Christian Streich schien es egal zu sein, dass es sich bei dieser Partie nur um ein Testspiel handelte. Der Trainer des Fußball-Bundesligisten dirigierte und murrte, als ob es um Klassenerhalt gehen würde. Sein Gegenüber Christian Eichner, Trainer des Zweitligisten Karlsruher SC, war dagegen eher ein stiller Beobachter bei diesem Testspiel im Grenke-Jugendstadion.

Testspiel: KSC gegen SC Freiburg
Bild: Mia

Im Vergleich zum 1:1 in der Liga gegen den HSV veränderte der KSC-Trainer seine Mannschaft gleich auf mehreren Positionen. Für Marius Gersbeck, Christoph Kobald (Bänderverletzung), Jérôme Gondorf (angeschlagen), Tim Breithaupt (U20-Länderspielreise) und Marc Lorenz (Schulterverletzung) kamen Markus Kuster, Kilian Jakob, Dominik Kother, Fabian Schleusener und Fabio Kaufmann neu ins Team.  In einem offensiven 4-4-2 begann Kyoung-Rok Choi neben Kapitän Marvin Wanitzek im zentralen Mittelfeld.

KSC müht sich in der Anfangsphase

Mit dem frühen Anlaufen der Freiburger hatte die neuformierte Karlsruher Mannschaft in der Anfangsphase Probleme. Nach ersten Annäherungen von Lukas Kübler (2., 5.) gingen die Gäste aus dem Breisgau nach sieben Minuten in Führung. Eine Flanke von links legte Janik Haberer mit dem Kopf nochmal ab auf Nishan Burkart, der aus kurzer Distanz zum 1:0 für die Freiburger einnickte.

Testspiel: KSC gegen SC Freiburg
Bild: Mia

Der Karlsruher Doppelsturm Philipp Hofmann und Fabian Schleusener hing zu Beginn der Partie völlig in der Luft. Der Bundesligist erarbeitete sich weitere aussichtsreiche Gelegenheiten, unter anderem der auffällige Kiliann Sildillia hatte das 2:0 aus 15 Metern auf dem Fuß (14.). 

Das könnte Sie auch interessieren

Mitte der ersten Halbzeit kam der KSC mit der aggressiven Spielweise der Freiburger besser zurecht und angetrieben von einem sehr ballsicheren Choi, der immer wieder gute Bälle in die Tiefe spielte, kamen auch die Gastgeber zu ersten Chancen.  Nach 24 Minuten setzte Wanitzek zum Solo an und kam nach einem Doppelpass mit Kother aus 14 Metern aus zentraler Position zum Abschluss. Sein Schuss wurde jedoch noch leicht abgefälscht und landete über dem Tor von SC-Keeper Benjamin Uphoff, der am Adenauerring alles andere als unbekannt ist.

Testspiel: KSC gegen SC Freiburg
Bild: Mia

Der gastierende Sport-Club blieb jedoch überlegen und erhöhte nach einer halben Stunde auf 2:0. Vincenzo Grifo bediente Kübler mit einem Traumpass und der offensive Außenverteidiger legte den Ball alleine vor Kuster überlegt in die lange Ecke. 

Vier KSC-Wechsel nach 30 Minuten

Direkt nach dem Gegentreffer brachte KSC-Trainer Christian Eichner, Felix Irorere, Ricardo van Rhijn, Lucas Cueto und Jannis Rabold für Thiede, Heise, Gordon und Hofmann. Kurz vor der Pause vergab Schleusener eine aussichtsreiche Konterchance leichtfertig, als er in einer 2:1-Überzahlsituation den Ball in die Füße von SC-Verteidiger Dominique Heintz spielte (44.).

Testspiel: KSC gegen SC Freiburg
Bild: Mia

Nach der Pause wechselten beide Mannschaften erneut, bei den Gastgebern kam Torhüter Niklas Heeger für Kuster und U17-Spieler Efe-Kaan Sihlaroglu für Choi. Die Gäste ließen die Karlsruher nun ruhiger aufbauen und damit fühlten sich die Nordbadener sichtlich wohl. Nach scharfen Hereingaben von Cueto (49.) und Neuzugang van Rhijn (52.), die beide keinen Abnehmer fanden, sorgte eine Standardsituation für den Anschlusstreffer.

Wanitzek fand mit seiner Ecke den Kopf von Kother, der aus acht Metern genau neben den Pfosten traf (53.). Kother belohnte sich mit seinem Treffer für eine sehr auffällige Partie, er suchte und gewann über 90 Minuten immer wieder Eins-gegen-Eins-Situationen. 

Testspiel: KSC gegen SC Freiburg
Bild: Mia

Die zweite Hälfte flachte insgesamt jedoch immer weiter ab. Torchancen wurden Mangelware, einzig Haberer hatte kurz vor dem Schlusspfiff noch per Kopf aus acht Metern die große Gelegenheit auf das 3:1, zielte jedoch zu hoch (91.).

KSC-Trainer Eichner mit der Leistung zufrieden

Damit blieb es beim 2:1 aus Freiburger Sicht. "Das war eine anständige Leistung von uns, bis auf die ersten zehn Minuten. Da haben wir noch nicht richtig Zugang zum Spiel gefunden, danach war es besser", sagte KSC-Trainer Eichner nach der Partie. "In Summe haben wir es ordentlich gemacht."

Das könnte Sie auch interessieren

Für seinen Torschützen Kother verteilte er ein Extra-Lob – mit kleiner Einschränkung: "Er ist ein Spieler, der nach vorne über alle Möglichkeiten verfügt. Aber: Wir brauchen als Mannschaft Klarheit im Defensivverbund. Die hatte er, allerdings erst nach zehn Minuten, wie das gesamte Team. Wir brauchen diese Basis."