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Karlsruhe Die Zukunft des KSC: Mitglieder entscheiden sich für Ausgliederung der Profiabteilung

Die Ausgliederung der Profiabteilung des Karlsruher SC wirft ihre Schatten schon seit Monaten voraus. Nun ist es soweit: Die Vereinsmitglieder entscheiden über den zukunftsweisenden Schritt. Damit der Schritt rückwirkend zum 31. Dezember 2018 vollzogen werden kann, benötigt es eine Dreiviertelmehrheit. ka-news ist vor Ort und berichtet in einem Liveticker.

Ab 9.30 Uhr ist am morgigen Samstag Einlass im Wildparkstadion - starten soll die Außerordentliche Mitgliederversammlung dann um 11 Uhr. Wer an diesem Tag im Urlaub weilt oder anderweitig verhindert ist, schaut in die Röhre: Um abstimmen zu können, müssen die Mitglieder persönlich vor Ort sein. 

Und von den Anwesenden müssen dann mindestens 75 Prozent mit Ja stimmen - dann ist die Ausgliederung der Profiabteilung des Karlsruher SC beschlossene Sache. Damit dieses Quorum erreicht wird, hat der  Verein hat in den letzten Wochen und Monaten kräftig die Werbetrommel gerührt. Infoabende, Flyer - nur, damit die Abstimmung einen positiven Ausgang nimmt. 

Falls drei Viertel der Anwesenden mit Ja stimmen, wird die Profimannschaft, die U19 und die U17 in eine GmbH&Co. KGaA ausgegliedert. Die Sorge der Fans, dass der Verein sie künftig aus wichtigen Entscheidungen ausschließt, ist unbegründet, denn die Mitglieder behalten weiterhin ein nicht unbedeutendes Mitspracherecht. 

 


Live-Ticker aus dem Wildparkstadion

Der Live-Ticker ist beendet.

+++ 13.45 Uhr +++

Das Ergebnis ist da: Von den 894 anwesenden  (Stand 13 Uhr) haben 886 abgestimmt.

873 Stimmen waren gültig, davon stimmten 770 Mitglieder für die Ausgliederung.

Das bedeutet eine Mehrheit von 88,2 Prozent!

Wellenreuther: "Das war der Grundstein für eine positive Zukunft der KSC."

+++ 13.25 Uhr +++

Die Wahl ist beendet, jetzt werden die Stimmen ausgezählt.

+++ 13.12 Uhr +++

Die Mitglieder schreiten zur Wahl.

Bild: Reisenauer

+++ 13.00 Uhr +++

Die Aussprache ist beendet, gleich kommt es zur Abstimmung.

Insgesamt dürfen 875 Mitglieder über die Zukunft des KSC abstimmen. Es wird eine 3/4-Mehrheit für die Ausgliederung benötigt.

+++ 12.56 Uhr +++

Tatsächlich wurde ein Fehler entdeckt bei einem Flyer, den der KSC verteilt hat. In der Satzung ist verankert, dass bei einem Verkauf von über 50 Prozent der Anteile die Mitgliederversammlung mit einer 2/3-Mehrheit zustimmen muss. Im Flyer hieß es 3/4-Mehrheit.

+++ 12.50 Uhr +++

Die Ausgliederung kostet den KSC insgesamt 500.000 Euro. Bis jetzt sind Kosten von 250.000 Euro angefallen.

+++ 12.35 Uhr +++

Becker kann Befürchtungen eines Mitglieds abwehren, das sich sorgt, der Karlsruher SC e.V. könnte vor einer Insolvenz stehen und würde aus diesem Grund die Profiabteilung ausgliedern.

Weitere Fans fragen nach, warum sich andere Vereine, wie etwa der SC Freiburg, gegen eine Ausgliederung entschieden haben. "Es ist nicht so, dass wenn wir nicht ausgliedern, wir nächste Woche erledigt sind", betont Wellenreuther. Aber eine Ausgliederung würde dem KSC "unheimlich helfen", um sich für die Zukunft aufzustellen.

+++ 12.33 Uhr +++

Eine weitere Frage: Wie will der KSC mit dem erwarteten Kapital umgehen und wie investieren?

Becker: "Der Verein hat noch eine Altlast, die uns einschränkt - Stichwort Kölmel." Dazu muss der KSC mit fehlenden EInnahmen durch den Stadionumbau planen, die durch das neue Kapital aufgefangen werden. Ein dritter Punkt seien Investitionen in die Zukunft, darunter seien laut Becker unter anderem auch mögliche Etaterhöhungen für die Profis und den Nachwuchs beinhaltet.

+++ 12. 25 Uhr +++

Nun wird von einem Mitglied gefragt, wie mögliche Satzungsänderungen durchgeführt werden.

Alles was der Verein in der Satzung ändern möchte in der KGaA, benötigt einer einfachen Mehrheit der Vereinsmitglieder bei der Jahreshauptversammlung. Damit behalten die Mitglieder eine große Einflussmöglichkeit.

+++ 12.15 Uhr +++

Die zweite Frage dreht sich um eine mögliche Aktienausgabe. Becker: "Wir möchten das Thema der Aktienausgabe im zweiten Schritt behandeln - nach der Ausgliederung." Wellenreuther ergänzt: "Wenn wir Aktien verkaufen, wollen wir sie möglichst breit streuen."

+++ 12.08 Uhr +++

Jetzt steht die Aussprache an, die Mitglieder kommen also zu Wort.

Die erste Frage dreht sich um die Besserungsscheine, die dem KSC ausgestellt wurden. Wellenreuther klärt auf, dass diese mit in die neue GmbH und Co. KGaA übergehen. Fällig werden diese zudem erst, wenn die neue Rechtsform Gewinne aufweist. Es sei auch eine Umwandlung in Aktien möglich - läge der Betrag über 25 Prozent der Anteile, muss die Mitgliederversammlung zustimmen.

+++ 11.37 Uhr +++

Jetzt wird es interessant, Top 4 steht an: der Beschluss über die Ausgliederung. Zunächst gibt Präsident Wellenreuther eine kleine Einführung, anschließend geht Geschäftsführer Michael Becker noch einmal ins Detail, ehe die Mitglieder ihre Fragen stellen dürfen.

+++ 11.15 Uhr +++

Um 11 Uhr wurden 792 stimmberechtigte Mitglieder auf der Haupttribüne des Wildparkstadions gezählt.

Bevor es zur Aussprache und Abstimmung über die Ausgliederung kommt, werden nun die Neuzugänge der KSC-Profis auf der Bühne vor der Haupttribüne präsentiert.

+++ 11.04 Uhr +++

Der Start der Mitgliederversammlung hat sich etwas verzögert. Nachdem die Mannschaft unter viel Applaus begrüßt wurde, eröffnet nun Präsident Ingo Wellenreuther die Versammlung.

Stimmen und Stimmung gibt es auch auf unseren sozialen Netzwerken!


 

 

Laut KSC gibt es vier gute Gründe, die für die Ausgliederung sprechen:

  • 1. Rechtsformverfehlung wird beseitigt: 
    Ein eingetragener Verein (e.V.), was der Gesamtverein aktuell noch ist, darf nur gemeinnützig tätig werden. Die wirtschaftlichen Tätigkeiten des KSC sieht vor allem die Finanzverwaltung kritisch, da ein Fußballverein in der heutigen Zeit ein reines Wirtschaftsunternehmen ist.  
  • 2. Schutz des e.V. vor Insolvenz: 
    Falls die Lizenzspielerabteilung ausgegliedert ist, kann deren mögliche Insolvenz nicht den ganzen KSC e.V. in den Abgrund reißen. Der e.V. mit seinen Abteilungen wird geschützt.
  • 3. Finanzierungsmöglichkeiten eröffnen:
    An einem e.V. kann sich niemand beteiligen. Eine ausgegliederte Kapitalgesellschaft ermöglicht den Zugang zu externen Kapitalquellen. Das umfasst sowohl frisches Eigenkapital als auch verbesserte Möglichkeiten zur Aufnahme von Fremdkapital, also Kredite und Darlehen.
  • 4. Organisationsstruktur verbessern:
    Die neue Kapitalgesellschaft mit ihren besseren Verwaltungs- und Kontrollstrukturen soll ein professionelleres Arbeiten ermöglichen.

 

ka-news-Hintergrund: Ausgliederung
Bereits Ende vergangenen Jahres beriet sich erstmals ein eigens eingerichteter Ausgliederungsauschuss über den Schritt. Im April erfolgte dann die Empfehlung an die Vereinsführung den Schritt zu machen. Nun entscheiden die Mitglieder darüber. Augsburg, Hamburg oder Stuttgart: Viele Vereine sind bereits den Schritt der Ausgliederung gegangen.

Es gilt, den Karlsruher SC für die Zukunft fit zu machen. Der wirtschaftliche Teil des eingetragenen Vereins würde bei positiver Abstimmung in eine Kapitalgesellschaft (KG) ausgelagert werden, da sich ein e.V. laut BGB nicht wirtschaftlich betätigen darf.

Die Ausgliederung der Profifußball-Abteilung auf eine KG führt zu einem leichteren Zugang zu externen Kapitalquellen. Nach der 50+1-Regel muss der Mutterverein mindestens 50 Prozent der Stimmanteile zuzüglich einer Stimme an der KG halten. Zu dieser Regel bekennt sich der KSC im Rahmen seiner Satzung.

 

 
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Kommentare (26)
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  •   Dobermann
    (82 Beiträge)

    01.07.2019 14:43 Uhr
    Mitsch.....
    Micheal Becker hat das hochprofessionell aufgezogen.... na na na lobt sich da jemand selbst ????
    Ein Schelm der..... denkt

    Einen guten Start in die Woche an Alle
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  •   Tyr
    (492 Beiträge)

    30.06.2019 19:43 Uhr
    wie immer
    mehr als 80% der anwesenden 873 KSC-Mittglieder sollen angeblich ein CDU-Parteibuch haben, wurde ja schon lange vorher mächtig bei der CDU dafür getrommelt für diese"wichtige"Wahl
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  •   andi-b7
    (2965 Beiträge)

    01.07.2019 18:50 Uhr
    Wie kann man nur so einen Schrott Posten?
    Beweise hier für ?...
    Wie immer nichts.....
    🤡
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  •   Garrincha
    (499 Beiträge)

    30.06.2019 06:57 Uhr
    Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Schlächter selber
    in der Ingo-"Demokratie"
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  • unbekannt
    (342 Beiträge)

    30.06.2019 01:46 Uhr
    Super!!
    Jetzt, nachdem die Ausgliederung beschlossen ist, könnten unsere Fans doch passend dazu eine Fan-Freundschaft mit den Hoffenheimern ins Leben rufen. Ich würde mich tierisch darüber freuen! Alles für den modernen Fußball!!!
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  •   Holzbierebub
    (295 Beiträge)

    29.06.2019 16:21 Uhr
    Okay, so funktioniert Demokratie.
    Jetzt alle Kräfte bündeln und gemeinsam nach vorne schauen. Grabenkämpfe und Nachtretereien können wir keine gebrauchen. Danke.
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  •   Mitsch
    (129 Beiträge)

    29.06.2019 15:08 Uhr
    Der KSC läge längst am Boden
    ...wäre nicht immer unser Vizepräsident eingesprungen! Es gäbe heute also unseren KSC nicht mehr. Das ist erstmal die Sachlage. E.V. bedeutet man darf keinen Gewinn machen, das wird einige Profivereine noch riesige Probleme bereiten, die daran festhalten! Die Transparenz war sehr groß vom KSC, im Vorbereitungsgremium waren alle vertreten und gerade Michael Becker hat das hochprofessionell aufgezogen. Das hat man heute bei der Versammlung gesehen und gehört! Also Sticheleien wie hier manch einer meint anstiften zu müssen entbehrt jeder Realität. Und es gibt keine Versammlung von Vereinen in Deutschland, bei der alle da sind. Das ist Fakt. Und 3/4 von 880 ist halt mal 660! Von daher ist alles ok. Jeder kann Mitglied werden und sich engagieren und auch mal abstimmen. Und es war ein konstruktiver Austausch heute und eine faire Aussprache. Ich freue mich jetzt einfach auf die Zukunft des KSC.
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  •   Dobermann
    (82 Beiträge)

    01.07.2019 14:43 Uhr
    Michael(Mitsch) Becker
    hat das hochprofessionell aufgezogen.... na na na lobt sich da jemand selbst ????
    Ein Schelm der..... denkt
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  •   schmidmi
    (1939 Beiträge)

    29.06.2019 12:32 Uhr
    Hui
    10 % der Mitglieder sind anwesend! Und da gibt es eine gültige Abstimmung???
    Das kann doch wohl nicht wahr sein..,
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  • unbekannt
    (342 Beiträge)

    30.06.2019 01:37 Uhr
    Dein erster Kommentar,
    bei dem du völlig Recht hast! Bei über 6.000 stimmberichtigten Mitgliedern kann es nicht sein, dass c.a. 800 ganz alleine über die Zukunft des Vereins entscheiden. Ein absolutes Unding!
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