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Karlsruhe "Wohl des Vereins steht an erster Stelle": Stellungnahme von KSC-Präsident Ingo Wellenreuther

Das "Bündnis-KSC" möchte den Verein mit sechs Millionen Euro, die in KSC-Aktien angelegt werden sollen, vor der Insolvenz bewahren. Dafür bittet das Bündnis allerdings, dass Präsident Ingo Wellenreuther von seinen Ämtern zurücktritt. Nun hat sich Wellenreuther selbst zu Wort gemeldet.

Die Stellungnahme von Präsident Ingo Wellenreuther im Wortlaut: 

Seit einigen Tagen ist mir bekannt, dass ein anonymer Personenkreis, das sogenannte "Bündnis-KSC", bereit sein soll, dem Karlsruher SC zur Vermeidung einer Insolvenz finanzielle Mittel in Höhe von sechs Millionen Euro bereitzustellen. Da ich von Anfang an der Meinung war und auch immer noch bin, dass vor dem Gang in eine Insolvenz - auch in eine Insolvenz in Eigenverwaltung - zunächst mit allen Kräften und Mitteln versucht werden sollte, eine Zahlungsunfähigkeit abzuwenden, begrüße ich jedes Engagement, das zu diesem Ziel beitragen kann.

Hierzu gehört natürlich auch ein Angebot des "Bündnis-KSC". Entgegen der Aussage in seiner Pressemitteilung vom 07. Mai 2020, hat das "Bündnis-KSC" seine Bereitschaft zur finanziellen Rettung des KSC allerdings nicht an eine entsprechend formulierte "Bitte" geknüpft, ich möge das Amt des Präsidenten des KSC e.V. niederlegen. Das "Bündnis-KSC" ließ durch seinen Rechtsanwalt vielmehr mit Schreiben vom 05. Mai 2020 mitteilen, dass Zahlungsbereitschaft nur unter der Bedingung bestehe, dass ich drei Tage später, also heute am 08. Mai 2020, meinen Rücktritt erkläre.

In einem Schreiben vom 07. Mai 2020 ließ das "Bündnis-KSC" durch seinen Rechtsanwalt schriftlich ausrichten, ich erhielte die Gelegenheit, meinen Rücktritt am 14. Mai 2020, also am Vortag der außerordentlichen Mitgliederversammlung des KSC e.V., in einer im Vorfeld mit dem "Bündnis-KSC" abgestimmten Videobotschaft den Mitgliedern und der Öffentlichkeit bekannt zu geben. Weiter ließ das "Bündnis-KSC" in seinem Anwaltsschreiben vom 07. Mai 2020 ausrichten, dass die Zustimmung "der Beteiligten" hierzu am selben Tage "bis spätestens 17.30 Uhr" zu übermitteln sei.

Nachdem ich dieser Forderung nicht innerhalb der nur wenige Stunden betragenden Frist nachgekommen bin, hat der Rechtsanwalt des Bündnisses die verstrichene Frist mit Schreiben vom heutigen 08. Mai 2020 bis Sonntag, den 10. Mai 2020 um 12 Uhr verlängert. Meiner mehrmaligen Bitte, dem KSC und seinen Gremien mitzuteilen, welche Personen und/oder Unternehmen sich unter der Bezeichnung "Bündnis-KSC" zusammengeschlossen haben und welche Personen und/oder Unternehmen in welcher Höhe Anteile der KSC GmbH & Co. KGaA erwerben wollen, ist bis zum heutigen Tage nicht entsprochen worden.

Über die Gründe hierfür kann man nur spekulieren. Oberste Prämisse in meiner Funktion als Präsident des KSC war und ist es stets, dass das Wohl des Vereins an erster Stelle zu stehen hat. In diesem Sinne wäre ich grundsätzlich auch bereit, zum Wohle des KSC mein Amt als Präsident niederzulegen, wenn dies Voraussetzung dafür wäre, dringend benötigte und anderweitig nicht rechtzeitig zu erlangende finanzielle Mittel für den KSC zu erhalten und ein geeigneter Nachfolger bereit stünde.

Einen solchen Schritt behalte ich mir zum Wohle des KSC ausdrücklich vor, obwohl ich erst vor knapp einem halben Jahr in einer demokratischen Wahl von den Mitgliedern des KSC zum vierten Mal in zehn Jahren zum Vereinspräsidenten gewählt worden bin. Mit dieser Wahl und dem damit verbundenen und von mir angenommenen Auftrag, die nächsten drei Jahre die Interessen des KSC zu wahren, geht eine erhebliche Verantwortung einher.

Dieser Verantwortung werde ich mich nicht einfach deswegen entziehen, weil eine entsprechende Forderung durch eine anonyme Gruppe von Personen erhoben wird, die ohne jede Transparenz und ohne Beleg behaupten, sie verfügten über erhebliche Finanzmittel und wollten diese dem KSC zuführen. Eine Amtsniederlegung widerspräche dem auf der letzten Mitgliederversammlung des KSC e.V. zum Ausdruck gebrachten Mehrheitswillen.

Sie kann deshalb nur dann in Frage kommen, wenn sämtlichen gewählten Gremien des KSC e.V. und seiner Tochtergesellschaften die Prüfung ermöglicht wird, welche Personen und/oder Unternehmen Anteile an der KSC GmbH & Co. KGaA erwerben wollen. Dieser Prüfungsauftrag und diese Prüfungspflicht war den Mitgliedern im Rahmen ihrer Zustimmung zur Ausgliederung der Abteilung der Fußballprofis - zu Recht - besonders wichtig und es ist meine Aufgabe und diejenige aller gewählten Vertretern in den KSC-Gremien, dieser Verantwortung gerecht zu werden.

Es entspricht nicht meinem Amtsverständnis, einer mit kürzester Fristsetzung durch einen anonymen Personenkreis erhobenen Forderung nachzukommen und damit eine demokratische Wahlentscheidung der Mitgliederversammlung durch die Erklärung der Niederlegung des mir anvertrauten Amtes rückgängig zu machen. Dies gilt auch dann, wenn im Gegenzug für die verlangte Amtsniederlegung die Aussicht einer finanziellen Unterstützung des KSC durch einen Kreis anonymer Anteilserwerber in den Raum gestellt wird. Auch dem Amtsverständnis anderer gewählter Vertreter des KSC entspricht dies nicht.

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  •   Kopfschüttler
    (200 Beiträge)

    10.05.2020 10:24 Uhr
    Mensch Ingo
    Gib das Präsidentenamt auf. Der Selbstbedinungsladen in Berlin ist sicher auch nicht so schlecht. Wirst sicherlich auch noch ein paar weitere Lobbyisten finden die dir ein angenehmes Zusatzeinkommen generieren. Sprich mal mit Fischer, Schröder und vielen weiteren.
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  •   tomumanu
    (195 Beiträge)

    10.05.2020 00:49 Uhr
    Lol
    Unter IW wird es den dritten Abstieg in Liga 3 geben .
    Ich hoffe nur den Schalter noch rechtzeitig umzulegen um eine Insolvenz zu vermeiden.
    Ohne externe finanzielle Hilfe wie auch immer wird es nicht gehen.
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  •   Gevatter
    (281 Beiträge)

    09.05.2020 16:19 Uhr
    Zwickmühle.
    Wenn man an IW festhält, geht es sehr wahrscheinlich in die Insolvenz. Nur so wie es aussieht, wird ein Großteil der Mitglieder inclusive der Supporters da die Gefolgschaft verweigern. Dann wars das mit einer Planinsolvenz, dann kommt nur noch eine stinknormale Insolvenz in Frage, da dann irgendwann in diesem Jahr die Zahlungsunfähigkeit kommt. Denn das ganze Theater geht auch an der Mannschaft nicht spurlos vorbei und das im Abstiegskampf.....Liga.3

    Liga 3 Fersehgeld von 1,2 Millionen, bis zum Ende des Jahres ohne Zuschauer. Ende Gelände.

    Es sieht nicht so aus, als ob IW da noch den großen Befreiungsschlag gelingt. Mit immer neuen Besserungsscheine von Pille geht es eigentlich nicht weiter.

    Herr Müller hat sich mit dieser Aktion eigentlich selbst disqualifiziert. Nur wer soll es denn dann sein? Es gibt weit und breit niemand. IW weiß das, und das Müller diesen Fehler begangen hat. So kommt es wie es kommen muss, IW bleibt.
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  •   Tyr
    (579 Beiträge)

    09.05.2020 17:52 Uhr
    auf Knien sollte der KSC
    Hr. Müller und dem Bündniss-KSC dankbar sein, sollten die tatsächlich diese Summe von 6 Millionen € in ein KSC-Faß ohne Boden zu geben.
    Aber was machen einige Unbelehrbare hier im Forum?
    Sie rotzen gegen das Bündniss mit übelsten Unterstellungen und perfiden Beleidigungen, pfui Teufel nochmal!
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  •   DominikKane
    (58 Beiträge)

    09.05.2020 19:19 Uhr
    Achso...
    Bündnis schreibt man mit einem s. grinsen
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  •   DominikKane
    (58 Beiträge)

    09.05.2020 19:17 Uhr
    Das ist zum Totlachen!!!
    Ist das dein Ernst oder als Satire gedacht? Bevor dieses Szenario in Kraft tritt, dass die unsägliche CG-Gruppe diesen Verein übernimmt (und in der Folge ausbluten lässt), würde ich lieber eine Insolvenz und im schlimmsten Fall sogar eine Löschung aus dem Vereinsregister befürworten!

    Und das sage ich als langjähriger KSC-Fan, dem dieser Verein alles bedeutet!

    Wenn Müller und seine Bagage ihren Fuß in diesen Verein setzen, ist er spätestens in 2 Jahren sowieso tot! Auch wenn sie den KSC im ersten Schritt mit ihren schmutzigen Millionen lebensfähig halten würden (sofern das Geld überhaupt fließt), werden sie anschließend alles, was nicht niet- und nagelfest ist aus dem Verein abziehen, um den Verein in der Folge fallen zu lassen!

    Schließlich ist die CG-Gruppe kein Wohlfahrtsverein sondern ein gewinnorientierter Konzern und da kann man einen notleidenden Verein relativ leicht und schnell zerlegen!
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  •   brosi13
    (457 Beiträge)

    10.05.2020 14:59 Uhr
    Es gibt sie tatsächlich noch...
    die Corona-Leugner, die Trump-und Wellenreuther-Fans...! Ja, die Welt scheint verrückt zu sein!!!
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  •   Urbadner
    (74 Beiträge)

    10.05.2020 21:36 Uhr
    Tja
    Brosi, manche können über den Tellerrand schauen, Du gehörst nicht dazu!
    Ein Bündnis, dass sich zuerst anonym meldet und Forderungen stellt, hat sich sofort disqualifiziert. Ein Armutszeugnis schlechthin, rennt dem Müller hinterher Ihr Lemminge!
    Ihr glaubt auch noch an den Weihnachtsmann....

    Es gibt nur noch eine Option, ein neutraler Präsi mit ganz neuem Team, ohne irgendwelche alte Seilschaften.
    Bei allen Anderen wird weiterhin böses Blut fließen und keine Ruhe einkehren.
    Traurig, was aus meinem KSC geworden ist!
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  •   Tyr
    (579 Beiträge)

    09.05.2020 21:02 Uhr
    so lockt man einen Dirty Harry aus dem Versteck
    hahahaha zwinkern
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  •   Buddha
    (57 Beiträge)

    09.05.2020 14:30 Uhr
    Wie im Mittelalter
    man bringe mir den Kopf des Präsidenten für 6 Mio. Alles ist käuflich auch der KSC. Selbst der Stuhl des Präsidenten ist zu haben für Geld. Ich kann Herr Wellenreuter nur wünschen dass er Gesund aus der Sache herauskommt. Keiner sage es ginge um den KSC . Das ist Krieg und ich hoffe der Rücktritt schafft allen beteiligten ein wenig Zeit zum nachdenken. Wenn ich hier im Forum die Meinungen lese, weiß ich schon wie es ausgeht. Bleibt der KSC drin, haben die neuen alles richtig gemacht, steigt er ab ist IW schuld. Die Erde ist doch eine Scheibe. Es muss so sein.
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