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Karlsruhe KSC-Held Kurt Sommerlatt hat den Fußball noch immer im Blick

Die Gratulanten werden am ersten Weihnachtsfeiertag in Blankenloch Schlange stehen. Denn dann feiert eine "Legende des deutschen Fußballs" seinen 89. Geburtstag. Kurt Sommerlatt – der deutsche Pokalheld schlechthin. Sommerlatt ist einer der ganz Großen der langen Pokalgeschichte des DFB, ist Mitglied der "Hall of Fame" in Berlin. Lesen Sie hier Teil zwei der großen ka-news-Story zum Jubiläum.

2013 wurde Sommerlatt in die "Hall of Fame" der deutschen Pokalhelden in Berlin aufgenommen. Das freut ihn – mehr nicht. "Dort war ich aber noch nie." So bedeutsam sei das nun auch wieder nicht, sagt der Mann, der am ersten Weihnachtsfeiertag 89 Jahre alt wird und stolzer Opa von fünf Enkelkindern ist.

Und die Enkel – die sind stolz auf ihren Opa. Enkelin Anna-Lena war mit ihrer Cousine freizeitmäßig in Berlin. "Da mussten wir ins Olympiastadion gehen. Der Opa in der Hall of Fame, das ist für eine Enkelin schon cool. Logisch, dass wir da hin sind", erzählt sie. Die Fotos, die sie dort schoss, sind inzwischen im Album von Oma und Opa gelandet. "Ich war dann wohl wirklich so etwas wie ein Pokalspezialist", sagt er lächelnd. "Unser Pokalheld" nennt ihn die Familie, wenn etwas gefrotzelt wird. Die Enkelin kümmert sich auch um die zahlreichen Wimpel, die im Haus aufgehängt sind. "Von den Bayern über Manchester United bis zu Nottingham Forest", erzählt sie.

Sommerlatt noch immer ab und an im Familien-Geschäft anzutreffen

Mit seinen Fähigkeiten und Erfolgen wäre Sommerlatt heute sicher Fußball-Millionär. Doch auch das interessiert ihn nicht sonderlich. "Bei uns gab es weniger Geld. Aber: Wir hatten eine bessere Kameradschaft." Geld mit dem Fußball zu verdienen, hatte für ihn nicht die erste Priorität. Mit Ehefrau Friedlinde – "Wir sind seit 60 Jahren verheiratet" – gründete er im heimischen Blankenloch bei Karlsruhe ein gut gehendes Sportgeschäft, das heute ein Sohn leitet. "Wenn Not am Mann ist, helfe ich noch etwas mit."

Dort sind einige Erinnerungsstücke zu bewundern. Zum Beispiel der Originalball von 1955 und die Schuhe, die er damals trug. Auch Utensilien des zweiten Finales in Karlsruhe hat er aufbewahrt. "Damals gab es 500 Mark Siegprämie“, verrät er. Was er damit gemacht hat? Logisch: Gespart. Sommerlatt baute ein Haus, mit schönem Blick auf den nahen Wald, in dem er noch heute "rundum zufrieden" lebt.

"Wir waren die armen Hunde der Liga!"

Eines geht in der Historie vom DFB-Pokalseriensieger nahezu unter: 1961 gewann er auch in der Schweiz den Cup. Als Spielertrainer mit dem FC La Chaux-de-Fonde. Gegen den FC Biel – der wurde trainiert von Jupp Derwall, dem späteren deutschen Bundestrainer. Apropos Bundestrainer: Unter dem legendären Sepp Herberger nahm Sommerlatt an den Olympischen Sommerspielen 1952 teil. Dass Ehefrau Friedlinde immer und überall mit dabei war – erklärt sich von selbst. "Mit Kurt wäre ich bis an das Ende der Welt gegangen", sagt sie.

Sommerlatt kennt auch die Bundesliga. Im Gründungsjahr 1963 war er Trainer des Karlsruher SC, mit 35 Jahren damals der jüngste Coach der Liga. Noch heute schüttelt er den Kopf, wenn er an die Voraussetzungen denkt, unter denen er mit seiner KSC-Elf die ersten Spiele in Angriff nehmen musste. "Hamburg, Bremen und alle Klubs aus dem Westen, die waren schon lange sicher in der Bundesliga, die konnten sich anders darauf vorbereiten wie der KSC", erzählt er. "Wir waren die armen Hunde der Liga!"

Der Fußball ist noch immer fester Bestandteil seines Lebens. Dass er das Pokalfinale immer anschaut, "ist doch logisch. Wer gewinnt mir egal. Ich hoffe immer auf ein spannendes Spiel."

Teil 1 der großen Sommerlatt-Story gibt es hier.

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Kommentare (1)
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  •   Bolzer
    (7 Beiträge)

    26.12.2017 15:51 Uhr
    Glückwunsch
    Nachträglich meinen herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag an Herrn Sommerlatt.
    An die ka-news Redaktion: Dankeschön für diesen Bericht .
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