Wie soll sich der KSC in Zukunft aufstellen, was ist mit dem Thema Finanzierung aber auch die aktuelle Kritik am Präsidium - das waren die zentralen Diskussionspunkte der Fans und Mitglieder. Fragen, die bei der 1. Zukunftswerkstatt KSC beantwortet werden sollen. Dazu haben die Supporters Karlsruhe eingeladen und etwa 80 Menschen sind diesem Aufruf am Sonntag gefolgt.

1. Zukunftswerkstatt KSC
Bild: Anya Barros

Die Sicht der Fans zeigen

"Zuallererst geht es uns darum, dem KSC als Verein eine Möglichkeit zu geben, auch in Zukunft zu existieren. Einfach mal definieren, was aus unserer Fan-Sicht wichtig ist, dass das klappt. Denn die Leute, die heute hier sind, das sind die, die den Verein schon immer getragen haben und auch in Zukunft unterstützen werden", sagt Marco Fuchs, 2. Vorsitzender der Supporters Karlsruhe gegenüber ka-news.

Marco Fuchs
Marco Fuchs | Bild: Anya Barros

In Zeiten sportlicher Misserfolge - immerhin stehen aus sechs Partien gerade mal sieben Punkte auf dem Konto und in der ersten Runde des DFB-Pokals haben sich die Blau-Weißen ebenfalls nicht mit Ruhm bekleckert - gibt es aber auch abseits des Spielfelds viele Unruhen. Darunter vor allem die aktuelle Kritik an Vereinspräsident Ingo Wellenreuther, die immer lauter wird.

1. Zukunftswerkstatt KSC
Bild: Anya Barros

"Müssen uns in Sachen Präsidium an eigene Nase fassen"

Auch das ist Thema bei diesem sonntäglichen Workshop. "Wer an der Spitze eines Vereines steht, ist oft der erste, der die Kritik abbekommt", weiß Marco Fuchs. Er sieht die alleinige Schuld an der Misere jedoch nicht nur beim Präsidenten. "Letzten Endes besteht der Verein aus mehreren Gremien und vielleicht müssen wir uns alle ein bisschen an die eigene Nase fassen und hinterfragen, ob wir in der Vergangenheit nicht viele Sachen zu rosig gesehen haben", gesteht der Supporters-Vorstand eigene, mögliche Fehler ein. Das wollen Fuchs und die etwa 80 Workshop-Teilnehmer erarbeiten. 

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Doch ganz ohne Kritik am Präsidium kommt auch Marco Fuchs nicht aus. "Die Führung hat in den letzten Jahren aus unserer Sicht nichts für die Zukunft des Vereins getan, dass man das Gefühl hat, dass es überhaupt ein Zukunftskonzept gibt", sagt er gegenüber ka-news.

"In den letzten Wochen ist zwar das Zukunfts-Papier an die Öffentlichkeit gekommen. Aber wir bemängeln die fehlende Transparenz daran. Wir sind der Meinung, wir Fans haben bewiesen, dass wir dem KSC mit unserem Know-How unterstützen und helfen können. Wir wollen der Mitgliederversammlung dann vielleicht auch eine Alternative aufzeigen, wie eine Zukunft aussehen kann!" 

Fans finden es gut, gehört zu werden

Für Michael, Mitglied im KSC-Fanclub "Kampftrinker Karlsruhe", eine gute Möglichkeit, mal den Blickwinkel der Verantwortlichen mit den Ergebnissen des Workshops zu beeinflussen. "Das ist elementar wichtig, denn in jedem guten Betrieb werden die Mitarbeiter gehört und die Betriebe, in denen ein Chef mit eiserner Hand regiert, sind nicht mehr zeitgemäß", weiß der Fußball-Fan. 

Idee gab es schon lange, nun wurde sie umgesetzt

Auch wenn die Zukunftswerkstatt KSC nun zum ersten Mal veranstaltet wird, neu ist die Idee nicht. "Wir haben das vor 20 Jahren schon mal angeboten und haben Mitgliederinititative ins Leben gerufen, bei der wir bereits damals aktiv mit den gleichen Fragen an die Leute rangegangen sind", sagt Martin Löffler, Vorsitzender der Supporters Karlsruhe im Gespräch mit ka-news.

Die Frage nach der Zukunft des Karlsruher Traditionsvereins begleitet den Karlsruher SC schon lange. "Egal unter welchem Präsidium. Daher sind jetzt alle gefordert mitzuarbeiten, denn der KSC ist nicht nur das Präsidium oder der Verwaltungsrat, der KSC, das sind wir!" 

Martin Löffler
Martin Löffler | Bild: Anya Barros

Etwa sechs Stunden soll die Zukunftswerkstatt dauern, zu welchen Ergebnissen die Fans und Mitgliedern kommen, vermag Martin Löffler noch nicht zu sagen. "Was auch immer dabei rauskommt -wir werden den heutigen Tag aufbereiten und dann zuerst dem Präsidium vorstellen, aber das kann ein paar Tage dauern!"

Aus Sicht der Supporters Karlsruhe war der Workshop ein voller Erfolg. "Es waren sehr motivierte und loyale KSC-Freunde aller Art dabei, die sehr engagiert und diszipliniert an der Zukunft des KSC gearbeitet haben", sagt Marco Fuchs nach der 1. Zukunftswerkstatt.

"Es ging gefühlt auch ein Ruck durch die Leute und man erkannte recht schnell, dass ihnen der Verein nicht egal und dessen nachhaltige Zukunftsfähigkeit wichtig ist." Diese Resonanz freut die Organisatoren sehr, für Marco Fuchs und Martin Löffler soll das nicht die einzige Veranstaltung gewesen sein. "Eine Fortsetzung ist gewünscht!"

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