3  

Estepona KSC-Trainingslager: Tag 3 - "Sightseeing" und Spieler-Spekulationen

Bis zum 15. Januar weilt der Karlsruher SC im Trainingslager im spanischen Estepona, wo sich der abstiegsbedrohte badische Zweitligist auf die Rückrunde vorbereitet. Das Ziel ist klar: Es geht um den Klassenverbleib in der zweiten Liga. Für ka-news ist Harald Linder vor Ort und berichtet täglich aus dem Trainingslager an der Costa del Sol.

Nach der etwas unfreiwilligen "Sightseeing-Tour" vor dem gestrigen Testspiel durch die eindrucksvolle Berglandschaft Andalusiens und schmale Dorfstraßen, die dem eigenwilligen Navi im KSC-Bus geschuldet war, begegnete die Mannschaft, als sie endlich den Spielort Alhauri El Grande mit halbstündiger Verspätung erreichte, dennoch dem Erstligisten Werder Bremen auf Augenhöhe und erzielte ein verdientes 1:1-Unentschieden.

Zwar fehlten beim abstiegsbedrohten Erstligisten einige Stammkräfte wie Max Kruse, Zlatko Junuzovic oder Theodor Gebre Selassie, die in einem zweiten Bremer Team in Marbella gegen den FC Brügge spielten (1:1), dennoch standen im Team von Alexander Nouri mit den ehemaligen KSC-Spielern Clemens Fritz und Robert Bauer sowie Serge Gnabry oder Claudio Pizarro immer noch eine Reihe erstligaerfahrener Spieler, denen KSC vor allem in der ersten Halbzeit leistungsmäßig nicht nach stand. Im Gegenteil: Nach einer Abtastphase in den ersten 20 Minuten, übernahm der KSC vor allem über seine starke linke Seite mit Dennis Kempe und Moritz Stoppelkamp zunehmend das Kommando und ging nach 34 Minuten durch Youngster Valentino Vujinovic nicht unverdient in Führung.

Komplettwechsel nach der Pause

Nach der Pause wechselte Mirko Slomka zunächst sein komplettes Team aus (siehe auch gestrige Meldung) , musste aber schon nach kurzer Zeit erneut wechseln, weil sich Manuel Torres bei einem Torschussversuch an Oberschenkel und Hüfte zerrte. Für den Spanier kam erneut Valentino Vujinovic in die Mannschaft und so gab es die kuriose Situation, dass die zwei KSC-Stürmer, die jetzt mit dem 16-jährigen Malik Batmaz und dem 17-jährigen Vujinoic auf dem Platz standen, zusammen fünf Jahre jünger waren als auf der Gegenseite Bremens Stürmerstar Claudio Pizarro, der mittlerweile 38 Lenze zählt. Kurz vor Schluss musste der KSC noch den Ausgleich durch Aron Johannsson hinnehmen, aber sowohl Mirko Slomka als auch Sportdirektor Oliver Kreuzer zeigten sich zufrieden mit der Leistung und vor allem dem großen Engagement, das die Mannschaft im warmen und sonnigen Alhaurin El Grande an den Tag gelegt hatte.

Windiger Dienstagmorgen

Weniger sonnig, dafür aber kühl und recht windig begann der heutige Trainingstag in Estepona, wo neben Manuel Torres, dessen Verletzung heute genauer untersucht wird, auch der erkrankte Erwin Hoffer weiterhin fehlte. Martin Stoll, der gestern wegen Hüftproblemen aussetzen musste, war heute morgen wieder mit auf dem Platz und machte alle Einheiten mit. Noch nicht ganz so weit sind Gaetan Krebs und Enrico Valentini, die aber ebenfalls schon bei einem Teil der Übungen mit der Mannschaft dabei waren, ansonsten aber weiter im Aufbautraining sind. Bis zum Ende des Trainingslagers dürften aber auch diese beiden wieder zur Verfügung stehen.

Manzon nach Russland?

Für Slomka beginnt dann die Phase, in der er sich festlegen muss, wer zukünftig die Spieler sind, mit denen er den Abstiegskampf in der zweiten Liga bestehen will. Noch ist der Trainer aber in der "Findungsphase", auch wenn die Spieler, die gestern gegen Weder Bremen in der ersten Hälfte aufliefen, zumindest ein Fingerzeig in die Richtung waren, wie der Kern der Mannschaft aussehen könnte, die sich Slomka vorstellt. Wobei es durchaus noch möglich ist, dass der eine oder andere Spieler noch verpflichtet wird.

Das gilt in erster Linie für die Offensive, wo nach dem verletzungsbedingten Aus für Florian Kamberi (Knie-Operation) und dem voraussichtlichen Abgang von Vadim Manzon, den der ehemalige KSC-Spieler Sergej Kiriakov, der mittlerweile den russischen Erstliga-Aufsteiger Arsenal Tula trainiert, nach Russland zurückholen will. Dann stünden im Angriff mit Dimitris Diamantakos und Jimmy Hoffer nur noch zwei erfahrene Stürmer neben Youngster Valenitino Vujinovic zur Verfügung.

Präsidium kommt zu Besuch

Noch ist da aber nichts konkret und letztlich ist dies auch eine Frage des Geldes, worüber Slomka und Kreuzer sich noch mit dem KSC-Präsidium unterhalten werden, das am Donnerstag in Person von Präsident Ingo Wellenreuther und Vize Günter Pilarsky die Mannschaft im Trainingslager besucht.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (3)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   HarryPotter
    (441 Beiträge)

    10.01.2017 23:50 Uhr
    Haben Sie einen Fehler entdeckt?
    Noch ist der Trainer aber in der "Findungsphase", auch wenn die Spieler, die gestern gegen Weder Bremen in der ersten Hälfte aufliefen,
    Weder Bremen? grinsen
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Wildpark85
    (211 Beiträge)

    10.01.2017 21:39 Uhr
    Vernünftiger Eindruck
    Alles, was man so aus dem Trainingslager hört klingt sehr vernünftig. Außerdem werde ich das Gefühl nicht los, dass so etwas wie Aufbruchstimmung herrscht. Mir hat auch der Auftritt beim Harder13-Cup in Mannheim gefallen, insbesondere wie Slomka aufgetreten ist. Er hat viel mit den Spielern gesprochen und stand auch für die Fans zur Verfügung (so wie übrigens Vollath auch!). Im Gegensatz dazu ist das brummige und lustlose Auftreten des Kollegen Frings - dass der wenig reißen wird scheint mir relativ klar!
    Unserer Mannschaft traue ich dagegen für die Rückrunde einiges zu!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   roland
    (91 Beiträge)

    11.01.2017 13:37 Uhr
    auftreten
    sollte das beschriebene auftreten von Slomka und vollath nicht eigentlich selbstverständlich bei den hohen Gehältern sein? alleiniges Kriterium für den sportlichen erfolg wird es sicherlich nicht sein.
    Darmstadt wird mit einiger Sicherheit absteigen, aber nicht weil Frings brummig und lustlos ist, sondern weil das Niveau der spieler nicht dauerhaft für die Bundesliga reicht. im positiven und im negativen sollte man das abschneiden bei einem allenfalls zweitklassig besetzten hallenturnier nicht überbewerten, punktspieltag ist anders...
    die lächerlichen Einschränkungen für Journalisten im Trainingslager(heutige bnn) gelten offensichtlich für Herrn linder nicht, sonst hätte er ja auch darüber etwas geschrieben, oder? erneutes Indiz für seine jahrhundertelange kritische Berichterstattung...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben