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Karlsruhe Karlsruhe gegen Aue in der Relegation: Oder etwa doch nicht?

Zwei Tage sind es noch bis zum Hinspiel der Aufstiegsrelegation zur 2. Bundesliga zwischen dem Karlsruher SC und Erzgebirge Aue. Doch unterschiedlicher könnte die Stimmung in beiden Lagern kaum sein, denn die Paarung hat einen bitteren Beigeschmack für die Sachsen. Der Verein hat Klage eingereicht. Steht das Spiel jetzt auf der Kippe?

Beim KSC herrscht große Erleichterung es nach einem verkorksten Saisonstart jetzt in der Relegation doch noch die Möglichkeit zu haben, in die zweite Liga zurückzukehren. So lässt sich die Stimmungslage beim KSC dieser Tage wohl am besten beschreiben. Das Team von Alois Schwartz absolviert die letzten Einheiten vor dem Heimspiel gegen Aue unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Vorfreude bei den Fans ist riesig, die Karten für beide Spiele waren innerhalb weniger Stunden ausverkauft.   

Ganz anders ist die Stimmung knapp 500 Kilometer nordöstlich in Aue. Vorstand, Mannschaft und Fans sind entsetzt und sauer darüber, dass der FC Erzgebirge doch noch in die Relegation muss. Den Schuldigen haben die Auer längst ausgemacht: Im Fokus ihrer Kritik steht vor allem Schiedsrichter Sören Storks. Im letzten Saisonspiel am vergangenen Sonntag verweigerte der Unparteiische den "Veilchen" ein reguläres Tor und verwehrte dem Team von Trainer Hannes Drews zwei Elfmeter. Am Ende gewann Gegner Darmstadt die Partie glücklich mit 1:0 und konnte sich vor dem Abstieg retten. 

Aue klagt vor dem DFB-Sportgericht gegen das Spielergebnis

Die Sachsen müssen jetzt in der Relegation nachsitzen - das wollen sie aber nicht so ohne weiteres hinnehmen. Beim Deutschen Fußball-Bund hat der Verein deshalb Klage gegen das letzte Saisonspiel und die fatalen Fehlentscheidungen des Schiedsrichter-Gespanns eingelegt. Wie die Chancen der Sachsen stehen, mit ihrem Einspruch recht zu bekommen und wann mit einem Urteil zu rechnen ist, dazu wollte sich der DFB auf ka-news-Nachfrage nicht äußern. "Während eines laufenden Verfahrens können wir diesbezüglich leider keine Angaben machen. Wir bitten um Verständnis", lässt der DFB über seine Pressestelle mitteilen.

 

 

Der DFB sieht auch keinen Zusammenhang einer Spielmanipulation durch das Schiedsrichter-Gespann. Verständlich sei der Ärger bei denen, die betroffen sind. "Daraus aber den Vorwurf eines Vorsatzes abzuleiten, das ist entschieden zurückzuweisen", sagte Schiri-Boss Lutz Fröhlich gegenüber verschiedener Medien. "Das Spiel ist aus Schiedsrichtersicht nicht gut gelaufen. Aber Fehler können passieren, das ist menschlich." Das Sportmagazin "Kicker" bewerte die Leistung von Schiri Sören Storcks mit der Note 5,5.

Hauptgrund für die Entrüstung der Sachsen waren vor allem drei Szenen: Nach vier Minuten war ein Schuss der Auer klar über der Torlinie, Darmstadts Brégerie kratzte den Ball deutlich dahinter von der Linie. Schiedsrichter Storks und sein Assistent übersahen das.

DFB ermittelt auch gegen Aue-Präsident

Nach einer guten halben Stunde klärte der Darmstädter Stürmer Platte den Ball nach einer Ecke mit dem Ellenbogen, doch statt auf Handelfmeter zu entscheiden, lief die Begegnung weiter. Ähnlich die Szene nach etwas mehr als einer Stunde als ein Darmstädter am Trikot des Aue-Spielers Hertner zerrt und dieser zu Boden geht: Die Pfeife bleibt auch dieses mal stumm, was die Sachsen extrem verärgerte.      

Helge Leonhardt
Der Präsident von Erzgebirge Aue, Helge Leonhardt, äußerte heftige Kritik an den Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns im Spiel gegen Darmstadt. Der DFB ermittelt nun auch gegen ihn. | Bild: Oliver Killig

Der Präsident von Erzgebirge Aue, Helge Leonhardt, äußerte in einer Pressemitteilung des Vereins heftige Kritik an den Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns im Spiel gegen Darmstadt. "Diese ganz klar und in aller Welt sichtbaren Fehler dürfen und können wir nicht im Raum stehen lassen und einfach so hinnehmen. Uns wurde ein reguläres Tor nicht anerkannt, zudem wurden uns zwei klare Elfmeter verwehrt. Wir haben als Verein eine enorm große Verantwortung unseren Mitgliedern, Sponsoren, unseren Fans, unserer Mannschaft und der breiten Öffentlichkeit gegenüber."

"Das Fairplay wurde vom Schiedsrichterteam gestern mit Füßen getreten. Das kann nicht sein! Darum haben wir uns zu diesem Widerspruch entschlossen", so der Klubboss in der Pressemitteilung weiter. Wegen seiner Kritik am Unparteiischen ermittelt jetzt auch der DFB-Kontrollausschuss gegen Leonhardt.

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  •   Markymark
    (209 Beiträge)

    16.05.2018 12:26 Uhr
    Liga mit 19?
    Wenn der DFB cool wäre, und kein Idiotenverein, würde sie einfach beschließen, dass unter diesen Umständen AUE eine Relegation nicht zuzumuten ist, und nächste Saison mit 19 Mannschaften spielen lassen, was für die 2. Liga gar kein Problem darstellen würde, da kein Europacup. Dann gibt es eben einen Absteiger mehr im nächsten Jahr.
    Bei 1860 hat man das ja auch so gemacht in der Regional Liga. Also gehen tut alles, wenn man wirklich will....aber da sind wir wieder bei den Idioten. Ansonsten wird das ein Scheiss Relegation, auch wenn wir diese gewinnen.
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  •   auchmalsenfdazu
    (3134 Beiträge)

    16.05.2018 12:37 Uhr
    das geht
    leider schon aus dem Grund nicht, weil dem DFB dann 3,50€ durch die Lappen gehen, die sie mit den Relegationsspielen kassieren.

    Der Antrag wird abgeschmettert und die Auer werden hier mit dem Messer zwischen den Zähnen auflaufen.
    Mir wäre es lieber gewesen, wir würden gegen ne Truppe spielen, die am letzten Spieltag noch unerwartet auf den Relegationsrang abgerutscht ist und total verkrampft um die Existenz kämpft.

    Ich hoffe nur, die schicken in den zwei Spielen keine Schiris, die das Unrecht der Auer in den Relegationsspielen wieder wett machen wollen.

    Eher sollte man sich beim DFB an unser Unrecht 2015 erinnern und helfen die aufmüpfigen Auer in Liga 3 zu befördern zwinkern
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  •   arlekin
    (135 Beiträge)

    16.05.2018 12:36 Uhr
    Schöne Idee,
    Salomo, Hauptsache, der 19. muss dann nicht gegen Chinas Jugend spielen, doch ich glaube auch, dass die Aufstockung durch die DFB- Bürokratie nicht genehmigt werden wird von wegen Präzedenzfall und so...
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