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Karlsruhe Fans fordern Rücktritt - was der KSC-Präsident dazu sagt

Ein eiliges Planinsolvenz-Verfahren auf Biegen und Brechen - für Ingo Wellenreuther ist das der falsche Weg, den KSC vor einer möglichen drohenden Pleite zu bewahren. Damit stellt sich der Vereinspräsident nicht nur gegen die Geschäftsführung, sondern auch gegen die Fans. Die fordern jetzt seinen Rücktritt. Was Wellenreuther dazu sagt - ka-news.de hat mit ihm gesprochen.

Die Debatte um eine mögliche Planinsolvenz der KSC GmbH & Co KG verschärft sich. Der Grund: So richtig einig scheint man sich darüber in der Chefetage des Vereins noch nicht zu sein. Während KSC-Geschäftsführer Michael Becker auf den Schritt in die Insolvenz in Eigenverwaltung drängt, appelliert Präsident Ingo Wellenreuther, gerade das nicht zu tun. 

KSC-Geschäftsführer Michael Becker ist seit 2018 im Amt.
KSC-Geschäftsführer Michael Becker ist seit 2018 im Amt. | Bild: Karlsruher SC

"Eine Planinsolvenz wäre jetzt rein freiwillig"

"Nicht die Durchführung der Planinsolvenz ist jetzt die Hauptaufgabe, sondern, den KSC überhaupt vor einer Zahlungsunfähigkeit zu bewahren", so Wellenreuther im Gespräch mit ka-news.de. Es sei wichtig, sich daher alle Optionen vorzubehalten.

"Gespräche mit allen Beteiligten, unter anderem auch mit Michael Kölmel, werden geführt." Man dürfe darüber hinaus nicht vergessen: Bis zum 30. Juni sei der KSC weder zahlungsunfähig noch überschuldet. "Ein Planinsolvenz-Verfahren zu beginnen wäre damit aktuell rein freiwillig."

Mitgliederversammlung ist zwingend notwendig

Den Insolvenzantrag jetzt mit aller Gewalt durchzuringen hält der Vereinspräsident daher für den falschen Weg, vor allem - anders als von der Geschäftsführung gefordert - ohne vorherige Zustimmung der Mitglieder in einer außerordentlichen Versammlung. Ein solches Verfahren einzuleiten bedeute eine "wesentliche Vereinsangelegenheit" und daher zwingend notwendig - "rechtlich wie auch aus Transparenzgründen", sagt Wellenreuther.

Anders sehen das anscheinend die KSC-Fans: Sie sprechen Geschäftsführer Michael Becker "für die nächsten wegweisenden Schritte" ihr Vertrauen aus - und fordern in einem Antrag im Netz die Einberufung einer Mitgliederversammlung zur Abberufung Ingo Wellenreuthers als KSC-Präsidenten.

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"Ich glaube, dass der Antrag aus der Ecke kommt, die auch die Mitgliederversammlung verhindern will"

Der Vorwurf: Wellenreuther würde mit seinem Verhalten die Beantragung eines Planinsolvenzverfahrens blockieren. "Ich glaube, dass der Antrag aus der Ecke kommt, die auch die Mitgliederversammlung verhindern will", äußert sich der Präsident gegenüber ka-news.de zu den Vorwürfen. Seit seiner Wahl vor zehn Jahren  engagiere er sich für den Verein und dessen Fans. "Und ich sehe es seither als als meine Hauptaufgabe, möglichen Schaden vom KSC abzuwenden", meint er.

Dazu gehöre eben auch die Abwendung einer eventuell drohenden Insolvenz - und nicht die unbedingte Durchführung einer Eigenverwaltung  - "ich bin überrascht, dass manche das anders sehen". Ganz außer Acht lassen wolle man die Option einer Planinsolvenz aber natürlich nicht. 

Versammlung für Mitte Mai anberaumt

Der fünfköpfige Beirat, in dem neben Wellenreuther unter anderem auch seine beiden Vizepräsidenten Holger Siegmund-Schultze und Günter Pilarsky sitzen und der die GmbH & Co KGaA kontrolliert, habe einstimmig beschlossen, beide Wege vorzubereiten.

Günter Pilarsky (KSC Vizepräsident)
Günter Pilarsky (KSC Vizepräsident) | Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Das heißt auch: Eine Mitgliederversammlung wird kommen - erwartet wird der Termin laut Vereinspräsident für Mitte Mai. Dann wird sich zeigen, wie der Weg aus der Insolvenz für den KSC aussehen wird.

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Kommentare (25)
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  •   haustier
    (1349 Beiträge)

    22.04.2020 17:00 Uhr
    man ... man ... man
    Wie naiv muss derjenige sein, welcher glaubt, dass durch einen Rücktritt von Wellenreuther alles besser wird und der KSC fortan rosingen Zeiten entgegen schwebt ?

    Ich mag mich irren, aber meines Erachtens führt ein Herr Wellenreuther den Verein nicht allein. Soweit mir bekannt ist, gibt es noch soetwas wie Vizepräsidenten, einen Verwaltungsrat ... von daher einem Präsidenten die alleinige Schuld zuzuweisen, ist doch vollkommen lachhaft. Also wenn hier Einige den Rücktritt des Präsidenten fordern, dann sollten genau diese Leute auch konsequent genug sein um weitere Namen ins Spiel zu bringen und deren Rücktritt ebenfalls fordern.

    Und wenn diese Leute schon eine Namensliste erstellen, dann bitte ich gleichzeitig um Bekanntgabe von Personen, welche die frei gewordenen Plätze einnehmen sollen ... und dabei möchte ich nicht hören, dieser oder jener könnte das Amt übernehmen, Nein (!), ich will Namen von ich kompetenten Personen, welche sofort bereitstünden.
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  •   andi79
    (2980 Beiträge)

    22.04.2020 07:53 Uhr
    Ingo hat Recht
    Eine Insolvenz sollte immer das letzte mittel sein. Und genau dass ist die Frage... wir überleben seit Jahren nur am Tropf von Pilarsky und wären ohne dieses Geld schon längst Insovent. Positive Fortführungsprognose ist das Zauberwort, und durch Corona wird diese sicherlich nicht besser. Wirtschaftlich haben wir uns nicht wirklich verbessert, wenn es mal Liquiditätssprünge gab dann war es durch Transfererlöse auch durch die Nachwuchsabteilung. Diese mussten weggespart werden. Wenn eine Insolvenz zu verhindern ist (dazu müsste man die echten Zahlen kennen) verhindert sie, aber dann muss es auch einen plan dafür geben diese positive Fortführungsprognose zu ermöglichen. Dafür muss sich viel ändern, das Plan pille wird es schon richten ist kein Zukunftsplan.
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  •   Grumberekicker
    (87 Beiträge)

    21.04.2020 19:21 Uhr
    Planinsolvenz mit wem?
    Also ich weiß auch nicht wie das funktionieren soll mit dieser Führungsgruppe beim KSC. Letzte Jahr hieß es, wir müßen hoch dann gibt es mehr TV Gelder nur dann kann man überleben, Jetzt ist man(noch) oben und die Schulden werden noch mehr, Corona hin oder her beim KSC sitzen zu viele Amateure in den entscheidenden Positionen und die wollen nun eine Planinsovenz durchziehen? Da kann man doch nur noch den Kopf schütteln. Mentrup braucht meiner Meinung gar nichts dazu sagen, der KSC beschädigt sich von Tag zu Tag mehr, dessen Aussagen sind auch nicht sehr hilfreich.
    Lösung wäre eine neue Geschäftsführung und eine neue Vereinsführung, da die bisherigen Protagonisten mehr oder weniger versagt haben und unglaubwürdig sind. Aber wer würde sich hierfür zur Verfügung stellen?
    Vielleicht kommt ja doch noch der große Geldgeber und IW würde aufsteigen wie Phönix aus der....
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  •   Markymark
    (511 Beiträge)

    21.04.2020 15:32 Uhr
    Insolvenz
    Weiß aktuell nicht wie sie die Insolvenz in den nächsten 2-3 Jahren abgewendet werden soll ? Für jetzt braucht man die Geisterspiele aber wird die Saison beendet, kommt man als Absteiger in einer 3. Liga mit viel weniger tv Einnahmen. Geisterspiele bringen dort nicht viel.
    Der ksc ist so oder so am Ende. Und wer investiert bitte hier jetzt noch ? In dieser Situation? Woher soll frisches Geld herkommen wenn nicht über den Ausblick Geisterspiele.

    Keine Spiele dieses Jahr mehr mit Publikum. Egal wie man es dreht und wendet... das einzigste was den ksc noch aus dem Dilemma helfen kann wären Geisterspiele und keine Absteiger aus der 2. Liga.
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  •   schmidmi
    (2793 Beiträge)

    21.04.2020 15:44 Uhr
    Geisterspiele
    benötigen immense Testkapazitäten, um vor dem Virus sicher zu sein.
    Es wurde gerade heute in der Pressekonferenz noch einmal gesagt, dass solche Testkapazitäten nur dort eingesetzt werden sollten, wo medizinisch indiziert.
    Und eine kommerzielle Veranstaltung ist sicherlich nicht medizinisch indiziert.
    Ergo keine Geisterspiele dieses Jahr. Vielleicht auch nicht im nächsten...
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  •   Messer
    (430 Beiträge)

    21.04.2020 13:30 Uhr
    weg mit Wellenreuther
    er hat als Präsident völlig versagt und die Unsummen von Pilarsky sind in falsche Spieler und auch in unnötige Prozesse verzockt worden
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  •   Karlsrulez
    (355 Beiträge)

    21.04.2020 11:58 Uhr
    leider gibt es wieder genug,
    die auf die leeren Worthülsen und auf das IW-typische Geblubber reinfallen. Nur weil sichs gut und kompetent anhören mag, ist es noch lange nicht richtig und wahrheitsgetreu. Die Schuld so weit wie möglich von sich wegschieben und die Verantwortung wie immer schön auf andere abladen. Es ist unerklärlich, wie man damit immer weiter und durchkommen kann. Es muss ein Schlußstrich gezogen werden und der kann in der Konsequenz nur heißen: IW muß weg. Die Blockadehaltung und der Machterhaltungstrieb treibt uns sonst in den völligen Untergang.
    Gerade in dieser Zeit wäre das gemeinsame Ziehen an einem Strang von außerordentlicher Wichtigkeit, ebenso eine Aussendarstellung die eines Vereines wie der des KSC würdig wäre.
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  •   Felix1999
    (90 Beiträge)

    21.04.2020 10:30 Uhr
    Frage
    Wieviel von denen, die hier so vehement IW kritisieren, den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens im Rahmen der §§ 270 ff InsO fordern (schaut ruhig mal nach) und Herrn Becker unterstützen, haben Ahnung von:
    - Insolvenzrecht
    - BWL
    - Vereinsrecht
    - der aktuellen Finanzlage des KSC ???

    Diese Frage geht auch an den OB. Wieso mischt er sich jetzt in die vereinsinternen Angelegenheiten ein? Er kann natürlich seine persönliche Meinung äußern. Aber bitte nicht als OB. Gerade die Stadt sollte ein Interesse haben, dass der Verein KSC (nicht die KGaA) weiterhin existiert.
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  •   Falscheneun
    (43 Beiträge)

    21.04.2020 11:36 Uhr
    Du sagst es. NIEMUND von uns
    kann das beurteilen und deshalb verstehen wir nicht, warum wir bei einer ao MV darüber abstimmen sollen nur um unseren Präses für 10 Jahre konzeptloses Schuldenmachen von allem frei zu sprechen. Wir vertrauen eben der Expertise von Herrn Becker und anderen in den Gremien, die sich für eine Planinsolvenz ausgesprochen haben. Wir werden die Saison trotz fließender Fernsehgelder wieder mit mehr als EUR 5 Mio. Schulden abschließen. Und der Deal mit Kölmel wird vielleicht kurzfristig helfen eine Insolvenz zu vermeiden, aber mittelfristig wie die o.g. EUR 5 Neuschulden uns weiter überschulden. Hier haben einige noch nicht begriffen, dass das aktuelle Geschäftsjahr nur deshalb durchfinanziert ist und wir liquide sind bis 30.06., weil Pilarsky bürgt und neue Schulden entstehen. Wo soll das hinführen?Herr Becker hat Recht: jeder Tag der vergeht machen wir durch Ausgaben neue Schulden; Deshalb KEINE NEUE SCHULDEN, Herrn Becker und den anderen Befürwortern vertrauen und in die Planinsolvenz!
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  •   silberahorn
    (10749 Beiträge)

    21.04.2020 10:46 Uhr
    Die Einmischung
    des OB mit Meldungen beim swr: Karlsruher OB Mentrup kritisiert KSC-Führung fand ich auch befremdlich.
    Das ist aber wahrscheinlich typisch für ein Rathaus, das eigentlich umbenannt werden müsste in "Garten der Eitelkeiten", weil Kindergarten dann doch nicht der zutreffende Ausdruck ist. Kinder vertragen sich nämlich irgendwann wieder und meistens schon am nächsten Tag.

    Fußball muss sich durch die bestehende Pandemie ohnehin umgestalten und neu erfinden.

    Ich träume schon von Spielen, bei denen die Spieler eine Art Bubblering um sich haben, etwas breiter als ein Hula-Hupp-Reifen. Den Ball können sie immer noch zuspielen (Fußball!), aber "Hacke in Fresse" geht nicht mehr. Die Zuschauer bekommen natürlich auch solche Abstandhalter in den Farben ihrer Mannschaft mit Logo und Werbung. Das gibt neue Märkte wie einst, als es noch stark auf die Besonderheit der Schuhe ankam.
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