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Karlsruhe Keine Kollektivstrafen: Supporters Karlsruhe begrüßen DFB-Entscheidung

Im Streit um Fan-Krawalle in deutschen Stadien hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) seine Taktik geändert: Vorerst soll es keine Kollektivstrafen mehr geben. Bei den Supporters Karlsruhe ist man positiv überrascht - aber auch noch vorsichtig skeptisch. ka-news hat mit der Fanorganisation gesprochen.

Am Mittwoch hatte DFB-Präsident Reinhard Grindel angekündigt, dass es vorerst keine Kollektivstrafen geben soll. Bis auf Weiteres wolle man keine Sanktionen wie die Verhängung von Blocksperren, Teilausschlüssen oder Geisterspielen mehr. Damit hat der DFB-Präsident im Konflikt mit Ultra-Gruppierungen, aber auch Fanorganisationen wieder Bereitschaft zum Dialog signalisiert. 

Supporter Karlsruhe: "Positives Signal" von DFB

Bei den Supporters Karlsruhe, dem offiziell anerkannten Dachverband der Fans des Karlsruher SC, hat man diese Nachricht überrascht aufgenommen - aber im positiven Sinne, wie der zweite Vorsitzende Marco Fuchs im Gespräch mit ka-news erklärt. "Wir haben Kollektivstrafen in der Vergangenheit immer wieder verurteilt, da hier auch viele Leute bestraft werden, die mit den Vorfällen gar nichts zu tun haben", so Fuchs. Die Ankündigung des DFB-Präsidenten sieht er als "ein positives Signal". Fuchs fordert, dass "mit und nicht über die Fans gesprochen" wird. 

Eine gewisse Skepsis schwingt bei den Supporters aber noch mit. Es müsse abgewartet werden, ob die Ankündigung von DFB-Präsident Grindel in der Zukunft auch umgesetzt werde, erklärt der zweite Supporters-Vorsitzende. "In der Vergangenheit ist viel Vertrauen zum DFB verloren gegangen." Nach dem Derby gegen den VfB etwa hatte das Sportgericht des DFB den KSC mit einem Spiel fast unter Ausschluss der Zuschauer verurteilt. 

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Kommentare (47)
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  •   roli
    (2051 Beiträge)

    21.08.2017 03:34 Uhr
    Schade
    dass es mit Meister nicht geklappt hat. Sehr sympathischer Mensch, aber er konnte aus guten Spielern keine Mannschaft formen. Jetzt brauchen wir einen erfahrenen Trainer der das Trauma löschen und uns wieder nach oben bringen kann. Olé KSC
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  •   DonHasi
    (795 Beiträge)

    18.08.2017 16:38 Uhr
    Verliert man eine ganze Fangeneration?
    Man frage doch mal nach bei den Karlsruher Jugendlichen. Wer oder was ist der Karlsruher SC?
    Für welche Vereinsphilosophie steht man dort ein?
    Welche Ziele verfolgt man lang und mittelfristig im Zeitraum von 5-10 Jahren?
    Sind diese Ziele mit Maßnahmen hinterlegt und greifen diese bereits?
    Vielfach wird man darauf nur verständnisloses Kopfschütteln als Zeichen des Desinteresses wahrnehmen.
    Und sollte sich jetzt noch bewahrheiten, das die DFL und DFB gemeinsam nicht Willens und in der Lage sind einer kleinen Gruppe von Fans für grobes Fehlverhalten stärker in die Verantwortung nehmen, sieht es mit der Glaubwürdigkeit schlecht aus
    Den der KSC ist momentan in der Wahrnehmung vieler ein schlecht gemanagter Kulturbetrieb.
    Das es besser geht zeigen viele andere kleine - auch mit wenig Geld. Und obendrein besteht dort das "Risiko" tatsächlich Spaß an den Darbietungen zu haben und obendrein als Belohnung auch nicht noch eins auf die Fresse zu bekommen - von Leibesvisitationen ganz abgesehen
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  •   EmilyHobhouse
    (1003 Beiträge)

    18.08.2017 15:19 Uhr
    Money makes the world go round
    Geld, ist der einzige Grund für diese Entscheidung. Für die Polizei wird es dadurch noch mehr Arbeit geben. Es wird nicht zu weniger, sondern zu mehr Gewaltdelikten kommen. Alle, die so genannten Supporter und die Vereine haben nur ihre Interessen im Sinn. Ob es friedlich bleibt oder nicht, ob vor den Stadien randaliert wird oder nicht ist ihnen auch egal.
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  •   Senfdazu
    (67 Beiträge)

    18.08.2017 12:59 Uhr
    Die Hauptsache g'schwätzt
    von der DFL: siehe App Ultranews Fankurve > SC Freiburg ist zum Saisonaufstart mit einer Kollektivstrafen für die erste Mannschaft bestraft, die diese Liga gar nicht betrifft. DFL ist nur Schall und Rauch.
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  •   ALFPFIN
    (5721 Beiträge)

    18.08.2017 11:20 Uhr
    @andi79
    Ihr Vergleich ist wohl ziemlich daneben. Außerdem scheinen sie damit ja die Krawallmacher eher entschuldigen zu wollen.
    https://www.waz.de/staedte/duisburg/wie-gefaehrlich-die-pyrotechnik-der-fussball-fans-wirklich-ist-id6503761.html
    Lesen Sie hier mal nach, welche Verletzungen entstehen können.
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  •   andi79
    (2511 Beiträge)

    18.08.2017 12:13 Uhr
    natürlich
    können mit Pyro massiv verletzungen entstehen... mit vielen anderen Dingen des täglichen Lebens auch wenn sie nicht entsprechend mit Verstand oder sogar als Waffe verwendet werden. Aber es geht hier um gar keine Pyrodiskussion sondern das wir in einem Staat mit bestimmten Rechtsvorstellungen leben... dieser Rechtsstaat lehnt kollektivstrafen ab.
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  •   peddersenn
    (962 Beiträge)

    18.08.2017 17:01 Uhr
    Wer als Kollektiv auftritt....
    ....läuft eben Gefahr, als Kollektiv bestraft zu werden.

    Ist im übrigen nicht halb so exotisch, wie hier behauptet wird. Als nicht rasender Motorradfahrer darf ich trotzdem manche Strecken Sonntags nicht befahren, im Stadion darf ich nicht mit der Flasche rein, weil ANDERE Mist bauen und mein Alkopop ist teurer, weil sich einige zu sehr die Birne volldröhnen. Und so weiter und so weiter....

    Im übrigen müsste man keine Gruppe pauschal bestrafen, wenn sich deren Mitglieder nicht genau DIESER Gruppe bedienen würden, um sich zu verstecken. Wer sich vermummt, hat sein Recht auf Individualität selbst aufgegeben.

    Man könnte ja auch sein Gesicht ganz normal in die Kamera halten. Als ehrlicher Mensch. Und sich einfach betragen und das Spiel ansehen.
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  •   andi79
    (2511 Beiträge)

    19.08.2017 12:21 Uhr
    das mit
    dem Motorrad ist zwar richtig, aber es basiert auf einer rechtlichen Basis, in dem Fall das Bundesemmisonsschutzgesetz. Natürlich könnte man das Recht ändern, aber so etwas ist eben auch Aufgabe des Staates und nicht des DFB (zumal es äußerst schwierig ist Gesetze so zu formulieren das sie eindeutig sind, aber auch genau die richtigen treffen und dazu mit anderen Gesetzen vereinbar sind). Ich persönlich glaube an den Rechtsstaat und die Demokratie, und Kompromisse sind gefährlich und wollen sehr sehr gut überlegt sein.

    Und auch das mit dem Kollektiv... wer ist denn das Kollektiv? Der eine der was macht und die leute direkt drum rum? seine ganze Gruppe... die kompletten Ultras? Alle Stehplatzfans? Alle Stadionbesucher? Lokal? Bundesweit? Und was ist mit den Supporters... die haben Teilmengen bei den Stehplatz und den Sitzplatzfans (also wurden nicht alle Supporters mitbestraft). Die Gruppe ist immer abhänig vom Blickwinkel... Menschen neigen dazu zu sagen "sofort bestrafen"...
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  •   andi79
    (2511 Beiträge)

    19.08.2017 12:24 Uhr
    ...
    das machen sie so lange bis sie in der Teilmenge mit drin sind die betroffen ist. Dann ist es plötzlich ungerecht. Man wird unter den TV Fans immer deutlich mehr Leute finden die sagen Geisterspiel wie unter den leuten die ins Stadion gehen. Eine leider sehr sehr negative Eigenschaft von vielen Menschen. Man sollte mal ehrlich zu sich selbst sein und immer davon ausgehen das man selbst unschuldig bestraft wird und wie man das finden würde.
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  •   peddersenn
    (962 Beiträge)

    19.08.2017 19:59 Uhr
    nun, da hast Du teilweise recht.....
    Die Leute hetzen immer auf das, was sie -vielleicht schlicht zufälligerweise- gerade nicht machen. Deshalb hetzt der Nichtraucher gegen den Raucher, der Autofahrer* gegen den Fahrradfahrer und der Benziner gegen den Diesel. Und wenns andere trifft, ist keine Strafe hoch genug.

    Trotzdem: ich halte den Ausdruck "Kollektivstrafe" für etwas überzogen -und für unzutreffend. Erstens trifft es ja nicht die "Fans" ., sondern den Verein. Und zweitens ist die Rede von Supportern, Ultras oder anderen ORGANISIERTEN. Die scheinbar ihren Laden nicht im Griff haben. Und die müssen sich eben daran messen lassen - und die Folgen tragen. Wenn der Dackelverein den Grillplatz verlässt wie Sau, kriegt er ihn nicht das nächste Mal mehr. Klar, für den normalen Stehplatzbesucher ist das ne Kollektivstrafe - wäre es aber nicht, wenn man nur den Supportern + Co den Eintritt verwehren würde. DAS wäre sicher die beste Lösung.

    *außer er sitzt gerade Sonntags auf dem Fahrrad, dann gehts andersrum
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