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Karlsruhe Harrys KSC-Sportschau: KSC-Randale in Darmstadt - "Solche Dumpfbacken!"

Es ist wieder Mittwochnachmittag: Zeit für "Harrys KSC-Sportschau" - der KSC-Kolumne auf ka-news. Heute beschäftigt sich Harald Linder mit den unschönen Szenen abseits des Platzes beim vergangenen KSC-Spiel gegen Darmstadt. Einige Anhänger kletterten auf den Zaun, zündeten Bengalos und sorgten für eine Beinahe-Spielunterbrechung - diese Aktion könnte den Karlsruher SC mehrere tausend Euro kosten.

Liebe Fußballfreunde,

"Mit der Dummheit kämpfen selbst Götter vergebens", lässt Friedrich Schiller in seinem Drama "Die Jungfrau von Orleans" den britischen Feldherrn John Talbot ausrufen, als dieser im Hundertjährigen Krieg die drohende Niederlage der Engländer gegen die Franzosen vor Augen hat. Das war am 17. Juli 1453 in der Schlacht bei Castillon.

Bengalos sind "südländisches Flair"?

Zu dieser Zeit wurde noch kein Fußball gespielt, aber hätte John Talbot am vergangenen Freitagabend die Dumpfbacken auf dem Zaun des KSC-Fan-Blocks beim Spiel des KSC in Darmstadt gesehen, als diese dort ihre Bengalos in den kalten Nachthimmel streckten, um - nach eigenem Bekunden - "südländisches Flair" zu vermitteln, hätte er diesen Spruch problemlos auf diese "Wir-sind-immer-da"-Fraktion anwenden können.

Denn der Schiedsrichter sah darin jetzt alles, nur kein südländisches Flair, sondern eine massive Störung des Spielbetriebs und unterbrach die Begegnung für einige Minuten, bis sich der Rauch verzogen hatte. Es drohte sogar der Abbruch eines Spiels, das auch durch die Bengalos der KSC-Ultras niemanden so richtig erwärmen konnte. Aber das nur am Rande.

Zum DFB braucht der KSC kein Navi mehr

Der KSC - warum eigentlich der Verein und nicht seine so genannten Anhänger? - fiel einmal mehr als Wiederholungstäter auf und wird sich dafür vor dem Sportgericht des Deutschen Fußballbunds (DFB) in Frankfurt verantworten müssen. Für den Weg dorthin brauchen die Verantwortlichen des Vereins übrigens kein Navi mehr, denn der KSC ist in der Otto-Fleck-Schneise 6 mittlerweile fast schon ein Dauergast.

Erst am gestrigen Dienstag wurden dort die Ausschreitungen vom 4. Oktober verhandelt, als sich KSC-Fans und Anhänger des 1. FC Kaiserslautern auf dem Betzenberg nach Spielschluss im Stadion prügelten. Es war die zweite Anhörung wegen dieser Vorfälle und die Karten des KSC wurden durch die Ereignisse vom vergangenen Freitag mit Sicherheit nicht besser.

Geldstrafe im fünfstelligen Bereich

Das Urteil soll in den nächsten Tagen verkündet werden und die zu erwartende Geldstrafe dürfte nach ka-news-Informationen im mittleren fünfstelligen Bereich liegen und soll auch einen Zuschauerausschluss auf Bewährung beinhalten. Einen herzlichen Dank dafür an alle Feuerwerker und Kampfsportler aus dem Fanblock des KSC, die doch alles für ihren Verein tun, wie sie nicht müde werden, zu bekunden.

Allerdings gehört dieser Verein nicht denjenigen, die meinen, für sich das Recht gepachtet zu haben, Wochenende für Wochenende die Sau rauszulassen und sich damit auch noch in der Öffentlichkeit brüsten. Wie armselig ist das denn? Präsident Ingo Wellenreuther hat Recht, wenn er diese Leute, für die der Begriff Verantwortung ebenso wenig zu existieren scheint, wie das Wort Respekt, als "Anti-Fans" bezeichnet.

So gesehen, würde ich es sogar begrüßen, wenn das DFB-Sportgericht in seinem Urteil für eines der nächsten Heimspiele des KSC einen Teilausschluss von Zuschauern verfügen und den sogenannten Fanblock sperren würde. Es gäbe zwar dann vielleicht kein "südländisches Flair", aber darauf könnte ich - und vermutlich eine ganze Reihe anderer KSC-Anhänger auch - ebenso gut verzichten wie auf die dümmlichen "lalala"-Gesänge und Beleidigungen gegenüber der gegnerischen Mannschaft aus diesem Block, die als sportlich-kultureller Höhepunkt jedes Spiel des KSC begleiten.

Aber ich befürchtete, dass diese Hoffnung ebenso vergebens ist, wie der Kampf der Götter gegen die Dummheit, von der John Talbot in Schillers "Jungfrau" spricht.

Ihr Harald Linder

Mehr zum Thema
ka-news-Kolumne: Harrys KSC-Sportschau: Jeden Mittwochnachmittag beleuchtet unser Autor Harald Linder in der ka-news-Kolumne "Harrys KSC-Sportschau" verschiedene Themen rund um den Karlsruher SC. Der einstige Chefredakteur des Kurier ist nach seiner Pensionierung mittlerweile als freier Publizist, unter anderem auch für ka-news, tätig und hat für seine Sportkommentare, die sich überwiegend mit dem KSC beschäftigen, schon einige Auszeichnungen erhalten.
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Kommentare (117)
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  •   Joker1894
    (3060 Beiträge)

    05.12.2014 12:40 Uhr
    ....
    Joker1894 ist immernoch kein Ultra. Ihr redet immer "von euch" :D Ich unterstütze lediglich die Ideologie hinsichtlich Vereinsliebe und Vereinstreue sowie Lokalpatriotismus...und Pyro so lange man nicht damit wirft grinsen
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  •   friend60
    (2577 Beiträge)

    05.12.2014 18:34 Uhr
    Mir kommt auch vor,
    als dass sie dich nicht haben wollen. Bist du zu alt für sie? Wenn ich deine Ansichten hier lese, ist doch ganz klar, wohin du tendierst. Heimliche Liebe "die Ultras", und die Freundin lässt dich nicht. Ist natürlich auch möglich.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (692 Beiträge)

    06.12.2014 23:46 Uhr
    Joker
    ist noch jung, der verpasst jede Menge Vorlesungen wegen der Auswärtsspiele freitags. Hat er unlängst mal geschrieben. Ok, studieren kann man auch noch mit 40, glaub ich aber nicht.
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  •   Elefant
    (57 Beiträge)

    05.12.2014 13:39 Uhr
    lassen dich die anderen Ultras nicht mitspielen?
    das ist aber gemein
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  •   melotronix
    (3509 Beiträge)

    04.12.2014 09:19 Uhr
    volle Zustimmung
    ... diese Blöcke aus denen Pyro abgefackelt wird sperren! Natürlich werden Unbeteiligte dadurch getroffen. Leider. Aber ich sehe keine andere Möglichkeit endlich ein Umdenken anzustossen. Und es müsste die Mehrheit im Stadion sich bemerkbar machen. Eine Flugblattaktion...Es muss eine Front...es muss eine Opposition ins Leben gerufen werden. Der Verein scheint ja einfach nicht in der Lage zu sein, etwas dagegen zu unternehmen. Wenn ich die Aussage von Herrn Todt höre: "solche Leute schaden dem Verein". Ach ja...? Das hätte ich nicht gedacht ..... Mehr fällt ihm dazu nicht ein???
    Was sind das für Zustände, wenn Sportdirektoren und andere Führungsgremien eines Vereins vor den eigenen Fans kuschen. Wo leben wir eigentlich?? Ich hoffe auf eine Reaktion beim nächsten Heimspiel!
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  •   Joker1894
    (3060 Beiträge)

    05.12.2014 12:41 Uhr
    ....
    Also sperren wir jetzt den Auswärtsblock in Darmstadt für das nächste Spiel?
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  •   caleu
    (380 Beiträge)

    05.12.2014 13:20 Uhr
    block sperren
    na, vielleicht sperrt der dfb den auswaertsblock in muenchen fuer ksc-dans...
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  •   caleu
    (380 Beiträge)

    05.12.2014 13:20 Uhr
    ...
    ...ksc-fans...
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  •   sky789
    (1405 Beiträge)

    04.12.2014 10:14 Uhr
    Da liegt der Hase im Pfeffer
    Viel zu lange wurde von den Vereinen das Problem klein gehalten, in Rücksicht auf die Marke: Fussball. Mitlerweile wedelt eben in einigen Vereinen der Schwanz mit dem Hund. es gab da mal ne schöne Aufstellung was manche Ultragruppen für Sonderrechte "genießen". Bis hin zu Strohmännern und hinterlegte Karten um die Personalisierung zu umgehen. Dies alles gedeckt von den betreffenden Vereinen. Die dann zum guten Schluss auch noch die durch diese Hohlköpfe entstanden Rechnungen/Strafen bezahlen. Es wird immer von einer Handvoll gesprochen, auf die kann jeder getrost verzichten. Null Toleranz gegenüber Zündlern, Randalierern und deren Sympathiesanten. Firedlicher Support Ja, aber vereinsschädigendes verhalten Nein und was anderes betreiben diese Deppen eben nicht. Selbstdarstellung zulasten des ach so geliebten Vereins. Der KSC ist blau-weiß und nicht schwarz.
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  •   Joker1894
    (3060 Beiträge)

    05.12.2014 12:41 Uhr
    ...
    Deswegen verkauft der Fanshop auch schwarze Klamotten/Jacken
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