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Karlsruhe/Frankfurt Pyro-Show zum Wildparkabschied: Verfahren eingestellt, KSC zahlt Strafe für den guten Zweck

Etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass der Karlsruher SC und die Fans Abschied vom alten Wildpark gefeiert haben. Der Hauptakteur: Dutzende Bengalos wurden gezündet, die Zuschauer feierten die Aktion der Supporters. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sah das anders, ermittelte gegen den KSC. Nach mehreren Verhandlungen wurde das Verfahren nun eingestellt. Zahlen muss der KSC trotzdem.

Wie der KSC am Dienstagmittag in einer Pressemeldung mitteilt, wurde das Verfahren gegen den Karlsruher SC eingestellt. Das Bundesgericht ging in der Verhandlung am Dienstag eher von einer Genehmigungspflicht der zweiten Veranstaltung der Supporters aus als vom Gegenteil und stellte in Aussicht, dass sich daraus in der Folge weitere Verfahren ergeben könnten. Nach einer über zweistündigen Verhandlung, in der beiden Seiten ihre Rechtsstandpunkte dargelegt hatten, hat dann das Bundesgericht das Urteil aufgehoben und das Verfahren eingestellt.

Im Gegenzug verpflichtet sich der KSC zur Zahlung von 3.000 Euro an die DFB-Kulturstiftung mit dem Zweck, das Geld für die Fan- und Erinnerungskultur zu verwenden. Dies hat das Gericht auch im Protokoll ausdrücklich aufgenommen.

Bild: Thomas Riedel

"Festzuhalten ist, dass es sich bei der Abschiedsfeier 'Danke, Wildparkstadion!' um eine eigenständige Veranstaltung der Supporters Karlsruhe gehandelt hat, die ordnungsgemäß vorbereitet und beanstandungsfrei durchgeführt wurde. Da der KSC aus dieser Veranstaltung der Supporters über das Catering wirtschaftliche Vorteile erzielt hat, spenden wir gerne diesen Betrag, um die Fan- und Erinnerungskultur zu unterstützen", erklärten KSC-Präsident Ingo Wellenreuther und KSC-Geschäftsführer Michael Becker, die an der Verhandlung in Frankfurt teilgenommen hatten.

"Wir finden es sehr positiv, dass der KSC gemeinsam mit uns als Supporters Karlsruhe alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft hat, um gegen die erstinstanzliche Verurteilung durch das DFB-Sportgericht vorzugehen", sagte Marco Fuchs, 1. Vorsitzender der Supporters, der ebenfalls bei der Verhandlung anwesend war und sich aktiv einbringen konnte. "Angesichts der unsicheren Rechtslage war es uns wichtig, dass die Zahlung des Geldbetrages sinnvoll verwendet wird. Positiv ist, dass das Geld über die DFB-Kulturstiftung wieder in die Fanarbeit nach Karlsruhe zurückfließen kann. Dafür werden sich die Supporters als Fan-Dachverband gemeinsam mit dem KSC als Verein nachhaltig einsetzen."

 

ka-news-Hintergrund

Die mündliche Verhandlung gegen den KSC fand am 8. August vor dem Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Frankfurter Hermann-Neuberger-Haus in Frankfurt statt. Mündlich wird die Sportstrafsache gegen Zweitliga-Aufsteiger Karlsruher SC verhandelt.

Geleitet wurde die Verhandlung von Stephan Oberholz, dem stellvertretenden Vorsitzenden des DFB-Sportgerichts. Zur Verhandlung kommen die Geschehnisse nach dem Drittligaspiel gegen die Würzburger Kickers am 3. November 2018.

"Im Rahmen der Verabschiedung des alten Wildparkstadions wurden seinerzeit auch pyrotechnische Gegenstände gezündet. Fraglich ist insbesondere, ob der Karlsruher SC in diesem Zusammenhang gegen formelle Genehmigungspflichten verstoßen hat", so der DFB auf seiner Homepage.
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  •   max
    (205 Beiträge)

    20.11.2019 16:30 Uhr
    Hallo, wo leben wir eigentlich,
    die Stadt Karlsruhe, bzw. die Polizeibehörde hat ja zur Veranstaltung gesagtr, dann kann doch ein DFB micht NEIN sagen und Geld verlangen. Ja, I.W. wo bleibt da der Gerechtigkeitssinn ? Gegen die Stadt Klagen, aber gegen den DFB schlucken, das geht nicht. Noch ist die Stadt Eigentümerin des Wildparkstadions und die Kann Genehmigungen erteilen und zwar nach Spielende. Ich würde den Sponsoren einmal raten, für solche Eigenmächrigkeiten von Seiten I.W. keine Gelder mehr locker zu machen. DFB - "MAFIA. "KSC soll erst einmal seinen Verpflichtungen nachkommen.
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  •   M.S.
    (330 Beiträge)

    20.11.2019 07:26 Uhr
    Das ist
    ja eigentlich ein Schuldeingeständnis.....
    Ich kann ja Fussball und insbesondere das Wirken der KSC-Funktionäre nicht ausstehen, aber was sich der DFB da erlaubt ist ja langsam wirklich lächerlich.
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  •   Senfdazu
    (245 Beiträge)

    20.11.2019 05:54 Uhr
    😎
    "Positiv ist, dass das Geld über die DFB-Kulturstiftung wieder in die Fanarbeit nach Karlsruhe zurückfließen kann." Fakt wird sein, es fließt nix zurück, sondern das Geld versickert irgendwo bei den armen DFB-Funktionären.
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  •   DerSpinner
    (2040 Beiträge)

    20.11.2019 02:30 Uhr
    Oha
    Deutschland zeigt mit dem Finger auf andere Nationen wegen Korruption.
    Wir haben den DFB, das Verteidigungsministerium (wo die Schuldigen im Rahmen der Immunität nach Brüssel abgeschoben wurden), die PKW Maut mit dem Söder uvm....

    Was soll man da noch sagen?
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  •   andi-b7
    (3012 Beiträge)

    19.11.2019 17:55 Uhr
    Abhaken ein Problem weniger weiter geht's
    3er in der verbotenen Stadt einfahren und alles ist gut.

    Auf geht's Karlsruhe 😎 💯💙 Zum Auswärtssieg
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  •   patrickkk
    (1416 Beiträge)

    19.11.2019 17:51 Uhr
    ...
    Die "Strafe" ist ja nur damit der DfB noch irgendwie halbwegs Gesicht wahren kann (geht ja schließlich an diejenigen die der DfB verurteilen wollte :D).

    Hier haben der KSC und die Fans alles richtig gemacht und der Wildpark hatte seinen würdigen Abschied.
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  •   max
    (205 Beiträge)

    20.11.2019 16:35 Uhr
    Nein,
    der DFB ist eine MAFIA. korrupt und selbstherrlich.
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  •   Schattegustl
    (143 Beiträge)

    19.11.2019 18:16 Uhr
    Wie in echt
    So läuft das nicht nur vor dem Mickimausgericht DFB sondern auch bei den echten

    Armer Rechtsstaat.
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  •   andip
    (9903 Beiträge)

    20.11.2019 12:10 Uhr
    Wieso armer Rechtsstaat?
    Wenn man Verfahren nicht gegen Auflage einstellen könnte, würden Prozesse ewig länger dauern und auch wesentlich mehr kosten.
    Das macht man sowieso nur in solchen Verfahren, bei denen man nie genau herausfinden würde, was eigentlich wirklich passiert ist.
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  •   Micha
    (23 Beiträge)

    19.11.2019 17:31 Uhr
    Kuhhandel
    Keine Strafe, dafür ein freiwiller Beitag in Höhe der Strafe! Also ein Freispruch mit sehr miesem Beigeschmack...
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