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Karlsruhe/Freiburg Von Karlsruhe in die Welt: Wird Nico Schlotterbeck der nächste Nationalspieler mit KSC-Vergangenheit?

Ein deutscher Nationalspieler aus Karlsruhe? Ein Bild, welches es schon lange nicht mehr gegeben hat. Der Letzte war Lars Stindl. Nun könnte mit Nico Schlotterbeck erneut ein in der Fächerstadt ausgebildeter Profi den DFB-Adler auf der Brust tragen. Peter Putzing unterhält sich mit ehemaligen Weggefährten des jetzigen Freiburgers.

Lang, lang ist es her, dass ein Profi mit KSC-Vergangenheit in die Nationalelf berufen wurde. Lars Stindl ist aktuell der letzte Nationalspieler mit Wildpark-Stallgeruch. Stindl gab am 6. Juni 2017 sein Nationalelfdebüt. Seither: Profis mit KSC Geschichte in der DFB-Elite? Fehlanzeige!

Schlotterbeck wäre Stindls Nachfolger

Jetzt könnte Offensivspieler Stindl bald einen Nachfolger haben. Denn: Abwehrkünstler Nico Schlotterbeck wurde von Bundestrainer Hansi Flick in den Kader berufen, steht kurz vor seinem Länderspieldebüt. "Schlotti", der es für Freiburg und Union Berlin auf 36 Erstligaeinsätze brachte, wurde von 2015 bis 2017 in der U-17 und U-19 des KSC ausgebildet.

Möchte sich auf die Vereins-Vorbereitung konzentrieren: Gladbach-Kapitän Stindl.
Möchte sich auf die Vereins-Vorbereitung konzentrieren: Gladbach-Kapitän Stindl. | Bild: Matthias Balk/dpa/Archivbild

Trainer damals vom 191-Zentimeter großen Defensivallrounder, der zu KSC-Zeiten in die U-18 Nationalelf berufen wurde: Lukas Kwasniok. Heute Coach beim SC Paderborn in der zweiten Bundesliga. Kwasniok erinnert sich gerne an die Zusammenarbeit.

"Er hatte beim KSC schon - vor meiner Zeit - mehrere Probetrainings absolviert. Er war in Aalen nicht gesetzt, ich habe ihn dann zur U-17 genommen." Kwasniok begründet seine Entscheidung: "Schlotti hat einige besondere Begabungen, hat Inselqualitäten: Sein linker Fuß und sein Kopfballspiel waren überragend. Zudem hatte er keine Angst." Nach und nach habe sich herauskristallisiert, "dass er bereit ist, den harten Weg zu gehen. So fuhr er täglich aus der Stuttgarter Region rund 90 Minuten zum Training. Dann hat er, nach dem Training, immer Zusatzschichten absolviert. Technische Übungen, Laufeinheiten - so etwas."

"Hat sich kontinuierlich weiterentwickelt"

Auch Ede Becker, der einst als Cheftrainer den KSC in die erste Bundesliga katapultierte und seit Jahren das KSC-Nachwuchsleistungszentrum leitet, war von Schlotterbecks Engagement angetan: "Er hat enormen Zeitaufwand auf sich genommen, um überhaupt beim KSC trainieren zu können."

Der neue Cheftrainer des SC Paderborn: Lukas Kwasniok.
Der neue Cheftrainer des SC Paderborn: Lukas Kwasniok. | Bild: Oliver Dietze/dpa

Schlotterbeck sei stetig wissbegierig und sehr aufnahmefähig gewesen. "Er hat sich kontinuierlich weiterentwickelt. Dass er ganz so weit kommt war damals nicht vorherzusehen. Aber, dass er sich aufgrund seiner Fähigkeiten im Profigeschäft etabliert - das war mit klar", so Becker, der hinzufügt: "Er weiß, dass er einiges dem KSC zu verdanken hat, er blieb immer bodenständig und hält noch Kontakte zum KSC, zum Beispiel zu seinem einstigen Team-Betreuer Jörg Jäckh."

Ede Becker, der Vater des Erfolgs von 2007, ist heute KSC-Nachwuchskoordinator.
Ede Becker, der Vater des Erfolgs von 2007, ist heute KSC-Nachwuchskoordinator. | Bild: Hajo Of

Nicht nur das: Auch mit Kwasniok hat er stetigen Austausch. "Vergangene Weihnachten hat er mich zu Hause besucht und für meinen Sohn ein Trikot des SC Freiburg mitgebracht", verrät Kwasniok. Auch kurz vor der Abreise zum DFB gab´s Kontakte. Die gemeinsame Zeit sei eine "win-win-Situation" gewesen. "Er hat viel gelernt - ich habe ihm einiges zu verdanken. Er hat viele Tore gemacht, das erleichterte mir meine Arbeit."

"Er ist ein Typ!"

Obwohl er im NLZ in Karlsruhe und danach Freiburg ausgebildet wurde, "ist er keiner, der weichgewaschen wurde. Er hatte seine Meinung und versuchte die durchzusetzen. Er war immer ein unkonventioneller Typ – und das meine ich total positiv. Er ist nicht abgehoben - und er nimmt auch kein Blatt vor den Mund. So etwas gefällt mir!" Den Durchmarsch in die Nationalelf hätte Kwasniok so nicht erwartet.

Freiburgs Keven Schlotterbeck gestikuliert.
Freiburgs Keven Schlotterbeck gestikuliert. | Bild: Tom Weller/dpa

"Das wäre übertrieben. In Freiburg sah man, dass er es schaffen kann ins Profigeschäft zu kommen, auch weil er körperlich enorm zulegte. Dann hat er vorne ein Näschen, schießt Tore", sagt Kwasniok und führt die Lobeshymne fort: "Er ist psychisch enorm stark, Schlotti pinkelt Eiswürfel! Er ist ganz einfach - ein Typ!"

Noch eine Bindung hat der 21-Jährige nach Karlsruhe: Seine Freundin Sabrina lernte er in Karlsruhe kennen. Sie war eine gute Fußballerin und war auch vergangene Saison beim Abstecher in Berlin, als Nico an Union ausgeliehen war, mit dabei. Ex-KSC Coach Marc Meister wollte einst den Abgang verhindern, redete viel - aber es war schon zu spät.

Der Defensivspieler ging zum SC Freiburg. Insider sagen: "Für einen Appel und ein Ei…" Der KSC hat wohl nur eine Ablöse im fünfstelligen Bereich kassiert. Sein Wert hat sich inzwischen verhundertfacht.

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  •   Winzer
    (94 Beiträge)

    05.09.2021 13:22 Uhr
    Ausbildungsverein
    "Lang, lang ist es her, dass ein Profi mit KSC-Vergangenheit in die Nationalelf berufen wurde. Lars Stindl ist aktuell der letzte Nationalspieler mit Wildpark-Stallgeruch. Stindl gab am 6. Juni 2017 sein Nationalelfdebüt. Seither: Profis mit KSC Geschichte in der DFB-Elite? Fehlanzeige!"

    Bezeichnend. Auch wenn man sich gerne als Ausbildungsverein darstellt, wir scheinen es nicht mehr zu sein. Unter AS ging wenig und unter CE ebenfalls, auch wenn er das nach außen anders darstellt.

    Wird zum Beispiel der sechzehnjährige Efe-Kaan Sihlaroglu nun nachhaltig an die erste Mannschaft herangeführt? Oder war die Aufstellung im Freundschaftsspiel gegen Mainz schlicht Symbolpolitik im Sinne von "die Jugend bekommt hier ihre Chancen"?
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  •   steely
    (364 Beiträge)

    06.09.2021 11:02 Uhr
    Schade
    Dass alles was gut ist dem KSC dem fehlendem Geld untergeordnet werden muss...bisher nur Lippenbekenntnisse was den Umbau der Mannschaften betrifft
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  •   schwarzvoraugen
    (4256 Beiträge)

    06.09.2021 12:10 Uhr
    Gerade bei dünneren Budgets
    muss ich eben kreativer sein als die Mitbewerber. Es ist kein Akt von Kreativität die zweite Mannschaft abzumelden. Damit bring ich mich nachhaltig und dauerhaft in eine benachteiligte Position.

    Die wenigen Talente, die die Eingangshürde "Profivertrag" genommen haben dann auf der Bank verkümmern zu lassen oder an Regionalisten auszuleihen ist ebenfalls kein kreativer Akt.

    Deshalb bitte nicht immer alles an Budgets und Geld festmachen. Smarte, agile und kreative Lösungen erlauben einen Wettbewerb auch mit kleinen Budgets.
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  •   steely
    (364 Beiträge)

    06.09.2021 16:30 Uhr
    Dem hier Geschriebenen
    Widerspreche ich nicht
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  •   schwarzvoraugen
    (4256 Beiträge)

    05.09.2021 11:54 Uhr
    Na passt doch ins Gesamtbild
    Appel und ein Ei…

    Braucht keine weiteren Äusserungen.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (12814 Beiträge)

    05.09.2021 09:35 Uhr
    @ ka-news: um welchen Schlotterbeck geht's hier?
    sollte es um Nico gehen, ist das Foto seines Bruders Keven, der nie beim KSC war, ohne Bezug hier falsch.

    Ansonsten könnte ja auch geich noch ein Foto von deren Onkel Niels angehängt werden...
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  •   Rundbau-Gespenst
    (12814 Beiträge)

    05.09.2021 09:37 Uhr
    das fehlende "l"
    spendiere ich hiermit:

    lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll
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