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Das KSC-Jahr 2017: Erst tiefer Sturz, jetzt leichte Hoffnung

Es waren wieder einmal bewegende zwölf Monate beim Karlsruher SC: Was mit großer Euphorie begann, endete in einem tiefem (Ab)sturz in Liga 3. ka-news hat das Jahr 2017 für Sie zusammengefasst - ein Jahresfazit.

Januar: Slomka startet mit viel Rückenwind

Das Jahr 2017 beginnt für den KSC mit großer Euphorie. Die KSC-Verantwortlichen haben Mirko Slomka als neuen Coach in den Wildpark gelockt. Rund 500 Zuschauer sind beim ersten Training vor Ort dabei. Bei der ersten Bewährungsprobe überzeugt der Cheftrainer: Der KSC gewinnt beim Harder13-Cup in Mannheim. Anschließend geht es zum Trainingslager nach Spanien, um sich den Feinschliff für die schwere Rest-Runde zu holen.

 Tatsächlich startet Slomka in die Rückrunde siegreich ! Dazu wird im Januar noch einmal kräftig am Kader gebastelt. So verstärken Oskar Zawada, Fabian Reese, Benedikt Gimber, Jonas Meffert und Stefan Mugosa die Badener. Auch die Dienste von Malik Karaahmet werden sich für die nächste Saison gesichert. Im Nachhinein muss erkannt werden, dass die Personalplanung unglücklich war. Wirklich eingeschlagen hat keiner der Akteure beim KSC. 

Februar: Der tiefe Fall beginnt

So groß die Euphorie im Januar noch war, so knallhart landet der KSC im Folgemonat auf dem Boden der Tatsachen. Einem Remis in Bochum folgt die bittere Pleite bei 1860 München. Das Spiel bei den Löwen hatte im Vorfeld für viel Aufregung gesorgt, da diese dem KSC mit einer Geldstrafe drohten, sollte Stürmer Mugosa eingesetzt werden. Als dann auch noch das Spiel gegen Union Berlin verloren geht, wird es im Umfeld merklich unruhiger.

Das daraufhin folgende 0:5-Debakel auf St. Pauli ruft sogar Trainer-Ikone Winnie Schäfer auf den Plan, der sich enttäuscht und wütend über den Auftritt äußert. Auch Manager Oliver Kreuzer findet deutliche Worte und erklärt: "Das war nicht zweitligatauglich". Eine Einschätzung, die noch ganz bittere Realität werden sollte.  

März: Kurzer Aufschwung, dann gnadenloser Absturz

So bitter die Erkenntnisse im Februar waren, so groß war der Funke Hoffnung, den der KSC mit einem 2:0-Heimsieg gegen Hannover Anfang März entfachte. Doch so ein schwaches Pflänzchen will gepflegt werden. Genau das schafft der KSC im März nicht. Durch die Niederlage in Aue rutschen die Blau-Weißen auf einen Abstiegsrang, sind nach der 0:3-Pleite gegen Düsseldorf sogar Letzter.

Die Karlsruher stolpern zu diesem Zeitpunkt direkt auf Liga drei zu. Auch die Kritik an Slomka wächst langsam. Der zu Beginn als "Messias" gefeierte Trainer konnte keine Wende einleiten. Als dann auch noch das 1:2 gegen Nürnberg folgt, wird es richtig eng für Slomka.

April: Meister übernimmt, kann aber nichts mehr retten

Nach dem Unentschieden gegen Würzburg ist im April der Coach endgültig nicht mehr zu halten. So beginnt der Ostermonat mit einem neuen Trainer. Slomka wird freigestellt, Marc-Patrick Meister soll retten, was noch zu retten ist. Der hätte sich sicher einen einfacheren Einstand gewünscht, mit seiner ersten Partie ging es ausgerechnet nach Stuttgart zum VfB. Erwartungsgemäß waren die Badener dort chancenlos.

Doch nicht nur sportlich läuft es nicht rund beim Baden-Württemberg-Derby. Auch die "Fans" des KSC machen kein gutes Bild, sorgen fast für einen Spielabbruch. Nackenschlag um Nackenschlag folgen. Nach dem 0:1 gegen Heidenheim zieht sich die Schlinge beim KSC immer weiter zu. Es folgt die Pleite beim SV Sandhausen. Längst spekulieren die Fans, wann der KSC auch rechnerisch abgestiegen ist. Nach der Pleite gegen Lautern ist das Schicksal dann besiegelt. Damit endet der April mit einer großen inneren Leere, doch die Saison war noch nicht vorbei. 

Mai: Abschied mit Anstand und der Blick geht nach vorne

Zumindest konnte den KSC-Verantwortlichen in einer Hinsicht kein Vorwurf gemacht werden: Direkt nach dem besiegelten Abstieg, machten sie sich an die Planung, um den direkten Wiederaufstieg anzupacken. Umgehend wird im Mai mit Alexander Siebeck ein Neuzugang präsentiert. Kurz darauf folgt Marc Lorenz, Ende des Monats Kai Bülow. Dazu werden die Talente Marcel Mehlem, Severin Buchta und Florent Muslija an den Verein gebunden

Und auch die Mannschaft präsentiert sich auf ihrer Abschiedstour mit großem Anstand und gewinnt in Fürth - der erste Erfolg unter Meister. Das letzte Heimspiel im Wildpark wird noch einmal etwas ganz Besonderes. Nicht nur, weil es ein Abschied ist, sondern weil die Partie gegen Dresden ohne Stehplatzbesucher ausgetragen wurde.

Das Spiel wurde dann auch ein unglaublicher Kick. Auch wenn der Karlsruher SC sein letztes Heimspiel in der zweiten Liga gegen Dynamo Dresden mit 3:4 (1:3) verloren hat - denn das Spiel hatte eine heiße Anfangsphase und eine noch spannendere Schlussphase!

Und auch in Braunschweig beim letzten Zweitliga-Auftritt für mindestens ein Jahr konnte der KSC noch einmal hoch erhobenen Hauptes den Platz verlassen - trotz einer weiteren Niederlage. Verein und Umfeld rücken nach dem Abstieg wieder enger zusammen, das zeigte sich auch in der Vertragsverlängerung von Hauptsponsor Klaiber Markisen um ein Jahr. 

Juni: Aufbruchsstimmung und neue Positionen

Der Juni ist stets der Monat, in dem Hochbetrieb auf dem Transfermarkt herrscht. Auch beim KSC, der sich in diesen Tagen die Dienste von Dominik Stroh-Engel, David PisotBurak Camoglu, Fabian Schleusener, Anton FinkMarvin Wanitzek, Jonas Föhrenbach und Daniel Gordon sichert. Viele davon waren beim Trainingsauftakt Mitte des Monats dabei.

Viel beeindruckender waren allerdings die rund 2.500 Zuschauer am Trainingsplatz. Ein schönes Zeichen der Fans, dass es nach dem Abstieg gemeinsam wieder nach oben gehen soll. Dazu nimmt in diesem Monat mit Helmut Sandrock erstmals in der KSC-Geschichte ein Geschäftsführer seine Arbeit auf.

Juli: Saisonstart mit neuem Kapitän und ein Problem deutet sich an

In diesem Monat geht es für den KSC ins Trainingslager, um dort die Fitnessgrundlagen zu legen. Dazu fällt Meister eine Entscheidung: Nicht mehr Dirk Orlishausen ist Kapitän, sondern Neuzugang Kai Bülow soll die Mannschaft zukünftig führen. Mitte Juni heißt es für die KSC-Profis dann "Bitte lächeln!" - das neue Mannschaftsfoto wurde geschossen.

Wie groß der Rückhalt für diese neue Truppe vor dem Saisonstart ist, zeigt sich beim Familientag: 20.000 Besucher strömten zum Fan-Fest in den Wildpark. Die "Operation Wiederaufstieg" begann mit einem Unentschieden gegen Osnabrück beim offiziellen Saisonauftakt der 3. Liga. Im folgenden Auswärtsspiel gegen Unterhaching setzte es dann aber eine 2:3-Niederlage. Der Auftakt eines Problems, das den KSC lange Zeit beschäftigen sollte. 

August: Meisters Ende, Trainersuche und ein Schwar(t)zseher

Gegen Wehen Wiesbaden sollte am vierten Spieltag endlich der erste Sieg gelingen. Gefeierter Held wurde hierbei Bülow mit dem entscheidenden Treffer zum 2:1 in der Schlussphase. Doch es war einmal mehr ein kurzes Hochgefühl beim KSC. Im DFB-Pokal setzte es in der Verlängerung eine Pleite gegen Leverkusen, in der Liga kamen die Badener gegen Fortuna Köln unter die Räder.

Das war am Ende zu viel: Der KSC stellt Meister am 20. August von seinen Aufgaben frei. Vorerst übernehmen Christian Eichner und Zlatan Bajramovic die Trainngsarbeit, betreuen das Team auch beim Unentschieden gegen Halle. Im Hintergrund wird eifrig nach einem Nachfolger gesucht. Ganz oben auf der Wunschliste der ka-news-Leser: Dirk Schuster!

Doch die Entscheidung fällt auf einen anderen: Alois Schwartz. Der tritt bei seiner Vorstellung gleich einmal auf die Euphorie-Bremse, erklärt realistisch, dass der Aufstieg schwer werden würde. Seine Spieler sorgen Ende des Monats dann noch einmal für strahlende Kinderaugen:  beim traditionellen FerienSpaß-Training.

 September: KSC entwickelt sich zur Heimmacht

Was schon früh unter dem neuen KSC-Coach deutlich wird: Er ist kein Schönredner, sondern ehrlicher Realist. Durch eine Spielpause hat er viel Zeit, um mit der Mannschaft zu arbeiten. Und immerhin: Schwartz holt bei seiner Premiere den ersten Auswärtspunkt der Saison gegen Chemnitz. Dem folgt ein knapper Heimsieg gegen Lotte.

Dass es immer wieder zu Rückschlägen kommen kann, mussten die KSC-Fans dann viel zu schnell erleben. In Großaspach gibt es trotz engagiertem Auftritt eine Niederlage. Zumindest daheim hat Schwartz seine Mannschaft aber stabilisiert, was der Sieg gegen seinen Ex-Club Erfurt beweist. Auch abseits des Fußballs hat sich in diesem Monat etwas getan: Die Badener gründen eine Darts-Abteilung.

Oktober: Entschuldigende Worte und neuer Trainingsplatz

Das sportliche Auf und Ab sollte sich auch im Oktober fortsetzen. Gleich zum Start gab's eine Niederlage in Meppen. Diese Schwankungen bemängelt auch Schwartz öffentlich. Doch es bleibt dabei: Daheim Hui, auswärts Pfui. Den Siegen gegen Würzburg und Magdeburg steht ein Unentschieden in Münster gegenüber.

Mitte des Monats sorgen zudem extrem ehrliche Worte der Verantwortlichen für Aufsehen. Sowohl Präsident Ingo Wellenreuther als auch Sportdirektor Oliver Kreuzer entschuldigen sich auf der Mitgliederversammlung für den Abstieg. Dazu durften sich die Karlsruher über einen neuen Trainingsplatz mit Kunstrasen freuen, auf dem in den kalten Monaten perfekte Bedingungen herrschen. 

November: Erster Auswärts-Dreier, der Nachwuchs im Blick

Bis in den November muss der KSC warten, ehe in Rostock der Knoten platzte und der erste Auswärtssieg gelingt! Es ist zugleich der Beginn der ersehnten Erfolgsserie: Auch gegen Zwickau  und Spitzenreiter Paderborn gibt es Dreier. Überschattet wird der November allerdings vom tragischen Tod eines KSC-Fans, der auf dem Heimweg folgenschwer niedergeschlagen wurde.

Auf der anderen Seite geben Edmund Becker und Lukas Kwasniok exklusiv bei ka-news Einblicke in ihre Arbeit für den KSC-Nachwuchs.Wie wichtig diese ist, zeigt sich unter anderem an Talenten wie Marcel Mehlem oder Florent Muslija.

Dezember: Ein viel zu plötzliches Ende

Zum Jahresende hin ging dem KSC dann etwas der Saft aus. Sowohl gegen Aalen als auch in Jena fallen keine Tore. Das wollten die Karlsruher im letzten Spiel des Jahres ändern, doch sie werden von ganz oben ausgebremst: Die Partie in Osnabrück muss aufgrund der wetterbedingten Platzverhältnisse ausfallen.

Stattdessen laufen die Wildpark-Jungs in die Winterpause - beim letzten Training des Jahres. Vielleicht sind  sie dabei auch dem ein oder anderen Mülleimer im Schlosspark begegnet. Im Wildparkstadion sind diese dagegen absolute Mangelware. Aber das Thema Stadion ist sowieso ein ganz anderes... 

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  •   Torflut
    (2164 Beiträge)

    01.01.2018 13:43 Uhr
    Neue Spieler
    da wird sich wohl kaum was tun.
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  •   schwarzvoraugen
    (2779 Beiträge)

    30.12.2017 17:18 Uhr
    Herr Kreuzer, Sie sind gefordert
    nach den "Meister-Leistungen" zu Beginn der Saison und den zu vielen Nullnumern der letzten Wochen ist der direkte Wiederaufstieg wohl nicht mehr zu packen. Wohl aber der Relegationsplatz. Die Vereinsfuehrung ist gut beraten genau diesen als Rueckrundenziel auszugeben.

    Dies heisst dann fuer Herrn Schwartzer das Spiel fuer Spiel Gefasel aufzugeben. Damit sind schon ganz Andere gescheitert. Klare Zielsetzung fuer die Rueckrunde, an der ALLE gemessen werden. Dann werden die Nullnummer gegen Mannschaften aus den unteren Tabellenregionen als zwei verlorene Punkte und nicht ein gewonnener Punkt gewertet.

    Herr Kreuzer, die letzten Jahre haben Sie in der Winterpause imer wieder versagt. Nicht Jeder hat im Leben die Chance Versagen der Vergangenheit wieder gutzumachen. Besorgen Sie endlich den offensiven, torgefaehrlichen Mittelfeldspieler, bei neuerlichem Versagen ziehen Sie bitte selbst die erforderlichen Konsequenzen.

    Platz 3 als Ziel. Wer nicht bedingungslos mitzieht aus dem Kader.
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  •   dope
    (71 Beiträge)

    29.12.2017 09:55 Uhr
    Rene Vollath als Titelbild
    ist nicht passend da er diese Saison nicht mehr in der Mannschaft ist.
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  •   RaZheL
    (153 Beiträge)

    28.12.2017 11:46 Uhr
    Wie
    ist denn der aktuelle Stand zum Wildpark? Wird jetzt Anfang 2018 gebaut oder nicht??
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  •   dope
    (71 Beiträge)

    29.12.2017 09:56 Uhr
    .
    es wird bereits gebaut, diverse trainingsplätze in dem gebiet werden schon umgebaut bzw. neu gebaut.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (9781 Beiträge)

    28.12.2017 08:56 Uhr
    den mit den Mülleimern in der
    Dixikloarena hätte man/frau sich aus bekannten Gründen sparen können...
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