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Karlsruhe KSC-Mitgliederversammlung: Entschuldigende Worte und Bilanzminus

Der Abstieg in die Dritte Liga hat den Karlsruher SC auch aus finanzieller Sicht getroffen. Am Donnerstagabend wurden die Zahlen im Rahmen der Mitgliederversammlung vorgelegt.

Die gute Nachricht für die KSC-Mitglieder in der Badnerlandhalle Neureut: Der Jahresverlust zum 30. Juni 2017 fiel deutlich geringer aus, als zu befürchten war. Unter dem Strich steht ein Minus von 109.000 Euro. Der Verein schloss also rund 2.000 Euro besser ab, als man im Vorfeld geplant hatte. Dennoch verschlechterte sich das Kapital des KSC auf ein Minus von nun 2.519.000 Euro. Vor allem ein deutlich höherer Personalaufwand von 1.489.000 Euro schlug sich im Ergebnis nieder.

Geschäftsführer Helmut Sandrock gibt zu: "Es war aber auch wichtig, in das Ergebnis des letzten Jahres einzugreifen." Wäre das End-Minus höher als das Planungs-Minus gewesen, hätte man gegen die Auflagen der DFL verstoßen und wäre wohl bestraft worden. Aus diesem Grund handelte man mit einigen Partnern Forderungsverzichte aus. Dazu gibt es Besserungsscheine in Höhe von 6,7 Millionen. Dieses Geld muss der Verein erst zurückzahlen, wenn er ein positives Eigenkapital hat. "Kurzum: Diese Besserungsscheine sind keine Bedrohung für den KSC, sondern helfen ihm weiter."

Sandrock betont, dass das Ergebnis schlecht sei, aber bezeichnete es zugleich als "Ausrutscher". In den Vorjahren hatte der Verein stets positive Zahlen präsentieren können und somit Schulden abgebaut. Das wird in Liga drei schwierig.

"Das reißt einem den Boden unter den Füßen weg"

Für die Saison 2017/2018 muss der KSC weitere finanzielle Einbußen hinnehmen. So muss der Club auf rund 10 Millionen Euro allein aus TV-Einnahmen verzichten und plant lediglich mit 720.000 Euro. Dazu kommen rund 500.000 Euro, die der Verein aus einem Rettungsschirm für abgestiegene Zweitligisten erhält.

Im genehmigten Haushaltsplan des DFB führten die Karlsruher Einnahmen in Höhe von 10.426.000 Euro auf und Ausgaben on Höhe von 15.950.000 Euro. Das würde zu einem Fehlbetrag von 5.524.000 Euro führen. Nach einer Überarbeitung wurde das Minus inzwischen nach unten korrigiert. Aktuell geht der KSC von einem Bilanz-Minus im Juni 2018 von 1,8 Millionen Euro aus.

Aufgrund der Zahlen, vor allem bei den TV-Geldern, fand Sandrock bei der Bilanz-Pressekonferenz, die im Vorfeld der Mitgliederversammlung stattfand, deutliche Worte: "Das ist wie ein Schneeball, der über den Club rollt." Das sieht auch Präsident Ingo Wellenreuther so: Das Gefälle zwischen zweiter und dritter Liga sei unerträglich groß, "das reißt einem den Boden unter den Füßen weg."

Zweites Jahr in Liga drei würde klappen

Dennoch versicherte Vizepräsident Holger Siegmund-Schultze: "Wir würden uns ein zweites Jahr in der dritten Liga nicht wünschen, es würde uns aber auch nicht umhauen."

KSC-Präsident Wellenreuther zeigte sich vor den Mitgliedern einsichtig, dass im vergangenen Jahr Fehler gemacht wurden, aus sportlicher Sicht - "das gilt auch für uns als Präsidium." Er entschuldigte sich bei den Mitgliedern, "dass wir das nicht verhindern konnten." Der Abstieg sei berechtigt, aber "selten so unnötig".

Dazu gab der Präsident einen Einblick in die aktuellen Forschritte beim Stadionumbau. Vor den Mitgliedern sprach Wellenreuther dann auch noch einmal klare Worte zu den verringerten TV-Geldern: "Das kommt einem Attentat gleich."

Kreuzer: "Der Abstieg war ein verdienter"

Manager Oliver Kreuzer fand ebenfalls deutliche und ehrliche Worte: Auch er gestand Fehler ein, zum Beispiel seine Fehleinschätzung bei der Verpflichtung von Trainer Mirko Slomka. "Der Blick auf die Endtabelle spricht eine deutliche Sprache. Der Abstieg war ein verdienter." Es sei wichtig, sich seiner Verantwortung zu stellen. Kreuzer gestand eine Mitschuld ein.

Die letzte Spielzeit habe gezeigt, dass man bei vielen Puzzleteilen, die das große Gesamtbild ergebe, daneben gelegen hat - auch in der neuen Saison. Unter Alois Schwartz gebe es nun aber einen positiven Trend, "auch wenn wir vor unserem Ziel Wiederaufstieg weit entfernt sind."

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  •   Rundbau-Gespenst
    (9709 Beiträge)

    13.10.2017 08:00 Uhr
    auch er ist
    kein Mitglied. Außenstehende eben...
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  •   Kopfschüttler
    (59 Beiträge)

    12.10.2017 21:08 Uhr
    11 Mio. Verbindlichkeiten
    bis Juni 2018. Wo werden den die Kölmel Mio. (10.000.000 EUR) verbucht?
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  •   teflon
    (2328 Beiträge)

    13.10.2017 17:23 Uhr
    Der KSC wird
    den Kölmelkredit durch einen Pilarsky-Kredit ersetzen - mehr ist gar nicht möglich. Bei der Bilanz hat man wohl alle Register gezogen, um einen Minimalverlust auszuweisen - wie auch immer das geschehen ist. Nur sehe ich nirgendwo das Potential, dass der KSC auch nur ansatzweise das Stadion in Form der Mietzahlung bezahlen kann ohne noch weiter Schulden machen zu müssen - egal in welcher Liga er kickt.
    Die Frage , die sich immer mehr aufdrängt ist , ob der mutige Schritt von 1860 München nicht auch eine Blaupause für den KSC ist. So wies aktuell aussieht, gehts sportlich immer weiter runter und da hilft auch kein Sandrock oder Schwartz, da die Gründe viel tiefer liegen.
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  •   andi79
    (2507 Beiträge)

    13.10.2017 08:25 Uhr
    die verbindlichkeiten
    werden gar nirgends verbucht weil sie bis dato nicht angefallen sind. Aktuell gilt die lebenslange Abgabe bis wir sagen wir haben das Geld, wir zahlen das Geld.... dann wird der Vertrag wirksam, die Verbindlichkeit entsteht und wird sogleich beglichen... in der Regel aus einem Posten Rückstellungen. Und genau der Posten dürfte noch weit von der Summe entfernt sein die wir benötigen traurig.

    Immerhin... Besserungsscheine sind nicht ganz so katastrophal wie ich befürchtet habe, ich hoffe nur da sind nicht weitere posten irgendwo in ner Schwester GmbH versteckt. Trotz allem... das minus von 109.000€ ist buchhalterisch korrekt... real aber leider nicht. Die Frage ist wie viel Geld ist in Besserungsscheinen letzte Saison dazu gekommen... und das ist garantiert über 1 Mio. Woher ich das weiß? Wir hatten weniger einnahmen, ettliche Trainerrausschmisse und sonstige ungeplante ausgaben. das Geld muss wo herkommen. Und wenn es in der Bilanz nicht im Minus ist wurde gezaubert,eben durch Besserungssch
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  •   IchKA
    (341 Beiträge)

    13.10.2017 08:49 Uhr
    Richtig andie79
    "das Geld muss wo herkommen". Und wo kommt das Geld her um das Stadion zurück zu bezahlen ?
    Wird auch da wieder Mitschuld eingeräumt, wenn der letzte Bürger merkt, dass Wellenreuters Finanzakrobatik das Werk eines Finanzhasadeurs ist, der sich sagt: "Egal wie, Hauptsache das neue Stadion steht,
    nach mir die Sintflut."
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  •   betablocker
    (729 Beiträge)

    13.10.2017 12:19 Uhr
    Das Stadion
    gehört der Stadt und die bezahlt es auch. Dieses angebliche 'Zurückzahlen' des KSC ist lediglich eine Miete die so hingerechnet wurde, dass in Summe nach einer Laufzeit x (30-33 Jahre) so ungefähr das rauskommen soll was das Stadion zum Zeitpunkt der Fertigstellung gekostet hat. Und schon das würde nur dann funktionieren wenn der KSC zu 75% der Zeit Erstligist wäre. Also das kann man schonmal vergessen.
    Dass sich natürlich über 30 Jahre noch etwa geschätzte 70% Zinsen auf den 'Kredit' anhäufen wird überhaupt nicht berücksichtigt.
    Aber da man sich bei der Stadt gerne mit vollkommen abstrusen Zahlen (Kombi, Europahalle, Stadthalle, Theater) beschäftigt ist die Stadionfinanzierung nur eins von vielen, frei nach dem Grundsatz: Wo sieben drauf gehen gehen auch 14 drauf.
    Wenn der Bundesrechnungshof eine Sirene hätte wären alle Bewohner von Bonn jedesmal drei Tage taub wenn dort das Wort Karlsruhe fällt.
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  •   kscgrufti
    (3503 Beiträge)

    13.10.2017 14:59 Uhr
    Bei der
    Planung zur Rückzahlung wurde für einen Zeitraum von 10 Jahren jeweils 2 Jahre 1.Liga, 7 Jahre 2.Liga und 1 Jahr 3.Liga angenommen. Entweder du bist kein Mitglied, oder du hast net richtig zugehört. Bei beidem würde ich mir allerdings solche unwissenden Kommentare verkneifen.
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  •   IchKA
    (341 Beiträge)

    13.10.2017 18:00 Uhr
    Träum weiter Grufti
    Betablocker hat völlig recht. Du glaubst doch wohl selbst nicht an 2 Jahre 1. Liga, 7 Jahre 2. und ein Jahr 3. ?
    Es gäbe 2 Möglichkeiten das zu schaffen: mit totaler Leidenschaft und Hingabe einer Mannschaft an das Ziel, denn ohne Leidenschaft gibt es keine Genialität, oder mit richtig viel Geld, um sich die besten Sportroboter zu leisten. Das kann ein Pilarsky nicht leisten und soll er, wenn es nach seinen Erben geht auch nicht.
    Glaubst du an diese Leidenschaft oder an das Geld ?, oder glaubst du an 9 Jahre 1. und 2. Liga, ohne, dass sich etwas ändert am Bestehenden ? Ich glaube die Karlsruher Bürger zahlen am Ende eine Zeche, die sie nicht bestellt hatten
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  •   betablocker
    (729 Beiträge)

    13.10.2017 16:03 Uhr
    Ich bin schon
    Mitglied, allerdings 80 Kilometer weiter ostwärts. grinsen

    Tatsache ist, dass selbst bei den schönsten Annahmen das Geld nicht zusammenkommt, sondern nur ein Teil davon. Korrigiere mich bitte, aber ich meine es war für Erstligazugehörigkeit ein Betrag von drei Millionen pro Saison eingeplant. Von mir aus mal für zehn Jahre, längerfristig ist auch schwer zu planen.
    Wären also 30 Millionen bei dauerhafter Erstligaangehörigkeit, also ein Viertel der Gesamtsumme.
    Passt irgendwie nicht, oder?

    Mir ist es egal was der KSC zahlt, es wird gebaut und fertig. Aber sie sollen aufhören mit diesen Fantasierechnungen.
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  •   andi-b7
    (2485 Beiträge)

    13.10.2017 12:12 Uhr
    So ist es nicht ganz, den Kölmel bekam eine Garantiesumme
    und von der wir der Betrag abgezogen der pro Jahr zurückgezahlt wird, d.h. irgendwann ist sogar der Kölmel weg grinsen
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