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Karlsruhe Harrys KSC-Sportschau: So schnell ändert sich die Fan-Stimmung

Es ist wieder Mittwochnachmittag: Zeit für "Harrys KSC-Sportschau" - der KSC-Kolumne auf ka-news. Aus "Kreuzigt sie" wird "Hosianna": Heute staunt Harald Linder darüber, wie schnell sich Stimmungslagen unter Fans und Experten ändern können, sobald sich ein Hoffnungsfunke auftut. Rosige Aussichten nach dem 3:0 des Karlsruher SC in Fürth? Ein gutes Zeichen ist die Vertragsverlängerung von Todt allemal, sagt Linder.

Liebe Fußballfreunde,

so schnell können sich Befindlichkeiten ändern. Standen nach dem Pokalaus in Offenbach und dem Unentschieden gegen Sandhausen nicht nur die Spieler, sondern auch der Trainer massiv in der Kritik, folgte nach dem 3:0-Sieg in Fürth dem "Kreuziget ihn" jetzt das überschwängliche "Hosianna" der blau-weißen Anhängerschaft. Was einmal mehr deutlich macht, wie kurzlebig der Fußball ist und wie sehr sich Fans und vermeintliche "Experten" von eben dieser Kurzlebigkeit in ihre Stimmungslage beeinflussen lassen.

Yamada ist seine Ablösesumme wert!

Da ist es recht tröstlich, wenn sich die zuständigen Verantwortlichen beim KSC davon nicht beeindrucken lassen, sondern die Ruhe bewahren, die vor allem dann vonnöten ist, wenn es eben mal nicht so läuft wie erwünscht oder erhofft. Deshalb an dieser Stelle mal ein großes Kompliment an den Trainerstab um Markus Kauczinski und an Sportdirektor Jens Todt, die zwar nicht die Augen verschlossen, als die Mannschaft in Offenbach ein hundsmiserables Spiel abgeliefert hat und auch gegen Sandhauen einige Wünsch offenließ, die aber deshalb auch nicht in Panik verfielen, sondern ihren Job so machten, wie es sich für Profis gehört. Kauczinski hatte den Mut, seine Mannschaft in Fürth sowohl personell als auch taktisch so zu verändern, dass sie bei den Franken zu einem hochverdienten Sieg kam und Jens Todt ließ die Kritik an seinem angeblich zu "teuren" Yamada-Transfer erst garnicht an sich heran kommen.

Und der Japaner bewies - nicht nur wegen seiner Tore - das er jeden der 400.000 Euro wert ist, die der KSC als Ablöse im Sommer bezahlt hatte. Während das KSC-Umfeld in- und außerhalb des Vereins hyperventilierte, machten diejenigen, die für eine Mannschaft verantwortlich sind, die - betrachtet man den Spieleretat - eine der "preiswertesten" der Liga ist, einfach ihr Ding. Dazu gehört natürlich auch die kritische Aufarbeitung von Leistungen wie in Offenbach oder gegen Sandhausen, das Ziehen der richtigen Schlüsse und vor allem die daraus erfolgenden notwendigen Änderungen.

Vertragsverlängerung von Todt: Gutes Zeichen!

Das ist zumindest beim Spiel in Fürth gelungen und zeugt davon, dass in der sportlichen Leitung beim KSC keine Autisten sitzen, sondern sehr wohl Leute, die etwas von ihrem Job verstehen. Dass nach dem Sieg in Fürth Teile des KSC-Umfelds, die noch vor Wochenfrist das Abstiegsgespenst an die Wand gemalt haben, jetzt schon wieder vom Aufstieg träumen, zeigt zweierlei: Erstens - und das ist das Positive - das große Interesse, das der KSC in dieser Stadt nach wie vor hervorruft. Zum zweiten aber auch, wie schnell sich Stimmungen wandeln können, wenn Hoffnungen - wie berechtigt oder unberechtigt sie auch sein mögen - nicht erfüllt werden.

So gesehen ist es gut, wenn diejenigen, die nicht nur im täglichen Training, sondern auch im Wissen um die Leistungsfähigkeit des vorhandenen Personals mit der Mannschaft betraut sind, ihre Arbeit zwar kritisch hinterfragen, aber von dem, was sie tun überzeugt sind und diese Arbeit unaufgeregt verrichten. In diesem Zusammenhang freut es mich, dass mit Sportdirektor Jens Todt einer dieser unaufgeregten Protagonisten jetzt seinen Vertrag beim KSC bis 2017 verlängert hat. Es ist ein gutes Zeichen in Sachen Kontinuität und die braucht es beim KSC, will man perspektivisch das erreichen, was manche nach dem Sieg in Fürth schon wieder in greifbarer Nähe sehen: Den Aufstieg in die erste Liga.

Dass es auf diesem Weg auch immer wieder Rückschläge geben wird, liegt in der Natur der Sache, denn der KSC wird auch in den nächsten Jahren noch kleine Brötchen backen müssen, selbst dann, wenn es in dieser Stadt tatsächlich gelingen sollte, das geplante und dringend notwendige neue Stadion auf den Weg zu bringen. Aber das, liebe Fußballfreunde ist wieder ein anderes Thema.

Ihr Harald Linder

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ka-news-Kolumne: Harrys KSC-Sportschau: Jeden Mittwochnachmittag beleuchtet unser Autor Harald Linder in der ka-news-Kolumne "Harrys KSC-Sportschau" verschiedene Themen rund um den Karlsruher SC. Der einstige Chefredakteur des Kurier ist nach seiner Pensionierung mittlerweile als freier Publizist, unter anderem auch für ka-news, tätig und hat für seine Sportkommentare, die sich überwiegend mit dem KSC beschäftigen, schon einige Auszeichnungen erhalten.
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  •   sawitzki
    (911 Beiträge)

    12.11.2014 18:54 Uhr
    Guter Kommentar !
    Das sehe ich genauso. Die Meldungen aus der letzten Zeit machen Hoffnung, dass sich die Pflanze KSC weiter entwickelt. Den Beitrag von Linder finde ich gut. Was er da heute geschrieben hat, ist richtig.
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