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Karlsruhe Wie fit die KSC-Profis nach der Corona-Zwangspause sind, weiß Athletikcoach Böckler

Der KSC hat nach fast vier Wochen "Corona-Pause" das Training wieder aufgenommen. Zwar unter strengen Auflagen, dennoch sind alle im Kader und Trainerstab froh darüber, wieder auf dem Platz stehen zu dürfen. Auch der "Wildpark-Fitmacher", KSC-Athletikcoach Florian Böckler.

Der hatte auch während der Zeit im "Homeoffice" richtig viel Arbeit. Der Athletikspezialist hat die Trainingspläne erarbeitet, die von den KSC-Profis während der Trainingspause abzuarbeiten waren und hat deren Umsetzung mithilfe von GPS-Uhren kontrolliert. Dass er der einzige im KSC-Trainerteam war, der während der Corona-Zwangspause mehr arbeiten musste als gewöhnlich, kommentiert er schmunzelnd: "Genauso ist es!"

Dann fügt der 31-Jährige flugs hinzu: "Im Ernst: Wir waren alle sehr beschäftigt, ich am meisten mit der Mannschaft. Aber immer im Austausch mit allen im Trainerteam." Böckler bescheinigt den Profis: "Alle waren sehr fleißig, sehr diszipliniert." Eine gute Basis, fußball-fit und spielfähig zu werden.

Richtige Ernährung wichtig

Wie lange es dauert bis jeder wieder topfit ist, das könne man genau nicht sagen. "Es gibt keine Erfahrungswerte. Wir wollten einen Laktattest machen, aber das geht im Moment leider nicht. Ich vermute, man braucht für die fußballerische Fitness rund zwei, drei Wochen. Man muss die verloren gegangene spezifische Fitness wieder erarbeiten." Wichtig während der Zwangspause war für die Profis auch die richtige Ernährung, um keine Fettpölsterchen anzulegen.

Cchristian Eichner (KSC Co-Trainer) und Florian Böckler (KSC Athletik-Trainer)
Christian Eichner (KSC-Trainer) und Florian Böckler (KSC-Athletik-Trainer). | Bild: TMC-Fotografie

Auch auf diesem Gebiet waren die Profis professionell. Böckler kann das beurteilen, denn auch auf diesem Terrain verfügt er über eine hohe Kompetenz. "Während meines Sport-Studiums an der Uni in Karlsruhe gab es dazu etliche Vorlesungen und Vorträge. Dann habe ich viel Fachliteratur gelesen, Fortbildungen besucht. Das ist ein wichtiges Gebiet, das mich sehr interessiert", sagt er dazu.

Böckler, der ein guter Turner war, Fußball aber nur hobbymäßig spielte, ist seit vier Jahren beim KSC angestellt. Der damalige Sportdirektor Jens Todt hatte ihm den Kontrakt gegeben, auf Empfehlung von Ex-Coach Markus Kauczinski. In dieser Zeit arbeitete Böckler mit sieben Trainern zusammen. "Ich habe dabei jeden Typus erlebt, von Old School über autoritär bis hin zum Laptop Trainer." Konkreter wollte er dazu nicht werden.

"Nicht mehr nur für Grundlagen zuständig"

Unter dem momentanen Cheftrainer Christian Eichner wurden seine Aufgaben komplexer. Eigentlich besteht sein exakter Aufgabenbereich darin, die Komplexe Aufwärmen und cool down, dazu die Kraft, Ausdauer- und Schnelligkeitsbereiche abzudecken. "Ich bin nicht mehr nicht nur für diese Grundlagen zuständig, sondern auch in der gesamten Trainingssteuerung integriert. Ich habe mehr Verantwortung, es ist umfangreicher und ich bin mehr in Entscheidungen eingebunden."

Florian Böckler (KSC Athletik-Trainer) wärmt die Mannschaft auf.
Florian Böckler (KSC Athletik-Trainer) wärmt die Mannschaft auf. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Coach Eichner lobt seinen Athletikspezialisten: "Ich schätze seine Arbeit, seine Kompetenz. Wichtig ist auch sein Nicht-Fußballer-Blick. Im Trainerbüro sind fast nur Ex-Profis, dann ist ein Blick aus einer anderen Ecke, eine Sichtweise, die über den Tellerrand hinausgeht, gut. Andere Ansichten können befruchtend sein."

Auch bei den Spielern genießt Böckler, der am KIT in Karlsruhe Sportwissenschaften studierte, hohes Ansehen. Abwehrchef Daniel Gordon gerät geradezu ins Schwärmen: "Er ist sehr akribisch, sehr fleißig und hat eine gute Mischung zwischen der notwendigen Ernsthaftigkeit und dem Spaß. Er ist fachlich richtig gut. Seit er beim KSC ist, gibt es wenig Muskelverletzungen. Das ist ein Beweis für seine gute Arbeit." Hin und wieder müsse er aber "einen Shitstorm aushalten, wenn er uns auf einen ungeliebten Lauf schickt, aber damit kann er umgehen, auch das ist Ok."

"Bin kein Stadtmensch"

Beim KSC fühlt er sich rundum wohl. Aber die Stadt Karlsruhe war nichts für den Murgtäler, der aus Gaggenau-Michelbach stammt. "Ich habe drei Jahre in Karlsruhe gewohnt und immer mehr bemerkt: Ich bin nun mal kein Stadtmensch. Die Familie, die Freunde, die wohnen in Michelbach. Ich wurde zwar in Malsch geboren, kam aber im Alter von einem Tag nach Michelbach. Daher bin ich zurückgekehrt, wohne seit einem Jahr wieder in Michelbach, habe mir dort ein Haus gekauft."

Anton Fink (KSC 30) mit Florian Böckler (KSC Athletik-Trainer) im Dialog.
Anton Fink (KSC 30) mit Florian Böckler (KSC Athletik-Trainer) im Dialog. | Bild: Carmele/ TMC-Fotografie

Kontakte zu lokalen Fußballvereinen hat er mäßig. "Ich kenne zum Beispiel die Verantwortlichen vom SV Michelbach." Da es sich in der Region rumgesprochen hat, dass es da im Fachwerkdorf Michelbach einen gibt, der beim KSC arbeitet, gibt es Klubs in Baden, die seine Kompetenz nutzen wollen. "Es hat schon einige Anfragen gegeben, ob ich mal eine Trainingseinheit leiten könnte. Ich gebe gerne Ratschläge, aber auf dem Platz stand ich hier noch nie. Der Grund ist ganz einfach: Aus Zeitgründen hat das bisher nicht gepasst."

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