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Karlsruhe Harrys KSC-Sportschau: Ist Profi-Fußball in Karlsruhe überhaupt willkommen?

Es ist wieder Mittwochnachmittag: Zeit für "Harrys KSC-Sportschau" - der KSC-Kolumne auf ka-news. Heute bestätigt Harald Linder Kauczinskis Schlachtruf nach dem 1:1 in Bochum - "ja, der KSC kann oben mitspielen", allerdings scheinen die Jungs gar nicht zu wissen, wie gut sie sind. Aber ist der Profi-Fußball überhaupt in Karlsruhe willkommen? Angesichts des wieder aufkochenden Wildpark-Streits, muss sich die Stadt nun eben dieser Frage stellen.

Liebe Fußballfreunde,

der KSC macht bislang in dieser Saison allen, die den Fußball und speziell den KSC lieben, Spaß - auch wenn noch nicht alles so optimal läuft, wie es möglich gewesen wäre.

"Die wissen gar nicht, wie gut sie sind"

Bei den Unentschieden gegen Berlin, Heidenheim oder zuletzt in Bochum haben die Blau-Weißen einige Punkte liegen lassen, die man eigentlich hätte mitnehmen können, wenn nicht sogar müssen. Andererseits zeigt dies, dass sich die Mannschaft vor keinem Gegner verstecken muss und auch vor den kommenden schweren Aufgaben gegen Nürnberg, Leipzig, Ingolstadt und Kaiserslautern selbstbewusst auftreten kann. So gesehen war es gut und richtig, dass sich auch Cheftrainer Markus Kauczinski nachdem1:1 in Bochum eindeutig positioniert hat und davon sprach, dass "wir oben mitspielen können".

Das kann der KSC. Und wenn die Mannschaft wirklich verinnerlicht hat, zu was sie eigentlich fähig ist, wird sie solche Spiele, wie Berlin, Heidenheim oder Bochum auch gewinnen. "Die wissen gar nicht, wie gut sie sind", meinte dieser Tage ein Kollege und ich glaube, dass er Recht hat. Dieser KSC wird uns in dieser Saison noch einige Freude bereite, davon bin ich überzeugt und wenn Manuel Torres beim Torabschluss noch ebenso cool wird, wie beim Posing nach einem Treffer, darf man auch da noch einiges erwarten. Sicher wird es auch den einen oder anderen Rückschlag - sprich Niederlage - geben, aber in der Summe wird dieser KSC oben dabei sein, auch wenn eine solche Aussage nach fünf Spieltagen verfrüht erscheinen mag. Aber die Mannschaft hat die Qualität und auch die Mentalität, um den Aufstieg mitzuspielen und dann wird man sehen, was am Ende dabei herauskommt.

Grünen-Frage nach Sanierung statt Neubau: "Nackter Populismus"

Läuft es im sportlichen Bereich also durchaus zufriedenstellend und sieht es auch ganz danach aus, dass die Mitgliederversammlung Anfang Oktober ebenfalls eine solidarische Veranstaltung wird, sorgt das Thema Stadion (mal wieder) für Irritationen. Knapp vier Wochen vor dem Votum des Gemeinderates über einen Neubau des Stadions preschen die Grünen jetzt mit einer Frage an die Verwaltungsspitze vor, die zum Inhalt hat, dass für sie nur eine Sanierung des maroden Stadions im Hardtwald in Frage kommt. Dabei werden etwa 45 Millionen Euro als "noch vertretbarer Gesamtkostenrahmen", genannt. Zusätzliche Wünsche zur Neugestaltung des Wildparks, inklusive Infrastruktur würden "weiterhin in der finanziellen Verantwortung des KSC" liegen, ohne dass gesagt wird, was unter "zusätzlichen Wünschen" alles zu verstehen ist.

Doch ungeachtet dessen, ist das Wildparkstadion eine städtische Immobilie und die zusätzlichen Wünsche, die angeblich in der Verantwortung des KSC liegen würden, sind Bestandteil eines modernen Fußballstadions. Will die Stadt Karlsruhe, dass der KSC in der Lage ist, seinen Teil zur Refinanzierung (sprich Pacht) dieses Stadions zu leisten, sind bestimmte Voraussetzungen, was Infrastruktur und Komfort anbelangt, einfach notwendig. Es ist nackter Populismus, Zahlen in den Raum zu werfen, wie 45 Millionen zu 120 Millionen, um damit zu suggerieren, dass diese fast 80 Millionen angeblicher Mehrkosten nur die Wünsche des KSC befriedigen würden. Zahlen übrigens, die nirgendwo belegt sind, aber genug Schrecken unter denen verbreiten, die mit Fußball eh nichts am Hut haben.

Das Wildparkstadion ist in keiner Form mehr zeitgemäß (unabhängig von der Sicherheitsproblematik, der Verkehrsanbindung und weiterer infrastruktureller Notwendigkeiten). Deshalb ist ein Neubau die einzig sinnvolle Lösung. Darüber muss der Gemeinderat entscheiden und der muss letztlich darüber entscheiden, ob diese Stadt Profi-Fußball in ihren Mauern haben will oder nicht. So wie diese Stadt auch entschieden hat, dass sie ein Schauspielhaus für 120 Millionen Euro haben will, obwohl diese Immobilie nicht einen Cent an Pacht bringt. Dennoch ist es richtig und einer Stadt wie Karlsruhe angemessen, dieses Schauspielhaus zu bauen. Das gilt auch für den Wildpark. Ihn nur sanieren zu wollen, bedeutet meiner Meinung nach, dass man gutes Geld schlechtem hinterher wirft. Das wäre zwar wenig sinnvoll, würde aber zu der Kleinkariertheit dieser Stadt passen, in der es zumeist am Mut zu einem großen Wurf gemangelt hat - meint jedenfalls

 

Ihr Harald Linder

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ka-news-Kolumne: Harrys KSC-Sportschau: Jeden Mittwochnachmittag beleuchtet unser Autor Harald Linder in der ka-news-Kolumne "Harrys KSC-Sportschau" verschiedene Themen rund um den Karlsruher SC. Der einstige Chefredakteur des Kurier ist nach seiner Pensionierung mittlerweile als freier Publizist, unter anderem auch für ka-news, tätig und hat für seine Sportkommentare, die sich überwiegend mit dem KSC beschäftigen, schon einige Auszeichnungen erhalten.
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Kommentare (29)
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  •   brigand
    (65 Beiträge)

    19.09.2014 16:42 Uhr
    Refinanzierung
    Refinanzierung über Pacht hört sich erst einmal gut an. Aber wie soll das funktionieren, wenn der KSC schon jetzt seit Jahren die Pacht für den alten Wildpark gestundet bekommt. d.h., die alte Pacht schon nicht bezahlt werden kann?
    Als Mieter würde der KSC auf dem freien Wohnungsmarkt keine Bleibe bekommen!
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  •   schwarzvoraugen
    (4129 Beiträge)

    18.09.2014 17:09 Uhr
    Mal zum Sportlichen...
    Die Qualitaet hat die Mannschaft bestimmt um oben mitzuspielen. An der Mentalitaet und dem Selbstverstaendnis fehlt es noch etwas.

    Deshalb: offenes Bekenntnis zu Aufstiegsambitionen in 2015/2016. Damit gelingt es dann auch das gesamte Umfeld in die Mitpflicht zu nehmen und die Senkrechtstarter (Yabo, Torres...) zu halten.
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  •   Co-willi
    (4 Beiträge)

    18.09.2014 14:10 Uhr
    Neues Stadion für Karlsruhe
    Wenn nun endlich einmal das "Dagegen" aufhören würde. Karlsruhe braucht ohne große Worte zu verlieren ein neues oder auch
    würdiges und anspruchvolles Sportstadion. Wer Jahrelang bei Wind
    und Wetter im Regen stand, der weiß so etwas angenehmes zu schätzen.
    Es ist beachtenswert wenn die Stadt zunächst für die Kosten aufkommt.
    Es geht dabei ja nicht um Tausender. Ich habe einen Versuch gestartet
    und der Stadt einen Spendenbeitrag zur Verwendung für das "Stadion" auf das Konto der Sparkasse 9000969 BLZ 660 501 91
    mit dem Buchungszeichen 574400007388 überwiesen. Jeder EURO
    der dort ankommt hilft dazu, die späteren Stadionkosten zu verringern. Taten sind immer besser als große Worte die nichts
    bringen. Jedem der noch nie etwas mit Sport zu tun hatte möchte
    ich wärmstens empfehlen, künftig seinen Mund zu halten. Karlsruhe
    ist und war eine Sportstadt. Hier kann jeder beweisen, was er dafür
    übrig hat und aufbringen kann. Hier ist das Geschrei von Parteien
    wirklich nicht angebracht.Frdl.WC.
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  •   master-of-comment
    (3861 Beiträge)

    18.09.2014 15:01 Uhr
    Keine schlechte Idee
    Werde mich gerne auch beteiligen, wenn der konkrete Verwendungszweck gesichert ist. Am besten wäre es, man könnte z.B. einen speziellen Sitzplatz finanzieren.

    Und auf der Sitzschale stünde dann: "Gesponsert von master-of-comment".
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  •   Rundbau-Gespenst
    (12575 Beiträge)

    17.09.2014 23:30 Uhr
    welch ein Intro, Herr Linder:
    "Es wieder Mittwochnachmittag:"

    da bleibt mir doch glatt die Spucke weg !!!

    Bitte alles Korrekturlesen lassen, bevor derartige Klöpse unter das Volk gebracht werden...
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  •   Faecherstadt_Guerilla
    (4092 Beiträge)

    18.09.2014 06:57 Uhr
    Dieser Tipfehler ...
    steht doch schon seit Monaten über jeder Linder-Kolumne (ja, Linder und net Lindner, bitte richtig schreiben, denn sonst muß ich immer an diesen schwulen Schlagersänger denken).
    Das ist bei ka-news schon Tradition, daß die offensichtlichsten Tipfehler bis in alle Ewigkeit durchgeschleppt werden.
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  •   master-of-comment
    (3861 Beiträge)

    18.09.2014 15:04 Uhr
    Auch wenn Du ein Anhänger ...
    der alten Rechtschreibung bist - aber "Tipfehler" tut beim Lesen inzwischen richtig weh ... zwinkern
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  •   zahlenbeutler
    (1577 Beiträge)

    17.09.2014 20:44 Uhr
    Willkommener Profi-Fussball
    wenn in Karlsruhe überhaupt was willkommen sein sollte, dann
    natürlich der PROFI-FUSSBALL !
    Nur der Profi-Fussball bringt Wohlstand, Sicherheit und Fortschritt für
    alle (einheimischen) Bürger.
    Der Amateur-Sport hingegen bringt Armut, Elend und Rückschritt.
    Darum alles für den Profisport, weg mit den Amateursportlern und ihren
    Vereinen.
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  •   sawitzki
    (911 Beiträge)

    17.09.2014 19:37 Uhr
    Die Grünen
    geben halt unsere Steuergelder lieber für Flüchtlinge, Südeuropa oder die Ukraine aus, als für Dinge, die den meisten Einheimischen am Herzen liegen. Mehmet Scholl hattte vor ca. 20 Jahren mit einem Ausspruch völlig recht. Es ist höchste Zeit, dass die Grüne Partei der FDP in das politische Nirwana folgt. Ich freue mich heute schon, auf das Ergebnis der nächsten Landtagswahlen in Baden-Württemberg. 2011 wird als der große politische Irrtum in Baden-Württemberg in die Geschichte gehen.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (343 Beiträge)

    17.09.2014 22:09 Uhr
    Wieso?
    Wollte er sie nicht wählen, weil er sie nicht hängenlassen konnte?

    grinsen
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