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Karlsruhe KSC sucht neuen Präsidenten: Wer darf, wer will und wann gibt es Neuwahlen?

Seit dem Rücktritt von Ingo Wellenreuther am Donnerstag ist der Karlsruher SC ein Verein ohne Präsident. Vorerst übernehmen die beiden Vize Günter Pilarsky und Holger Siegmund-Schultze die Geschäfte. Wie es nun weitergeht, wann Neuwahlen stattfinden und wer sich als Kandidat aufstellen lassen könnte: Die wichtigsten Fragen und Antworten in der Übersicht.

Wie lange war Wellenreuther im Amt? 

Neun Jahre und fünf Monate oder 3.466 Tage - so lange war Ingo Wellenreuther Präsident des Karlsruher SC. Am 17. November 2010 wurde er in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung mit einer Mehrheit von 938 Stimmen (89 Prozent) zum Nachfolger von Vereinspräsident Paul Metzger gewählt.

Ingo Wellenreuther (KSC Präsident)
Ingo Wellenreuther (KSC Präsident). | Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Drei Mal wurde er seither wiedergewählt: 2013, 2016 und zuletzt am 11. Oktober 2019 - jeweils für drei Jahre. Seine vierte Amtszeit hat er am 14. Mai 2020 allerdings mit seinem Rücktritt nach rund sieben Monaten vorzeitig beendet.

Wann wird ein neuer Präsident gewählt?

Ein Club ohne Präsidenten - darf das sein?  Die Antwort lautet: nein. Sollte ein Mitglied des Präsidiums vorzeitig sein Amt niederlegen, muss "unverzüglich eine Neuwahl durch die Mitgliederversammlung erfolgen",  schreibt es die Vereinssatzung vor. Viel Zeit dürfte bis zur Wahl des neuen Präsidenten also nicht verstreichen. Das genaue Datum ist allerdings noch nicht bekannt. 

Wahl bei der Mitgliederversammlung im Oktober 2019. | Bild: ka-news

Wie wird ein neuer Präsident gewählt?

Der Präsident wird von den Mitgliedern des Karlsruher SC gewählt. Dabei wird geheim und schriftlich abgestimmt. Um das Amt des Präsidenten zu erhalten, muss einer der Kandidaten die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen. 

Da dies bei mehr als zwei Kandidaten  im ersten Wahlgang unwahrscheinlich ist, treten in einem zweiten Wahlgang nur die beiden Spitzenkandidaten gegeneinander an. Sollte der Zufall aller Zufälle eintreten und Stimmgleichheit herrschen, entscheidet das Los. Derzeit sind rund 9.000 Vereinsmitglieder stimmberechtigt. 

Können die beiden Vize die Geschäfte führen? 

Bis zur Neuwahl ist das Präsidium trotz dem Fehlen seines Vorsitzenden beschlussfähig. Der Grund: Es besteht aus insgesamt drei Mitgliedern und beschließt mit einer einfachen Mehrheit. Sind sich die beiden Vizepräsidenten Holger Siegmund-Schultze und  Günther Pilarsky einig, können sie weiterhin Beschlüsse fassen. Darüber hinaus dürfen sie zu zweit den Verein nach außen hin vertreten - gerichtlich und außergerichtlich.

Günter Pilarsky (KSC Vizepräsident)
Günter Pilarsky (KSC Vizepräsident). | Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Wer kann sich aufstellen lassen?

Um sich zur Wahl stellen zu dürfen, müssen die Kandidaten seit mindestens drei Jahren ununterbrochen Mitglied des Vereins sein. Abteilungsleiter sind von der Kandidatur ausgeschlossen oder müssen zuvor ihr Amt zu niederlegen. 

Gibt es schon Kandidaten oder Gerüchte?

Laut Informationen der Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) soll Ex-Trainer Winfried "Winnie" Schäfer erwägen, zu seinem ehemaligen Verein zurückzukehren. "Sollte man Gespräche führen wollen und sollten sich diese dann gut entwickeln, kann ich mir das vorstellen, beim Neuanfang des KSC mitzuhelfen", sagte Schäfer am Donnerstagabend.

Winfried Schäfer trainiert in Iran Esteghlal Teheran.
Winfried Schäfer, Ex-Trainer des KSC. | Bild: Jonas Güttler

Wer trat zuletzt an?

Der letzte und bisher einzige Konkurrent während Wellenreuthers vier Amtszeiten war Martin Müller: Er verlor im Oktober nur knapp gegen Ingo Wellenreuther - nur 40 Stimmen machten damals den Unterschied.

 

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  •   DominikKane
    (68 Beiträge)

    15.05.2020 15:40 Uhr
    Wer einmal lügt...
    Müller hat laut BNN auch gesagt, dass er nichts mit dem Bündnis KSC zu tun habe zwinkern
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  •   Karlsruher
    (253 Beiträge)

    15.05.2020 13:59 Uhr
    was
    sie alles wissen. Der einzige hinterfotzige war Superingo
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  •   brosi13
    (512 Beiträge)

    15.05.2020 16:31 Uhr
    Bei Wellenreuther...
    ...waren die Verträge, die man mit ihm abschloß, nicht mal das Papier wert auf dem sie standen.
    Erstaunlicherweise gibt es immer noch Leute, die ihm hinterherheulen. Eigentlich unfassbar!
    Ein Müller gibt Geld, aber das ist auch nicht recht. Ein Mentrup baut ein neues Stadion, ja - das ist eine rote Socke...vor soviel Dummheit muss man einfach kapitulieren!
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