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Karlsruhe Nach der Corona-Quarantäne: KSC-Rückkehr wird "körperlich und mental eine Herausforderung"

Es kommt hammerhart für den Karlsruher SC. Nach 14-tägiger Quarantäne und nachdem schon eine Woche zuvor nur unregelmäßiges Training stattfand, muss das KSC Team vier Spiele in elf Tagen absolvieren. Die Wildparkelf muss wegen der Nachholpartien gegen Aue, in Hamburg und Düsseldorf zweimal montags und einmal donnerstags antreten. Terminhatz in Reinform. Für Cheftrainer Christian Eichner sind aber nicht nur die vielen Spiele das große Problem.

In seinen Augen sei das Gesamtpaket ausschlaggebend. Das heißt: "Viele Spiele, drei Wochen ohne regelmäßiges Teamtraining, viele Reisen - die Mischung ist das Problem.“ Eichner ist sich der schwierigen Situation absolut bewusst, versucht aber dennoch positiv zu bleiben.

"Ob es eine hammerharte Höllenbelastung wird, das wissen wir nicht. Wir wissen, dass es ein anspruchsvolles Programm ist“, so Eichner. Darauf werde man sich vorbereiten, so gut es denn geht. Konkret bedeutet das, "dass wir uns in jede Richtung Gedanken machen. Und dass wir schon jetzt, während der Quarantäne versuchen, körperlich in einen Zustand zu kommen, der so gut wie möglich ist.“

Zeit soll optimal genutzt werden

Die Tage vom bisher geplanten ersten Training am kommenden Mittwoch bis zum Spiel am Freitag bei den Würzburger Kickers werde man "so optimal wie möglich nutzen, um uns vorzubereiten.“ Ob all das fair ist - ist für Eichner nicht die Frage.

"Wir müssen die Runde zu Ende spielen, das ist unser Ziel und unser Beruf. Anderen Mannschaften geht es schlimmer als uns.“ Froh ist "Eiche“, dass der KSC 42 Punkte auf dem Konto hat und somit ein weiteres Jahr in Liga zwei gesichert sei. Ein, zwei Trainingseinheiten mehr hätte er sich trotzdem gewünscht.

Christian Eichner (KSC Trainer rechts) zu Beginn des Trainings.
Christian Eichner (KSC Trainer rechts) zu Beginn des Trainings. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Abzuwarten bleibt aber, ob Keeper Marius Gersbeck, Philipp Heise und Alexander Groiß, die an Corona erkrankt waren, dann, wenn die Hatz beginnt, überhaupt schon belastbar sind. "Das werden wir erst dann sehen. Wir werden rausfinden müssen, was da bei jedem Einzelnen überhaupt grundsätzlich möglich ist", so Eichner weiter.

Startaufstellung bleibt noch unklar

Viele Fragezeichen beim KSC vor den restlichen Zweitligapartien auch in Sachen Startaufstellung. Ex-KSC-Cheftrainer Markus Kauczinski, der in der vergangenen Saison mit Dynamo Dresden eine ähnliche Horrorsituation erlebte, sagt: "Wir haben damals oft das Personal gewechselt. Manchmal fast die halbe Mannschaft.“

Das sei aufgrund der hohen Belastung absolut nötig gewesen. "Aber so hatten wir nie die beste Elf auf dem Platz.“

Eichner geht ebenfalls davon aus, dass es personelle Wechsel geben wird. "Die beste Elf in Würzburg kann anders aussehen wie die gegen Aue.“ Er müsse schauen, wie jeder einzelne aus der Quarantäne kommt, wie die Belastung verkraftet wird. "Es gibt viele offene Parameter", so der Trainer.

Christian Eichner (KSC Trainer) mit einem Zettel in der Hand.
Christian Eichner (KSC Trainer) mit einem Zettel in der Hand. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Daher will der KSC-Coach mit seinen Spielern viele Einzelgespräche führen, will so erfahren, wie sich jeder fühlt, ob er denn fit sei für die nächste Partie. "Die Kommunikation wird ein großes Stilmittel sein. Das bedarf einer großen Ehrlichkeit der Spieler. Bisher hat den kompletten Kader solch eine Ehrlichkeit ausgezeichnet.“

Um seiner Aussage noch mehr Gewicht zu verleihen, ergänzt er nach kurzer Pause: "Es wird nicht nur körperlich, sondern auch mental eine große Herausforderung.“

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  •   schwarzvoraugen
    (4234 Beiträge)

    18.04.2021 13:18 Uhr
    Beispiel nehmen
    Es spricht natürlich wieder für CE's geistige Sinneswandlung sich Dynamo Dresden als Beispiel für den Umgang mit der aktuellen Krisensituation zu nehmen. Weiter runter kann er zur Zeit nicht gucken, sonst hätte er sicherlich in der Landesliga noch eine Referenz gefunden.

    Ich hab da etwas Besseres:

    St. Pauli spricht ohne rot zu werden vom Aufstieg. Wenn nur die Saison noch 2-3 Spiele länger wäre.

    Union Berlin zeigt Gladbach, vielleicht auch noch Leverkusen und Dortmund die Zähne im Kampf um Europa.

    Da wird kein Budgetgeschwalle bemüht, da wir kein "wir gehören nicht dort hin" Gesülze rezitiert. Da wird einfach das Beste aus der aktuellen Tabellenkonstellation gemacht.

    Das verdient Respekt und Achtung. Das sind mentale Grundeinstellungen aus denen Kräfte erwachsen und Träume wahr werden.

    CE wird hier gerne als Greenhorn und "Lernender" hingestellt. Wichtig ist dann von den Richtigen und Ambitionierten zu lernen. Dann wird das was.
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  •   MalleRalle
    (115 Beiträge)

    19.04.2021 18:30 Uhr
    Wieso...?
    Wird mein Kommentar gelöscht??!
    ..während Herr schwarzvoraugen...hier Woche für Woche Herr Eichner beleidigt...
    Oder gehören gesülze und geschwalle mittlerweile zum adäquaten Wortschatz unter trainerfreunden?!?
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  •   Schneekoenig
    (565 Beiträge)

    19.04.2021 17:06 Uhr
    In ganz Europa gab es bisher nur eine Mannschaft...
    ...die aus der Isolation heraus eine Serie entwickelt hat (Inter). Alle andere Mannschaften hatten ihre liebe Müh. Auch alle Experten quer Beet von Matthäus über Effe hin zu Reif, Babbel oder Klopp sehen klare Nachteile. Daher hat CE klares Erwartungsmanagement betrieben. Alles andere wäre lächerlich aber wir nehmen’s gerne mit, wenn es anders kommt.

    Ich mag zwar deine Kommentare aber hier kann ich dir nicht folgen und es ließt sich als notorische Kritik was nicht konstruktiv ist.
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  •   schwarzvoraugen
    (4234 Beiträge)

    19.04.2021 20:41 Uhr
    Wie wir wissen
    wurde die Saison abgeschenkt lange vor Corona. Mannschaften die durchziehen (Düsseldorf, St. Pauli, HDH...) wittern noch einmal Morgenluft, in der gleichen Konstellation haben wir eben noch gegen den Abstieg gespielt.

    Das hat nichts mit Erwartungsmanagement zu tun, das ist (I)CE-Notbremse bei Inzidenz unter 10.
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  •   Schneekoenig
    (565 Beiträge)

    19.04.2021 20:59 Uhr
    Ich bin irritiert....
    ...du störst dich am Beispiel Dresden und verweist auf Pauli und D‘dorf. Das passt nicht. Das Interview bezog sich auf die aktuelle Corona Situation.
    Beide von dir genannten Vereine befanden sich nicht in Quarantäne. Also ist es in diesem Zusammenhang falsch darüber zu sprechen „wir greifen nochmals an“. Der Satz hätte nach einem Sieg gegen Osnabrück erwarten können, doch auch mir ist unverständlich, was uns aktuell hundert zu Hause zu punkten.

    Jetzt nach der Quarantäne habe ich keine Punkte Erwartungen mehr ... max. gutes Spiel über 75min. und wichtige Erkenntnisse für die nächste Saison. Der Drops Aufstieg (Gegenwart) ist gelutscht...nachkarteln bringt nix also alle Konzentration auf die Zukunft.
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  •   schwarzvoraugen
    (4234 Beiträge)

    19.04.2021 22:07 Uhr
    Ich störe mich nicht an Dresden
    ich habe Respekt und Achtung vor Mannschaften die an sich glauben und durchziehen bis zum Ende. Dazu zählen HDH, St. Pauli, Ddf und auch Union. Carpe Diem... auch wenn am Ende der ganz grosse Erfolg nicht gelingt, versucht haben sie es.

    "Wenn die Kräfte auch fehlen, so ist dennoch der gute Wille zu loben." Ebenso zählt der Umkehrschluss...
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  •   Schneekoenig
    (565 Beiträge)

    19.04.2021 22:19 Uhr
    Schön zu lesen...
    ...doch leider muss man sich an derlei Aussagen messen lassen - zumindest ein typisch deutsches und investiert. Karlsruher Phänomen ist es - um dann zu richten wenn es nicht eintritt. Wünsche mir auch mehr Mut aber gleichzeitig Demut vor dem Erreichten im ausgewogenen Verhältnis ... etwas was in Deutschland verloren gegangen scheint, wenn man der allgemeinen Kommunikation in Deutschland folgt.
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  •   Schneekoenig
    (565 Beiträge)

    19.04.2021 22:24 Uhr
    Und ich kann ja aktuell keine Ansage machen
    ...wenn ich die Fitnessergebnisse über Skype verfolge. Bin auf das Ergebnis gegen Würzburg gespannt, wie weit die Füße tragen...
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  •   schwarzvoraugen
    (4234 Beiträge)

    19.04.2021 22:55 Uhr
    und
    der "mindset"...

    Und genau daran hat es in den letzten Spielen gefehlt.
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  •   Schneekoenig
    (565 Beiträge)

    19.04.2021 17:10 Uhr
    Und Milan...
    ...hatte eine Woche für den Wiedereinstieg - nicht 2 Tage wie der KSC.
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