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Karlsruhe KSC wählt heute neuen Präsidenten: Die Kandidaten in der Übersicht

Am Donnerstag wird beim Karlsruher SC ein neuer Präsident gewählt: Der KSC stand vor der Insolvenz. Das "Bündnis KSC" rettete den Club mit sechs Millionen Euro, die in Aktien investiert wurden. Die Bedingung: Präsident Ingo Wellenreuther musste zurücktreten. Heute geht es um seinen Nachfolger. Erstmals bewirbt sich eine Frau im den Job, sie kämpft gegen ein Quartett von Mitbewerbern.

Dorotheé Augustin

Die Polizeibeamtin in Offenburg will die erste "Präsidentin" des KSC werden. Die 37-jährige Mutter, in der Vergangenheit die einzige weibliche Personenschützerin in Baden-Württemberg, ist KSC-Fan mit Herz, seit über zehn Jahren Dauerkartenbesitzerin.

Das Motto der Ex-Fußballerin und Hobby-Schauspielerin (Auftritte im "Tatort"): "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Ich habe den Schritt gewagt, in die Höhle der Löwen zu treten. Das ziehe ich durch." Dass Mitkonkurrenten bessere Einblicke in vereinsinterne Angelegenheiten haben, sieht sie "als Nachteil, aber auch als Chance. Ich bin frei von eingefahrenen Denkweisen."

Dorotheé Augustin, geborene Springmann | Bild: privat

Ihre Ziele: Die "Marke KSC" wieder größer machen, durch gute Außendarstellung neue Sponsoren gewinnen. Und: "Das NLZ muss mehr gefördert werden, die KSC-Jugend braucht eine bessere Perspektive."

Rolf Dohmen

Er will KSC-Präsident werden, klappt das nicht, stünde der Vater von zwei Töchtern auch bei der Wahl des Vize-Präsidenten zur Verfügung. Der 68-Jährige hat eine KSC-Vergangenheit. Von 1978 bis 1982 war er Profi im Wildpark, von 2002 bis 2009 war er Sportdirektor der Badener. Über seine Mitbewerber sagt er: "Ich rede über keinen negativ, will keine Schlammschlacht."

Wegen seiner zeitweiligen Abmeldung vom Verein und wegen der juristischen Einforderung von Prämien nach seiner Freistellung als Sportdirektor, haben Mitglieder Vorbehalte. Dohmen dazu: "Das ist besprochen, bereinigt. Da ist nicht viel hängen geblieben." Er will mit Fußball-Fachkompetenz punkten. 

Rolf Dohmen, ehemaliger Spieler und Sportdirektor des KSC.
Rolf Dohmen, ehemaliger Spieler und Sportdirektor des KSC. | Bild: picture alliance/dpa/Archivbild

Würde er gewählt, gäbe es keinen Kompetenz-Beirat. "Wir brauchen keine externen Berater, dieses Netzwerk haben wir selbst. Ich kommuniziere mit Karl-Heinz Rummenigge von Bayern oder mit den Chefs vom HSV."

Zur Frage, ob dann noch ein Sportdirektor nötig sei, sagt er: "Sollte ich gewählt werden, werde ich dazu eine klare Stellung beziehen." Ein Anliegen von "RoDo": "Wir brauchen eine U23!" Es gäbe Vereine - auch in der Oberliga - die sich wirtschaftlichen Gründen abmelden. "Da könnte man einsteigen und den Verein irgendwann ganz rüberholen."

Kai Gruber

Der 57 Jahre alte Kai Gruber, Vater von zwei Kindern, ist Sponsor beim KSC und auch Mitglied vom "Freundeskreis." Der studierte Maschinenbauingenieur kennt die Vereinsarbeit. Er war in der Vorstandschaft des Tennisclubs Blau-Gold Rastatt, ist Vorstand auch beim FV Steinmauern, dem Verein seines Wohnortes. In der Jugend des SV Kuppenheim war er aktiv.

Seine Qualifikationen für den Job des KSC-Präsidenten? "Die wirtschaftliche und soziale Kompetenz, die ich habe." Ein Anliegen von Gruber: Man müsse Gönnern und Sponsoren endlich wieder mehr Wertschätzung zukommen lassen. "Das war in den letzten Jahren nicht korrekt. Dann sind für mich Kommunikation und Transparenz enorm wichtig."

Ein kleiner Seitenhieb auf Ex-Präsident Ingo Wellenreuther. Das Ziel des Chefs eines Technologieunternehmens, der auch Unternehmensberater ist: "Der KSC soll zu den besten 20 Vereinen in Deutschland gehören." Um die fußballerische Kompetenz im Club zu erhöhen, will er einen "sportlichen Beirat" installieren. Die Meinung von Sportdirektor Oliver Kreuzer ist ihm "zu wenig. Mehrere Meinungen ergeben ein runderes Bild. Es gibt namhafte Personen, die angeboten haben zu helfen."

Axel Kahn

Der Unternehmer und Netzwerker hat eine KSC-Vergangenheit. Wie Vater Rolf und der Bruder Oliver – einst "Welttorhüter" - war er Profi im Wildpark, wenn auch mit mäßigerem Erfolg. Der 54-Jährige erklärt, man habe ihn seit Jahren angesprochen, "dass ich für das Amt des Präsidenten der geeignete Mann wäre."

Axel Kahn
Axel Kahn | Bild: ps

Er habe darüber nachgedacht, "ob ich diese öffentliche Plattform will. Jetzt will ich es voll und ganz." Sein Motto: "Wenn ich etwas anpacke, dann immer mit hundert Prozent. Machen - nicht so viel reden." Mit Leidenschaft und Herzblut will er Präsident werden. Kahn kritisiert die Außendarstellung des Clubs. "Es geschahen Dinge, die für den KSC nicht gut waren. Es wurden wahnsinnig viele Fehler gemacht. Der KSC wurde nur noch belächelt - das tut mir weh."

Mit seinen Kontakten könne er dazu beitragen, dass alle beim KSC "wieder an etwas glauben." Kahn will dem Club eine DNA in Richtung "Ausbildungsverein" verpassen. Dass es unter seiner Regie Chancen - man denke an "günstige" Leihspieler" - geben könnte, weil Bruder Oliver Chef der Bayern ist, beurteilt er so: "Ich möchte nichts kolportieren. Doch wer eins und eins zusammenzählen kann, kann sich die Möglichkeiten in unserem Familiennetzwerk vorstellen."

Holger Siegmund-Schultze

Holger Siegmund-Schultze, Jahrgang 1967, ist Unternehmer in der Immobilienbranche. "HSS" war Verwaltungsrat, dann - als Ingo Wellenreuther Chef war - Vize-Präsident des KSC. Er stimmte nicht immer mit Wellenreuther überein, stand aber in der Zeit in der Verantwortung, in der der KSC der Insolvenz entgegen taumelte. Er sagt, dass man in Sachen Probleme auch "nach innen schauen muss". Der Ex-Regionalliga-Fußballer leitete als "Vize" einen Veränderungsprozess im Verein mit ein.

Als Präsident will er "weitere Veränderungen umsetzen". Die Situation sei wegen der wirtschaftlichen Krise eine Besondere. "Wenn der KSC in der Krise ist und wenn ich etwas bewirken kann - dann jetzt. Daher die Bewerbung." "HSS" setzt auf eine unternehmerische Betrachtungsweise, will "dass man das Eigenkapital aus dem Aktienverkauf nicht gleich wieder zum Fenster rausschmeißt."

Die Rahmenbedingungen seien exzellent: "Der Raum Karlsruhe ist wirtschaftlich eine der stärksten Regionen, die es gibt." Wenn man so gut werde wie die Bedingungen, "dann werden wir auch sportlich erfolgreicher". Eine andere Voraussetzung: Glaubwürdigkeit: "Dafür muss man tun, was man sagt."

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  •   freigeist
    (612 Beiträge)

    30.07.2020 16:30 Uhr
    Wer um Gottes Willen
    und im Vollbesitz seines Geistes,hat Axel kahn diesen Floh ins Ohr gesetzt.

    "Der 54-Jährige erklärt, man habe ihn seit Jahren angesprochen, "dass ich für das Amt des Präsidenten der geeignete Mann wäre."

    Die Unfähigkeit in Person,wohl aber mit einem super Ego.

    Er habe darüber nachgedacht, "ob ich diese öffentliche Plattform will. Jetzt will ich es voll und ganz." Sein Motto: "Wenn ich etwas anpacke, dann immer mit hundert Prozent.

    Er hat gedacht,oh ,nur was Er anpackt endet meist in der Insolvenz und ohne Brüderchen Oliver hätte es wohl seine Iventfirma auch nicht gegeben oder wer hat den ganzen Rummel damals in Baden-Baden Festspielhaus finanzier und einiges an c-z Promis angekarrt.

    Was passt ist das Familiennetzwerk,wolte Papa Kahn nicht auch schon mal an die Macht.

    Also Kahn und auch Müller sind mehr selbstverliebte Darsteller und Müller mit seiner Art dazu noch unsympathisch und arrogant.
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  •   Apu
    (111 Beiträge)

    30.07.2020 15:31 Uhr
    Dieser skorphy ist doch gekauft
    schön vom Erpresser Müller bezahlt, anders lässt sich sein text doch nicht erklären. Oder er steckt knie tief in Müllers dunkelster stelle. Ich bin gegen einen Erpresser und gegen jemanden der öffentlich sagt das ein Mitstreiter insolvent ist. Wohin will man mit dem ksc, mit ihm kann es nicht nach oben gehen und wenn wird es nicht für lange dauer sein. Irgendwie ein oeinmiches bild was die kandidaten da so von sich geben. Alles doch das selbe in den aussagen.
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  •   kommentar4711
    (2728 Beiträge)

    30.07.2020 14:49 Uhr
    Stimmungsbild
    Wenn ich das Stimmungsbild hier sehe wird es heute Abend ein spannendes Rennen werden zwischen Dohmen und Müller.
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  •   melotronix
    (3243 Beiträge)

    30.07.2020 14:09 Uhr
    nochmals...
    ..Müller ist in meinen Augen unwählbar. Die Aussendarstellung ist furchterregend. Erinnert wahrhaft an Wellenreuther. Natürlich will man nichts als Wahrheiten wie er proklamiert hat. Aber ein wenig Diplomatie ist auch in diesem Amt unerlässlich. Deswegen Augen auf...Hirn an.... !
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  •   Schneekoenig
    (430 Beiträge)

    30.07.2020 13:55 Uhr
    Supporters....
    Ich hoffe, dass die Kollegen bei der Wahl klar im Kopf sind und zum Wohle des Vereins entscheiden. Nachkarten wäre egoistisch....
    Anderseits haben Trump und das Bobele Johnson gezeigt was möglich ist. Fakt ist - sollte mach der Wahl keine Fachkompetenz im Präsidium sein, dann Gute Nacht KSC - RIP
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  •   Anti_DFB
    (201 Beiträge)

    30.07.2020 13:18 Uhr
    Ich appelliere an den gesunden Menschenverstand!
    Wer HSS wählt, lässt zu, dass dieser Unsympath Müller Vize wird. Der Mann, der an der Erpressung unseres ehemaligen Präsidenten beteiligt war. So ein Mensch hat in unserem Verein nichts zu suchen.
    Deshalb: Dohmen for President!
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  •   kommentar4711
    (2728 Beiträge)

    30.07.2020 12:57 Uhr
    Mehrere Meinungen ergeben ein runderes Bild.
    "Mehrere Meinungen ergeben ein runderes Bild." Den Spruch kannte ich noch nicht. Ich bin da auch eher für "viele Köche verderben den Brei.
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  •   Skorphy01
    (32 Beiträge)

    30.07.2020 12:34 Uhr
    Pro Schultze,Müller...
    Liebe Fans und Mitglieder des KSC,
    vielleicht wurde es in letzter Zeit mit dem ganzen Wahlkampf gemache übertrieben, doch trotzdem gilt es heute Abend, die Weichen richtig zu stellen. Nicht für einzelne Personen, für den Verein, die Stadt Karlsruhe, und die Region!! Da Siegmund - Schultze und Pilarsky sowieso im Amt bleiben, kommt nur eine Konstellation in Frage! Man kann alle Kandidaten unter einander mischen...am Schluß ist die Kombination mit Müller die Zielstrebigste! Schultze ein Mann der ruhig und besonnen nach aussen wirkt und im Hintergrund Müller mit Pilarsky. Müller dem der Verein schon einiges zu verdanken hat.. Nicht nur über die offiziellen Sachen,wie Sponsor, Geldgeber oder Investor... Man sollte sich bewusst sein,unser KSC ist noch lang, lang nicht gerettet!!! Und was kann uns da nichts besseres passieren? Sicherlich war die Sache mit dem Bündnis in der Aussendarstellung sehr Unglücklich, aber die Firmen und Privatleute haben ihr Geld dem KSC unter der Führung von I.W
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  •   Skorphy01
    (32 Beiträge)

    30.07.2020 12:35 Uhr
    Pro Schultze,Müller...Teil 2
    nicht mehr anvertrauen können und es ging um die Existenz! Aber lassen wir das Thema, Kritiker und Zweifler wird es immer geben.. Man kann aber auch größere Geldgeber vergraulen!!! Einfach mal Grenke, Pilarsky und Müller RAUS ziehen und sie mit Dohmen und Kahn ersetzen.... BOOM! Ein Sponsoring oder Investment ist keine Selbstverständlichkeit, gerade jetzt in Zeiten von Corona, muss doch jedem klar sein, daß es unheimlich wichtig ist, solche Leute im Verein zu haben!!! Weitere 4-5 Millionen Euro sollen von verschiedenen Anleger und Firmen, dem KSC zukommen.... Daran sieht man, es wird hart gearbeitet!Ich bin für Professionalität und ein super durchgedachtes System um den KSC wieder Bach oben zubringen!!! Daher gibt es nur eine Kombination :Siegmund Schultze, Müller, Pilarsky!!! Gehen wir mit der Kombination zielstrebig nach vorne, für unseren KSC, Karlsruhe und die Region💙💙💙💪💪💪Auf geht's Karlsruhe! Kämpfen und Siegen!
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  •   Schneekoenig
    (430 Beiträge)

    30.07.2020 14:03 Uhr
    Einseitige Darstellung
    ...das alles liest sich so als würde es nur die eine einzige Konstellation geben und alles andere wäre der Verderb. Nur mal so ... Erfolg entsteht aus Qualität, Akzeptanz und Offenheit und diesem Anspruch wird dein Dream Team nicht gerecht. Welcher dieser Herren bringt denn die Qualität der fußballerischen Expertise mit? Genau dieses Element gehört mit in den Vorstand sonst funktioniert Business nicht...
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