werden gespendet

Böse Zungen möchten behaupten, der Verein bräuchte jeden Euro, den er bekommen kann. Allein zwölf Millionen Euro kostet der Neubau des Parkhauses, welches der Verein aus eigenen Mitteln stemmen muss. Hinzu kommt die Miete für das neue Stadion.

Die Pachtzahlungen sind ligaabhängig und reichen von 400.000 Euro in der Dritten Liga bis zu 3,5 Millionen Euro in der 1. Liga. Der Bau des Stadions (123 Millionen Euro) wird von der Stadt Karlsruhe - inklusive Landeszuschuss von elf Millionen Euro - finanziert. Es soll Mitte 2022 fertig sein.

Fest steht: Die Einnahmen aus dem Verkauf der Sitzschalen fließen nicht in das neue Stadion. Insgesamt drei Aktionen zum Abschrauben der Sitze hat es im Wildparkstadion gegeben: Vor Beginn des Stadionumbaus konnten Sitze abgebaut werden - die erste Aktion in der Nordkurve startete im November 2018.

Bild: Thomas Riedel

3.000 Sitzschalen der Nordkurve konnten für fünf Euro pro Stück abgeschraubt und mitgenommen werden. Das Geld, sagte der Karlsruher SC vor der ersten Aktion, komme dem KSC-Nachwuchs zu Gute, das Gleiche passierte mit dem Erlös der Südkurven-Sitzen, welche im April für ebenfalls je fünf Euro an Mann und Frau gebracht wurden.

Bild: Thomas Riedel

Im August konnten die Fans dann ihren Lieblingssitz von der Gegengerade mitnehmen: Im Gegensatz zu den Sitzschalen der Nord- und Südkurve gehör(t)en diese der Stadt Karlsruhe. Die Demontage der Gegengeraden-Sitzschalen wurde von der Stadioneigentümerin - der Stadt Karlsruhe - als Spendenaktionen angelegt.

"Der Reinerlös wird zu gleichen Teilen dem Spendenprojekt der Heimstiftung Karlsruhe 'Keine kalten Füße' zur Sanierung des Sybelcentrums für Kinder- und Jugendhilfe und der Jugendarbeit des KSC zur Verfügung gestellt", erläutert der Karlsruher SC das Vorgehen auf seiner Homepage. 

Abriss Gegengerade
Werner Merkel, Betriebsleiter des Eigenbetriebs Fußballstadion im Wildpark (Eibs). | Bild: Hammer Photographie

"Wir dürften das auch gar nicht verkaufen", sagt Werner Merkel, Betriebsleiter des Eigenbetriebs Fußballstadion im Wildpark, gegenüber ka-news.de. Daher habe man den Weg der Spende gewählt - es war ihm wichtig, den Fans ein entsprechendes Angebot zu machen und gleichzeitig eine gute Sache zu unterstützen. 

Wie viel wurde gespendet?

Und wie viel Erlös haben die Sitze eingebracht? In Bezug auf die vom KSC "verkauften" Sitze gibt es auf ka-news.de-Rückfrage keine Zahlen vom Verein. Auch zum KSC-Auktionshaus möchte man sich nicht weiter äußern. 

Schon seit 2007 können Fans des Karlsruher SC Trikots ihrer Idole ersteigern. Damals bewarb der Verein das Online-Auktionshaus mit "Raritäten und Events rund um das aktuelle Geschehen und die Geschichte des Vereins" können ersteigert werden. "Von getragenen Trikots über Erinnerungen an besondere Spiele bis hin zum ausrangierten Fanshop-Anhänger aus dem Wildpark - alles gibt's im Internet", so der Verein vor zwölf Jahren. 

KSC Auktion
Bild: Screenshot ksc.de/ka-news.de

Im Auktionshaus - heute finden sich immer noch viele Fanartikel - vor allem getragene Jacken, Hosen und Trikots. Fans können beispielsweise aktuell auf ein Mousepad mit Autogrammen oder eine Regenjacke, getragen von Damian Roßbach, bieten. Knapp 20 Euro werden dafür aufgerufen, die Versteigerungen dauern noch ein paar Tage an, der Preis könnte also durchaus noch steigen. 

Weitere Aktionen geplant?

"Dazu gibt es nichts weiter zu sagen", so der Pressesprecher des Vereins gegenüber ka-news.de. Schade, denn mit Sicherheit hat der Karlsruher SC da nichts zu verbergen - weiß man doch, dass er sich eigentlich viel und gerne im sozialen Bereich engagiert.

Auskunftsfreudiger ist die Stadt Karlsruhe, allerdings kann auch sie (noch) keine Summe nennen, die unter dem "Verkauf" der Gegengeraden-Sitze steht. Dafür fehle noch die Schlussabrechnung, so Eibs-Betriebsleiter Werner Merkel. Auf Anfrage von ka-news.de bestätigt Merkel jedoch, dass auch für die Haupttribüne solch eine Aktion angedacht sei - hier sei man aber noch weit entfernt von konkreten Planungen. 

Dieser Artikel wurde nachträglich bearbeitet.

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  •   malerdoerfler
    (5691 Beiträge)

    07.09.2019 08:34 Uhr
    Abnehmer scheint es ja genug zu geben
    grinsen
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  •   Mitsch
    (118 Beiträge)

    06.09.2019 17:28 Uhr
    Ist doch schön
    ...und gar nichts Verwerfliches, wenn Wildpark Liebhaber mit dem Erwerb von Sitzschalen Ihrem KSC, der Jugend oder einer anderen Organisation etwas Gutes tun können. Ansonsten würden sie ja eh auf einer Mülldeponie landen. Mir gefällt auch der Sport Auktion Shop, hier kann jeder was Besonderes und auch Eunmaliges finden, was es so gar nicht im Fanshop zu kaufen gibt! Also Daumen hoch...
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