"Durch die Niederlage gegen Lotte hat der KSC einige Sympathien verspielt und ist hinter allen Erwartungen zurückgefallen", analysiert Michael Wiegele vom Fanclub Wildparkjunxx Karlsruhe die vergangene Partie.

Nach der peinlichen 1:3-Heimniederlage gegen Lotte schrillen im Wildpark die Alarmglocken. Der desolate Auftritt gegen die Westfalen war zwar die erste Liga-Pleite im sechsten Spiel, doch ein fader Beigeschmack bleibt. Denn zuvor gab es auch erst einen Sieg. Viermal reichte es nur zu einem Unentschieden.

"Trainer hat sich taktisch verzockt"

Eine Krise nach einer Saison-Niederlage sieht Wiegele aber nicht. "Nach einer Niederlage in der Liga befindet man sich nun in einer sportlichen Krise? Der Trainer hat sich taktisch gegen das Schlusslicht verzockt, aber trotzdem müssen die Spieler auf dem Feld die Leistung abrufen. Ich halte nichts davon, jemandem die Schuld zuzuweisen."

Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

"Zwar konnte das Team erst ein Spiel gewinnen, aber auswärts in Braunschweig und Kaiserslautern zu punkten, ist aus meiner Sicht auf alle Fälle positiv zu bewerten", so Wiegele im Gespräch mit ka-news. Dennoch wäre ein Sieg gegen Lotte aus Sicht der Wildparkjunxx - und wohl aller KSC-Fans - Pflicht gewesen.

Personal-Abgänge im Wildpark: kein Chaos, aber auch kein gutes Image für das Präsidium

Diskussionen über eine sportliche Krise hin oder her - Fakt ist: Am Spielfeldrand hat der Karlsruher SC einige Baustellen, die möglicherweise von den eigentlichen Dingen ablenken: Den Verlust von zwei wichtigen Mitarbeitern - Jugendtrainer Lukas Kwasniok und Ex-Geschäftsführer Helmut Sandrock - will Wiegele jedoch nicht als Chaos bezeichnen.

Der Noch-Geschäftsführer des Karlsruher SC, Helmut Sandrock. Foto: Uli Deck/Archiv
Helmut Sandrock war bis Juli Geschäftsführer des KSC. Foto: Uli Deck/Archiv | Bild: dpa

Auch wenn die offiziellen Umstände nach wie vor nicht bekannt sind. Er gibt allerdings zu: "Dabei steht aus meiner Sicht das Präsidium allerdings nicht gut da." Jüngst wurde auch der Abgang von Pressesprecher Jörg Bock bekannt gegeben.

"Aus wirtschaftlichen Gründen muss man für gutes Geld den einen oder anderen Spieler ziehen lassen"

Für den Verkauf sportlicher Säulen, wie in diesem Jahr Mehlem oder Muslija, zeigt Wildparjunxx-Mitglied Michael Wiegele Verständnis. "Aus wirtschaftlichen Gründen muss man für gutes Geld den einen oder anderen Spieler ziehen lassen und mittelfristig versuchen, ein neues Team aus jungen, hungrigen Spielern aufzubauen."

Florent Muslija
Florent Muslija | Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Wie es aus seiner Sicht für den KSC wieder in die vorderen Tabellen-Gefilde gehen könnte? Darauf hat Wiegele eine klare Antwort: "Der KSC braucht Stabilität auf der Führungsebene, sprich Trainer und Sportdirektor, genauso wie in der Geschäftsführung!"

Stabile Größe für die Mannschaft bleiben die Fans

Jetzt muss der KSC beweisen, dass die peinliche Niederlage gegen Lotte ein Ausrutscher war. Aller Störfeuer zum Trotz: Abseits des Platzes gibt es eine Größe, auf den sich die Mannschaft verlassen kann - ihre Fans. Sie werden ihre Leidensfähigkeit auch in den kommenden Wochen unter Beweis stellen und von Alois Schwartz und seinem Team hoffentlich belohnt werden.

Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

 

ka-news Hintergrund: 
Die Wildparkjunxx sind der erste schwul-lesbische Fanclub des Karlsruher SC. Der Verein ging aus einem 2005 gegründeten Forum hervor und der Fanclub wurde offiziell am 21. Januar 2007 gegründet. Aktuell hat der Verein über 30 Mitglieder. 

Der KSC hat Fanclubs in ganz Deutschland, 33 an der Zahl. Ob in Karlsruhe, München oder im Osten der Republik, überall haben sich Fans der Blau-Weißen zusammengeschlossen, um ihrem Verein im Wildpark oder bei Auswärtsspielen die Daumen zu drücken.  

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