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Karlsruhe Niederlage gegen Lagardère: KSC muss Schadenersatz an Vermarkter zahlen

Der Karlsruher SC hat vor dem Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe am Mittwoch eine empfindliche Niederlage einstecken müssen. Nach einem langwierigen Rechtsstreit mit dem Vermarkter Lagardère Sports steht nun fest: Der Verein bleibt weiterhin an die Agentur gebunden - und muss nun Schadenersatz zahlen.

Es ist das - voraussichtlich endgültige - Ende eines monatelangen Rechtsstreits: Am Mittwochmorgen hat das OLG Karlsruhe entschieden, dass der KSC den Vertrag mit seinem Vermarkter Lagardère Sports - der inzwischen als Sportsfive Germany GmbH firmiert - nicht kündigen kann. 

Um was wurde gestritten?

Der Verein hatte den Vertrag, der ursprünglich bis 2027 datiert war, im Dezember 2018 aufgrund eines "beschädigten Vertrauensverhältnisses" zum 31. März 2019 gekündigt. Nach Streitigkeiten der Parteien folgte am 7. März 2019 eine erneute Kündigung durch den KSC. Die Vermarktungs-Agentur hatte diesen widersprochen und Klage gegen den KSC beim Landgericht Karlsruhe eingereicht.

(Symbolbild)
(Symbolbild) | Bild: Carsten Kitter

Nachdem der Verein dort im November 2019 gescheitert war, hatte er Berufung beim Oberlandesgericht Karlsruhe eingelegt - und ist nun auch in zweiter Instanz gescheitert. Die Begründung des Gerichts: Beide Kündigungen sind nicht rechtskräftig.

Was hat das OLG entschieden?

Der Grund: Wie die Vorsitzende Richterin Hannelore Hemmerich-Dornick am Mittwoch während der Urteilsverkündung erklärt, "hatten beide Parteien einen wirksamen Kündigungsausschluss vereinbart", weshalb die erste, im Dezember 2018 ausgesprochene, Kündigung nicht gültig ist.

Richterin Hannelore Hemmerich-Dornick bei der Urteilsverkündung am Mittwoch. | Bild: Carsten Kitter

"Zwar lässt sich das gesetzlich vorgesehene Recht zur Kündigung nur durch eine individuelle, im Einzelnen ausgehandelte Vereinbarung der Parteien und nicht durch Allgemeine Geschäftsbedingungen ausschließen. Dieser rechtliche Gesichtspunkt steht jedoch der Wirksamkeit der einschlägigen Vertragsklausel nicht entgegen, da Lagardère diese nicht einseitig gestellt hatte. Außerdem waren die Vertragsbedingungen im Einzelnen zwischen den Parteien ausgehandelt worden", heißt es in einer Pressemeldung des OLG.

Auch die zweite Kündigung sei demnach rechtlich nicht wirksam. Wie schon das Landgericht festgestellt hatte, habe es hier keinen Grund für eine außerordentliche Vertragskündigung gegeben. Lagardère hatte in einer E-Mail an Sponsoren und Partner des KSC unrichtig behauptet, der KSC habe zuvor Gesprächsangebote zur Kündigung ausgeschlagen. 

"Dieser Verstoß führte jedoch nicht zur Unzumutbarkeit, den Vertrag fortzusetzen, zumal die vorangegangene E-Mail des KSC ebenfalls eine unzutreffende Tatsachenbehauptung enthalten, nämlich eine einvernehmliche Auflösung des Vertrags suggeriert hatte", erklärt das OLG weiter. 

Wie geht es jetzt weiter? 

Das Urteil des OLG ist nun voraussichtlich das endgültige im Rechtsstreit des KSC mit Sportsfive. Der Senat hat die Revision des Urteils beim Bundesgerichtshof nicht zugelassen, heißt es in der Meldung weiter. Der Karlsruher SC hat kann aber innerhalb eines Monats nach der Zustellung des schriftlichen Urteils Beschwerde gegen diese Nichtzulassung erheben. Darüber müsste dann der Bundesgerichtshof unterscheiden. 

Sollte der KSC das Urteil hingegen annehmen, bleibt er also weiter an seinen Vermarkter gebunden. Zudem kommen Schadenersatzzahlungen auf ihn zu. In welcher Höhe sich diese bewegen, wurde am Mittwoch nicht entschieden. "Über die Höhe des Schadensersatzes können sich die Parteien verständigen, andernfalls müsste ein neuer Rechtsstreit geführt werden",  erklärt Klaus Stohrer, Sprecher des OLG Karlsruhe, am Mittwoch.

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Kommentare (33)
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  •   Wahrheit
    (361 Beiträge)

    14.10.2020 13:55 Uhr
    wieder
    zu 0 verloren.
    Das nimmt diese Saison kein Ende.
    Ich hoffe man ist so schlau und nimmt die Geschäftstätigkeiten mit diesem Vermarkter wieder auf.
    Dann sollte man evtl. um den Schadensersatz rumkommen?
    und vielleicht verklagt endlich mal jemand die Blutsaugenden Rechtsanwälte die ja wohl VOR dem Prozess wissen sollten das der KSC keine Chance hat traurig
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  •   andip
    (10908 Beiträge)

    14.10.2020 15:43 Uhr
    Ja klar
    Weil Rechtsanwälte ja alle Hellseher sind, die im voraus wissen, welches Urteil gesprochen wird.
    Das wissen die eben nicht, weil es hier keine Urteile nach Schema gibt.
    Jedes Gericht urteilt anders.
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  •   kommentar4711
    (2891 Beiträge)

    14.10.2020 22:37 Uhr
    ANTWORT AUF "JA KLAR"
    Anwälte geben eine juristische Beratung. Die Entscheidung über das Vorgehen trifft aber am Ende immer noch der Mandant.
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  •   Ichregmichnemmeuff
    (398 Beiträge)

    14.10.2020 18:43 Uhr
    Joooooo.....
    ..genau! Wenn alles schon vorher klar wäre, bräuchte man auch keine Anwälte!
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  •   IchKA
    (1074 Beiträge)

    14.10.2020 16:19 Uhr
    Kokolores Andip
    bei dieser vom Gericht bestätigten klaren Vertragsausgestaltung gibt es wohl kein Vertun und das bereits in der 2. Instanz. Lagardère ist wohl viel zu clever und juristische zu gut beraten gewesen einen wachsweichen Vertrag zu unterschreiben, der ihnen wie jetzt dem KSC um die Ohren fliegen könnte. Verhandeln wollte der Club nicht, aber klagen und ist, wie erwartet hinten runtergefallen. Peinlich
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  •   Ichregmichnemmeuff
    (398 Beiträge)

    14.10.2020 15:33 Uhr
    Alter Falter..
    ..so ein Quark! Noch immer entscheidet der Mandant ob eine Klage weiter geführt wird, oder ob es eventuell einen Vergleich/gütliche Einigung mit dem Streitgegner geben sollte! ( der Prozeshansel hätte sich ja auch eine zweite Meinung einholen können. PS. Im übrigen ist er ja von Beruf Richter( a.D.)
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  •   wasi
    (1028 Beiträge)

    14.10.2020 13:47 Uhr
    im Radio
    wurde eben gesagt, bis zu 9 Mio € - da bleibt einem glatt die Spucke weg.
    Das gibt eine Stimmung online heute Abend !!
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  •   brosi13
    (561 Beiträge)

    14.10.2020 13:16 Uhr
    Kann der Verein...
    ...keine Regressforderung an den, der ihm das alles eingebrockt hat richten -an Wellenreuther nämlich!
    Dieser Präsident wird den KSC noch lange im negativen Sinne begleiten - durch sinnlos verbranntes Geld!! ...und das in Millionenhöhe!! Das dauert wieder Jahre bis der KSC das was Wellenteuther an verbranntem Land hinterlassen hat, mühsam wieder aufgebaut sein wird - Vertrauen in Spieler, Sponsoren, Mitglieder, Vereinsangestellte, die Stadt, und, und...! Summa summarun: 10 vertane Jahre!!!
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  •   kommentar4711
    (2891 Beiträge)

    14.10.2020 12:43 Uhr
    Wellenreuther
    Und diese krachende Niederlage hat uns also ein studierter Jurist und ehemaliger Richter eingebrockt. Jetzt haben wir die eigene Abteilung aufgebaut UND müssen Lagardère bezahlen UND haben die Prozesskosten an der Backe. Echte Glanzleistung. Und das, wo man selbst als juristischer Laie von Anfang an skeptisch sein musste, ob es da auch nur den Hauch einer Chance geben kann - erst eid Signing Fee einstecken und quasi direkt danach vorzeitig kündigen...
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  •   anwalt123
    (109 Beiträge)

    14.10.2020 12:42 Uhr
    Kölmel lässt grüßen!
    Wer solche Verträge unterschreibt,
    der muss bis zum bitteren Ende bluten.
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